Montagssammlung

Falls ihr denkt, ich kann mich einfach nicht entscheiden, an welchem Tag ich meine Linksammlung mache… stimmt. Aber mit der Verwirrung stehe ich nicht allein.

Im September bloggte ich noch darüber, dass mittlerweile 20 Minuten Sport pro Woche empfohlen werden, weil die 150 Minuten pro Woche als “unerreichbar für die meisten Menschen” bezeichnet werden. Die Washington Post berichtet nun über eine Studie die besagt, dass 30 Minuten täglich allerdings gar nicht das Optimum sind, sondern es Hinweise darauf gibt, dass doppelt so viel besser ist und dreimal so viel sogar noch besser.

Passend dazu ein extrem fettlogischer Artikel über eine adipöse Läuferin, die gefeiert wird weil sie jeden Tag fast 5km joggen geht. Bestes Fettlogikzitat: „Doch auch wenn sie ihren Körperbau mit einem BMI von 39.2 akzeptiert hat, dünner wäre sie manchmal trotzdem gerne. Sie glaubt anderen sehr dicken Menschen nicht, die etwas anderes sagen. Doch egal, wie viel Sport sie mache und wie sie sich ernähre, sie komme einfach nicht unter ihre 109 Kilogramm.“

Wer sich zum Sport motivieren will: Ich fand dieses 2-Minuten Video extrem motivierend. Und auch dieses 3,5-Minuten-Video, das etwas merkwürdig wirkt aber dann sehr schön ist. Ebenfalls motivierend, das Kunstprojekt „Changing Room“.

Interessant fand ich dieses Berechnungstool, bei dem man seine Daten eingeben und seen kann, wie sich das US-Durchschnittsgewicht in den letzten Jahrzehnten geändert hat. Wenn die Angaben stimmen, hat die durchschnittliche Frau meiner Größe (175cm) vor 30 Jahren etwa 70kg gewogen und wiegt jetzt etwa 83kg.

grafik

Und hier noch etwas Essenspsychologie: Munchies berichtet über das Ergebnis einer neuen Studie, die zeigt, dass Menschen die Gerichte von Foodbloggern auch nach deren Erscheinungsbild beurteilen. Ist der Foodblogger schlank, werden die Rezepte als gesünder eingeschätzt, als wenn der Foodblogger übergewichtig ist.

Vor ein paar Tagen hat mir darüber hinaus jemand eine Essensdoku geschickt, in der zu Beginn ein Experiment vorgestellt wurde. Probanden sollten vermeintlich an einer Studie zum Einfluss von Süßigkeitenkonsum beim Fernsehen teilnehmen. Tatsächlich wurde aber geprüft, wie sie auf das Essverhalten der anderen Person im Raum reagierten, die entweder eine sehr große oder eine Miniportion Süßigkeiten aß. Ergebnis: Wenn die andere Person schlank war, fungierte sie als Vorbild und die Versuchspersonen aßen entweder ebenfalls eine große oder ebenfalls eine Miniportion. War die andere Person dagegen dick, grenzten sich die Versuchspersonen ab und aßen gegenteilig. Wenn die dicke Person eine große Portion aß, aßen die Versuchspersonen wenig, und umgekehrt.

Und zum Abschluss noch was richtig derbes. Wir leben tatsächlich in einer Zeit, in der Menschen an Hunger sterben, während anderswo Geräte entwickelt werden, die den Mageninhalt direkt nach dem Essen abpumpen und in die Toilette entleeren:

25 Gedanken zu “Montagssammlung

  1. Letzteres wird in der Hunger-Games Trilogie von Suzanne Collins (Auf Deutsch „Tribute von Panem“, in den Filmen kommt es verständlicherweise nicht so durch) auch angerissen, dort nehmen die Bewohner der dekadenten Hauptstadt Brechmittel nach dem Essen ein, um einen zusätzlichen Gang zu sich nehmen zu können, während ‚drumherum die Lebensmittel rationiert werden.

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  2. Ich hab kürzlich was Interessantes dazu gelesen, warum Leute heute durchschnittlich dicker sind als etwa vor 30 Jahren: Es ist wohl tatsächlich so, dass man heute weniger essen darf UND mehr Kalorien verbrauchen muss als früher, um ein gewisses Gewicht zu halten. http://www.theatlantic.com/health/archive/2015/09/why-it-was-easier-to-be-skinny-in-the-1980s/407974/
    Die Theorie ist, dass das zum einen an den Chemikalien, denen wir heute dauerhaft ausgesetzt sind, liegt, und die den Hormonstoffwechsel negativ beeinflussen, zum anderen an der höheren Nutzung von verschreibungspflichtigen Medikamenten und daran, dass unsere Darmflora (vermutlich durch höheren Fleischkonsum und die Nutzung von künstlichen Süßungsmitteln) sich negativ verändert hat (Mehr Firmicutes = Deutlich einfachere Gewichtszunahme http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=52187).

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  3. Frank

    Die Magenauspump-Sache ist schon garstig, aber wenigstens ehrlich. Die Aussage:“Ich will viel fressen und nicht zunehmen“. Das wollen andere auch nicht und treiben vor oder nach den Fressorgien exzessiv Sport, den sie nicht wegen des Spaßes am Sport, sondern der Kalorienverbrennung veranstalten. Ist die gleiche Schiene.

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      1. Frank

        „Ich verstehe nicht, wo das Problem ist Sport wegen der Figur zu machen.“

        Von Problemen habe ich nichts geschrieben. Nur verglichen. Außerdem hast du meine Aussage so weit herunter gebrochen, dass der Sinn entstellt wird.

        “ In DE werden 50% der LEbensmittel weggeworfen.“

        Das finde ich schlimm. Das Auspumpen oder Abtrainieren von Essensmassen ist zwar genaugenommen das Gleiche, befriedigt aber zumindest Bedürfnisse.

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      2. TutziFrutzi

        @käse: Ich finde die Doku jetzt nicht mehr, hieß irgendwie „produzieren für die Tonne“ oder so.

        Die ganzen Vertrags-Bäcker, die bei großen Supermärkten vornedran sind, sind zum Beispiel dazu verpflichtet, bis soundsoviel Uhr ihre GESAMTE Produktpalette anzubieten. Die haben mehr als 60% Ausschuss. Das wird mitunter als Heizmaterial verwendet.

        Die Bauern können sehr viel Zeug nicht an den Einzelhandel verkaufen. Das wird zwar nicht weggeworfen, aber landet in der Saftproduktion und im Tierfutter. Und dann das Mindesthaltbarkeitsdatum – die meisten schauen nicht darauf, ob sie das bis dann-und-dann verbrauchen werden, die nehmen sich das neueste, weil’s ja das Frischeste ist.

        Und schau mal in die Fleischertheke – wieviele ganze Hähnchen siehst Du? Wie viele Filets? Wie viele Innereien gibt es noch zu kaufen?

        Gut … 50% entsorgt halte ich für übertrieben. Aber es landet nicht mehr beim Verbraucher, sondern werweißwo. Oder wird exportiert. Google mal nach „Hähnchenreste auf Reisen“ – Da wird einem ganz anders …

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      3. käse

        @TutziFrutzi:

        Ich kann mir vorstellen dass es durchaus viel ist, aber 50% klingt für mich etwas übertrieben.

        Bei den Bäckern kann ich mir das noch vorstellen.
        Allerdings würde ich behaupten, dass Lebensmittel die in der Saft- oder Tierfutterproduktion verwendet werden nicht weggeworfen werden.

        Eher vermute ich, dass die Industrie versucht alles mögliche verwertbar zu machen, da werden zum Beispiel selbst Fischreste zu Fischölkapseln verarbeitet.

        Den größten Ausschuss werden wohl die direkten Anbieter wie Bäckereien oder Supermärkte haben.

        Wenn jemand behaupten würde, es wären 10 oder 20 %, dann wär das schon viel. Das hätte ich nicht in Frage gestellt. Aber 50% kann ich mir einfach nicht vorstellen. Das klingt für mich zu reißerisch um wahr zu sein.

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      4. TutziFrutzi

        @käse: Ja, sind wir einer Meinung. Die ganzen Dokus habe ich nur mal so in den Raum gestellt. 50% Ausschuss kann nicht sein, die ganzen Läden wären längst mehr als Pleite. Ich wollte nur drauf hinweisen, dass tatsächlich ziemlich viel Essen versackt.

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      5. käse

        Hm… eine kurze Recherche ergab: grob 20% werfen die Endverbraucher weg.

        (laut handelsblatt oder spiegel).

        Oh, jetzt hab ich doch noch den Artikel gefunden, auf den sich die Aussage vermutlich beziehen könnte:
        http://www.sueddeutsche.de/panorama/studie-zur-lebensmittelindustrie-die-haelfte-aller-nahrungsmittel-landet-im-muell-1.1569461

        Ich glaube damit ist aber eher der weltweite Verlust gemeint. Im Text steht was von 30-50%. Und geschrieben wird fast nur über den Endverbraucher, nicht über die Produktionswege.

        Aber wie es aussieht scheinen Kantinen mehr wegzuwerfen als Supermärkte. (Laut dem Link über die Studie von 2012).

        Hm…mir ist das noch alles zu schwammig.

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  4. Mona

    Wie kommt man auf die Idee immer und viel essen zu wollen?
    Ich mag es nicht, wenn ich Heißhungerattacken habe. Wenn ich aber was sehr leckeres habe (z.B Torte, dann will ich auch viel davon essen, weil es so lecker ist), aber wenn ich das mache, dann brauch ich ja kein anderes Essen noch zusätzlich, weil ich doch satt bin, und kann die Tage vorher oder danach einfach ein bisschen weniger Essen, falls ich überhaupt über meinen Verbrauch gekommen bin mit der Torte. Bewegung mag ich ja so oder so, weil ich mich besonders durch anstrengenden Sport toller fühle, also die Stimmung steigt genauso als hätte ich ein Stück leckeres Irgendwas mir „gegönnt“. Der Unterschied ist, dass der Sport sich auch auf die bessere Stimmung der nächsten Tage auswirkt, weil ich allgemein fitter und beweglicher bin, und nicht nur für paar Stunden. Wenn ich so ein Magenauspump-Ding hätte, wären die überflüssigen leckeren Dinge ja überhaupt nichts Tolles mehr und mir würde es ja die ganze Zeit schlecht gehen, mit so einem Magendings kann man bestimmt auch nicht so anstrengenden Sport machen, weil es irgendwie einreißen kann oder so. Außerdem würde ich arm dabei werden, wenn ich Geld für Essen ausgebe, was mein Körper nicht mal nutzen kann, weil es direkt im WC landet.

    Der erste Artikel ist seltsam. Zuerst reden die vom Sport (2 h pro Tag) und dann aber vom Gehen (2,5 h pro Woche), da liegen doch Welten zwischen. Hab ich etwas missverstanden? Was meinen die mit „600 minutes exercice a week“? Einfach nur aufstehen und ein paar Schritte gehen oder wirklich an seine Grenzen gehen und z.B. eine Stunde lang anstrengende Zumba-Choreographien mit ganzem Körpereinsatz durchtanzen und -springen? (Je nachdem, was für einen selbst als anstrengend gilt.)

    Ich würde nie auf die Idee kommen, das Essen danach zu beurteilen, wie der Mensch (Foodblogger) aussieht, der mir das anbietet, zeigt oder es zubereitet hat. Ich glaub das wohl, dass die Studie das herausbekomme hat. Ich bin mir nur ziemlich sicher, dass ich nicht so ticke.

    Das Experiment im Leschs Kosmos ist lustig anzusehen. Für mich wirkliche das in den Bilder nicht immer so als würden die Versuchspersonen wirklich so unterschiedlich viel Süßes nehmen. Wenn die „dicke Frau“ viel nimmt nehmen die anderen eine halbe Schüssel voll und wenn die „dicke Frau“ wenig nimmt, nehmen die Leute auch eine halbe Schüssel, oder nicht? Bei der „dünnen Frau“ würde mich interessieren, ob die Leute wirklich auch die vollen Schüsseln leer gegessen haben oder insgesamt genauso viel gefuttert haben, wie die Leute mit wenig in der Schüssel.
    Ich stelle mir das wieder mit mir vor. Ich wär wahrscheinlich trotzig und würde bei der „dünnen Frau“ das Gegenteil machen (oder einfach so viel nehmen, wie ich es für mich richtig halte) und bei der dicken Frau würde ich eher mitmachen, weil ich sie nicht verletzen will.

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  5. Shark

    He, so ein Gerät zum Abpumpen ist bestimmt teuer. Ich werde darum die Marktlücke füllen und Vomier-Federn anbieten. Uralte, erprobte Retro-Methode aus der Antike. (Mit Biosiegel auf den Federn, dass die von Bio-Gänsen sind, um das Gewissen der Verbraucher zu beruhigen.) Und die Farbe ist frei wählbar.

    Na, ist das nichts?

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  6. TutziFrutzi

    Das zweite Video … „… you will have less and less time to enjoy the change.“ <- BÄMM! Na, wenn DAS nicht mal ein Killer-Argument ist, dann weiß ich auch nicht.

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