Samstagssammlung

Zeit für den Samstäglichen Mix.

Beginnen wir mit ein paar Statistiken zur Adipositas. Generell wird in Deutschland davon ausgegangen, dass etwa eine von vier Personen adipös ist. Allerdings bezieht sich das auf den BMI, und wie bereits ausführlich in „Fettlogik“ dargestellt, hat dieser durchaus seine Schwächen. Eine deutsche Studie von Hauner et al (2008) untersuchte das Vorkommen von Adipositas laut BMI und Taillenumfang und kam zu einem drastischen Ergebnis: Während laut BMI „nur“ etwa ein Viertel der Deutschen adipös war, klassifizierte der hohe Bauchumfang etwa 40% als adipös.

Immerhin ein wachsender Markt für „Bad Fatty“-Verdienstabzeichen für deren Herstellung erfolgreich gesammelt wurde (die Spenden sind noch offen, das Ziel ist bereits erfüllt, aber ihr könnt noch spenden). So kann sich der geneigte Käufer in Zukunft mit Ehrenabzeichen wie „Broke chair, don’t care“ oder „Side eye survivor“ rüsten.

Mit seinem Gewicht von etwa 350kg trollen wollte Jesse Shand, der sich in einem Bodybuilderforum anmeldete um die dortigen User zu ärgern. Doch anstelle der erwarteten Reaktion entwickelte sich der Thread in eine Richtung, die ihn überraschte, denn die User ermutigten ihn, etwas zu ändern und überzeugten ihn, dass es nicht zu spät für ihn sei. Er verlor daraufhin eine enorme Menge Gewicht.

Bodybuilding und Muskeln sind nach wie vor ein vorwiegend männlicher Bereich, und Frauen, die sich in diese sJxPa3gRichtung bewegen, erleben oft Kritik. Sogar ich, die ich keineswegs extrem muskulös bin oder auf ansatzweise professionellem Niveau Muskelaufbau betreibe, erhielt schon Kommentare, dass ich „zu muskulös“ und „unweiblich“ sei. Andererseits erhielt ich schon am selben Tag Kommentare, dass ich „mager aussehe“ und „immernoch zu dick“ sei, daher finde ich, das Bild rechts trifft es ganz gut. Irgendwer nörgelt immer. In der Cosmopolitan setzten weibliche Athleten dem allerdings etwas entgegen, indem sie über ihre Geschichte sprachen und Bilder von sich zeien, in denen sie muskulös und stark beim Sport gezeigt werden, und im Kontrast dazu Bilder, in denen sie zurechtgemacht im Kleid abgelichtet wurden. Ein anderer Artikel, in der Metro, zeigt eine fitte Frau, die darstellt, was für ein Unterschied ein schmeichelhafter Winkel und die Körperhaltung machen. Überraschung: Auch fitte Menschen haben ein Bäuchlein, wenn sie entspannt sitzen. Maria Kang, die vor einiger Zeit als „Fatshamerin“ durch die Medien ging, weil sie sich mit ihren drei Kleinkindern ablichten ließ und fragte „What’s your excuse?“ hatte bereits ein ähnliches Bild gepostet, in dem sie nicht perfekt abgelichtet ist, um zu zeigen, dass es nicht um perfektes Aussehen geht sondern darum, etwas für die Fitness zu tun.

Ein recht populäres Fitnessprogramm ist zur Zeit offenbar das „Programm 21“, zu dem die Fettlogik-Leserin und Bloggerin CloserThanYesterday ihre 2(1) Cent schreibt und dabei auch besonders auf die Cheat Days eingeht.

Wenn ihr Artikel über Fettlogiken schreibt, die sich für die Samstagssammlung eignen, schreibt mir gerne eine Mail, denn nicht immer stoße ich von selbst darauf, und zur besseren Vernetzung untereinander ist die Sammlung oder das Blogstöckchen ganz praktisch.

25 Gedanken zu “Samstagssammlung

  1. Die Jesse Shand Geschichte ist vielleicht nur ein Einzelfall, aber trotzdem lässt es mich fragen ob Dickenfeindlichkeit nicht größtenteils allein auf der Erwartunghaltung danach beruht. Vielleicht auch mit einer großen Menge an Projektion. Man verurteilt sich selbst und geht davon aus, dass andere es ebenfalls tun. Hinzu kommen dann noch viele Menschen die, wenn sie einen verletzten wollen eben den Hebel wählen der am effektivsten erscheint den aber sonst das Gewicht egal wäre und schon sieht man ein gesellschaftliches Problem wo eigentlich keines ist (von den paar Arschlöchern die es halt zu jedem Thema gibt mal abgesehen).

    Persönlich habe ich wirkliche negative Kommentare zu meinen Gewicht meistens nur von Leuten gehört, die mich aus anderen Gründen nicht leiden konnten und dies auch eigentlich nur während meiner Schulzeit. Selbst da nicht in dem Ausmaß welches man vielleicht erwarten würde. Danach hingegen kaum bis gar nicht.

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  2. „Mit seinem Gewicht von etwa 350kg trollen wollte Jesse Shand, der sich in einem Bodybuilderforum anmeldete um die dortigen User zu ärgern. Doch anstelle der erwarteten Reaktion entwickelte sich der Thread in eine Richtung, die ihn überraschte, denn die User ermutigten ihn, etwas zu ändern und überzeugten ihn, dass es nicht zu spät für ihn sei. Er verlor daraufhin eine enorme Menge Gewicht.“
    Er sammelt gerade, um sich die überschüssige haut zu entfernen: https://www.gofundme.com/wetty/

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  3. Christine

    Ich finde es ziemlich erbärmlich das in unserer Gesellschaft unsere weiblichen Körper oft zum Gegenstand öffentlicher Kritik werden. Zu dünn, zu dick, zu muskulös … habe ich auch schon alles gehört!
    Dabei ist es keineswegs so das diese Kritik nur von Männern käme. Die Kritik von Männern ist nur anders und meist vor allem auf die eigenen Präferenzen bezogen – oder sogar auf Rollenmodelle.
    Dabei war ein besonderes Ärgernis für mich vor allem das, was von anderen Frauen kam. Beispiel:
    Zitat Mama: „Frau mit Muskeln.“
    Meine Antwort: „starke Frau! Und du?“

    Oder eine Frau mit der Figur einer Weihnachtsbaumkugel:
    „Du solltest unbedingt etwas zunehmen!“

    Zitat Ärzte: Lasse redn!

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  4. Egal wie eine Frau aussieht, es gibt immer einen untervögelten Assi, der rumnölt, wie hässlich sie sei. Selbst bei Models, Schauspielerinnen, Sängerinnen.
    Nichts gegen persönliche Präferenzen, aber dieses zwanghafte Mitteilungsbedürfnis von Männern, mit denen die betreffende Frau eh nie ficken würde, ist einfach nur pubertär.

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    1. Wo Du vollkommen Recht hast. Was Du eventuell vergisst, dass es für jeden „untervögelten Assi, der rumnölt, wie hässlich sie sei“, auch (mehr als) einen gibt, der seinen Schwanz lieber in diese Frau stecken würde als in einen Toaster, einen Staubsauger oder eine Rolle Klebeband.

      Ich nenne das „Niveau“. Und mir ist klar, dass es Menschen mit mehr oder weniger Niveau gibt. Ich habe aber kein Problem damit, dass Leute ihr (auch nur angebliches) Niveau kommunizieren. Wo kommt Dein Problem mit den „untervögelten Assis“ her? Sicher nicht von dem Bild, das _kein_ (heterosexueller) Mann (ernst gemeint) gemacht hat. Findest Du es ganz besonders toll, attraktiver zu sein als ein Toaster? Staubsauger? Klebeband?

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      1. „Was Du eventuell vergisst, dass es für jeden “untervögelten Assi, der rumnölt, wie hässlich sie sei”, auch (mehr als) einen gibt, der seinen Schwanz lieber in diese Frau stecken würde als in einen Toaster, einen Staubsauger oder eine Rolle Klebeband.“

        Das vergesse ich durchaus nicht. Was du offensichtlich übersiehst ist, dass die untervögelten Assis, die rumnölen, wie hässlich so eine Frau sei, meist genau die sind, die ihren Schwanz gerne in diese Frau stecken würden. Aber sie dürfen nicht und das macht sie so wütend und dann fangen sie an, alle möglichen Frauen zu beleidigen. Womit dann mein Problem mit ihnen anfängt, denn eigentlich hätte ich gerne Mitleid mit ihnen, aber das geht eben schlecht, wenn sie sich so pubertär aufführen.

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      2. Die wollen aber gar nicht Dein Mitleid. Die wollen, wie erwähnt, ihren Schwanz in Dich reinstecken.

        Nachdem Du da (verständlicherweise) keinen Bock zu hast, haben sie nichts anderes zu tun, als völlig beliebige Frauen auf einer Skala von „Rolle Klebeband“ bis „Mila Kunis“ einzuordnen. Was ist denn daran beleidigend? Es kann doch kein Mann was dafür, dass zB Kristen Stewart mehr die erotische Ausstrahlung einer Klorolle hat als einer echten Frau?

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      3. Oh, ich hasse Kristen Stewart. Ich finde, man kann ruhig sagen, dass die „die erotische Ausstrahlung einer Klorolle“ hat (ich finde dagegen eher, sie wirkt so unsympathisch wie ein Backstein, den man quer durchs Gesicht gezogen kriegt – sollte die Frau jemals in ihrem Leben gelacht haben, hat sich dieses Wunder offensichtlich nie wiederholt). Man darf natürlich auch sagen, dass sie eine grottenschlechte Schauspielerin ist, die genau einen Gesichtsausdruck im Repertoire hat.
        Aber wer ernsthaft behauptet, die Frau sei HÄSSLICH, begibt sich auf das erwähnte pubertäre Niveau eines untervögelten Assis, denn es stimmt einfach nicht. Die Frau ist eine Schönheit (gerade deshalb ist es ja so tragisch, dass sie eine so unsympathische Art hat). Leider passiert sowas ständig, und das ist dann halt einfach nur eine tumbe Beleidigung, die die offensichtlich einzige Qualität angreift, die der Sprecher Frauen zubilligt: ihr Aussehen.
        Umso peinlicher, wenn es, wie in Kristen Stewarts Fall, dann einfach nicht stimmt.

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      4. Meine Frau meint, Du möchtest mir erklären, dass niemand wirklich häßlich ist. Das mag auf einer emotionalen Ebene relevant sein, die mir egal ist, aber gut, nennen wir es unattraktiv. Und man kann über Geschmäcker natürlich streiten, aber ich finde die null „schön“. Wie ich auch britische Crackhuren nicht schön finde, und das wäre die einzige Rolle, die ich mit Kristen Steward besetzen würde. Meine Putzfrau sieht besser aus als Kristen Steward (ok, das ist unfair, die kommt aus Bulgarien). Jede Spielerin der schwedischen Frauen-Fußballnationalmannschaft sieht besser aus: https://goo.gl/SVO7hX.

        Und im Gegensatz zu Schauspielern ist Attraktivität beim Fußball kein Auswahlkriterium.

        Du findest es jetzt sicher irgendwie falsch, dass ich offensichtlich schwedischen Frauenfußballerinnen nur eine Qualität zugestehe: Ihr Aussehen. Das stimmt aber nicht. Die anderen Qualitäten sind mir nur völlig egal.

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      5. Oh, du redest mit deiner Frau über mich ❤

        Nein, ich will nicht sagen, dass niemand wirklich hässlich ist, aber du kannst nicht ernsthaft behaupten, Kristen Stewart sei es. Das ist lächerlich. Ich finde die Frau auch scheiße, aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

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      1. maSu

        Ja wenn du das sagst, dann muss es wohl stimmen. Puh. Merke: niemals jemanden hässlich finden und dies ggf. in Gegenwart von Robin aussprechen, denn dann ist man „Assi“ und „untervögelt“.

        Wie gut, das nur bei Robin die Sozialisierung erfolgreich war …

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  5. Closer Than Yesterday

    Coole Aktion mit den Sport- & Kleider-Bildern. Ich persönlich finde das 2. und 4. Kleid schon sehr kontrastreich und mädchenhaft für so sportliche Frauen, was aber nur mein Geschmack ist. Vielleicht war der Kontrast ja bewusst so gewählt. Bei den anderen Bildern sieht man umso mehr, wie gut sich so eine Figur selbst in diesen schicken Kleidern macht 😀

    Es wäre schön, wenn es für jeden Körpertyp mehr Akzeptanz gäbe, in dem Sinne, dass man die Leute einfach leben lässt. Gesundheitliche Aspekte stehen auf dem anderen Blatt und die objektiven Fakten auszusprechen ist wichtig – aber wieso nimmt sich die Gesellschaft das Recht, die Personen subjektiv schlecht zu machen und zu kritisieren, wo eigentlich alles im grünen Bereich ist?

    ***

    Vielen Dank fürs Verlinken 🙂

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  6. Pingback: Samstagssammlung : Bodybuilding

  7. Ich habe mich heute mit einem Trainerkollegen darüber unterhalten, ob es eigentlich eine Marktlücke wäre Frauen ein vernünftiges Fitnessstudio anzubieten. Hantel, Crossfit, Kampfsportbereich. Mit Trainern und Trainerinnen, die ihr Handwerk verstehen, wo Frauen sich richtig auspowern können, ohne solche blöden Sprüche zu ernten und wo sie unter sich sind. Wir hatten den Eindruck, dass viele Frauen sich einfach nicht in den Hantelbereich trauen.

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  8. > hatte bereits ein ähnliches Bild gepostet

    Der Link funktioniert bei mir nicht:

    Access denied
    What happened?
    The owner of this website (kickerdaily.com) does not allow hotlinking to that resource (/wp-content/uploads/2015/04/maria-kang-regular1-300×210.png).

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