Realistische Bilder.

Gerade las ich, dass jemand sich beklagte, dass Artikel über Adipositas immer mit schwer morbid adipösen Menschen mit BMI 45+ illustriert sind. Das hatte ich ja auch schon häufiger kritisiert, weil es ein unrealistisches Bild von Adipositas zeichnet und vielen Menschen gar nicht bewusst ist, wie „adipös“ tatsächlich aussieht, nämlich meist wesentlich weniger dick als die Leute denken. Soweit war ich also innerlich voll am nicken.

Der Satz endete dann allerdings mit: „Ein Foto das tatsächlich Adipositas repräsentiert wäre von jemandem wie Will Smith oder Tom Cruise“ … o.O … Was?

Der adipöse Will Smith (188cm, 88kg)

will

Der adipöse Tom Cruise (170cm, 67kg)

cruise

In Fettlogik hatte ich darüber hinaus drei Männer mit BMI unter 25 abgebildet, die sehr muskulös sind, und an denen man gut erkennen kann, wie viel (mehr) Masse notwendig ist um aufgrund der Muskeln in den übergewichtigen oder gar adipösen Bereich vorzustoßen.

Zeit, nochmal das Bild von normalgewichtigen Männern zu posten:

mann

Und weils so schön ist, hier auch noch die Frauen (Alle Daten basieren auf Selbstauskünften der Teilnehmer von mybodygallery)

normal

13 Gedanken zu “Realistische Bilder.

  1. freak

    Ist nicht ein großes Problem die massive Divergenz zwischen Selbstaussage bezüglich Körpergewicht und Realität? Just saying. Ansonsten ist das ein Punkt den du ja in Fettlogik auch sehr plausibel thematisierst: Die Gewöhnung an „Dicke“, so dass man unter „sehr Dicke“ eben die krasseb Fälle versteht. Ich habe das mit meinem Mann öfter besprochen, wenn ich ihm deutlich Üg zeigte meinte er anfangs nur: „Ja, aber das siehst du doch überall…?“ Diese optische Gewöhnung finde ich heftig.

    Und dann möchte ich noch etwas anmerken, OT, ich habe mehrfach erlebt, dass wenn Patienten mit massivstem ÜG in eine Klinik wegen Depressionen/Burnout kamen, das Gewicht null thematisiert wurde. Ok vielleicht wurde eine ernährungsberatung ANGEBOTEN, aber diese Menschen saßen im Speisesaal, begannen ihren Tag mit Kakao und zwei Brötchen dick mit Käse und Nutella und niemand störte sich daran. Kam umgekehrt jemand in die Klinik, der aufgrund der Depression oder ADHS a Gewicht verloren hatte und im UG war, wurde er sofort verpflichtet im Laufe der Therapie an Gewicht zuzunehmen, musste sein essen streng protokollieren und falls die Zunahme misslang, wurde man ggfs entlassen. Ich verstehe das nicht….??

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    1. Mona

      Ja, ich kenn das auch so, dass Leute mit Übergewicht in einer Klinik, wenn sie mit ihrem Gewicht nicht zufrieden sind, einmal die Woche auf die Waage dürfen, aber die Leute mit wenig Gewicht bekommen jeden Tag Zusatznahrung usw., obwohl man in der Kantine auf jeden Fall nicht zu wenig zu Essen bekommt. Besonders das Frühstück mit Brötchen und Marmelade und süßen Getränken.

      Wie kommen die Leute drauf, dass Will Smith adipös ist? Vielleicht hatte er irgendwann mal so viel Übergewicht? Normalerweise ist er doch recht schlank in seinen Filmen.

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    2. TutziFrutzi

      Das verstehe ich auch nicht. Menschen, die sich darüber beklagen, dass sie nichts auf die Reihe kriegen, Schwierigkeiten haben, den Müll raus zu tragen, neues Katzenstreu einzukaufen etc. – bei denen wurde gar nicht erst thematisiert, dass die bei jedem Killefitz schon aus der Puste geraten und ne halbe Stunde nur noch am Schnaufen sind.

      Fitness und Depression – das hängt doch alles miteinander zusammen. Ich hatte das Glück, dass ich normalgewichtig gewesen bin und meine leichte Erschöpfbarkeit in erster Linie mit einem absurd hohen Blutdruck zusammenhing. Bedingt durch reine Anspannung. Eingecheckt mit 190 zu über 120, nach vier Tagen stabil bei ca. 120 zu etwas über 70. Keine Blutdrucksenker, nur „Tapetenwechsel“ und sehr niedrig dosierte Neuroleptika, die danach auch sofort abgesetzt wurden.

      Aber WEHE, jemand war „zu dünn“ – Jeden Tag wiegen, es wurde drauf geachtet, wie viel gegessen wurde … schon etwas schräg.

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      1. Mona

        Bewegung kam in der Klinik, die ich kenn, automatisch, weil man immer zu irgendwelchen Sportarten, Bewegungstherapien, Sporttherapien und bei kleinen Krisen (starke Unruhe und sowas) spazieren geschickt wurde. Schon allein zum Bett musste ich extrem viele Stufen steigen (altes Haus kein Fahrstuhl viele Etagen) und das Gelände war nicht klein. Immer wenn man Essen wollte oder zu einer der ganzen Therapien, dann musste man erstmal durch die Gegend stapfen und bekam frische Luft. Ich hab aber davon nicht abgenommen, obwohl mir das gekochte Essen nicht schmeckte und ich dann wirklich nur morgens das süße Brötchen, mittags paar Happen+Nachtisch und abends Rohkost und Süßigkeiten gegessen habe, weil ich die ganze Zeit Hunger hatte. Außerdem hatten wir eine Küche und manchmal durften selbst backen oder kochen und das wurde nie kalorienarm. 😉 Naja, dann kamen wir auch noch auf die Idee, dass man sich Pizza liefern lassen kann, wenn es einem den ganzen Tag gar nicht geschmeckt hat. Es hat sich aber alles gut ausgeglichen für mich. Hatte am Ende auf Gramm genau das gleiche Gewicht, wie am Anfang. In der Freizeit bin ich einige Mal in die Nachbarstadt gegangen oder in eine größere Nachbarstadt mit dem Bus gefahren und bin da rumgelaufen bis mir langweilig wurde. Wenn ich Besuch bekam, sind wir auch viel und weit spazieren gegangen.

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  2. hibiscus68

    Verstehe ich auch nicht. Denken die Ärzte vielleicht, dass die Depressionen durch eine Unterversorgung an Nährstoffen zustande kommt? Selbst dann hätte man alle Patienten diesbezüglich anschauen müssen. Man kann sich easy mit ungesundem Zeug dick futtern.
    Oder möchte man nicht als unsensibel gelten, indem man man das Gewicht nicht thematisiert? Liest man ja auch ständig in Abnehmforen, dass die Menschen es hassen, auf ihr Gewicht angesprochen zu werden. Ist ja nachvollziehbar, wenn es sich um die Nachbarin handelt, aber doch nicht mehr, wenn es um einen Arzt geht? Wie oft habe ich gelesen „ich gehe wegen meinem [beliebiges Leiden einsetzen, das durch Übergewicht ausgelöst oder verschlimmert wird] nicht mehr zum Arzt, der sagt eh nur, ich solle abnehmen.“ Ja, weil du mit weniger Gewicht wahrscheinlich das Problem nicht hättest, schonmal drüber nachgedacht?!!

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  3. Auriel87

    Danke, jetzt habe ich auch endlich verstanden was Skinnyfat bedeutet. Sport ist eben doch wichtig! Erschreckend, dass es auch Männer im unteren BMI Bereich treffen kann, siehe der Herr mit 19,5 BMI und Bauchansatz.

    Ich merke aber,dass je mehr ich mich mit meinem eigenen Körper, Sport und Ernährung beschäftige, desto selbstkritischer werde ich. Irgendwie keine so tolle Entwicklung…

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  4. TutziFrutzi

    Der BMI berechnet sich eben nur aus Gewicht, Größe und Alter. Dass es da derartige Abweichungen geben kann, wundert mich nicht. Aber schön, da mal „Vergleichsbilder“ zu haben.

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  5. Mona

    Ich hab gerade das gefunden:

    Das würde ich auch gern können, werde es aber wohl nie, weil ich nicht die Nerven dazu hab, sowas durchzustehen und meinen Körper in diese Extreme zu bringen. Außerdem sagen doch alle, dass Frauen nicht so viel Muskulatur bekommen können, dann denk ich mal, kann ich auch nicht so stark werden auch wenn ich die Nerven hätte das Training durchzuziehen, was dafür nötig ist.

    Ich finde es faszinierend, dass er nicht nur dicke Muskeln und Kraft hat, sondern auch Schnelligkeit und Beweglichkeit. Ich trau ihm auch zu, dass er ordentlich Ausdauer hat. Also kann er vermutlich alles gut, worauf man sich trainieren kann, denk ich.

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