Salatblätter zählen.

Nachdem mehrfach um einen Artikel über das schlanke Leben gebeten wurde, versuche ich mal, das etwas in Worte zu fassen. Ich hatte es schon teilweise für die nächste Fettlogik-Aktualisierung als neues Kapitel („Halten ist viel schwieriger als Abnehmen“) geschrieben, aber ich versuche es, etwas anders, auch nochmal hier. Mir ist nämlich in letzter Zeit häufiger eine andere, dazu passende Fettlogik begegnet, die da sinngemäß lautet „(Ex-Dicke) Schlanke sind verkniffen, zählen jedes Salatblatt und leben total freudlos“ – das kann ich nun so gar nicht bestätigen, war aber exakt das Bild, das ich früher auch hatte, und das mich davon abhielt, abzunehmen. Wozu auch, schließlich würde das ja ein Leben in Qual und Genussfeinlichkeit bedeuten, und das nur, um in irgendeine doofe Hosengröße zu passen? Tzööööö…. nö. Gut, irgendwann war dann die Entscheidung für mich „Unerträgliche Knieschmerzen und Immobilität oder Genussfeindlichkeit“ und ich entschied mich widerwillig für letzteres.

Und dann muss ich nach 30 Jahren feststellen, dass ich total falsch lag, und das nie die beiden Optionen waren.

Dadurch, dass ich heute wesentlich aktiver bin, ist mein Energiebedarf heute meist sogar höher als mit den immobilen 150kg. Ich esse also eher mehr als früher.

Der Alltag als schlanker Mensch? Grundsätzlich nicht allzu anders, von der Tagesstruktur her. Ich mache noch die selben Sachen, nur inhaltlich leicht abgeändert. Ich war schon immer Serienjunkie, nur bin ich jetzt auf dem Crosstrainer, während ich meine Folgen schaue. Wenn ich Freundinnen treffe, dann im Gegensatz zu früher (Kaffee & Kuchen) nun öfter zum Sport oder Spazierengehen (und danach Kaffee und Kuchen^^). Mein Auto habe ich abgeschafft und erledige nun den ganzen Alltagskram mit dem Rad. Da wir auf einem recht steilen Berg wohnen, ist es auch gutes Training, die Einkäufe auf dem Rücken mit dem Rad den Berg hoch zu fahren. Mit 150kg habe ich den Weg kaum zu Fuß geschafft und musste immer wieder zwischendrin pausieren.

Der größte Unterschied ist für mich, dass mir Bewegung jetzt Spaß macht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich früher, als Sport und Bewegung noch unglaublich unangenehm bis qualvoll waren, diese Tagesbeschreibung für mich gut geklungen hätte, oder ob ich gedacht hätte „oh Gott, wie schrecklich!“, aber selbst nach mittlerweile Monaten bis Jahren ist es für mich noch oft eine Art Wunder zu erkennen, was das für ein Win-Win ist. Ich tue Dinge, die mir Spaß machen und esse mittlerweile ohne schlechtes Gewissen. Denn selbst wenn ich mit 150kg nicht wenig gegessen habe, hatte ich doch oft ein schlechtes Gewissen dabei. Mittlerweile greife ich oft wieder bewusst zur Vollfettversion von Lebensmitteln, einfach weil ich mit meist über 3000kcal Tagesverbrauch dann nicht knapsen muss. Andererseits esse ich schon etwas anders und viele Lieblingssachen von früher sind mir heute diese riesen Kalorienmenge nicht wert. Statt eines Teilchens vom Bäcker esse ich dann lieber eine komplette Mahlzeit für dieselben Kalorien.

Wo wir von Kalorien reden: Hm, tja, Perfektion kann ich leider nicht bieten. Ich zähle nach wie vor. Meine Achillessehne ist weiterhin das massive Unterschätzen, wenn ich nicht wirklich genau zähle. Selbst wenn ich weiß, dass ich es mir schönrede, rede ich es mir trotzdem schön. Hin und wieder brauche ich also den Dämpfer von der Waage, um wieder die Pobacken zusammenzukneifen und ordentlich zu zählen. Intuitiv essen kann ich vorläufig vergessen. Das ist an sich nicht schlimm, weil Kalorienzählen mittlerweile nur noch wenige Minuten pro Tag in Anspruch nimmt, mich nervt es allerdings vom Prinzip her, denn warum zum Teufel kriege ich es nicht hin, mich nicht selbst zu belügen, wenn ich sogar weiß, dass ich es tue? Gnarf.

Im Endeffekt will ich mich aber keinesfalls beklagen. Das Kalorienzählen ist für mich nicht verkniffen oder genussfeindlich. Eher im Gegenteil, da ich auf die Art auch wirklich luxuriöse Riesenmahlzeiten wie einen sehr käselastigen Auflauf oder eine fettige Pizza mit 2000 kcal genießen kann, da ich ja weiß, dass das vollkommen in der Bilanz liegt. Früher hätte ich bei sowas ein deutlich schlechteres Gewissen gehabt und das dann innerlich vor mir rechtfertigen müssen. Ich gebe jetzt einfach mal zu, dass das dann durchaus solche inneren Dialoge waren wie „Tzö, ich bin halt keine dieser verkniffenen Püppchen, die an ihrem Salatblättchen nagen, um den Männern zu gefallen. Ich bin eben selbstbewusst und habe diesen Schlankheitswahn nicht nötig, ich genieße lieber mein Leben!“ was natürlich eine komplett fettlogische Denkweise war.

Ich glaube, das ist auch tatsächlich hin und wieder ein Wehrmutstropfen. So doof es sich anhört, aber auf gewisse Art wäre es gut, wenn das Schlanksein tatsächlich schwieriger wäre. Je unbeschwerter die Sache ist, desto mehr ärgere ich mich über die Jahre, die ich mit Fettlogiken verschwendet habe. Es ist nicht so, dass ich mich ständig ärgere, die meiste Zeit bin ich einfach froh, aber hin und wieder schiebt sich schon der Gedanke an all die verschwendete Zeit ein, in der ich mir selbst im Weg stand. Andererseits ist es schön, dass sich der Effekt des Darüber-Freuens nach wie vor nicht abgenutzt hat und ich noch häufig auf dem Crosstrainer o.ä. so ein kurzes Yay-Gefühl habe, wenn mir bewusst wird, wie toll das alles eigentlich ist.

So, ich hoffe, das war nicht zu schwärmerisch, aber so in etwa ist das Grundgefühl. Ich habe auch schonmal überlegt, die Nachteile des Schlankseins zu verbloggen, aber ehrlich gesagt fiel mir da nicht wirklich viel ein, und mich darüber zu beklagen, dass Rasieren jetzt schwieriger ist, weil Achselhöhlen plötzlich wirklich Höhlen sind und Waden Struktur haben, wäre nun schon arg Mimimi. Ihr könnt aber gerne Fragen stellen, wenn ihr irgendwas genauer wissen wollt und ich beantworte es dann entweder in den Kommentaren oder mache einen Blogartikel daraus.

28 Gedanken zu “Salatblätter zählen.

  1. noxneurotica

    Größte aktuelle Fettlogik bei mir: Ich dachte, mit der Umstellung auf vegan käme ein gewisser Zwang, sich gesünder zu ernähren, dass es ja die ganzen früher geliebten Schlemmereien nicht gibt. Weit gefehlt… Auch in vegan lässt sich alles fettig, zuckrig, käsig, sahnig und mit vielen weißen Kohlenhydraten haben 😀 Das gehört allgemein zu der Erkenntnis, dass man selbst, wenn man abgenommen hat / die Ernährung umgestellt hat, nicht plötzlich den Geschmack für die fatale Fett-Zucker-Kombi verliert. Man überlegt sich halt nur zweimal, ob es das einem wert ist und plant ‚Sünden‘ dann ein, wenn es reinpasst. Gleichzeitig nervig und beruhigend. Nervig weil Gelüste, beruhigend weil man sie nicht ganz unterdrücken muss.

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    1. Ramen-Nudeln und (aus dem Chinaladen) Hotpot-Fix mit Tofu-Haut (Yuba) haben kaum kcal/kg. In der Kombination ist das mit Eiweißen/Fetten/Kohlehydraten fast ernährungspyhsiologisch gut. Vitamine und Minderalstoffe brachtste dann halt noch, aber Hunger ist quasi ausgeschlossen (Zwei Mahlzeiten Instant-Nudeln und zweimal Tofu kommen auf 1.600 kcal und mehr als zwei Kilo Essen).

      Überhaupt denke ich, dass „scharf“ eine leckere Alternative zu „süß“ ist und man sich genauso dran gewöhnt.

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  2. Hotte

    Bei mir funktioniert es mit dem intuitiven Essen ganz gut, das Gewicht seit Mitte September knapp unter hundert Kilo zu halten.

    Auf die Waage gehe ich zu statistischen Zwecken weiterhin täglich, aber eine hilfreichere Rückmeldung gibt mir das Gefühl davon, wie meine Hose sitzt. Früher hätte ich das gar nicht wahrgenommen und mittlerweile merke ich ein oder zwei Kilo.

    Allerdings muss ich zugeben, dass sich nach und nach wieder alte Gewohnheiten einschleichen. Eine Tafel Schokolade macht sich nicht sofort bemerkbar, aber wenn es wieder jeden Abend eine ist eben doch. Dann muss ich richtiggehend Entzug machen mit einem Kohlsuppentag oder dergleichen, dann geht es wieder.

    Nun, da ich verinnerlicht habe, dass ich nicht mehr fett bin und nicht mehr viel fehlt bis zum Normalgewicht, will ich nochmal Gas geben und zähle seit gestern wieder und führe Buch.
    Mit dem Zählen von Salatblättern käme ich allerdings nicht weit, da die bei mir auf dem Speisezettel ganz weit unten stehen. Ich rechne da eher in Päckchen Magerquark. 😉

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  3. An manchen Tagen ist das für mich schwierigste das Nicht-Essen. Dieser ewige Heißhunger, wo alle rationalen Gedanken auch nicht helfen.
    Wie kann man sich da behelfen? Insb. wenn man gerade krank auf der Couch liegt und sich nicht aktiv ablenken kann?

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    1. Ich habe solche Tage auch, meist hormonell bedingt (PMS)… jetzt, wo ich nur noch halte, esse ich dann meist ein Plus und die nächsten Tage wieder ein Minus. Meist ist es dann die nächsten Tage so, dass ich mich wieder besser zusammenreißen kann.

      Ansonsten hilft mir am besten, nichts auf Vorrat zuhause zu haben. „Auf Vorrat“ klappt bei mir einfach nicht^^

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      1. Das ist bei mir auch so. Nach Tagen voll Schlemmerei habe ich weniger Hunger, dann muss ich mir aber trotzdem sagen, dass es dann ja ok ist, um dann auch weniger zu essen.
        Und auf Vorrat haben ist auch ganz schlecht bei mir. Dann wird alles aufgefressen.

        Was ich auch schwierig finde sind die Zeiten, wo man über ein paar Tage viel Süßes hatte (bei mir Schokolade). Danach komme ich da schwierig wieder von ab.

        Mir hilft immer die Abwägung, ob ich etwas auch wirklich richtig gerne mag. Ich esse ja noch Schokolade und so. Aber nur, wenn ich es auch super lecker finde. Es muss mir die Kalorien auch wirklich wert sein, ansonsten sag ich mittlerweile halt nein. Kalorien, die nicht lecker sind brauch ich nicht.:p

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    2. Ich kann das nicht oft genug sagen: Iss einfach was enorm kalorienarmes. Gurken, Tomaten, sogar Erdbeeren. Hat auch noch den Vorteil, dass Du nach einem Kilo Cocktailtomaten (Σ190kcal) nicht mal mehr wirklich Hunger hast.

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  4. Billie

    Wie schafft Du es auf 3.000 kcal zu kommen? Ich muss für 180 kcal (Pulsuhr) eine Stunde am Crosstrainer schuften, bei einer vierstündigen Wanderung komme ich vielleicht auf 500kcal und ich bin grösser und schwerer als Du.

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    1. Wenn du größer und schwerer bist, musst du bei einer Stunde Crosstrainer ja wirklich extrem langsam und mit geringstem Widerstand arbeiten, also quasi weniger als Spaziertempo… ich rechne mit ca. 550 kcal pro Std und das ist eher etwas untertrieben (hoher Widerstand, gutesTempo)

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      1. BIllie

        Hallo Nadja,

        würde ich einfach vor mich hinbummeln, würde ich mich ja nicht so wundern.
        Ich bin 45J, 171cm, 80kg und trainiere bei ca. 130 Puls. Ich habe in den letzten 10 Wochen 10kg abgenommen und leider hat das auch meinen Grundumsatz so weit gesenkt, dass ich jetzt wirklich schon Schwierigkeiten habe, weiter in dem Tempo abzunehmen und halbwegs was zu essen, ohne ordentlich mit Sport nachzuhelfen. Bei den Werten, die ich erreiche ist das ganz schön frustrierend, deshalb interessiert mich die Frage wirklich.

        Darf ich fragen, bei welchem Puls Du trainierst?

        liebe Grüße
        Billie

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      2. Ich messe den Puls nicht, daher kann ich das leider nicht sagen. Soweit ich weiß ist der Puls aber recht irrelevant für den Energieverbrauch. Ein untrainierter Mensch ist ja z.B. sehr schnell sehr angestrengt, erzielt aber wesentlich weniger Leistung als ein Athlet. Rein physikalisch braucht es ja immer eine bestimmte Energie, x KG x Meter zu bewegen, egal ob der Puls dabei bei 90 oder 140 liegt.

        10 kg in 10 Wochen sind aber ja durchaus ein straffes Tempo und ein großes Defizit. Kommen die 1000 kcal Defizit pro Tag denn hin? Ich würde ansonsten darauf tippen, dass du beim Sport durchaus mehr verbrauchst, als du dir anrechnest. Die Werte die du angibst entsprechen ja eher einem langsamen Spaziergang.

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      3. Mona

        Ich hab mich auch gewundert, wie du auf 3000 verbrauch kommst. Du musst dich ja ständig bewegen oder, wenn du dich bewegst, dabei Vollgas geben.
        Wenn du wirklich jeden Tag zwei Stunden Crosstrainer mit so schwer und so schnell wie möglich machst, dann kommt das wahrscheinlich gut hin.

        Ich hab zu meinen 4 Stunden Sport pro Woche jetzt noch 3 Stunden Yoga und 1 Stunde Tanzen dazugenommen. Ich bin ja so enttäuscht von Yoga als Kalorienverbraucher, ansonsten tut es mir sehr gut. Ich besitze neuerdings eine fitbit Charge HR (Es hat mich hier bei Fettlogik jemand drauf gebracht.) und freu mich immer drauf, mich täglich zu wiegen und mein ganzes Essen abzuwiegen und einzutragen (das muss ich aber, weil ich noch abnehmen will und öfter viel zu wenig Protein futtere und dadurch mehr Hunger auf süß hab, dadurch mit der Kalorienaufnahme übers Ziel hinausschieße und mich dann ärgere) und dabei zu beobachten wie viele Schritte und Stockwerke ich gegangen bin und welchen Puls ich so habe. Najo, Yoga macht bei mir gerade mal durchschnittlich 2 kcal pro Minute, ist aber auch kein Power-Yoga, sondern ganz normales. Da verbrauche ich am Schreibtisch ja fast mehr. 🙂

        Am meisten Kalorienverbrauch habe ich, wenn ich etwas mit Gewichten mache und stark dabei schwitze oder Jogge. Beim Joggen (das kann ich am allerschlechtesten von den ganzen Sportsachen) verbrauche ich ca. 8 bis 9 kcal pro Minute, weil mein Puls da auch im Kardiobereich rumdümpelt, bei ca. 150 Schlägen/min. Im Fitnessstudio hat man mir mal gesagt, ich muss zum Aufwärmen auf dem Crosstrainer 10 Minuten lang 160 Schläge/min halten, aber so fit bin ich in Cardio nicht. Das muss ich noch lernen und vor allem überhaupt meien Ausdauer ausbauen, alles über 20 Minuten ist für mich schlimm, egal wie langsam ich Jogge, auch wenn ich langsamer als ne Schnecke versuche zu sein.

        Zum Rasieren: Ich war nie adipös, aber ich war lang skinnyfat. Es ist auf jeden Fall viel einfacher sich zu rasieren, wenn man gute Muskulatur hat, finde ich. Bei skinnyfat muss man ständig sich verrenken und die Haut irgendwie straffziehen, damit man sich nicht verletzt. Vielleichthast du zur Zeit einfach noch viel Haus und deswegen ist das schwieriger? Besonders Achseln find ich recht einfach, wenn man schlank ist und stark genug seinen Arm mal ne Weile gut nach oben hinten zu halten, dass die Rasierstelle einfach platt nach vorn kommt und keine Höhle mehr bildet.

        Mir gibt das Zählen auch Freiheiten mal mehr zu essen, wenn ich Lust hab, und es ist einfach ein schönes Hobby zu schauen, wie viel ich gegessen hab, wie viel ich mich bewegt habe, was ich denn genau wiege, ob es mehr oder weniger ist als z. B. vor einem Jahr, ob ich jetzt mehr Kraft habe oder weniger, ob ich beweglicher bin und irgendwas neues gelernt hab, das ich vorher nicht konnte.

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      4. TutziFrutzi

        Im Fitness-Studio nutze ich den Crosstrainer zum Aufwärmen, 10 Minuten, Stufe 170 von 200 (wenn ich Muskelkater habe, etwas weniger) – und das Gerät zeigt mir immer so um die 190 kcal an, wenn ich fertig bin. Serien gucken könnte ich dabei nicht.

        Gut, es ist nicht so, dass ich „alle drei Tage Crosstrainer“ in meinen Kalorienverbrauch einplane, trotzdem würde mich mal interessieren, wie zuverlässig diese Anzeigen eigentlich sind.

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      5. Mein Crosstrainer zeigt mir nach 60 Minuten 1000 kcal an – das ist definitiv viel zu viel 😀 550-600 scheinen etwa hinzukommen.
        Mittlerweile ist das aber vom Anstrengungsgrad so locker, wie früher ein super langsamer Spaziergang. Ich kann dabei reden, Serie schauen, manchmal sogar essen. Der einzige Unterschied ist, dass ich dabei extrem schwitze, was aber offenar ein Zeichen für gutes Trainiertsein (gute Wärmeregulierug) ist^^

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    2. Hotte

      Hallo Billie,

      auch wenn die Frage nicht an mich ging:

      Als ich im August letzten Jahres mit 135kg anfing, auf meinem Crosstrainer zu laufen, schaffte ich gerade mal 20 Minuten bei 120er Puls und das Gerät zeigte mir dafür ca. 300kcal Verbrauch an.
      Mittlerweile laufe ich 45min und auch meist um 140er Puls, was mir je nach bewältigter Strecke zwischen 500kcal und 550kcal einbringt. Heute (97,4kg) habe ich mich mit dem Fatburn-Programm begnügt, da zeigte es 470 kcal an.
      Darin enthalten ist natürlich der Grundumsatz für meine Größe, Gewicht und Alter (175cm, 35 Jahre), der heute bei 85kcal pro Stunde liegt. Den ziehe ich jeweils ab, wenn ich den Leistungsumsatz eintrage.

      Vielleicht zur Orientierung:
      Ich hätte heute etwa 90 Minuten in dem lockeren Tempo laufen müssen, um auf 3000kcal Verbrauch zu kommen. Mein Grundumsatz liegt nach der Harris-Benedict-Formel bereits bei 2038kcal.
      In der Zeit schafft man gerade mal zwei Folgen einer Serien zu schauen – ich brauche aber meine Ruhe, um mich auf meinen Körper zu konzentrieren. Mit ein Grund, warum Fitness-Studios nichts für mich sind.

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  5. Ich bin immer noch überrascht, wie viel Freiheit mir das Kalorienzählen gibt… früher habe ich nie so genau gewusst, wo die Grenze liegt, wie viel zu viel ist, was eigentlich „normal“ essen heißt… jetzt merke ich plötzlich, das ich zwar oft unterschätzt habe, bei anderen Sachen aber, die bei mir sofort die Fettlogik „Jetzt hast du eh schon versagt- da kannst du auch gleich richtig zuschlagen“ auslösten, immer total den Teufel an die Wand gemalt habe. Esse ich z.B. einen kleinen Schokoriegel, hätte ich mich früher wahnsinnig gemacht… oh Gott!!!! SCHOKOLADE!!! Na ja, jetzt kann ich es nicht mehr ändern, da kann ich auch gleich durchdrehen und die ganze Packung essen…
    Heute weiß ich: so’n oller Schokoriegel hat nur gut 100 Kalorien, und wenn ich echt mal totalen Janker habe, lasse ich die 100 beim Mittagessen weg. Für mich ist das die totale Freiheit, und ich habe überhaupt kein Problem damit, dann eben nicht die ganze Tüte zu essen, sondern wirklich nur den einen Riegel. Ich habe durch „Fettlogik überwinden“ überhaupt erst kapiert, wie „Gewicht halten“ geht, und habe nun endlich das Gefühl, die Kontrolle zu haben… und das fühlt sich soooo gut an!!!

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  6. nessii

    Ich persönlich merke es vor allem beim Sport, wie sehr sich alles geändert hat. Wenn ich ohne Probleme Hampelmänner machen kann oder bei Jump Squats (Kniebeuge, senkrecht hochspringen, wieder Kniebeuge, wieder springen) quasi spüre, wie hoch ich da „fliege“, das sind so richtig die Momente, in denen ich merke, dass da 50kg weg sind. Und ich kann mich jedesmal wieder darüber freuen, wie toll sich das anfühlt.
    Was das Essen betrifft (vor allem Süßes), stehe ich auch hin und wieder vor dem Regal und überlege „Ist mir das die Kalorien wert?“ und mal ist die Antwort eben ja und manchmal nein. Und wenn ich einen Tag mal drüber bin mit den Kalorien, kann ich ja am nächsten Tag weniger essen bzw. mehr Sport machen und gleiche das wieder aus. Es ist wesentlich entspannter, als ich es mir je vorgestellt hätte.

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    1. Ich hatte letztens auch eine interessante Erfahrung. Wir waren spazieren und ich bin mit meinem Sohn gerannt, volle Kanne, alles was geht. Dabei hatte ich zwei Erkenntnisse:
      – es geht wieder eine ganze Menge
      – ich war dabei kein Stück außer Atem
      Äußerst faszinierend.

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  7. Für die Leute, die ihren Kalorienverbrauch einschätzen bzw. wissen wollen, wäre es vielleicht mal eine Option, sich für eine Woche einen Sensewear auszuleihen und zu tragen (geht online, einfach „Sensewear mieten“ bei ’ner Suchmaschine eingeben).

    Es scheint mir, als würden einige ihren Verbrauch sehr unterschätzen.

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  8. Die Kolleginnen fragen immer wieder: „Wie hast du abgenommen?“ – und wenn ich dann auf Kalorienzählen und Sport hinweise, sind sie immer enttäuscht. Gerade der Sport schreckt viele ab, und ohne den wird es wahrscheinlich tatsächlich irgendwann freudlos, wenn man „nur noch“ mit 1600kcal auskommen muss. Allerdings finde ich die ganzen anderen positiven Effekte von Sport, auf die die verzichten, noch viel geiler als Abnehmen: Besserer Schlaf, weniger Rückenschmerzen, mehr Ausdauer, bessere Stimmung, besserer Kreislauf, weniger Knieschmerzen (wegen mehr unterstützender Muskelkraft), schönere Haut (bessere Durchblutung), bessere Haltung, … – und das alles mit nicht einmal einer Stunde Bewegung am Tag. ^^

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    1. Andererseits finde ich es momentan tatsächlich einfacher weniger zu essen als mehr Sport zu machen. Als großer muskulöser Mann mit 1500kcal auszukommen ist zwar nicht komplett trivial, besonders wenn da auch Süßigkeiten bei sein sollen, aber das einzige Opfer was ich dafür bringe ist im Wesentlichen daß ich nur abends was esse – dann aber ordentlich. Es ist erstaunlich, wie leicht es fällt den Tag über nur zu trinken wenn abends eine sehr große Portion mit Nachtisch in Aussicht steht.

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