Just (don’t) do it!

Ich wurde gerade Zeugin eines Twitter-Gesprächs, das ich zitieren darf:

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An sich ein spannendes Thema, weil es einem doch ziemlich oft so geht, dass man irgedwie weiß, was man tun sollte, aber tun tut man es nicht. Ich bin heute Kopfschmerzgeplagt und etwas müde, aber meine zwei Cents dürfen natürlich dennoch nicht fehlen. Und ich glaube, ich kriege es sogar auf 2 Cents, bzw. 2 Punkte runtergebrochen^^

Punkt 1: Tritt einen Schritt zurück.

Du bist vermutlich schon ziemlich lange dabei, dich dazu bringen zu wollen, „es“ zu tun. Aber irgendwie schaffst du es, trotz der ganzen Pläne, Ideen, noch besseren Pläne und super Vorsätze, die ab morgen dann auf jeden Fall klappen eben trotzdem, den mentalen Salto darüber oder darunter durch zu machen. Ich glaube, ab der Stelle ist es das Beste, einen Schritt zurück zu machen und nochmal zu überlegen, ob „es“ wirklich das ist, was du im Moment tun willst. Und zwar ergebnisoffen. Möglicherweise ist momentan einfach nicht der richtige Zeitpunkt oder vielleicht willst du es auch gar nicht. Dann halt nicht. Es ist deine Sache, deine Entscheidung, dein Leben. Ich habe mal irgendwo eine Studie gelesen, darüber, dass wir bei kleinen Entscheidungen am besten mit dem Kopf entscheiden, aber bei großen Entscheidungen manchmal das „Bauchgefühl“ besser sein kann, weil das Unterbewusstsein mehr Informationen verarbeiten kann als unser bewusstes, rationales Denken. Klar, das Bauchgefühl kann auch irren, aber offensichtlich stellt es sich momentan irgendwie quer und sabotiert die ganzen tollen Pläne und Vorsätze. Möglicherweise ist da irgendwas, was das Unterbewusstsein als ziemlich gutes Argument dagegen sieht. Also: Schritt zurück zur Entscheidungsfindung. Bedeutet: In aller Ruhe nochmal das Für und Wider abwägen. Warum will ich das eigentlich? Was spricht dafür? Was dagegen? Wie genau geht es mir in einem Jahr, wenn ich es jetzt tue und alles läuft wie erwartet? Ist es überhaupt das, was ich will?

Punkt 2: Informier dich (weiter).

Egal wie du dich entschieden hast, oder ob du noch mitten in Punkt 1 bist (nimm dir so viel Zeit wie du brauchst, es zwingt dich ja keiner, eine endgültige Entscheidung zu treffen): bleib auf Informationssuche. Wenn das Unterbewusstsein blockt, und irgendwas im Weg steht, kann es sehr schnell passieren, dass man ohne es zu bemerken dicht macht und ziemlich selektiv nur noch das an Info sammelt, was man unbewusst gerne hören will. Das Unterbewusstsein sabotiert quasi heimlich, indem es Gegeninfos sammelt. Mach dir bewusst, dass deine Entscheidung vollkommen frei ist, und dich niemand, auch keine total überzeugenden Infos zwingen können, etwas zu tun, was du nicht willst. Die einzige Person, der du Rechenschaft schuldest, bist du selbst. Zumindest ich kenne die Situation, dass ich schon das Bedürfnis hatte, Infos lieber nicht zu wissen, aus Angst, dann danach handeln zu „müssen“, denn wenn z.B. Zucker nun das Grundböse wäre, könnte ich ja nie wieder ohne schlechtes Gewissen Schokolade essen. Bullshit. Offensichtlich schaffe ich es ja auch, Schokolade zu essen mit der Befürchtung im Hinterkopf, sie könnte das Grundböse sein. Entweder die Info überzeugt mich dann also so sehr, dass ich gar keine Schokolade mehr essen will, oder sie überzeugt mich eben nicht genug und ich gönne sie mir trotzdem noch (Spoiler: Die Info war nicht überzeugend genug und ich esse noch Schokolade^^). Aber wenn es eine bewusste Entscheidung ist, reduziert sich das nagende schlechte Gewissen im Hinterkopf dramatisch. Zumindest bei mir. Das ist jetzt der Punkt, an dem ich mein Buch empfehle, zwecks Infosammlung zum Thema Gewicht/Abnehmen. Darüber hinaus würde ich zur reinen Infosammlung auch ein paar Tage das Essverhalten wie es ist dokumentieren (Abwiegen und Kalorienzählen) um den Ist-Zustand anzusehen. Wenn beide Infos zusammen kein „Doch, jetzt will ich!“ auslösen, gibt es offensichtlich gute Gründe dagegen, denn ganz unbescheiden würde ich behaupten, dass „Fettlogik“ ziemlich viel theoretische Infos abdeckt und das Ernährungstagebuch dann auch noch den praktischen Teil liefert. Wer noch mehr Info will, könnte vielleicht noch zum umfasenden Gesundheitscheck zum Arzt, aber dann dürfte auch so ziemlich alles abgedeckt sein. Wenn sich aus der Infosammlung kein Bedürfnis ergibt, „es“ anzugehen: lass es. Aber bleib im Sammelmodus. Sobald du merkst, dass du Infos vermeiden willst, schau sie dir erst recht an. Und ganz allgemein: Nimm dir dir Zeit, die es braucht. Wenn du dir tolle Vorsätze setzt und sie dann nicht einhältst, geh wieder zurück zu Punkt 1 und 2 und lass das mit den tollen Vorsätzen erst mal gut sein.

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Edit: Ich hoffe, das war einigermaßen verständlich. Vielleicht setze ich mich im nicht-kopfschmerzmodus nochmal ran und formuliere es klarer?^^

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32 Gedanken zu “Just (don’t) do it!

  1. Andi

    Weil ich das Motivationsposter am Ende gerade sehe:
    http://theoatmeal.com/comics/running

    Für mich hängen (emotional) The Oatmeal und Fettlogik eng zusammen. Bei Oatmeal kam ich auf den Geschmack, laufen zu wollen. Also fing ich Anfang dieses Jahres an zu laufen. Im Januar. Nicht die optimale Zeit um das Laufen zu beginnen aber es gibt nun mal nichts mächtiges als eine Schnapsidee deren Zeit gekommen ist.

    Natürlich wusste ich, dass ich bei meinem Gewicht (damals 124kg auf 1,82m) keine großen Sprünge machen konnte. Also zunächst erstmal ganz langsam rantasten, 4x die Woche zügig gehen. Parallel dazu eine leichte Kalorienreduktion – man darf ja auf keinen Fall zu wenig essen – Hungermodus und so.

    Dann kamen die ersten kleinen Laufeinheiten – zunächst vier Minuten gehen, eine Minute laufen. Der Laufanteil wurde größer. Mitte Juni war ich das erste mal eine halbe Stunde am Stück laufen. Die Glücksgefühle die ich dabei hatte (und noch immer habe!) sind echt der Hammer.

    Im Juli dann mein erster Volkslauf – meine Firma hatte sich angemeldet und es wurden noch Läufer gesucht. Die Zeit war nicht toll, aber ich bin die 6,1km durchgelaufen. Ich war so stolz auf mich. Mein Problem nur: bis dahin war ich erst auf 116kg runter. Das sind zwar acht Kilo \o/ aber bei dem Tempo würde ich bis … mindestens ewig brauchen bis mein Gewicht zum Laufen akzeptabel wäre.

    Natürlich wollte ich abnehmen – schon alleine um des Laufens willen. Aber ich wusste auch: ich würde nie ein dünner, sportlicher Mensch werden. Ich war schon immer dick. Seit der Einschulung ging bei mir der BMI konstant nach oben. Seit ich erwachsen bin pendelt mein Gewicht zwischen 115 und 135kg. Trotz Fitnessstudio. Das ist einfach mein Stoffwechsel, sind meine Gene.

    Hier kommst Du und Dein Buch ins Spiel: ich bin mir ziemlich sicher dass es ein Peniswitz war, der Dich in meine Twitter-Timeline spülte. Dennoch blieb ich hängen, las zunächst das Blog, kaufte mir später das Buch. Und war frei. Ich habe das in den Antworten auf das Blogstöckchen schon häufiger gelesen, fühlte mich da so sehr daran erinnert: ich habe es selbst in der Hand. Es gibt keine übernatürliche Macht die mich zwingt übergewichtig zu bleiben. Ich kann mein Gewicht selbst bestimmen.

    Ich habe mir ein Ziel gesetzt: 70kg. Das entspricht bei meiner Größe etwa einem BMI von 21. Ich habe meine Kalorienaufnahme auf 1540kcal (seit heute 1420kcal) reduziert. Seltsamerweise fiel es mir wesentlich leichter die 1540kcal einzuhalten als vorher die 2100kcal. Oft erreiche ich mein Tagesziel nicht mal und bleibe bei 800-900kcal – und freue mich darüber. Ich wiege mich täglich – dennoch ist die Zahl auf der Waage nicht so wichtig. Ich weiß das ich abnehme. Wenn das Gewicht vier Tage am Stück gleich bleibt oder gar nach oben geht – kein Problem. Ich weiß dass es irgendwann runter gehen wird. Da ist kein SetPoint, unter den ich nicht drunter kann.

    Seitdem ich das Buch gelesen habe konnte ich mein Gewicht weiter reduzieren. Von 116kg Mitte Juli auf 105kg — nochmal elf Kilo \o/ — heute. Ich bin zuversichtlich das ich noch vor Ende Oktober die 100 reißen werde – und damit auch gleichzeitig mit dem BMI unter 30 falle.

    Ich laufe weiterhin. Mittlerweile sind 60 Minuten Touren normal, ich trainiere auf 90 Minuten hin. Die Geschwindigkeit ist noch nicht besser geworden, aber ich merke dass es mit jedem Kilo weniger mehr Freude macht.

    Sorry, aber nachdem ich meinen alten Bekannten, den Blerch, in Deinem Blogpost wiedergetroffen habe musste das alles mal raus.

    Ich danke Dir vielmals für die Arbeit die Du in dieses Buch gesteckt hast. Ich bin glücklich dass ich es zu einer Zeit in meinem Leben entdeckt habe, als ich etwas damit anfangen konnte 😉

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    1. nessii

      Danke für den Link. Mein Lieblingssatz ist definitiv „Crunches are an exercise where you lie on your back and angrily try to head-butt your crotch.“ XD
      Schade, dass Part 5 auf meinem Arbeits-PC gesperrt ist (wieso auch immer). Sehr interessanter Comic, auch wenn ich ihm nur in Teilen zustimmen kann, da es bei mir dann doch anders ist. Aber dasi st ja nichts Ungewöhnliches.
      (Sorry für die zwei Kommentare, hab vergessen, dass es hier keine Editier-Funktion gibt.)

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    2. Fandorin

      Hey Andi, das erinnert mich n bisschen an meine Geschichte. Der Blerch hat mir auch einen schönen Spiegel vorgehalten. Find ich gut, wie du das machst!! Ich hab 2014 dann folgendes gemacht: mich im Januar zu einem Halbmarathon angemeldet. Wenn du 90 Minuten anvisierst, weiter so abnimmst *und* auch noch Spaß am Laufen hast, ist das eigentlich für nächstes Frühjahr/Spätsommer ein nettes Ziel…das Training diszipliniert automatisch und das Gefühl, über die Linie zu laufen, war für mich ein echter Meilenstein. Und irgendwo im Hintergrund stand der faule und depressive Zwei-Zentner-Mann, hat seine Sachen gepackt und gewusst, dass es jetzt spätestens für ihn Zeit war, zu gehen.

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  2. Nova

    Weil ich das in letzter Zeit immer öfter sehe: Man muss beim Unkenntlich-machen von sensiblen Angaben schon etwas gründlicher vorgehen. Es ist absolut kein Problem, die Angaben aus diesen Screenshots zu extrahieren. (Falls du das nicht selber gemacht hast, habe ich nix gesagt. 😀 )

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  3. Ich kenn aber das Problem verdammt gut. Es kommt bei mir regelmäßig der Punkt, an dem ich keine Lust mehr habe, dauernd und dauernd an die _verdammten_ Kalorien zu denken und mir Dinge zu verbieten. Meistens kommt das in einer Phase vor, in der aus irgendeinem Grund zu viel Naschkram daheim rumliegt… Meine persönliche Erleichterung war da das Wissen durch das Buch, dass ein ausgerutschter Tag nicht bedeutet, dass ich instant 2 kg zunehme. Ich eier momentan verdammt knapp vor meinem Zielgewicht rum (1,7kg) und würde es eigentlich gerne bald erreichen, aber im Moment packe ich es nicht, meine Disziplin für 3 Wochen so eng zu ziehen, dass ich das runter kriege. Mit Dauerschmerzen im Knie ist halt leider auch sportliche Betätigung als Unterstützung eher schwierig.
    Aber statt mich selbst zu verurteilen und runterzumachen, denke ich mir: Was solls. Das bisschen stört mich nicht so sehr, als dass ich nicht noch 3 Wochen länger brauchen könnte. Abgesehen davon kann ich mich nach 27 abgenommenen Kilos auch ein bisschen zurücklehnen, statt meinen inneren Kritiker mich quälen zu lassen.

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  4. Was dabei hilft, ist auch Achtsamkeit: Wann esse ich warum? Meist isst man als Übergewichtiger ja nicht, weil man Hunger (= Bauchhunger, leerer Magen) hat, sondern sich belohnen will oder weil man Langeweile hat.
    Solche Situationen zu erkennen, hilft schon viel weiter – zumindest hat es mir geholfen.
    Der nächste Schritt war dann das „Üben“ von richtigem Essverhalten in bestimmten, sich immer sehr ähnelnden Situationen. Da ist es ganz gut, dass Mahlzeiten in unserer Gesellschaft (oder generell?) sehr ritualisiert sind. Ich z.B. habe ich beim Frühstück mit den Arbeitskollen (Hi, Jungs!) geübt, eben nur noch ein halbes Brötchen mit Spiegelei zu essen anstatt zwei und noch ein ganzes Mehrkornbrötchen mit Käse, Schinken und Remoulade.
    Von dort aus kann man dann weitermachen.
    Drangsurfen ist auch eine sehr gute Methode, die dabei unterstützt, keine „Fressattacken“ zu bekommen, bzw. sie zu überstehen.

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  5. Christine

    Ausserdem gilt es persönliche Wege zu finden. Wenn der eine Weg nicht der Richtige ist, dann sollte man auch den Bauch hören und einen Anderen einschlagen. Erstmal zumindest.

    Statt die Gewichtsreduktion durch weniger futtern anzugehen, habe ich jetzt Muskelkater am ganzen Körper. Ich bin im Eimer. Aber stolz! Wen stört das Schokoporridge heute morgen schon. Meine „Seele“ sicher nicht. Die Methode ist noch immer input<output, aber da ich keine 1000kcal pro Tag durch Sport verbrennen kann, geht es jetzt einfach ein bisschen langsamer vorran.

    Das wichtigste ist wie du ja implizierst, das man nie die Selbstachtung aufgeben darf, denn wer vor dem Grundübel einknickt, der verliert sie zwangsläufig, Und Nugatschokolade ist nun wirklich nicht das Grundübel … Ob Moser Roth ein Dauerabo anbietet? ….

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  6. maSu

    Hmm ich seh das so:

    Wer abnehmen will, der sollte mindestens die Ernährung umstellen. Ob noch Sport zusätzlich zu viel oder zu wenig ist … Muss jeder selbst wissen. Aber einfach mal ein Pfund Quark statt der normalen Portion von was auch immer zum Frühstück oder Mittag, das ist doch ein einfacher Einstieg. Das sollte jeder schaffen … Sofern man es will. Wer den Willen nicht hat … Uhm … Der sollte sich in Selbstreflexion üben …

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    1. Neresi

      Genau solche Standardsätze führen bei den meisten Empfängern zu Schuldgefühlen und sonst gar nichts. Deshalb finde ich es gut, dass @erzaehlmirnix das nicht so platt sieht. Nichts für ungut!

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      1. maSu

        Welche Standardsätze? Und selbst wenn es Standardsätze wären, dann könnte es damit zusammenhängen, das es Standardsituationen sind ….

        Und wer abnehmen will, ohne etwas dafür zu ändern … Ehm ja…. Die Definition von Wahnsinn ist doch, das Gleiche zu machen und ein anderes Ergebnis zu erwarten…. ?!

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      2. Christine

        Ich habe derzeit das Problem das mein Appetit kaum Grenzen kennt. Ich schaffe es einfach nicht. Ich habe es einige Zeit zuvor geschafft über 20 Kilo abzunehmen, ich weiß also wie es geht. Wenn mir nun jemand erzählt „na, statt dem nun dies zu futtern, das schafft wohl Jede“, dann ist das in der Tat einer dieser Standartsätze die nicht immer auf jede Person zutreffen.
        Im Augenblick kann das Ziel nur sein das Gewicht zu halten oder leicht zu reduzieren, statt es wie früher zu machen. Es gibt für alles einen Ort und eine Zeit.

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      3. Biene

        Es geht doch in dem Beitrag nicht darum, dass man abnehmen will ohne was zu ändern, sondern darum, dass man Änderungen nicht durchhält und was man dann machen kann?

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      4. maSu

        Biene: wer es nicht durchhalten kann, der kann, wie ich oben sagte, ja zB den Sport weglassen. Aber eine Mahlzeit am Tag durch etwas fett- und KH-armes zu ersetzen … Das sollte jeder mit minimalem Willen schaffen. Oder zumindest Süßigkeiten reduzieren … Oder oder … Wenn selbst so etwas nicht geht … Uhm was soll denn dann überhaupt noch gehen ?

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      5. Biene

        Also ich denke, dass wir beide den Artikel komplett gegesätzlich verstehen.
        Für mich steht da die Aussage drin „Wenn Du es versuchst und an Deinen Maßstäben scheiterst, dann überprüfe ob diese auf Richtigkeit/eliminiere Fettlogiken. Wenn Du dann trotzdem bei der Umsetzung nicht weiter kommst, dann schau, was Dich hindert und ob Du gerade einfach wichtigere Baustellen als das Gewicht hast.“
        Das impliziert dann eben auch, dass man sich erstmal um diese kümmert und sich nicht unbedingt mit dem Abnehmen beschäftigt.

        Dazwischen gibt es sicher viele Mittelwege in die eine oder andere Richtung, aber so grundsätzlich find ich persönlich das einen sehr guten Ansatz. Scheitern bedeutet dabei eben kein Versagen, sondern ist ein Zeichen dafür, dass man die Dinge anders betrachten und durchdenken sollte und dann auf die ganz persönliche Situation zuschneidet.

        Ich kann das teilen. Es gibt einfach so Zeiten, wo man vielleicht auch gerne dünner wäre, aber wenn buchstäblich die Hütte brennt, dann kann man sich eben gerade nicht damit befassen oder nicht so sehr wie man eigentlich gerne würde. Dann kann man – wie Du ja auch vorschlägst – vielleicht kleine Schritte machen, aber das klappt halt echt nicht immer.
        Dann ist es auch mMn besser erstmal die anderen Baustellen mit voller Konzentrtion zu bearbeiten und danach abzunehmen.
        Ist halt echt individuell. Es ist vielleicht auch schon ein toller Schritt einfach nicht weiter zuzunehmen bis man wirklich die Zeit und die Nerven hat auch abzunehmen.

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      6. maSu

        Biene: ich glaube eben, dass egal wie sehr die Hütte brennt, etwas kann man trotzdem machen. Das Defizit ist dann ggf kleiner… Mehr nicht.

        Zu viele Menschen scheitern, weil sie es von vornherein als Option einplanen…. :/

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    2. *Aber einfach mal ein Pfund Quark statt der normalen Portion von was auch immer zum Frühstück oder Mittag*

      Hmmmm, lecker! Und mit ordentlich Honig und Obst ist das dann auch keine unerträgliche Qual mehr. (Hat dann auch die Kalorien einer durchschnittlichen Fertigmahlzeit, aber das macht ja nix)

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      1. maSu

        Du kannst noch ein Stück Butter unterrühren und es mit einem Schuss Olivenöl und Sahne abschmecken.

        Jetzt mal ernsthaft:
        1 Pfund Magerquark mit ein wenig(!) Früchten hat keine 500kcal und sättigt sehr lange und gut.

        1 Pfund Magerquark – 340 kcal (~60g Eiweiß nur so nebenbei)
        etwas Heidelbeeren / Kirschen ~100 kcal
        etwas Milch
        Süßstoff

        Und ja ich merke schon… diese Zubereitung hat sogar noch mehr kcal als ein paniertes Schnitzel mit Pommes und Mayo… oh wait…

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      2. Sinnvoll wäre meiner Meinung nach, mal etwas genauer hinzugucken, was man so den ganzen Tag zu sich nimmt und dafür Alternativen zu finden. Nicht umsonst haben die meisten hier mit einem Ernährungstagebuch sehr gute Erfolge erzielt.

        „Ess doch einfach mal ein halbes Kilo Quark zu Mittag“ wirkt auch auf mich eher kontraproduktiv, weil die Leute, die keinen gezielten Muskelaufbau betreiben (also die meisten), nicht gewohnt sind, solche Mengen zu essen. Quark ist Nachtisch oder Kindernahrung.

        Zudem muss ich, trotzdem ich echt gerne Quark esse, auch mal ein Pfund zu Mittag, immer an den komischen Bodybuilder in meinem Englisch-LK denken, der sich statt nem Brötchen nen Pott Quark und ne Dose Würstchen in der Pause ausgepackt hat, wenn er in Masse-Phase war.

        tl;dr
        Es wirkt auf den Durchschnittsmenschen befremdlich

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      3. maSu

        Quark ist weder für Kinder noch Nachtisch.

        Bsp: Meine Mutter aß bis vor 2 Monaten Morgens immer ein Müsli mit getrockneten Früchten (Aprikosen, Banane, …) und dann 2h später meist noch etwas Brot mit Wurst/Käse.

        Jetzt rührt sie sich ein Pfund Quark an und ist statt Müsli 1/2 Pfund Quark und den Rest dann 2-3h später.

        Die Folge: Sie ist weit weniger Kohlenhydrate und ist länger Satt.

        Winzige Änderung und große Wirkung: Sie nimmt ab, da der Quark echt lange sättigt im Vgl. zu allem anderen, was meine Mutter sonst morgens aß.

        In meinem direkten Umfeld sind nun mehrere Personen mit Quark unterwegs. Besonders als Frühstück. Und all diese Personen nehmen ab. Weil Quark mit etwas Früchten dafür, das er lange sättigt, wenig kcal enthält.

        Und deine Vorbehalte kenne ich: „WAAAAAS? EIN PFUND??? Jeden Morgen? Ist das nicht eintönig??“

        Die einfache Antwort:
        Wer jeden morgen seit Jahren oder Jahrzehnten das gleiche zuckerhaltige Müsli isst, der solle sich nicht über Eintönigkeit beschweren. Jeden Morgen ein Pfund Quark (oder zum Mittag oder aufgeteilt) ist nicht eintöniger, als jeden Morgen Müsli. Nur das Müsli primär aus Zucker besteht, nicht langfristig sättigt und rein ernährungstechnisch hochpreisiger Müll ist.

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  7. Ich stagniere gewichtstechnisch so seit ca. 6 Wochen, mach mir aber keine Vorwürfe deshalb. Hab mich auf eine geänderte Ernährung eingestellt und esse ganz offensichtlich derzeit immer meinen Tagesbedarf – und eben kein Defizit. Da ich von Mai bis Anfang August über 8 Kilo abgenommen habe, war und ist für mich ein Erfolg, den ich erstmal „verdauen“ muss – denn ich hab noch nie groß abgenommen, sondern immer nur zu – langsam aber sicher. Dass ich jetzt knapp 78 statt fast 87 wiege wie noch Anfang Mai hat mich schon SEHR erleichtert. Ich lasse mir gerne mehr Zeit, die nächste Etappe anzugehen, denn je langsamer das Abnehmen stattfindet, desto eher vermeide ich das extreme „faltig werden“, das ich durchaus fürchte.

    Ein bisschen Abenteuer ist im übrigen beim Abnehmen auch nicht schlecht! War schon spannend, diese ersten wochenlangen Erfahrungen mit genauem Wiegen und Kalorien zählen. Irgendwann wusste ich aber Bescheid über das, was ich esse, das Spannende an der Sache war weg.

    Nun informiere ich mich grade über intermittierendes Fasten. Evtl. mache ich einen Versuch damit, Montags und Donnerstags gar nichts zu essen. Das ist garantiert wieder interessant und abenteuerlich! 🙂

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  8. TutziFrutzi

    … ist warhscheinlich so wie mit den Zigaretten. Wenn irgendetwas mittlerweile jedem klar sein sollte, dann ist es wohl, wie ungesund Rauchen ist.

    Und wie bescheuert. Ist teuer, man wird trotzdem weder satt noch high, man riecht nicht gut, man hat häufig einen miesen Geschmack im Mund, man muss mehr putzen, und so weiter und sofort … Trotzem habe ich mich JETZT erst zum Aufhören durchgerungen. Vorher hab ich mir das einfach nicht zugetraut. Ich denke das liegt daran, dass ich mir gesundes Essen und regelmäßiges Fitnesstraining auch nicht zugetraut habe, aber inzwischen gemerkt habe: „Hoplla! Geht doch!“

    Heute ist mein erster ohne Zigarette seit ca. 25 Jahren. Ich wundere mich, wie einfach das ist – obwohl ich auf locker 40 Zigaretten am Tag gekommen bin. Entzugserscheinungen habe ich bislang keine, ich bin nicht einmal unruhig oder übel gelaunt – ich ertappe mich (z.B. jetzt, wo ich am Computer sitze) bloß laufend dabei, dass ich dahin schaue, wo sonst immer meine Tabakdose stand, weil meine Finger eine Zigarette stopfen wollen. Nur … ich war noch nicht auf’m Klo 🙂 – aber ich schätze, das mit der Verdauung wird sich in ein, zwei Wochen regeln.

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    1. Kuttel Daddeldu

      Super Entscheidung, Tutzi. Es werden Einbrüche kommen, manche reagieren dann extrem cool, andere (mio & leider auch viele andere Leute) brauchen einige Jahre länger und mehrere erneute Anläufe. Mittlerweile bin ich es los, nach über 30 Jahren… Ein paar gute bis sehr gute Gedanken dazu sowie weitere Aufklärung über diese Suchtmechanismen bietet

      http://www.smokefreeproject.org

      Hilfreich und unkommerziell, kann sie sehr empfehlen.

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      1. TutziFrutzi

        @Kuttel: Schön, dass Du es geschafft hast. Ich bin ganz zuversichtlich, aber ich befürchte natürlich auch einige Schwierigkeiten.

        Zigaretten schmecken eben DOCH. Da widerspreche ich allen Nichtraucher-Büchern, die einem einreden wollen, das Zigaretten vollkommen scheußlich schmecken. Und für mich sind sie geschmacklich die perfekte Ergänzung zu Kaffee oder Bier. Ich werde die Kombination ehrlich vermissen. Das „Widerstehen“ zum Kaffee war heute entsprechend schwierig. Kaffee werde ich etwas reduzieren müssen. Und Bier erstmal vorsichtshalber komplett vermeiden, denn Alkohol macht einen ja nicht unbedingt „vernünftiger“.

        Ich hab auch noch längst nicht alle typischen Rauch-Situationen durch – wie das „Langeweile“-Rauchen, das „jetzt schnell noch eine, gleich kommt der Bus“-Rauchen, das „Puh, war das knapp“-Rauchen, das „Scheißtag, endlich Feierabend“-Rauchen, das „ich stehe blöd rum, ich kenn‘ hier keinen“-Rauchen und so weiter, und so weiter.

        Außerdem hab ich heute gemerkt, dass ich mein „Belohnungs-Denken“ so schnell wohl nicht wieder ablegen kann: Vorhin beim Fitness konnte ich es während der 15 Minuten Fahrrad am Schluss kaum vermeiden, mich mehr und mehr nach „meiner“ Zigarette zu sehnen. War echt nicht einfach, den Gedanken wieder aus dem Kopf zu kriegen, hat jedoch geklappt. Aber als ich nach dem Duschen vor der Tür stand, hatte ich (Schwups!) meinen „inneren Machtkampf“ längst wieder total vergessen und habe ganz automatisch in die linke Jackeninnentasche gegriffen, in der sonst mein Zigarettenetui drin ist.

        Bei all diesen Sachen würde mir auch ein Nikotinkaugummi nicht helfen.

        Hoplla, und dann DAS hier, aua: https://www.erkaeltet.info/husten/ursachen/mit-dem-rauchen-aufgehoert/ – Ich wusste bis eben gar nicht, dass man bei der Rauchentwöhnung mit starkem Husten rechnen muss. Dementsprechend überrascht war ich heute (ähm, gestern) beim Sport. Sonst hatte ich deutlich mehr „Puste“. Und den typischen „Raucherhusten“ hatte ich auch nie. Hätte nicht gedacht, dass ich so ekelige Geräusche von mir geben kann.

        Und momentan fühle ich mich echt erkältet.

        🙂

        Das ist jetzt alles gar nicht mal SO sehr OffTopic – Ich sehe viele Ähnlichkeiten zum Essen.

        Vor Umstellungen hat man Angst, bei der Umstellung geht’s einem zunächst oft irgendwie mies (wie mir mit meinem Husten jetzt) … Mit Essen kann man sich genauso „gut“ trösten, belohnen, motivieren wie mit Zigaretten … „Jetzt brauche ich nen Schnaps/ne Kippe/n Stück Schokolade“… Oder „Eine noch, dann lege ich los!“

        Es gibt da bestimmt noch mehr Parallelen.

        Trotzdem halte ich es für schwieriger, seine Ernährung dauerhaft zu ändern. Denn im Gegensatz zu Zigaretten ist Essen (und damit das, was man vorher gegessen hat) ja nicht wirklich giftig.

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        Deinen Link (Dankeschön) werde ich mir mal in Ruhe anschauen – ist doch ein Bisschen spät jetzt.

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    2. @TF: Nachdem so langsam der Nikotinentzug eingesetzt haben dürfte: „e-Zigaretten“ befriedigen das Nikotinbedürfnis hervorragend und sind nach allen Studien, die ich kenne, hilfreicher als *whatsoever* (Kaugummis, Pflaster…), und zumindest sicher nicht ungesünder als echte Zigaretten. Schmecken leider _noch_ schlechter als echte Zigaretten. Hinterlassen dafür aber auch nur den Nachgeschmack von [Geschmacksstoffen Deiner Wahl] plus Disconebel.

      Bzgl. der von KD verlinkten „We know of no heavy smoker who could smoke ‚just this one'“ – Seite – mei, mag stimmen, kann ich aber widersprechen (ich -_kenne_, nicht _ich_ kann), aber genau dafür wäre mein Tipp mit den e-Cigs. Und Du hast bzgl. des Essens in einem Punkt Recht, den Du aber nicht sagst: man müsste Verhaltensmuster ändern. Z.b. nur noch auf dem Balkon. Wenn die Kleine schläft. Etc.

      Solltest Du zu den wenigen gehören, die zwei Schachteln -> 0 schaffen, belohn Dich nach drei Jahren mit einer Woche:

      http://www.mirihi.com/de/villen/wasservillen/

      … hast Du Dir gespart.

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      1. TutziFrutzi

        @Troll:

        Zum Nikotinentzug: Ich merke noch immer nichts. Kann natürlich daran liegen, dass ich Elontril nehme.

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        Zu den E-Zigaretten: Habe ich desöfteren mal im Bekanntenkreis probieren dürfen. Nicht mein Fall und unbefriedigend. Das war geradezu unangenehm. Kein „Gewicht“ beim Inhalieren, kein „sämiges“ Gefühl. Ich musste außerdem husten ohne Ende.

        .

        Zu den Nikotinkaugummis: Ich war vorhin in der Apotheke, habe denen von meinem Rauchstopp erzählt und mir (um meinen Husten angenehmer zu machen) ACC geholt. Die haben mir natürlich auch Nikotinkaugummis empfohlen. Ich hätte mir auch beinahe welche „für den absoluten Notfall“ mitgenommen – aber Nö.

        Denn ich schätze, ich werde schneller „weich“, wenn ich Kaugummis bereits im Hause habe. Und abgesehen davon, dass die teuer sind und ich erst ab November wieder einen Job habe, fürchte ich, dass die meinen Entzug bloß unnötig ausdehnen.

        (Wobei das Argument mit „teuer“ irgendwie albern ist, für Tabak hatte ich ja auch immer genug übrig. Hm … Suchtdenken.)

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        Zu „zwei Schachteln“: Ich habe „Selbstgestopfte“ geraucht und nie wirklich mitgezählt, wie viele es täglich geworden sind. Mein Etui mit Platz für 18 Zigaretten ist aber locker drei Mal am Tag leer geworden.

        Das ist echt ganz ordentlich. Vielleicht noch einen Serien-Marathon oder Karten spielen bis in die frühen Morgenstunden (gerne mit Bier)? Dann noch „ein paar“ mehr.

        Witzigerweise hatte ich aber nie Schwierigkeiten, mich auf 5 bis 10 Zigaretten zu beschränken, sobald ich bei meiner Familie zu Besuch war. Außer mir raucht da nämlich keiner. Da komme ich einfach seltener auf die Idee.

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        Zu We know of no heavy smoker who could smoke „just this one“: Hört sich für mich schlüssig an. Zumindest wird’s wohl sehr wenige davon geben. Ich möchte aber nicht ausprobieren, ob ich einer dieser Wenigen bin.

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        Zum Thema „Verhaltensmuster“: Mit „trösten, belohnen, motivieren“ meinte ich sowohl Denk- als auch Verhaltensmuster.

        Und „Nur noch auf dem Balkon“ oder „Wenn die kleine schläft“ verringert sicherlich die Anzahl der gerauchten Zigaretten und die Selbstverständlichkeit – aber für meine Begriffe ist das eher „Rücksicht“ bzw. „Anstand“.

        Man kann ein paar Meter beiseite gehen, wenn an der Ampel oder der Bushaltestelle Kinder stehen. Man muss seine Kippen nicht auf den Gehsteig werfen, man kann auf den nächsten Mülleimer warten. Wenn keiner in der Nähe ist, kann man die letzte Glut mit einem Kniff „abklemmen“ oder an der Schuhsohle abstreifen und hat nur noch den kalten Stummel in der Hand. <-[Gut, DA war ich zugegebenermaßen nicht immer konsequent, aber doch meistens]

        .

        Zu den Wasservillen: Das sind schöne Aussichten – Ich komme allerdings "bloß" auf ca. 2.200 gesparte Euro in drei Jahren.

        Das ist zwar auch eine Menge Holz, aber deutlich weniger als mit "Fertigen". Ich habe für die "Gestopften" zwischen 50 und 60 € monatlich ausgegeben. Das Gleiche in Schachteln (an den "Fertigen" raucht man länger) dürften so 10 bis 12 € pro TAG sein. Also eine ganz andere Hausnummer.

        Aber trotzdem ein Anreiz. Und wenn ich das alles auf die vergangenen 25 Jahre hochrechne (was ich vorhin getan habe), könnte ich mich in den Hintern beißen.

        Wenn ich's denn könnte.

        🙂

        P.S.: Klassisches Beispiel von „Derailing“, sorry about that … Aber „vorher unkontrolliert, ab jetzt aufpassen“ betrifft nicht nur „essen“

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