Untergewicht-Fettlogik

Ich frage ja öfter mal in die Runde, ob es auch Leser mit Untergewicht gibt, die Fettlogik für sich zum Zunehmen oder aus Interesse genutzt haben. Vor kurzem kam eine Mail, die ich ganz spannend fand, und bei der ich direkt gefragt habe, ob ich sie auszugsweise zitieren darf.

Als „Naturdünne“ gefiel mir die Vorstellung, dass ich für mein Gewicht nichts kann. Seit ich denken kann, wurde mir gesagt, ich sei zu dünn und müsse mehr essen. Als ich zum ersten Mal meinen BMI ausgerechnet habe, kam ein Wert mit 17 heraus. Ich weiß leider nicht mehr, wie alt ich war, aber es muss vor meinem 16. Geburtstag gewesen sein. Allerdings habe ich ärztliche Aufzeichnungen, in denen mir im Alter von 5 Jahren ein dem Alter angemessenes Gewicht und eine angemessene Größe bescheinigt wird.

Kurzer Einwurf an der Stelle: Für Jugendliche gelten andere BMI-Richtlinien als für Erwachsene:

bmi17

Der grüne Strich ist „irgendwas mit 17“ und „vor dem 16. Geburtstag“ und liegt damit noch im Normalgewicht. Die Schreiberin war also zum damaligen Zeitpunkt nicht untergewichtig.

Naja, aber irgendwie muss ich dann doch untergewichtig geworden sein und mein Gewicht wurde zu einem immer größeren Thema. Es gab peinliche „Mäst-Versuche“ von meiner Großmutter, an deren Ende ich mich vor den Augen aller auf eine Waage stellen musste. Ein Arzt vermutete eine seltene Krankheit bei mir, deren Namen ich vergessen habe, die aber mit einer Lebenserwartung von nur 30 Jahren einherging. Mitschüler unterstellten mir Magersucht. Mitschüler attestierten mir „einen guten Stoffwechsel“. Eine Ärztin riet mir dazu, mal öfter einen Joghurt zu essen (in einer Phase, in der ich geradezu süchtig nach Fruchtjoghurts war). Irgendwann kamen auch ein paar Komplimente „Ich wäre auch so gerne so dünn wie du!“ oder „Ich beneide dich, du kannst alles essen, was du willst!“. Und das tat ich dann auch. Es war mein einziger Trost, wenn ich Sätze wie „Echte Frauen haben Kurven“ hörte oder laß. Ich war zwar dünn, häßlich, unsexy und unweiblich, aber immerhin konnte ich ohne schlechtes Gewissen (und manchmal auch mit Schadenfreude) vor den Augen der anderen eine ganze Tafel Schokolade essen. Meine Freunde bestätigten mir, dass ich normal bis viel esse. Mein Gewicht konnte also nicht an mir liegen.
Vor ein paar Jahren stieß ich dann auf Fatacceptanz- und Bodyacceptanz-Blogs. Gerade die Körperakzeptanz gefiel mir und machte mir Hoffnung. Mein Körper sollte auch endlich so wie er ist akzeptiert werden. Aber mich beschlich immer mehr das Gefühl, dass das nicht der Fall war. In vielen Texten, die angeblich Körperakzeptanz zum Thema hatten, fand ich meinen Körpertyp nicht wirklich wieder, und wenn doch, dann nur in einem Nebensatz („Ach übrigens, es gibt auch dünne Menschen, die bitte auch nicht ärgern, auch wenn die es wegen ihrer dünnen Privilegien besser haben als wir Dicken.“). Auch der Gedanke, dass Essen und Gewicht so gar nichts miteinander zu tun haben sollen, kam mir komisch vor. Aber intuitives und genußvolles Essen ohne Diätprodukte fand ich gut. Denn ich dachte, dass der viele Zwang von außen, mehr zu essen, mir das Essen verleidet hätte.

In dieser Zeit stieß ich dann auch auf deinen Blog und meine Einstellung wandelte sich radikal. Den heimlichen Verdacht, dass ich so dünn bin, weil ich vielleicht doch zu wenig esse, hatte ich schon länger. Und im Nachhinein fallen mir viele Gründe für mein geringeres Gewicht ein:
 
– Als Kind/Teenager habe ich sehr langsam gegessen. Wenn alle anderen schon längst fertig sind mit essen und einen erwartungsvoll anschauen, wann man denn fertig ist, dann sagt man irgendwann, man wäre schon satt, obwohl man noch Hunger hat. Inzwischen esse ich nicht mehr so langsam, aber bei trockenen Lebensmitteln wie Brot ist es noch sehr langsam.
 
– Als Kind/Teenager mochte ich viele Sachen nicht. Wenn man damit beschäftigt ist, jedes Fettstückchen vom Schnitzel abzuschneiden und nebenbei noch die Auberginenstücke aussortiert, isst man wieder langsamer und außerdem landen etliche Kalorien auf dem Tellerrand statt im Magen. Dieser Aspekt hat sich inzwischen auch gebessert, ich probiere jetzt mehr Lebensmittel aus bzw. wenn ich selbst koche, ersetze ich natürlich gleich die Aubergine durch Zucchini.
 
– Essen hat für mich einen anderen Stellenwert. Essen ist das, was man machen muss. Essen ist die Gelegenheit, mit anderen zusammen zu sein. Wenn ich alleine bin, mache ich neben dem Essen immer noch was anderes. Manchmal schiebe ich das Essen auf, weil mir andere Dinge, z.B. ein spannendes Buch, wichtiger sind.
 
– Für Essen muss man aktiv werden. Man muss sich aufraffen und was kochen, man muss einkaufen gehen. Frische Lebensmittel kann man auch nicht auf Vorrat kaufen. Dieser Aspekt war als Kind/Teenager natürlich kein Thema. Aber seit ich selbst für mein Essen sorgen muss, ist dieser Punkt natürlich ein Problem, vor allem in depressiven Phasen mit Antriebslosigkeit.
 
– Stress, Sorgen und Ängste verderben mir sofort den Appetit. Angst verursacht bei mir Übelkeit und ich bekomme nichts oder nur kaum etwas runter. Ich hatte schon einen BMI von ca. 18-19, als eine sehr stressige Phase kam und ich immer wieder Mahlzeiten ausfallen ließ oder wegen Übelkeit abbrach. Da sank ich wieder ins Untergewicht.

Inzwischen habe ich die verlorenen Kilos wieder drauf. Ich bin 172 cm groß, wiege ca. 58 Kilo und habe einen BMI von ca. 19,6. Für meine Mitmenschen bin ich immer noch zu dünn. Mein Gewicht schätzen viele auf 50 kg, meinen BMI schätzen viele auf 17. Da habe ich seit Jahren endlich Normalgewicht und was passiert? Das leichte Übergewicht ist zum Durchschnitt geworden und ich bin immer noch die Dünne! 😦 Und Skinnyfat. :-((( In diesem Kapitel deines Buches habe ich mich wieder erkannt. Sehr schmale Gelenke, weite Taille, etc., das trifft alles zu. 
Aber ich tue endlich was. Nach ein paar erfolglosen Versuchen mit Kraftübungen zu Hause gehe ich jetzt seit fast zwei Monaten 2-3 mal die Woche ins Fitnessstudio und mache Krafttraining. Der Auslöser dafür bzw. eine weitere Erleuchtung war die Aussage von Werner Kieser, Krafttraining sei wie Zähneputzen. Zähneputzen macht kein Spaß, aber bevor ich es ausfallen lasse, muss schon einiges passieren. Seit ich meine Einstellung geändert habe und Krafttraining als unbedingt notwendig erachte und als eine Pflege, die mein Körper einfach verdient hat, weil er wertvoll ist, fällt mir das regelmäßige Training viel leichter! Und es zeichnen sich erste Erfolge ab: Meine Haltung ist besser geworden! Und eine aufrechte Haltung macht einen gleich ein Stückchen schöner! 😉 Ich versuche nun auch, mehr Bewegung in den Alltag einzubauen, nehme die Treppen rauf statt den Aufzug.

Ich hoffe, ich kann ein bisschen von dem Wissen aus deinem Buch bei meinen Mitmenschen einfließen lassen. Meine ersten Versuche endeten nicht sehr gut. Wenn das Gespräch mal wieder auf „Du hast ja so ein Glück mit deinem Stoffwechsel!“ kam, kamen meine Gesprächspartner schnell dahinter, dass meine Aussage „Ich bin nicht so dünn, weil ich Glück mit meinem Stoffwechsel habe, sondern weil ich nicht über meinem Bedarf esse.“ im Umkehrschluss bedeutet „Ihr seid so dick, weil ihr über euren Bedarf esst.“. Dementsprechend sauer und eingeschnappt waren dann die Leute.

Ich fand die E-Mail ziemlich spannend, für mich als „Naturdicke“ war besonders die Auflistung interessant, wie jemand eher ins zu-wenig-essen fällt und aufpassen muss, nicht zu dünn zu werden. Der letzte Teil hat mich etwas zum Schmunzeln gebracht. An der Stelle sei jedoch gesagt, dass ich es wirklich gut finde, wenn gerade schlanke Menschen die „Du hast so einen guten Stoffwechsel“-Aussagen nicht stehen lassen, bzw. bestätigen. Für mich persönlich war das eine der ärgsten Fettlogiken, die mir auch ständig von irgendwelchen Leuten bestätigt wurde, die mir voller Ernst erzählten, dass sie definitiv mehr essen als ich und trotzdem nur ein Drittel von mir wiegen. Im ersten Moment ist das zwar irgendwie tröstend zu hören, weil man das Gefühl hat, die Person hat Verständnis und denkt nicht schlecht von einem, aber insgesamt fand ich die Vorstellung, dass da draußen Leute sind, die „einfach so“ viel mehr essen können als ich und trotzdem wie Supermodels aussehen, total unfair. Die klare Physik dahinter, ist mir da wesentlich angenehmer, denn natürlich gibt es Leute, die viel mehr essen können als ich mit 150kg – das sind riesige, muskulöse Männer und Menschen, die sehr aktiv sind und Sport treiben. Dass es keinen „Superstoffwechsel“ gibt, der dafür sorgt, dass eine Frau die so groß ist wie ich bei dem gleichen Lebensstil „einfach so“ die Hälfte von mir wiegt, hat mich durchaus sehr entlastet.

Wie man die „Du hast so ein Glück mit deinem Stoffwechsel“-Aussagen elegant widerlegt, ohne so wie ich, darauf verweisen zu können, dass manschon mal 150kg wog und diverse Stoffwechselerkrankungen hat, ist dann vielleicht wieder die andere Frage^^

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13 Gedanken zu “Untergewicht-Fettlogik

  1. Als ebenfalls „Naturdünne“ finde ich mich in einigem davon wieder. Z.B. die Tatsache, dass mein Appetit sofort flöten geht, wenn es stressig ist, wenn mir etwas Angst macht oder sonstwie „auf den Magen schlägt“.
    Ich erinnere mich, als ich in einer Phase, in der es mir gar nicht gut ging, etliche Kilo abnahm und mich selbst nicht mehr wohlfühlte, weil mir die Hosen um die Beine schlackerten. Ich kaufte „Ersatznahrung“ in der Apotheke, um mich mit Kalorien zu versorgen und wieder auf mein altes Gewicht zu kommen.
    Wann immer jemand fragte, was das sei und ich es ihm erklärte, kam der Kommentar: Na, deine Probleme möchte ich haben!
    Danke auch! Wenn du glaubst, psychische Probleme seien so super, darfst du sie natürlich gerne haben.

    Allerdings will ich auch gar nicht unbedingt bestreiten, dass mein Stoffwechsel vielleicht auch gut ist – ich nehme langsam zu, aber schnell ab. (naja, ob das jetzt „gut“ ist?)
    Allerdings wird bei mir viel frisch gekocht. Es gibt viel Obst, Gemüse, Salat und solche Sachen. Die muss ich mir nicht reinquälen, die schmecken mir einfach.
    Ich könnte niemals eine ganze Tafel Schokolade essen, mehr als eine Rippe auf einmal ist nicht drin. Mehr will ich gar nicht. Genauso wie ich eigentlich noch nie eine ganze Packung Chips auf einmal verdrückt hätte. Meist liegt die zweite Hälfte dann noch ne Weile irgendwo rum.
    Alles in allem esse ich wohl öfter als andere, aber in Summe nicht so viel, sondern mehrere kleine Portionen.

    Interessant fand ich damals deinen Artikel über „zappelige Naturdünne“, der 100% auf mich zutraf. Bis ich das Haus verlasse, renne ich 10 Mal die Treppen rauf und runter, weil ich irgendwas suche oder vergessen habe. Ich bin ständig am Wippen, Wackeln und Zappeln und hin und her rennen. Da verbrenne ich wahrscheinlich auch gut 😉

    Tja, am Krafttraining muss ich noch arbeiten :-/ 😦

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    1. ach ja und das mit dem sehr langsam essen kenne ich auch. Früher musste ich mir immer den Spott gefallen lassen „Wie man isst, so arbeitet man“ (also ists offenbar toll, alles reinzuschlingen und dann schnell und hudrig zu arbeiten). Ich hab irgendwann angefangen zu erwidern: Ja, langsam und gründlich

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  2. Closer Than Yesterday

    „Da habe ich seit Jahren endlich Normalgewicht und was passiert? Das leichte Übergewicht ist zum Durchschnitt geworden und ich bin immer noch die Dünne!“

    Eine solche Diskussion hatte ich vor Kurzem auch. Ich war zwar nie unter- oder übergewichtig, habe aber an Gewicht zunächst etwas zugelegt gehabt und dies in den letzten Monaten wieder gesenkt. Daher ist die Situation zwar etwas anders, aber die Diskussionen sind oft die Gleichen, vor allem bei leicht übergewichtigen Gesprächspartnern. Da hört man dann auch ständig, dass man ja schon dünn genug sei und nicht abnehmen müsse und das typische „wo willst du denn abnehmen / wo willst du denn zugenommen haben“. Na wo schon… wenn man sich ein paar Monate lang zu viel FastFood und Chips reingezogen hat und 5 Kilo zugelegt hat, werden das wohl keine Muskeln gewesen sein und gesund geht anders…

    Nun habe ich einen BMI von knapp unter 20 und mir meinte ein übergewichtiger Mensch erklären zu müssen, ich sei deutlich zu dünn und würde sportlich ja wohl gar nichts schaffen. Er sei mit seinem BMI von knapp unter 30 deutlich besser aufgestellt und könnte auch ein paar Kilometer am Stück zu Fuß gehen. Das sei auch guter Sport für ihn, weil er dabei schön schwitze und weil es anstrenge. – Ähm sorry, wenn man normales Gehen auf recht gerader Fläche, noch dazu Teer (also kein ‚anstrengender‘ Waldbogen bergauf) als gutes Sportprogramm bezeichnet und davon total fertig ist, dann soll das gut sein? Der BMI bei diesem Bekannten kommt auch nicht durch Muskeln zustande, sondern durch einen deutlichen Bierbauch. Ich hingegen gehe regelmäßig ins Fitnessstudio, wo ich sehr gezielte Kraftübungen mache und mich danach noch 30 Minuten auf den Cross-Walker stelle o.ä. – als ich ihm gesagt habe, welche Gewichte ich an bekannten Geräten (Beinpresse und Co) nutze, wollte er mir gar nicht erst glauben, weil meine Beine ja schlank seien.

    Nur weil diese Leute Übergewicht ganz toll und normal finden, erzählen sie einem dann so einen Blödsinn. Von Skinny Fat verstehen sie dann erst recht nichts. Mir ist der KFA inzwischen wichtiger als der BMI und die angepeilten 20 % habe ich noch nicht erreicht. Dass man dann auch als schlanke Person durchaus noch einiges an Verbesserungspotenzial hat, was nicht nur optische sondern auch gesundheitliche Gründe hat, versteht so jemand nicht. Nein, alles egal, leichtes Übergewicht macht einen viel stärker und gesünder. Komisch, dass sich das Krafttraining positiv auf meine Gesundheit ausgewirkt hat und man damit recht gut gegen die Volkskrankheiten ankämpfen kann. Zufall?

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    1. Mona

      “Da habe ich seit Jahren endlich Normalgewicht und was passiert? Das leichte Übergewicht ist zum Durchschnitt geworden und ich bin immer noch die Dünne!”

      Das nervt mich auch, wenn Dünnere deswegen angemeckert werden. Ich bin nicht so dünn, dass jemand meckert, hab nen dicken Hintern. Ich kenne das alles sehr gut, weil ich eine untergewichtige Schwester habe, die auch noch skinnyfat ist, weil sie sich nicht bewegen mag. Dann kommen Leute und wollen sie mit Essen vollstopfen.
      Ich find bei 1,72 m 58 kg super. Skinnyfat ist dann nicht so toll, aber es verstehen viele Menschen echt nicht. Die würden einem empfehlen zuzunehmen durch mehr Essen. Die denken, wenn man zu seinem höheren Körperfettanteil noch mehr Körperfett zunimmt, wird man irgendwie gesünder. Paradox. Sie denken nicht so weit, dass Menschen durch Muskeln stabil werden (in Bewegungen und Gelenken usw.) und nicht durch noch mehr überschüssiges Fett, das einem nur noch mehr Belastungsstellen mit Schmerz erzeugt.

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  3. Gerade wegen diesem:“ du bist zu dünn du muss mehr essen und bla“ habe ich zugenommen, da ich natürlich über meinem Bedarf gegessen habe. Lustigerweise wurde mir dann nachgesagt, mein Stoffwechsel hätte sich nur mit der Pubertät geändert und nicht die Menge meiner Nahrung…

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  4. tentor

    „Junge, du musst doch mal was essen“ war so ungefähr mein ganzes Leben. In meiner Familie sind viele übergewichtig. Im Vergleich ist mir aufgefallen dass ich zwar auch viel essen kann, aber danach viel länger satt bin. Außerdem stört mich Hunger einfach nicht. Als ich im Studium alleine gewohnt habe hab ich oft abends um 9 gemerkt dass ich seit dem Mittag nichts gegessen habe, aber dann hat es noch mindestens eine Stunde gedauert bis ich mich aufraffen konnte mal was zu holen.

    Dann hab ich geheiratet und in den letzten 3 Jahren tatsächlich 5 Kilo zugenommen (regelmäßige Mahlzeiten und viel sitzen zahlt sich aus). Jetzt wiege ich 67 kg bei 178cm und habe einen WHR von 0,91. Neues Ziel: mehr Gewicht durch Sport, nicht durch Essen.

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    1. BarbieBerlin

      Ich hab da mal gelesen, weiß aber gerade nicht, wo:
      Singles halten ihr Gewicht, Verpartnerte legen im Jahr ein Pfund zu (kommt bei mir hin😠) und Verheiratete ein Kilo im Jahr. Hauptsächlich wohl wegen der mangelnden Notwendigkeit, auf dem Markt einen adäquaten Partner finden zu müssen.

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  5. Das kommt mir aus der Außenperspektive alles sehr bekannt vor! Ich hatte auch immer Freundinnen, die sehr dünn waren. Eine hat immer besonders betont, wie viel sie mal wieder gefressen hat, aber es hat Jahre gedauert, bis mir klar wurde, dass ich das nie wirklich GESEHEN habe!
    WENN wir dann aber mal zusammen gegessen haben (Pizza bzw. Nudeln bestellt), war ich jedesmal völlig pikiert, dass sie ihre Portion fast nie ganz aufgegessen hat. Das ist etwas, was für mich überhaupt nicht in Frage kommt: Nudeln beim Lieferdienst bestellen und sie nicht ganz aufessen. Sie hat sich dann einen Teil „für später“ aufgehoben, während ich meine Schale ratzfatz leer gefressen hatte und davon dann zwar schon satt war, aber durchaus das Gefühl hatte, noch mehr essen zu können. Das gleiche bei Tüten Chips, Toffifee etc. Was ich anfange, esse ich auch zuende, weshalb meine immer wieder stattfindenden Versuche, etwas aufwendigere Gerichte für mehr als einen Tag zu kochen, jedes Mal scheiterten. Am Schluss habe ich nie zwei schön große Portionen für heute und morgen, sondern stopfe alles an ersten Tag in mich rein, auch wenn ich davon Bauchweh kriege. Meinen Appetit für den nächsten Tag beeinflusst das jedoch in keinster Weise!

    Jedenfalls, diese spezielle Freundin bestreitet allerdings vehement, dass sie weniger isst als ich. Für sie sind ihre Nahrungsmengen riesig. Sie habe halt einen superschnellen Stoffwechsel. Dass sie außerdem skinnyfat ist, davon zeugt die fehlende Körperspannung.

    Mich würde echt interessieren, warum das so ist: Warum essen manche Menschen so langsam und wenig etc., während andere Leute schlingen und nie wirklich satt sind? Grade, wenn das Umfeld es anders vorlebt, kann das ja eigentlich nicht Erziehung sein…

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    1. Mona

      Ich weiß nicht, wieso mache weniger essen und denken das sei viel.
      Über meine Schwester erzählt man, dass sie im Kindergarten immer kleinere Portionen haben wollte, aber ich weiß nicht woher das kam. Ob sie sich bei irgendwelchen Verwandten abgeschaut hat, dass sie wegen Diäten oder so immer kleinere Portionen haben wollten als andere oder ob sie wirklich einfach wusste, dass die normalen Portionen in sie nicht hinein passen oder sie dann ewig beim Essen sitzen bleiben muss.

      Ich kenn ein paar sehr dünne Menschen, die sich immer beschweren, dass sie ja nicht zunehmen können, weil die bei jedem Problem den Hunger verlieren. Ich hab aber noch nie von jemandem gehört der behauptet hat, dass es ja sooo viel isst und deswegen nicht zunimmt. (Deswegen hab ich das wohl noch nie geglaubt, wenn jemand über solche Phänomene erzählte.) Die Leute die ich kenn, essen entweder kleine Portionen oder sie essen riesige Portionen dafür aber sehr unregelmäßig. Mal zwei Mal am Tag, mal vergessen sie das Essen ganz und essen vorm Schlafengehen noch schnell was. Ich kenn einen, der nichts vom beidem ist, der mag einfach manche Lebensmittel und Süßes so gar nicht. Wenn er nun jeden Tag eine Scheibe Brot mit Wurst oder Käse, mittags Fleisch mit paar Kartoffeln und abends vielleicht ein Spiegelei isst, ist er glücklich. Kein Wunder, dass er nie zunimmt. Außerdem ist er Raucher und läuft deswegen total oft raus aus dem Haus.

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      1. Frank

        @ ilona
        meine Antwort wäre (leider noch konjunktiv 🙂 ):
        „Ja, ich habe echt Glück, dass der liebe Gott beschlossen hat, dass die Gesetze der Thermodynamik für mich nicht gelten.“

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      2. @Frank: Ja, wenn man das mal alles kapiert hat 😉 Inzwischen sage ich auch: Wenn ich essen würde, was andere so essen und mich weniger bewegen würde, säh ich auch nicht so aus.

        Aber solange man das permanent hört, dass man ja SO VIEL MEHR isst als andere, glaubt man das natürlich. Man schielt ja nicht ständig drauf, was andere so übern Tag essen, man merkt nur, dass man selber eigentlich ganz normal isst und auch zwischendurch und nciht immer nur gesundes.

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  6. Ich war immer zu dünn, bin mit 1,65 und gut 50 Kilo nur dank Sport und Muskeln aus dem Untergewicht raus. Habe als Teenager GEFRESSEN, 1 Dose Würstchen und 2 Scheiben Butterbrot und immer noch Hunger. Beim Arzt gewesen deswegen, der sagt, alles gut, iss nen Apfel, wenn du Hunger hast. Nur dass ich davon wieder Heißhungerattacken bekam. Heute weiß ich, ich habe eine Fructosemalabsorption, deswegen löst Obst bei mir Heißhunger aus. Und Durchfall. Da kann nichts hängenbleiben. Nur mit FODMAP Ernährung gegen den Reizdarm, der sich aus der ganzen Sache entwickelt hat, also fast glutenfrei, viel Eiweiß, kann ich Gewicht halten. leider hat sich durch meine vorherigen Versuche, mit viel Fett in Joghurts usw. zuzunehmen, ein Bäuchlein gebildet, das nicht mehr weg will… Aber diese elenden ‚KIss doch einfach mehr‘ Sprüche kenne ich auch. Alerdings: Mehr als eine Rippe Schoki geht nicht und Chips esse ich maximal die halbe Tüte, beim Fernsehen wird nicht genascht, sondern gezappelt, ich gehe immer die Treppe, fast alles zu Fuß oder mit dem Rad. Ich hab keinen Bock auf Fitnessstudio und turne zuhause auf dem Trampolin, das gibt gute Muskulatur in Benen und Po 😉

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