Frieren & Abnehmen

Vor einigen Tagen wurde die Frage nach dem Frieren hier im Blog diskutiert. Ausgelöst von dem Blogartikel, den meine Erstkorrektorin schrieb und in dem sie über körperliche Veränderungen nach den über 30kg Gewichtsverlust berichtet. Auf der positivenSeite stehen hormonelle Verbesserungen in Form eines regelmäßigeren Zyklus und Verbesserungen des Haarausfalls. Auf der negativen Seite: Frieren.

Einige Kommentatoren berichteten, dass sie vermutlich dank niedrigerem Blutdruck, mittlerweile ebenfalls schneller frieren (und bei Bewegung schneller warm werden).

Meine Erfahrungen sind da gemischt. Autoimmunerkrankungen kommen meist im großen Paket, und wer eine hat, hat oft mehrere. Da ich mir schon Vtiligo und Hashimoto gegriffen habe, darf auch eine dritte nicht fehlen (die im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen steht): Das Raynaud Syndrom. „Typisch für das Raynaud-Syndrom: Plötzlich eisige, verfärbte Finger bei Kälte oder Stress. Die schmerzhaften Gefäßkrämpfe können auch bei Autoimmunkrankheiten auftreten

Genialerweise habe ich es geschafft, eine der wenigen Erkrankungen aufzugreifen, die mit eher geringem Gewicht ebenfalls schlechter werden können. Ich hatte zwar schon früher solche Anfälle, aber in letzter Zeit hat es sich eher verstärkt, und ich merke schneller bei Stress oder Kälte, wie die Finger und Zehen weiß und eiskalt werden.

Auf der anderen Seite bin ich generell dafür wesentlich weniger kälteempfindlich geworden. Während ich früher diejenige war, die es kuschelig warm hochheizen wollte und im dicken Pullover mit Decke herumsaß, während mein Mann noch im Shirt unterwegs war, ist das jetzt genau umgekehrt und mein Mann ist derjenige, der sich beklagt, dass es kalt im Haus sei. Wenn ich draußen unterweg bin, bin ich meist eher luftiger angezogen als die übrigen Leute.

Erklärung: Ich habe deutlich Muskeln aufgebaut. „Frauen frieren schneller, weil sie weniger Muskelmasse haben, die Energie umsetzt und dabei Wärme verliert. Nur 25 Prozent ihrer Körpermasse sind Muskeln.Bei Männern hingegen sind es um die 40 Prozent. Selbst im Ruhezustand ist der männliche Organismus aktiver als der weibliche. Frauen haben dagegen im Durchschnitt einen Körperfettanteil von 25 Prozent. Bei Männern macht das Fett dagegen nur 15 Prozent der Körpermasse aus. Auch wenn man gemeinhin meint: „Fett isoliert doch“, greift das Argument bei Menschen nicht: Beim Menschen funktioniert diese Fettdämmung nur bedingt.“

Frieren beim Abnehmen lässt sich also mit Muskelaufbau begegnen – und natürlich damit, genug Nährstoffe aufzunehmen, so dass das Frieren nicht durch irgendwelche Mängel ausgelöst wird.

Diese Muskel-Geschichte habe ich übrigens auch in einer anderen Sache gemerkt: Als ich mich mit 20 kurzzeitig auf Skinnyfat-Status heruntergefastet hatte, tat mir beim Sitzen auf hartem Untergrund oder beim Radfahren immer direkt der Hintern weh. Ich dachte damals, das sei eben so, wenn das „Polster“ fehlt. Was mir nicht klar war: So ein Muskelpolster ist sogar noch deutlich bequemer als ein Fettpolster. Es geht wohl, wie in vielen Fällen, eher um Qualität als um Quantität.

Ich schätze einfach mal ganz grob und sage, dass 5kg Muskeln in Sachen Behaglichkeit locker 50kg Fett wettmachen. Eure Erfahrungen?

Edit: Beim erneuten Lesen des Beitrags kam mir eben die Idee, dass die Verschlechterung des Raynaud Syndroms auch damit zusammenhängen könnte, dass ich jetzt öfter in wesetlich kühlerer Umgebung und nicht mehr andauernd dick eingemummelt bin. Hände und Füße profitieren ja nun eher weniger vom Muskelaufbau des restlichen Körpers.

19 Gedanken zu “Frieren & Abnehmen

  1. maSu

    Ich fror mit 105kg nicht.
    Ich friere mit 89kg nicht.

    Egal mit welchem Gewicht: 10-15℃ und ich trage noch ein T-Shirt. Ich habe immer sehr kalte Füße (so manche Dame wollte sich ihre Füße an meinen erwärmen und war schockiert…), aber empfinde das nicht als kalt oder störend.

    Ich bin und war gegenüber Kälte schon immer sehr unempfindlich. Anders bei Wärme: da ich schnell und viel schwitze, habe ich bei Temperaturen jenseits der 30℃ nichts zu lachen. Gartenarbeit erledige ich ab 20℃ in kurzer Hose und mit nacktem Oberkörper. Ab 25℃ in Badehose.

    Das alles liegt wohl auch daran, dass ich schon immer über sehr viel Muskelmasse verfügte … Und an der Veranlagung:

    Mein Vater schwitzt schnell und viel und hatte Schilddrüsenüberfunktion. Meine Schwester schwitzt so extrem, das sie sich schon Schweißdrüsen operativ entfernen ließ und sie hatte auch eine Überfunktion der Schilddrüse. Und ich habe (noch) normale Werte bei der Schilddrüse, bin aber eindeutig der Sohn meines Vaters … *Logik*

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  2. Mona

    Ich find es doof, dass ich mehr Hunger hab, seit dem es draußen bisschen kühler geworden ist. Ich glaub irgendwie nicht, dass der Hunger nur daran liegt, dass ich 3 BMI-Punkte weg hab, von 26 auf 23. Erst vor paar Wochen habe ich mich so gefreut, dass meine Abnahme immer schneller geht und jetzt geht sie furchtbar langsam, weil ich einfach wirklich Hunger habe.

    Was mich richtig nervt: Meine Nase ist in letzter Zeit sehr kalt, außer ich hab gerade Sport gemacht. Ich brauche Nasenmuskulatur. 😉
    Kalte Finger und Zehen stören mich nicht so sehr, die kann ich bewegen bis sie warm werden.

    Ja, Muskelpolster sind viel besser als Fettpolster. Das merk ich besonders beim Sportübungen auf dem Boden, wo ich nur eine dünne Yoga-Matte hinlege. Ohne Muskelpolster bekommt man bei anstrengenden Sachen, wo man sich auf ein Knie oder die Hüfte abstützen soll blaue Flecken (Knochen bohren sich ins lasche Fett) und mit Muskeln ist das alles viel stabiler und irgendwie weicher, weil es nicht labberig ist, sondern wirklich gegenhält gegen die Knochen.

    Nadja, du kannst dir ja deine luftige Jacke anziehen, aber dazu Wollsocken und Handschuhe, dann sind alle Körperregionen passend kältegeschützt. 🙂

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    1. Mona

      Noch was: Die Stellen, wo dicke Fettschichten sind, wie meine Oberschenkel, sind von außen oft kalt, wenn man sie anfasst, aber „von innen“ empfinde ich das nicht als kalt. Mir hat eine Physiotherapeutin gesagt, dass es trotzdem sehr schlecht ist, wenn die Haut kalt ist, wenn man sie anfasst, weil es dann irgendwie sehr schwer ist die Muskeln zu entkrampfen / enthärten oder Faszienverklebungen (oder wie das heißt) wegzubekommen. Sie meinte zu mir, ich soll immer drauf achten, dass die Haut sich warm anfühlt, besonders am unteren Rücken und Nacken und alles was sich sonst schnell verspannt.

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  3. LemacY

    Mir fällt auf, dass ich während der Gewichtsverlustphase (103 -> 85 kg) deutlich an Kälteempfindlichkeit zugelegt habe. Definitiv habe ich Fett abgebaut und etwas Muskelmasse aufgebaut. Eigentlich war ich immer immun gegen Kälte (außer dass ich nahezu permanent kalte Füße und Hände habe), aber dieses Jahr war es das erste mal, dass ich beim schlafen tatsächlich einen langbeinigen Schlafanzug benötigte.

    Also, Fett verloren, Kälteempfindlichkeit zugenommen. Mal schauen, was der weitere Muskelaufbau mit sich bringt.

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  4. yannaba

    Mir ist dauernd zu warm. Die Abnahme ändert da gar nichts dran – mir ist aber kürzlich beim Vergleich mit anderen Frauen meiner Größe auch aufgefallen, dass ich offenbar unter meinem Fett doch eine Menge Muskeln habe – ich mache aber auch schon seit Jahren moderates Krafttraining. Mit dem vielen Sport momentan ist es noch krasser – gestern Nacht um halb fünf zufällig aufgewacht und die Gelegenheit genutzt nach draußen zu rennen, um mir den Blutmond anzusehen – bei 2 Grad im Nachthemd und Barfuß. Hat mir gar nichts gemacht. Sah übrigens toll aus.

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    1. Deine Aussage “ mir ist aber kürzlich beim Vergleich mit anderen Frauen meiner Größe auch aufgefallen, dass ich offenbar unter meinem Fett doch eine Menge Muskeln habe“ bringt mich erneut zu einer Frage, die ich mir schon lange stelle: Gibt es eigentlich irgendwo eine Aufstellung, wie viel eine Frau meines Alters an Gewicht heben können sollte? Denn ich suche irgendwie ein Ziel, auf das ich gerne hintrainieren will.
      Bei Leichtathletik kann man sich ein bißchen am Sportabzeichen orientieren. Aber wie ist das beim Kraftsport?

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  5. Shark

    Ich habe schon immer einen niedrigen Blutdruck gehabt, Hashimoto auch. Ich habe also häufig gefroren, und habe vor allem viel mit kalten Händen und Füßen zu tun.

    Mein BMI ist jetzt 4 Punkte niedriger als vor meiner Abnahme, und ich bin erstaunt, dass ich kälteunempfindlicher geworden bin: Kann auch nur dem Sport und Muskelaufbau zuzuschreiben sein.
    Wenn ich jetzt eiskalte Hände bekomme, ist das eher ein Zeichen von: „Oh, du hast seit 8 Stunden nichts mehr gegessen, solltest du vielleicht mal wieder tun.“
    Und danach wird mir auch tatsächlich wieder warm.

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  6. ichichich

    „Frauen haben dagegen im Durchschnitt einen Körperfettanteil von 25 Prozent. Bei Männern macht das Fett dagegen nur 15 Prozent der Körpermasse aus.“

    Hä? Ich dachte, die Mehrzahl der Erwachsenen ist inzwischen übergewichtig? Oder verwechselt 3sat den „durchschnittlichen“ mit dem „normalen“ Körperfettanteil?

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  7. ichichich

    Keine Ahnung, ob ich jetzt weniger friere als vorher. Ich bemerke den Effekt, dass ich weniger „Behaglichkeit“ nötig habe. Zum rasieren und Zähneputzen stehe ich jetzt mit nacktem Oberkörper vor dem Badezimmerspiegel statt wie vorher mit T-Shirt. Ich friere dabei immer noch, aber fühle mich dabei ein bisschen wie ein Spartaner, weil ich mein neues Sixpack bewundern kann. Also ein psychologischer Effekt, dass ich das leichte Frieren sogar angenehm finde.

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  8. Closer Than Yesterday

    Ich habe bei mir beobachtet, dass ich weniger friere, allerdings liegt das bei mir eindeutig am Sport. Den netten Nebeneffekt habe ich nämlich, seitdem ich angefangen habe viel mehr Sport zu treiben als vorher und noch bevor ich den KFA um einige Prozent senken konnte.

    Manchmal bin ich etwas empfindlich, wenn ich die ganze Zeit sitzen muss. Wenn es die Zeit erlaubt, gehe ich dann mittags einfach eine Runde zügig spazieren und merke im Anschluss sofort, dass mir wieder warm ist. Ein Wohnungsputz ist ebenfalls sehr hilfreich 😀

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    1. Mona

      So ist das bei mir auch, nur dass ich seit Jahren immer mehrere Stunden pro Woche Sport mache und nicht mehr weiß, wie das ohne wäre. Ich mache nur keinen Sport wenn ich krank bin und es nicht darf und da geht es mir ja sowieso schlecht.

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      1. Closer Than Yesterday

        Abgesehen vom Kälteempfinden wirkt sich Sport ja auch auf das Immunsystem aus. Im Nachhinein betrachtet war es ein großer Fehler, einige Zeit lang nur so unregelmäßig Sport zu treiben. Denn in dieser Zeit war ich häufiger und länger erkältet als sonst. Man sollte sich die Zeit für den Sport immer nehmen, auch oder gerade wenn man meint es sei zu stressig. Eine halbe Stunde für etwas Bodyweight-Training zu Hause sind ja doch immer irgendwie drin. Unterm Strich lebt man damit deutlich gesünder und entspannter 😀

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      2. Mona

        Krankheiten bekommen man so oder so von Viren und Bakterien. Ich kenn das so, dass nach dem Sport das Immunsystem für einige Stunden geschwächt ist. Insgesamt stärkt es bestimmt das Immunsystem durch das ganze Durchbluten und die sportlichen Belastungen.

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  9. bcg

    Hallo! Zum einen habe ich gestern dein Ebook gekauft, bin begeistert, und empfehle es allen Leuten inklusive meinen Ernährungscoaching-KlientInnen.
    Dann bin ich hier auf Raynaud gestoßen – nach 35 kg Gewichtsabnahme hat sich Raynaud bei mir ebenfalls verschlechtert.

    Diesen Winter hatte ich bisher gar kein Raynaud. Ich habe diese Jahr nur zwei größere Änderungen vorgenommen:
    a) Einnahme von Orthomol Femin (viele B-Vitamine; eigentlich eingenommen, weil ich sehr schlecht nach Sport regeneriert habe, wurde ebenfalls viel besser) und
    b) lasse ich seit November Milchprodukte ziemlich weg, nachdem ich jahrelang fürs Protein besonders viel gegessen habe. Die Idee mit den Milchproteinen kam aus einem Test mit dem Food Detective Set und ist es mir zumindest den Versuch wert.

    Welches davon wieviel beigetragen hat, kann ich dadurch nicht sagen, aber vielleicht probierst du das mit den Vitaminen mal.

    Nochmal zu deinem Buch – habe trotz erfolgreichen Abnehmens bei 77 kg auf 168 cm angehalten, weil so gar nichts mehr ging, und hatte dann das Gefühl, mein Körper hat da einen Setpoint 😉 Danke fürs Aufrütteln und neu Motivieren!

    Liebe Grüße, Birgit

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    1. Danke! Der Verzicht auf Milchprodukte wäre hart, aber falls das was bringen würde, wäre es das wert, genau wie die Vitamine. Ich werde die Vitamine versuchen und evtl. auch in den Sauren Apfel mit den Milchprodukten beissen, und hoffen, dass es was bringt 🙂

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  10. Hallo!
    Ich habe seit meiner Teenagerzeit das Raynaud Syndrom. Meine Großtante hatte es ebenfalls, evtl. hatten es auch andere Familienmitglieder, was mir aber nicht bekannt ist.
    Ich war und bin immer im BMI-Bereich „Normalgewicht“ , darin allerdings mit Schwankungen nach oben und unten, zudem zwar nicht sehr sportlich, aber auch nicht unsportlich (wöchentliches Tanztraining, tägliche Spaziergänge, gelegentliche Wanderungen, regelmäßiges leichtes Krafttraining mit d. eigenen Körpergewicht).
    Dennoch habe ich nie eine Verbesserung des Raynaud Syndroms erlebt. Bei Kälte erwischt es Finger und/ oder Zehen.
    Meines Wissens ist eine Verbesserung/ Heilung des primären Raynaud Syndroms auch gar nicht möglich.
    Viele Grüße,
    Julia

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