Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (GgG)

An dieser Stelle möchte ich die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung vorstellen. Laut ihrer Homepage ist sie  „eine gesellschaftspolitische Initiative mit dem Ziel, die soziale Akzeptanz von dicken Menschen zu verbessern und Diskriminierung auf der Basis von Körpergewicht zu bekämpfen.“

Dieses Jahr war die GgG unter anderem bei Menschen bei Maischberger vertreten, nahm an einer Diskussionsrunde in der TAZ teil, wurde im „Publik Forum“ und im Radio interviewt und anlässlich der jüngsten Warnungen der WHO vor einer Übergewichtskrise in der Neuen Osnabrücker Zeitung zitiert.

Die GgG hat ihren Sitz in Berlin, wo sie auch Sprechstunden und Tagungen anbietet. Die nächste Tagung findet am 10.Oktober zum Thema Körper | Bilder | Vorurteile statt.

Auf ihrer Startseite berichtet die GgG, bereits auf politischer Ebene erfolgreich Veränderungen bewirkt zu haben, nämlich im Bereich Verbeamtung: „Lange Zeit war die verweigerte Verbeamtung das Top-Thema und eines der Hauptarbeitsfelder der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung e.V. Inzwischen gibt es mehrere Urteile zu Gunsten hochgewichtiger Verbeamtungsanwärter, die auf unseren Argumenten basieren. Endlich zeichnet sich ab, dass ein hoher BMI in diesem Bereich kein Thema mehr ist.“

Nun ist es ja vielleicht interessant, sich anzusehen, was die Gesellschaft gegenGewichtsdiskriminierung überhaupt unter Diskriminierung versteht und wie grundsätzlich ihre Ansichten sind.  Glücklicherweise sind die in ihrem Positionspapier zusammengefasst. Was ist also Diskriminierung?

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OK… sonst noch was?

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Tatsächlich? Das interessiert mich genauer. Vielleicht findet sich da näheres… ah ja, im Unterpunkt „Vorurteile/Überholte Fakten“ gleich als erstes: „Immer noch herrscht die Fehleinschätzung vor, dass Körpergewicht sei eine unmittelbare Folge einer unausgeglichenen Energiebilanz, also das Ergebnis von zu wenig Bewegung auf der einen und zu viel Ernährung auf der anderen Seite.  Diese Gleichung wurde wiederholt in Frage gestellt und durch diverse Experimente widerlegt. Das Ergebnis dieser Experimente ist die Set-Point-Theorie, der zufolge sich der Körper Mast- und Reduktionsdiäten gleichermaßen flexibel anpasst, indem er den Energieverbrauch im Ruhezustand anhebt bzw. absenkt. […] Obwohl es heute einen sehr weitgehenden Konsens in der Fachöffentlichkeit dahingehend gibt, dass das Körpergewicht zu weiten Teilen genetisch bestimmt ist, führt dies nicht automatisch zu einer Entlastung der Betroffenen.

Japp, es ist faszinierend, wie sich in 50 Jahren unsere Gene so radikal ändern konnten. Sowas dauert ja sonst Jahrhunderte.

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Aber wir waren bei der Diskriminierung. War da noch was?

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Aber warum ist das so?

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Ach so, die Fitness- und Diätindustrie, und nicht zu vergessen, die Nahrungsmittelindustrie. Stimmt, die Nahrungsmittelindustrie hat natürlich das allergrößte Interesse daran, dass niemand von uns mehr Nahrung konsumiert, als er braucht. Wobei das ja eh alles nicht stimmt, denn man weiß ja gar nicht, ob Dicke mehr essen. Das da ist Zufall und die Nahrungsmittelindustrie hat sicher nichts davon:

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(Quelle der Folie)

Und der medizinische Sektor? Klar, der hat auf jeden Fall was davon, wenn er Übergewicht fälschlicherweise verteufelt. Die Pharmaindustrie verdient sich eine goldene Nase mit Schlankheitsmitteln, weil ihre Absätze für die anderen Medikamente so eingebrochen sind. Wer braucht denn heutzutage noch langjährig Medikamente gegen chronische Erkrankungen wie Bluthochruck, Cholesterin, Diabetes, Mittel gegen Arthrose und Rückenschmerzen, die alle gar nichts mit Übergewicht zu tun haben und in den letzten Jahrzehnten überhaupt nicht anstiegen. Die Pharmaindustrie will, dass wir alle dünn sind, denn mit Übergewicht lässt sich leider überhaupt kein Geld verdienen. Halten wir fest: Zwei der größten Industriezweige der Welt, Nahrungsmittel und Pharma, haben absolutkeinInteresse daran, dass Menschen mehr Nahrung konsumieren und übergewichtig werden.

Moment. Sagte ich „übergewichtig“? Entschuldigung.

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Stimmt, Medizin ist diskriminierend. Daher auch die Forderung:

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Na dann. Wenn die GgG hier ebenso erfolgreich ist wie bei der Verbeamtung, wird „Health at every Size“ vielleicht bal zum Pflichtwerk im Medizinstudium, und die Ärzte verstehen endlich, dass Übergewicht nichts mit Gesundheit zu tun hat. Wäre dieses Wissen doch nur schon vor 2 Jahren so verbreitet gewesen, dann hätten meine Knie sicher nie weh getan und ich wäre nicht immobil gewesen. Glücklicherweise hat sich das zufällig geändert, als sich urplötzlich meine Gene änderten und ich zufällig abnahm. Ich bin sicher, dass mein Blutdruck sich normalisierte war ebenfalls so eine Gen-Sache, die nichts mit der zufälligen Verschiebung meines Set-Points zu tun hatte.

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96 Gedanken zu “Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (GgG)

  1. Ich glaube, mein Schreibtisch hält der Belastung nicht stand, wenn ich den Kopf so fest draufknalle, wie ich es gerne möchte… Aber weißt du, bei solchen Postionspapieren und solch lautem Gegenwind (und ich wette, in der GdG werden sich einige Abgeordnete tummeln, was der ganzen Sache mehr Gewicht *höhö* verleiht) wundert es mich nicht, wenn Ärzte, wie in deinem Buch von dir beschrieben, anfangen, sich um das Thema „Übergewicht“ herum zu drücken. Am Ende kriegen die noch ne Klage an den Hals…

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  2. Ich finde das lustig, wie einseitig von der GgG Position bezogen wird. Was ist denn mit den ganzen Hungerhak… eh Magersüchtigen und Untergewichtigen? Werden die denn nicht auch diskriminiert? Vielleicht nicht bei der Verbeamtung oder mit den Sitzen in der U-Bahn, aber doch sicher auch beim Arzt (Sie müssen mehr essen) oder in der Gesellschaft (Hunde spielen mit Knochen) und so weiter blablabla

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    1. Boahr, dieser elende Satz mit den Knochen! DER ist natürlich cool und mutig und wasweißich, aber wehe, man kontert mit „Besser auf Knochen fi**en, als im Fett ersticken!“, DANN ist man das Scheusal der Nation -_-
      (Ich finde beide Sätze scheiße, aber wenn man den erstgenannten postet, muss man wenigstens nicht um sein Leben fürchten)

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      1. käse

        „muss man wenigstens nicht um sein Leben fürchten“

        lol

        in einem Zug voller Schlanker sieht das anders aus 😀
        (ausser die Schlanken fühlen sich Dick, und die Dicken fühlen sich Schlank…dann weiß keiner mehr wer den härteren Spruch drückt, weil sich irgendwie jeder von jedem angesprochen fühlt)

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  3. Wisst ihr, ich verstehe ja, dass Dicke es leid sind, dumm angeschaut und angemacht zu werden (wobei häufig die, die sich am lautesten – online – drüber beschweren, gleich einen Satz gegen „Hungerhaken“, „KZ-Insassen“ oder „Gerippe“ nachschieben, aber das nur nebenbei).

    Aber dass sie es als Diskriminierung sehen, dass sie einfach zu fett sind, in einen Stuhl zu passen, der jahrhundertelang breit genug war, um Menschen darauf Platz nehmen zu lassen (böser Stuhl!) oder dass der Arzt sie auf Risiken hinweist – das will mir nicht in den Kopf. Sorry… es will mir einfach nicht in den Kopf.

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    1. käse

      „wobei häufig die, die sich am lautesten – online – drüber beschweren, gleich einen Satz gegen “Hungerhaken”, “KZ-Insassen” oder “Gerippe” nachschieben, aber das nur nebenbei“

      kommt drauf an wo man im Internet liest

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      1. käse

        da geb ich dir recht

        ich glaube in den Communities in denen Zielgruppen mehr unter sich bleiben gibts nicht so viel Reibung wie in Social Media oder „allgemein“ gehaltenen Communities

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  4. Gerhard

    Da hast Du ja was schönes ausgegraben. Bzgl Verbeamtung sollte man wohl auch eine Gemeinschaft gegen Diskriminierung von Personen mit Herzleiden gründen.

    Mich verwundert der Seitenhieb, daß insbesondere Frauen diskriminieren. Woher nehmen die diese Weisheit? Zumal ich im Zweifelsfalle eher ein Eindreschen auf Männer erwartet hätte.

    Das mit den Sitzen in der U-Bahn (aber insbesondere im Fernverkehr) ist allerdings auch mein Lieblingsthema. Als ziemlich normal gebauter Mann finde ich die auch unerträglich. Insbesondere im Flieger und in der DB hoffe ich, daß sich nicht jemand zu mir setzt, der (mindestens) gleichbreit ist. Ich will gar nicht genau wissen, was passiert wenn sich eine 150+kg-Person neben mich setzt und ich habe großes Mitleid mit diesen Leuten.

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  5. Closer Than Yesterday

    Ein paar Funken Wahrheit stecken da vielleicht drin, aber der Rest ist doch einfach nur naiv :O
    Mit Sicherheit spielen unsere Gene auch eine Rolle, aber eben nur eine von ganz vielen. Wenn man übergewichtige Kinder von übergewichtigen Eltern sieht, dann könnten ggf. das ganze FastFood und die vielen Süßigkeiten eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen. Das Essverhalten, das die übergewichtigen Eltern haben, geben sie an ihre Kinder weiter und wenn die Mutter ungesund kocht, ernäht sich das Kind ebenfalls so. (Achtung Klischee… aber in den meisten Fällen, die ich kenne, essen die übergewichtigen Menschen nicht viel gesundes Zeug, sondern jede Menge Ungesundes.)

    Dass man bei der Verbeamtung nur nach dem BMI guckt, ist bestimmt lächerlich. Wenn man es schon auf wenige Zahlen herunterbrechen will, könnte man ganz schlicht und einfach noch den Körperfettanteil hinzuziehen und schon weiß man, ob der hohe BMI durch Fett oder Muskeln zustande kommt. Warum es diskrimierenend sein soll, wenn man vor einer Verbeamtung die gesundheitlichen Risiken betrachtet, erschließt sich mir nicht. Bei bestimmten Versicherungen muss man weitaus mehr Angaben über seinen Gesundheitszustand machen als bloß das Gewicht. Und am Gewicht kann man etwas ändern, während man für manche Krankheiten überhaupt nichts kann. Das ist doch nicht, um die Leute zu diskriminieren, sondern um den Laden nicht vor die Wand zu fahren…

    Ich finde total ungünstig, dass bei diesen Organisationen immer Fakten und Emotionen gemischt werden. Es geht überhaupt nicht, dass man übergewichtige Menschen auslacht (und auch sonst keinen). Dass Toleranz dafür gefordert wird, finde ich gut. Gerade Mobbing ist kein Kavaliersdelikt und sowas hat keiner verdient. Wenn es darum geht, da sollte jeder diese Menschen akzeptieren und sich nicht schlecht verhalten. Dafür können sie sich auch einsetzen. Und solange man kein Model einstellt oder bestimmte Gründe für bestimmte Körpertypen sprechen, sollte auch keiner wegen seines Aussehens benachteiligt werden. – Aber wieso müssen sie deshalb die Tatsachen verdrehen und so tun, als sei Übergewicht nun sogar gesund? Das Verhalten der Menschen hat doch nichts mit den medizinischen Fakten zu tun…

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    1. Sabrina

      „Warum es diskrimierenend sein soll, wenn man vor einer Verbeamtung die gesundheitlichen Risiken betrachtet, erschließt sich mir nicht.“

      Nach dieser Aussage dürfte auch kein Raucher mehr verbeamtet werden oder jemand, der Risikosportarten macht oder jemand der über ne gewisse Genkombination verfügt, die für höhere Risiken steht…

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      1. maSu

        Oder man dürfte Menschen die irgendwann „Neurodermitis“ in der Krankenakte stehen hatten auch nicht mehr verbeamten.

        Oh verdammt, genau das passiert ja. Täglich. Mist.

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  6. Stefanie

    Autsch – was für ein blödes Zeug die da verzapfen.

    Ich meine das mit der Beamtung fand ich auch nie richtig – aber mehr vor dem Hintergrund gestandende Beamten (heißt je älter sie werden) dürfen „dick“ oder „fett“ sein aber jemand der Neueinsteigt wird nicht verbeamtet weil er/sie zu viel auf die Waage bringt, teilweise auch nur minimal. Wenn müsste dann auch gelten ab einem bestimmten BMI wird man entverbeamtet wenn man nicht innerhalb irgendeiner Zeit abnimmt oder was weiß ich nicht. Da bin ich so für gleiches Recht für alle (neutral gesprochen egal in welche Richtung – auch wenn die mit dem niedrigen BMI sicherlich die Bessere wäre).

    Aber so eine Gesellschaft gehört doch verboten – sollen jetzt alle zur Bequemlichkeit, Faulheit und zum Fressen erzogen werden vom Baby bis zur Oma. Muss man sich für Normalgewicht im unteren Bereich bald entschuldigen (wenn man denn mal hin kommt), bekommt man dann als Normalgewichtige keine Kleidung mehr? Oder wohin soll das noch führen.

    Sicher ist bequem, wenn jeder den ganzen Tag mit Essen und so beschäftigt ist, bloß nicht mehr bewegen, dann nimmt manchmal ja auch die Beweglichkeit im Kopf ab und dann kann man einiges einführen durchführen, was mit unbequemen Menschen nicht möglich ist. Sorry ein wenig klischeehaft, und man wird bestimmt genut Dicke finden, die sich für etwas angagieren aber, irgendwie scheint mir diese Gesellschaft auf so einem Pfad zu laufen.

    Hoffentlich auch nur wieder so ein Strohfeuer und nichts was sich etabliert.

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    1. Gerhard

      Das mit der Verbeamtung ist sicherlich ein kompliziertes und diskussionswürdiges Thema. Aber wenn dickgewordene Beamte entbeamtet werden sollten, dann doch auch Lungenkranke? Oder die Sache mit der Altersgrenze…

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      1. Stefanie

        Das war jetzt vielleicht etwas extrem geschrieben und natürlich ist das Thema an sich viel komplexer, aber in diesem hier genannten Zusammenhang finde ich es total erschreckend das jemand der zuviel auf die Waage bringt (ob das ansonsten gut oder schlecht ist, ist dann wieder eine andere Frage – ich empfinde es als schlecht) nicht eingestellt wird, während jemand der dann ein paar Jahre im Dienst ist so dick sein darf wie er/sie will. Wir unterhalten uns über die Diskriminierung von Frauen, Religionen, Schwulen und Lesben, Ausländern und angeblich soll es einen Trend geben zu unbebilderten Bewerbungen, aber jemand der mehr wiegt wird nicht verbeamtet. Das konnte ich noch nie nachvollziehen.

        Natürlich soll nicht ernsthaft jemand entbeamtet werden, aber halt auch nicht nicht verbeamtet werden aufgrund eines solchen Themas. Leute sollen eingestellt werden, weil sie Leistung bringen oder halt nicht. Dafür gibt es die Einstellungstests, wenn jemand egal mit welchem BMI den Einstellungstest besteht, dann sollte er/sie eingestellt werden.

        Aber hier drifte ich in ein fremdes Thema ab …. (ich war im übrigen davon nie selbst betroffen)

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  7. Ich habe mir mal auf deren Seite die Ratschläge für medizinisches personal durchgelesen… „achten Sie darauf, Ausrüstung (Stühle, Blutdruckmanschetten etc.) in Ihrer Praxis zu haben, die (sehr) dicke Menschen nicht darauf hinweist, dass sie dicker als die Norm sind“ (das war jetzt sinngemäß zusammengefasst). Da denke ich an diese kleinen, oft hoffnungslos überfüllten Praxen oder gar Kliniken und frage mich: warum? Also eine überlange Blutdruckmanschette ist wahrscheinlich noch erschwinglich, aber warum sollte ich als kleiner Landarzt extra Stühle für superschwere Personen anschaffen? Billig sind die nun wahrlich auch nicht gerade. Von entsprechenden Liegen o.ä. ganz zu schweigen.

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  8. maSu

    Ich bin gerade stocksauer. Okay, nicht schlimm, dass ich nicht die Laufbahn bei der Polizei gewählt habe, im Nachhinein ist es viel besser als Informatiker – alleine schon finanziell.

    ABER:

    Ich wurde nicht einmal zum Aufnahmetest zugelassen, weil 2,5 Jahre zuvor in meiner Krankenakte damals von „Endogenem Ekzem“ die Rede war. Das bedeutet: Neurodermitis. Ja ich habe Neurodermitis, aber so schwach ausgeprägt, dass ich dagegen so gut wie nie Medikamente brauche (nicht kratzen + Hausmittel reicht!).

    Und warum durfte ich kein Polizist werden? Weil man das mit den Behandlungskosten und Krankheitsausfällen rechtfertigte! Daher: Keine vermutlich(!) chronisch kranken Menschen.

    Und jetzt dürfen die ganzen übergewichtigen Menschen, die mehr als nur chronisch krank sind, verbeamtet werden.

    ICH FASS ES NICHT!

    Dieses weinerliche Gehabe um „mimi ich bin voll fett und werde diskriminiert weil ich schon morgens mehr esse als andere am ganzen Tag mimimimi“ setzt sich durch.

    Es ist einfach nur unfassbar!

    Merke: Sind nur genügend Menschen unfassbar dumm, dann werden Kriterien willkürlich reduziert.

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  9. Mona

    Boah, wie heftig!
    Ich fühle mich diskriminiert von der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung, weil sie mir Schlankheitswahn unterstellen! Außerdem hab ich mich nie als „dick“ definiert. Ich sage, ich hatte Übergewicht, bin jetzt normalgewichtig, will aber noch abnehmen, um weniger Fett mit mir rumzutragen und sportlicher zu werden. Also sind sie gegen mich, wie intolerant von denen.

    Wie können sie sich Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung nennen, wenn sie alle Leute diskriminieren, die nicht dick sind? Die finden bestimmt jeden dürr, der unter 80 kg wiegt, wenn sie sich als dick definieren. Wenn ich „Gesellschaft gegenGewichtsdiskriminierung“ denke, stelle ich mir vor, dass dort sehr viele magere mit Körperbildstörung (wie heißt das richtig?) mitmachen, weil sie sich oft als dick sehen, aber andererseits dürfen die da nicht mitmachen, weil sie ja vielleicht dem Schlankheitswahn verfallen sind. Was läuft bei den Leuten falsch? Ich hoffe, das ist nur eine handvoll Personen und dass diese Gruppe niemals wächst.

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  10. maSu

    EMN: Ich bin enttäuscht. Einige Klopper hast du übersehen:

    Nicht das Gewicht, sondern die Diskriminierung wegen des Gewichts macht krank

    Vieles spricht dafür, dass nicht das Körpergewicht selbst, sondern die Stigmatisierung und Diskriminierung aufgrund des Körpergewichts krank macht.

    Wow. Redet man also negativ über das Bauchfett, dann reagieren die Gelenke beleidigt. Danke für die Info!

    oder:

    Statistisch nachweisbare Zusammenhänge zwischen dem relativen Körpergewicht und bestimmten Krankheiten bedeuten nicht automatisch, dass hier ein Ursache-Wirkungsprinzip vorliegt. Ein erhöhtes Körpergewicht kann selbst ein Symptom einer Krankheit sein und nicht deren Ursache.

    Ja natürlich. Ein kaputtes Knie macht übergewichtig während Übergewicht die Gelenke nicht schädigt. So muss es sein!

    Häufig ist in Studien von einem um 20, 50, 100 oder gar 200 Prozent erhöhten Risikos für bestimmte Krankheiten aufgrund eines erhöhten Körpergewichts die Rede. Angaben darüber, wie hoch das absolute Risiko für eine Krankheit ist, fehlen in solchen Meldungen oft völlig.

    Ja stimmt. Wenn die Chance, an Krankheit X zu erkranken bei 1:10.000 steht, dann ist eine Steigerung um 200% irrelevant, weil 3:10.000 klingt immer noch nach wenig. Aber stellen wir das mal anders da: Statt

    1:10.000
    beträgt das Risiko dann
    1:3.333

    Uff. Das klingt anders oder?

    Oder um bei deren Zahlenbeispiel zu bleiben:

    5:10.000.000
    vs
    10:10.000.000

    anders ausgedrückt:

    1:2.000.000
    vs.
    1:1.000.000

    und das nur weil man zu viel frisst. Irre.

    Das Problem ist hier die Manipulation mit großen Zahlen. 5:10.000.000 klingt extrem unwahrscheinlich. 1:2.000.000 dagegen schon wahrscheinlicher. Und stelle ich 5:10.000.000 nun gezielt dem 1:1.000.000 gegenüber, dann klingt das noch bedrohlicher (oder harmloser, je nachdem, wie man es gerade braucht).

    Auch Menschen mit einem hohen BMI können gesund sein, ebenso wie Menschen mit einem niedrigen BMI selbstverständlich nicht automatisch gesund sind.

    Ist das nicht das „Helmut Schmidt raucht aber auch!“-Argument?
    (er raucht nicht mehr… und warum? Hm?)

    Diäten – und damit ist jede Form von willentlich herbeigeführter Kalorienreduktion gemeint – führen in 95 % der Fälle langfristig nicht zu einer Gewichtsabnahme, sondern im Gegenteil zu einer Zunahme*. Der Jojo-Effekt, der – als physiologische Panikreaktion unseres Körpers – fast unvermeidlich zuschlägt, ist aber leider nicht nur ärgerlich, sondern gleichzeitig für eine ganze Reihe von Erkrankungsrisiken verantwortlich, die in keinem Verhältnis stehen zu dem gesundheitlichen oder ästhetischen Vorteil, den man sich von einer Gewichtsabnahme versprechen mag.

    Oh Yea. Panikreaktionen des Körpers, ein fast schon gottesurteilartiger Jojo-Effekt, der selbst natürlich viel schädlicher ist, als Übergewicht. Wer kennt nicht den „Jojo-Herzinfarkt“ oder „Jojo-Diabetes“ oder das „Jojo-Knie“.

    Das 95% der Menschen glauben, eine Diät sei nur eine kurzfristige Kalorienreduktion und keine langfristige Ernährungsumstellung… puh… nein. es liegt am Jojo-Effekt, der einfach einschlägt wie der Blitz: Aus heiterem Himmel und das man bei Gewitter einen Drachen steigen lässt, nein, das hat mit dem Blitzschlag nichts zu tun!

    Jetzt wird es besonders schräg:
    Gründe für Sportresistenz

    Sporteinrichtungen sind sowohl von ihrer Ausstattung und von der Einstellung her nicht auf Dicke vorbereitet
    Puh, also wer so fett ist, dass er im Fitnessstudio nicht mehr auf die Geräte passt, der muss einen BMI von ca. 50 haben. Und auf das Laufband passt jeder … okay, ab BMI 80-100 wird es dann auch dort eng. Und Schwimmen…. puh… manche Menschen sind wohl so dick, die passen einfach nicht ins Schwimmbecken. Das muss es sein.
    Ich hatte dies bisher einfach nur übersehen.

    Probleme, Sportbekleidung in großen Größen zu finden
    Man munkelt, dass ein T-Shirt und eine kurze Hose ausreichend wären. Man kann auch Radfahren, ohne auszusehen, als wolle man gleich an der Tour de France teilnehmen.

    usw… echt übel.

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    1. Sabrina

      Eine Sache ist wirklich schwierig: in großen Umfängen mit großer Brust passende SportBHs oder passende Badebekleidung zu finden. Und mit passend meine ich jetzt so passend, dass die Bewegung der Brüste beim Sport um 80% reduziert ist, was eine sehr große Erleichterung ist.

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      1. maSu

        Auch die Hersteller von Sport-BHs müssen sich irgendwann der puren Physik beugen. Ein Sport BH, der bei einem BMI von 40 oder gar 50+ noch irgendwas hält, der ist einfach utopisch.

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      2. Naja, das ist bei einem solchen BMI ein rein statisches Problem, weil das Unterhaut-Fett nicht so viel Widerstand leistet wie ein Brustkorb und man deshalb stärker einschnüren muß (was auch wieder nicht gut ist). Quasi wie ein Haus auf Sand bauen…

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      3. Fluse

        Damit hatte ich (95-100DD) auch sehr lange Probleme. Im stationären Handel lohnt es sich auch nicht zwingend, für den unwahrscheinlichen Fall der Fälle, dass jemand in der Größenordnung mal einen Sport-BH will, eine Selektion davon auf Lager zu haben.
        Allerdings gibt es z.B. auf Amazon einige richtig geniale Modelle mit Ringerrücken, doppelter Rückenschnalle und richtig gutem Halt in großen Größen. Da ist man mit max 40€ am Start.
        Und ich hab das früher geregelt, indem ich nach ner Suche auf Google einen Tipp aus einem Forum befolgt habe und über einem meiner normalen BHs einfach einen zweiten, hochgeschlosseneren enger sitzenderen ohne Schalen getragen hab. Sieht jetzt nicht ganz so cool aus wie ein richtiger Sport-BH, ging aber auch. Und es geht ja primär eher um Funktion als um Optik.
        Und ich war jetzt auch nicht enttäuscht, dass es damals für mich keine Spandexhöschen in Einpersonenzeltgröße gegeben hat. An Bewegung war in der Größenordnung mehr als Spazierengehen, Schwimmen und Gewichttraining eh nicht drin. Spazierengehen geht in Normalklamotten oder Jogginghose und T-Shirt, Schwimmen im normalen Badeanzug, und warum man für Gewichttraining jetzt irgendwas Besonderes braucht, weil man’s sonst nicht machen kann, erschließt sich mir erst mal auch nichht.
        Auch bei Sport-BHs und -klamotten als Grundlage für Sport gilt also: Wenn man etwas will, findet man entweder eine Lösung oder eine Entschuldigung.

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      4. Mona

        Ich bin totaler Panache Sport Fan, weil die so viele unterschiedliche Größen haben und er gut hält, finde ich. Ich glaub der passt bis 100 cm Unterbrustumfang und 125 cm Brustumfang, bei weniger Unterbrustumfang, haben die auch noch größere Körbchen, also z.B. den 38 inch (also 96 cm) gibt es bis zum britischen H, also entsprechend ca. 121 cm. Bei 34 inch (86 cm) gibt es bis zum britischem J also ca. 116 cm. Gleichzeitig haben die was für schmale Frauen, die 28 inch (bis 70 cm) und Brust von 80 cm (Panache DD) haben.
        Ich mache den immer mit dem Haken hinten zusammen, dann bin ich noch beweglicher beim Sport.
        Deren Bra Fit Video ist auch nicht schlecht: https://www.youtube.com/watch?v=_YxcIafHBVA
        Da zeigen die auch, wie das aussieht, wenn man die falsche Größe auswählt.

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  11. Gerade gefunden:

    Do you know what I would do if I really hated fat people?

    I’d start an international movement to convince them that there is nothing they can do to lose weight, that being fat is not actually unhealthy, and that they should be proud of their food addiction.

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  12. Genial –
    wenn diese Gesellschaft GgG von der Nahrungsmittelindustrie und der Pharmazie gesponsert wird – dann ist das durchaus verständlich, dass sich das Gewicht nicht beeinflussen lässt –
    die Textilindustrie könnte den Jojo – und den Mehrverbrauch durch Mehrumfang ebenfalls positiv sehen –
    ja und was macht ein Arzt ohne Patienten – Altwerden allein reicht nicht für alle Medikamente..

    Ich finde man sollte Niemanden diskriminieren dürfen – eine Demokratie muss Meinungs- und Artenvielfalt fördern –
    gibt es Untersuchungen in wieweit Burnout mit Übergewicht in Zusammenhang steht ?

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  13. Also grundsätzlich habe ich ja Verständnis dafür, dass sich Menschen gegen Gewichtsdiskriminierung engagieren. Diskriminierung und Ausgrenzung von Dicken (oder muss man hier schon PoW == People of Weight sagen? 😉 ) finde ich ebenfalls unerträglich.

    Allerdings fußt das bei mir wohl auf einer anderen Grundannahme, nämlich dass es nicht sein darf Kranke wegen ihrer Krankheit auszugrenzen oder zu diffamieren.

    Die GgG geht aber offenbar von der Grundannahme aus „Naja, es gibt halt auch dicke Leute, und die sind so wie sie sind.“
    Wenn man das auf Alkoholiker oder Depressive münzt, dann wird das zu einer einzigen Satire-Nummer.

    Vor Allem folgende Passage lässt mich einfach nur kopfschütteln:
    „Immer noch herrscht die Fehleinschätzung vor, dass Körpergewicht sei eine unmittelbare Folge einer unausgeglichenen Energiebilanz, also das Ergebnis von zu wenig Bewegung auf der einen und zu viel Ernährung auf der anderen Seite. Diese Gleichung wurde wiederholt in Frage gestellt und durch diverse Experimente widerlegt.“

    Ähm, vielleicht habe ich ja im Physik-Unterricht nicht genug aufgepasst: aber umgibt fettleibige Personen eine Blase der Raumzeit in der die Gesetze der Thermodynamik nicht gelten?
    Das würde ich gerne mal theoretisch bewiesen sehen, wie ein Mensch fettleibig und lebendig bleiben kann sobald er ein bestimmtes Maß an Energiezufuhr unterschreitet.

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    1. katemost

      „People of Weight“ – oh mein Gott! DANKE! Du hast grad all meine Gedanken bezüglich Oppression Olympics und Diskriminierungsrumgeheule in 3 Worten so perfekt zusammengefasst!!!! Danke!

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  14. Unglaublich! Was Leute alles veranstalten, damit sie sich selbst was vormachen können um sich besser zu fühlen…
    Diskriminierung weil der Arzt einen auf Krankheitsrisiken hinweist…
    Oh man…
    Niemand soll wegen seines Aussehens diskriminiert werden. Da sind wir uns alle einig, aber diese Gesellschaft da verwechselt irgendwie etwas… Ich bin immernoch sprachlos wie unglaublich dämlich das ist… Und dass die auch noch angehört werden von verschiedensten Medien und Foren… UNGLAUBLICH…

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  15. Noch ein Verein? Habe das zuerst mit dem Verein „Europäisches Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.)“ verwechselt, das sich ja auch gegen die Diskriminierung Dicker verschrieben hat. (siehe z.B. http://euleev.de/video/19-dr-gunter-frank-gewichtsdiskriminierung-dicke-werden-diskriminiert – was dieser Arzt den Menschen erzählt, halte ich persönlich mittlerweile fast für gefährlich. )

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    1. Hab ich versucht. Sind drei fette Frauen:

      https://www.gewichtsdiskriminierung.de/uber-uns/wer-sind-wir/vorstand/

      … zu denen man nichts weiter findet als ein paar Fernsehinterviews. Somit wäre das eigenes Geld + Geld dummer Menschen + Honorare aus Auftritten im GEZ-Fernsehen. Plus wahrscheinlich irgendwelche Steuergelder, von denen wir nie etwas konkretes erfahren werden. Nur wegen z.B. http://www.ada-bremen.de/2013/11/16/gewichtsterror-zur-allt%C3%A4glichen-diskriminierung-dicker-menschen-in-der-arbeitswelt/

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      1. Mona

        Die Schatzmeisterin hat immerhin etwas mit Pflege studiert. So schreibt man das doch nur dann, wenn man sagen will: Sie hat studiert, aber nie den Abschluss gemacht. Im schlimmsten Fall kann es sein, dass sie nie eine Prüfung mitgeschrieben oder bestanden hat. Weiß man ja nicht, wenn man liest „sie hat studiert“.

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      2. IULIUS

        Zwei vom Vorstand haben definitv was zuende studiert.

        Das eines Arztes vom Beirat ist viel interessanter:
        http://www.gunterfrank.de/seminare/gewicht-und-ernaehrung
        290,- Euro für einen Kurs: „Warum Diäten scheiße sind, gebt lieber mir euer Geld..“

        Die schreiben etwas von überholte Fakten, daß Essen Dick macht.
        Beirat II, Prof. Dr. Achim Peters erklärt, daß Dicksein vom Essen kommt, das Gehirn gibt einen Impuls ich brauche Nahrung…

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  16. Hab gerade einen schönen Spruch gelesen. Der passt perfekt zum Konflikt fatacceptance versus gesunder Menschenverstand ^^

    Negative people always try to drag you down on their level. Love them but rise above them!

    Was die Frauen von GgG auch immer antreibt, ihren Verstand haben sie an der Eingangstür abgegeben und runterziehen lassen sollten wir uns davon nicht

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  17. Shark

    Die Esstipps! 😮

    „Versuchen Sie, Ihren Zuckerkonsum etwas zu reduzieren. Das kann schwierig sein, da Süßes zum Symbol für alles geworden ist, was uns in Diäten verboten wird. Wenn es gar nicht geht, zwingen Sie sich nicht und haben Sie kein schlechtes Gewissen. Versuchen Sie aber z.B. einmal, das Geld, das Sie für Süßigkeiten ausgegeben hätten, dafür einzusetzen, sich mit den feinsten und köstlichsten Früchten zu verwöhnen.“

    Genau, weil Früchte ja kein Zucker enthalten, kann man mit Früchten statt Süßigkeiten, Zucker sparen.

    „Vor allem: Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers. Versuchen Sie nicht zwanghaft, sich bestimmte Nahrungsmittel vorzuenthalten. Ihr Körper weiß, was er braucht, und wenn Sie langfristig konsequent auf ihn hören, regelt sich Ihr Essverhalten ganz von allein.“

    Genau. Der Körper BRAUCHT die Fettschicht, die man mit einem BMI von 40+ hat! Die nächste Eiszeit kommt bestimmt!

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    1. käse

      zumindestens der erste Punkt ist nicht prinzipiell falsch

      Früchte enthalten weniger Zucker als der meiste industriell gefertige Süßkram.
      Und ich denke mit 500 g Erdbeeren wird man sicher weniger Zucker zu sich nehmen als mit 100 g Gummibärchen oder Schokolade.

      Gilt natürlich weniger für Trockenfrüchte oder Bananen, und auch damit kann man sich verschätzen. (Wie bei allem, was man nicht kontrolliert)

      Ist genau wie bei Light-Lebensmitteln:
      Wenn man es „richtig“ macht, kann man damit kcal sparen.
      Wird aber auch oft genug falsch gemacht, weil manche glauben mit Light würden sie vollautomatisch weniger kcal zu sich nehmen.

      Wenn man mehr mit dem Bauchgefühl als mit dem Kopf „rechnet“ entsteht Fettlogik

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      1. Shark

        „Gilt natürlich weniger für Trockenfrüchte oder Bananen,…“

        Eben, eben. *g*

        Ich denke in dieser >Obst statt Süßigkeiten<-Haltung steckt die typische Denkfalle, dass man von "gesunden" Lebensmitteln nicht zunimmt. (Aber ich esse doch viel Salat! [Mit 3 Dosen Thunfisch und einer Tasse fettem zuckerreichen Salatdressing aus der Tube] Aber ich esse doch Müsli statt Brot aus Weissmehl! [Wobei ein vergleichbares Volumen wesentlich mehr Kalorien hat.]

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      2. käse

        Und das kann sich nur durchsetzen wenn die Leute keine Ahnung haben.

        Ich glaube so langsam, dass Tipps von Menschen mit einem „gesunden“ Umgang mit Essen nicht auf Dicke übertragbar sind.
        Das, was die „Gesunden“ in diesem Fall schlank, sportlich, satt (etc) macht ist eher intuitives internalisiertes Wissen. Inutition muss allerdings auch trainiert werden.

        Klar, das steht in dem zweiten Punkt den du zitiert hattest: Intuitives Essen

        Ich denke viele haben eine „romantische“ Vorstellung von Intuition, so ähnlich wie beim Wort „Talent“: Das ist irgendwie sowas angeborenes, was automatisch richtig funktioniert, was man nicht trainieren bzw. erlernen muss. Das steckt in den Genen usw.

        Meiner Meinung nach ist es immer eine Mischung aus Genetik und Umwelterfahrung, in der das Ganze trainiert wurde. Aber es passiert größtenteils im Unterbewusstsein. Deswegen haben Menschen die Ratschläge aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz geben wollen teilweise garkein Bewusstsein dafür, was genau sie eigentlich „richtig“ machen. (Und wie anderes es interpretieren und es dann „falsch“ machen).

        Für den Erfolg ist es ja nur wichtig, dass es funktioniert. Nicht unbedingt warum es funktioniert.

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    2. nessii

      „Ihr Körper weiß, was er braucht.“
      Ja klar, die Riesenpizza, die Tüte Chips und die 300g-Tafel Schokolade sind genau das, was mein Körper ‚braucht’… Ich glaub’s ja wohl!

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      1. käse

        @shark: wie würdest du den Teil des Wissens nennen, auf den du keinen direkten rationalen Zugriff hast?

        (falls du gemeint hast, dass der Begriff sich selbst ausschließt)

        Beispiel: beim Laufen denkst du nicht bewusst über das Laufen nach, trotzdem fällst du nicht hin.
        Das hat man irgendwann als Kind so lange geübt, bis man es konnte.

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  18. Viktor

    Der obligatorische Einwand von der Metaebene:

    Als (immer noch) Übergewichtiger und (meistens positiv) gestimmter Leser des Buches und des Blogs kann ich gut nachvollziehen, weshalb sich „Neue“ (also Abnehmwillige) beim Lesen dieser Kommentare eher abgeschreckt fühlen.

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    1. Mona

      Würdest du bitte ein paar Beispiele nennen, damit ich weiß, was du unter abschreckenden Kommentaren verstehst?

      Gehören meine Kommentare auch zu den abschreckenden? Wenn ja, tut es mir sehr leid, weil ich ganz sicher niemanden abschrecken möchte.

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  19. nessii

    Ich gebe ehrlich zu, beim Lesen der Überschrift habe ich gedacht, es folgt ein weiterer Satire-Artikel. Dass es eine solche Gesellschaft tatsächlich gibt, hatte ich absolut nicht erwartet…

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  20. EinFan

    Etwas auf der Seite umgesehen und die „Fat Studies“ gefunden. Toll, dass könnte sogar noch die „Gender Studies“ toppen. Lasst uns mit öffentlichen Geldern Lehrstühle an Universitäten aufbauen, in denen wir dann forschen können, wie wir unsere Fettleibigkeit als was positives in der Gesellschaft verankern können. … und BMI-Quoten in den Führungsebenen von Konzernen einführen!

    Schön, wenn Menschen so weit weg von echten existentiellen Problemen sind, dass Sie sich mit solchen Themen beschäftigen können. Ist das ein Zeichen von Wohlstand?

    Ich gründe dann in ein paar Jahren die „Player Studies“ für Leute, die statt zu arbeiten nur noch zocken wollen und später die „Bald Studies“ für Leute mit geringem Haupthaar. Oh, wait, die „A**hole Studies“ brauchen wir auch noch! Es kann nicht sein, dass Leute mit schlechtem Benehmen einfach ausgegrenzt werden! Wir sollten das gesellschaftliche Bild von Anstand und Sitte kritisch beleuchten!

    Hmmm, „Troll Studies“ … die Bedeutung von Trollen um festgefahrene Meinungen aufzubrechen kann man nicht unterschätzen!

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    1. Magenta

      „Schön, wenn Menschen so weit weg von echten existentiellen Problemen sind, dass Sie sich mit solchen Themen beschäftigen können. Ist das ein Zeichen von Wohlstand?“

      Ich würde eher auf Dekadenz tippen. XD
      Und diese GgG kommt mir wie ein deutscher Ableger der FA vor, die Argumente ähneln sich.

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    2. käse

      „Oh, wait, die “A**hole Studies” brauchen wir auch noch! Es kann nicht sein, dass Leute mit schlechtem Benehmen einfach ausgegrenzt werden! Wir sollten das gesellschaftliche Bild von Anstand und Sitte kritisch beleuchten!“

      Eine Anspielung darauf, dass narzistisches Verhalten sich sowieso durchsetzt, und man dafür keine Studien braucht?

      Arschlöcher werden doch eher glorifiziert.
      (Zumindestens in Teilen des Internets. Die Asshole-Acceptance-Bewegung ist doch schon Realität.)

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      1. EinFan

        Hmm, jetzt, wo Du es sagst. Wenn die „braven Bürger“ durch gegenderte Texte, verbotene Wörter, verbotene Gedanken und Quotenregeln so ausgebremst werden, dass jede Entscheidung und jede Tat unmöglich wird, dann ist ein gewisses Maß an assholesness produktiv und sehr befreiend. Dr. House, der Typ von Whiplash oder 50 Shades of Gray … alles A*löcher, aber sie bekommen was gebacken und sind erfolgreich.

        .. vielleicht tatsächlich ein facettenreiches und wichtiges Studienfach!

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      2. käse

        „.. vielleicht tatsächlich ein facettenreiches und wichtiges Studienfach!“

        Oder mal n bisschen Machiavelli oder Sun Tsi lesen… oder NLP lernen zum Verkaufsgespräch.
        Die Thesen die ein „gut funktionierendes Arschloch“ machen braucht man nicht in einem Studiengang sammeln. Waffengebrauch ist im Menschen schon angelegt.

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  21. nessii

    Ich habe meinen Lieblingstipp gefunden: „Dekorieren Sie Ihre Wohnung mit dickenfreundlichen Kunstgegenständen“
    Ich dekoriere meine Wohnung nichtmal mit dickenfeindlichen Kunstgegenständen, weil ich schlicht keine Kunstgegenstände besitze. Oder gelten meine Figuren von Anime-Charakteren als dickenfeindlich, weil die Figuren ihren schlanken 2D-Versionen nachempfunden sind?

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      1. Ich habe heute erfahren, dass diese extrem bunten Keramikfiguren, die dicke Frauen in tänzelnden Posen zeigen dickenfreundlich sind. Ich dachte vorher als ich das las, das ist jetzt der Moment, an dem ich entdecke, dass diese Seite doch nur pure Verarschung ist. Die Forderung nach dickenfreundlichen Kunstgegenständen unter dem Stichpunkt: „Was Sie tun können“ empfand ich als deutliches Zeichen so grotesk ist das.

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      1. käse

        Ich find sie hässlich *fatartshaming*

        Wobei…vielleicht sollte ich sie mir auf den Kühlschrank stellen. Das soll doch angeblich zum Abnehmen motivieren, wenn man hässliche Fotos an den Kühlschrank klebt.

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      2. Magenta

        Die Figuren gefallen mir auch nicht, genauso wenig wie dicke Buddhafiguren.
        Ich mag grazile Sachen – bin also eine (nicht mehr ganz so) Dicke, die ebenfalls
        fatartshaming betreibt!

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      3. käse

        hm…ironischerweise mag ich den dicken Buddha wiederum

        er verkörpert buddhistische Gelassenheit und Freude… (vermutlich auch fatacceptance)

        Kann aber sein das die Künstlerin von den bunten Frauen das auch darstellen wollte, nur dass ich es da anders wahrnehme.

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  22. nessii

    Und wenn ich dann solche Vergleiche lese wie „über Ausländer und Homosexuelle darf man das auch nicht sagen“, da kann ich nur den Kopf schütteln. Ausländer und Homosexuelle können an ihrem jeweiligen Status nichts ändern. Die werden immer ausländisch aussehen und Homosexuelle umzuerziehen hat noch nie geklappt, auch wenn man es versucht hat.
    Aber Abnehmen ist nun wirklich kein Hexenwerk.

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  23. Fluse

    Ich finde es prinzipiell total wichtig, gegen die Diskriminierung von Dicken vorzugehen. Das mit dem Verbeamtungshindernis ist zum Beispiel echt Mumpitz wenn man bedenkt, wer sonst alles verbeamtet wird.
    Aber ein extrem langer Lulatsch und ein Winzling müssen sich mit der Problematik von Klamottenkauf, Sitz- und Möbeldimensionen etc. auch abfinden und haben nicht die Option, das Problem durch Gewichtsabnahme zu lösen. Dicke sind damit also nicht allein. Mein Ansatz dazu war immer: Ich kann nicht erwarten, dass jeder meine Entscheidungen bezüglich meines Körpers (oder meinen Körper wie er halt ist) akzeptiert. Wenn jemand mich anpöbeln will, sucht er sich das offensichtlichste Ziel dafür aus. Und wenn das mein dicker Hintern ist, ist das halt mein dicker Hintern. So what. Damit müssen sich Frauen, Männer, Brillenträger, Glatzenhaber, Nicht-Weiße in Europa, kleine, riesige und dürre Menschen auch abfinden. Und auch Menschen mit selbstgewählten auffälligen Eigenschaften wie extremen Haarschnitten und -farben, außergewöhnlicher Kleidung oder Körpermodifikationen. Schreien die deshalb nach Extrawürsten und breitflächiger Akzeptanz (nicht Toleranz – Akzeptanz!)? Nö. Eigentlich eher nicht.
    Wenn ich meinen übergewichtigen Körper toll finde wie er ist und das Gesundheitsrisiko dafür billigend in Kauf nehme, ist das super und mein gutes Recht. Aber sobald ich erwarte, dass sich die Welt dafür an mich anpasst und die Verantwortung für meine persönliche Entscheidung plötzlich jenseits von Krankenversicherung und Co. auch in Bus, Bahn und Textilindustrie zur gesamtgesellschaftlichen Verantwortung wird, habe ich irgendwo einen Knick in der Optik.

    Letzten Endes haben wir zwei Optionen: Entweder Dicksein ist keine Krankheit, sondern meine eigene Entscheidung. Dann trage ich dafür auch selbst die Verantwortung und lebe damit, dass mich das zur Randgruppe macht, für die es einige Dinge halt nicht in so breitem Umfang gibt wie für die Masse der Gesellschaft. Das nehmen andere selbstgemachte Randgruppen für ihre Entscheidungen ja auch in Kauf.
    Oder Dicksein ist nicht meine eigene Entscheidung, sondern Krankheitsbild oder Symptom für ein Krankheitsbild. Dann zu erwarten, dass der Arzt das nicht beim Namen nennt und mir bei der Heilung helfen will, ist genau so utopisch wie der Anspruch, für die Entscheidung, eine Krankheit unbehandelt zu lassen, weil ich das Ergebnis davon für meinen Körper mag, von irgendwem Komplimente zu ernten.
    Ja, man kann erblich/gesundheitlich bedingt ein schwereres Los beim Abnehmen zu haben. Leute, die ein erblich/gesundheitlich bedingt ne Allergie mit sich Rumschleppen oder ein schwereres Los beim Lernen haben, werden dafür auch nicht in Watte gepackt und müssen sich damit arrangieren – und tun das zum Teil wahnsinnig erfolgreich. Unmöglich ist das also trotzdem nicht, auch wenn wir nicht alle die gleichen Startbedingungen haben. That’s life. Sowas wie GgG finde ich da eigentlich eher kontraproduktiv.

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      1. ichichich

        @ Fluse

        „Raucher. Menschen, die Extremsport betreiben, häufiger mal mehr Alkohol trinken, Motorrad fahren…“

        OK, Raucher sind ein gutes Beispiel. Extremsport ist natürlich ein dehnbarer Begriff, ich denke, ein erhöhtes Verletzungsrisiko gleicht sich idR mit besserer Fitness aus.

        „Außerdem lässt das die Frage offen, was man mit all den Menschen macht, die während ihrer Laufbahn an Gewicht zulegen. Denen wird ja nun auch nicht automatisch jenseits eines bestimmten BMI der Beamtenstatus entzogen. Es gilt also: Am Stichtag nicht zu dick/depressiv sein, dann ist’s anscheinend in Zukunft für den Beamtenstatus egal. Und das ist extrem sinnfrei.“

        Ja, das meinte ich auch mit meiner „Kritik am Beamtentum“. Man legt halt strenge Maßstäbe an einem bestimmten Zeitpunkt an und danach lassen sich viele gehen.

        Ist halt die Frage, ob Lehrer zB überhaupt Beamte sein müssen, und bei den Beamten, die unersetzlich sind (Polizei, Militär – letztere zwar keine „Beamten“ im engeren Sinn, aber vergleichbarer Status) ist es sicher sinnvoller, regelmäßige Fitnesstests wie in den USA vorzuschreiben.

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    1. ichichich

      @ Fluse

      „Ich finde es prinzipiell total wichtig, gegen die Diskriminierung von Dicken vorzugehen. Das mit dem Verbeamtungshindernis ist zum Beispiel echt Mumpitz wenn man bedenkt, wer sonst alles verbeamtet wird.“

      Das kann ich nicht ganz nachvollziehen, wer wird denn „sonst alles verbeamtet“? Da würde ich mir doch ein Beispiel wünschen.

      Ich denke eher, dass Adipöse hier gegenüber anderen bevorzugt werden.

      Wer z.B. mal wegen Depressionen in Psychotherapie war, kann meines Wissens nach nicht verbeamtet werden, weil dann aus der inzwischen geheilten Depression ein erhöhtes Risiko zur Dienstunfähigkeit extrapoliert wird.

      Eine „Gleichbehandlung“ wäre, wenn auch ehemals Adipöse wegen erhöhtem Risiko erneuter Adipositas nicht verbeamtet werden.

      Anstatt Diskriminierung Dicker zu sehen, sollte man vielleicht lieber Verbeamtung/Beamtentum an sich ablehnen.

      Ich denke, viele chronisch Kranke würden sich wünschen, durch verändertes Ess- und Freizeitverhalten ihre Erkrankung heilen zu können.

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      1. Fluse

        @ichichich

        Raucher. Menschen, die Extremsport betreiben, häufiger mal mehr Alkohol trinken, Motorrad fahren…
        Wenn das Argument also höhere Ausgaben / höhere Dienstausfallwahrscheinlichkeit wegen Gesundheitsrisiko ist, sind die anderen Gruppen egebfalls problematisch. Wenn also z.B. ein Raucher verbeamtet wird und ein Übergewichtiger nicht, kann man da durchaus fragen, wie das bitte genau zu rechtfertigen sein soll. Das mit der Depression übrigens auch.
        Außerdem lässt das die Frage offen, was man mit all den Menschen macht, die während ihrer Laufbahn an Gewicht zulegen. Denen wird ja nun auch nicht automatisch jenseits eines bestimmten BMI der Beamtenstatus entzogen. Es gilt also: Am Stichtag nicht zu dick/depressiv sein, dann ist’s anscheinend in Zukunft für den Beamtenstatus egal. Und das ist extrem sinnfrei.

        Und das bezieht sich nicht nur auf das Gewicht, sondern auch auf andere willkürliche Kriterien, nach denen eine Verbeamtung nicht oder nur schwer möglich ist. Ich will hier übrigens keine Extrawurst für Dicke. Dass Dicke von der Regelung diskriminiert werden heißt ja nicht, dass andere nicht auch diskriminiert werden – und dass beides entschiedenermaßen kacke ist. Da ist ne Überarbeitung der Kriterien wirlich dringend angebracht.

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      2. ichichich

        OMG, falsche Stelle… 😦
        Hoffentlich klappt es jetzt

        @ Fluse

        “Raucher. Menschen, die Extremsport betreiben, häufiger mal mehr Alkohol trinken, Motorrad fahren…”

        OK, Raucher sind ein gutes Beispiel. Extremsport ist natürlich ein dehnbarer Begriff, ich denke, ein erhöhtes Verletzungsrisiko gleicht sich idR mit besserer Fitness aus.

        “Außerdem lässt das die Frage offen, was man mit all den Menschen macht, die während ihrer Laufbahn an Gewicht zulegen. Denen wird ja nun auch nicht automatisch jenseits eines bestimmten BMI der Beamtenstatus entzogen. Es gilt also: Am Stichtag nicht zu dick/depressiv sein, dann ist’s anscheinend in Zukunft für den Beamtenstatus egal. Und das ist extrem sinnfrei.”

        Ja, das meinte ich auch mit meiner “Kritik am Beamtentum”. Man legt halt strenge Maßstäbe an einem bestimmten Zeitpunkt an und danach lassen sich viele gehen.

        Ist halt die Frage, ob Lehrer zB überhaupt Beamte sein müssen, und bei den Beamten, die unersetzlich sind (Polizei, Militär – letztere zwar keine “Beamten” im engeren Sinn, aber vergleichbarer Status) ist es sicher sinnvoller, regelmäßige Fitnesstests wie in den USA vorzuschreiben.

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  24. EinFan

    Nachdem mein Empör-Reflex abgeklungen ist: Mir fällt auf, dass die letzten Posts mehr das Aufzeigen / Heruntermachen von Fat Acceptance Auswüchsen als Inhalt hatten und weniger Informationen über das fettlogikfreie Abnehmen und Leben. Ich glaube die Gefahr, in eine quasi religiöse Echokammer / Filterblase zu rutschen und sich über das Aufregen von „den anderen“ zu definieren, besteht für jeden Blog / jede Community.

    Ich würde mir wieder mehr wissenschaftliche Erkenntnisse oder widerlegte Fettlogiken wünschen.

    Mal so als Anstoß: Was hat es denn damit auf sich? http://www.wissen.de/video/lang-lebe-italien-campodimele-das-dorf-der-100jaehrigen

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    1. Shark

      Solch eine monokausale Erklärung für Langlebigkeit (Es ist die Ernährung!) macht mich ja misstrauisch.
      Wenn das ein abgelegenes Bergdorf ist, dann werden da ja wohl noch so einige andere Fakten eine Rolle spielen. Sei es die Genetik (nur die Gesunden geben ihre Gene weiter), sei es die viele Bewegung (wenn die Leute sei drei Generationen auf dem Feld arbeiten und das sicher tatsächlich noch mit hoher physischer Anstrengung, da da kaum Maschinen einzusetzen sind), sei es der fehlende Stress des Stadtlebens (keine Autoabgase, keine Hektik), sei es das funktionierende soziale System einer engen Gemeinschaft, dass einen großen psychischen Einfluss haben wird.
      Um nur mal ein paar mögliche Faktoren zu nennen.

      Aber Statements wie: „Der Konsum von Rotwein/Olivenöl verlängert das Leben! Kauft Rotwein! Kauft Olivenöl!“ lässt sich nun mal besser vermarkten.

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    2. katemost

      @EinFan
      Du hast zwar Recht, dass man aufpassen muss, sich nicht in Selbstherrlichkeit zu wälzen. Aber wie du selbst oben schon angemerkt hast, finde ich es durchaus berechtigt sich über gewisse Sachen aufzuregen – z. B. der Gleichstellung durch einige Menschen von Diskriminierung gegenüber Hautfarbe, sexueller Orientierung, Geschlecht UND Übergewicht (zumal ich persönlich hier das Wort Diskriminierung schon unangebracht finde). Es kann doch einfach nicht sein, dass sich einige Leute herausnehmen, sowas auf eine Stufe zu stellen und damit Kämpfe gegen reale Diskriminierung, die wirklich ausgetragen werden müssen, unterminieren. Klar hat da jeder seine eigenen Deutungen und was ich als notwendigen Kampf für eine bessere Welt sehe muss die Nächste nicht auch als diesen betrachten. Aber diese Bemühungen gegen „Diskriminierung von Fett“ machen es meiner Meinung nach Leuten, denen „dieser Genderwahn“ auf die Nerven geht oder Rassisten mit „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“-Attitüde zu leicht, gleich jeden politischen Aktivismus zu diskreditieren.

      Klingt vielleicht hart, ist aber meine Meinung.
      Stop the Oppression Olympics! Stop Competitive Victimhood!

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  25. B.B.

    Hallo, EinFan, so geht es mir schon länger. Auch ich finde es befremdlich, wenn jeder Blogpost sich nur noch an absolut freakigen Beispielen aufhängt, die im normalen Leben so gut wie gar nicht vorkommen und dann der Chor der Community hier brav sofort einstimmt: „igitt! Wie grässlich!“. Besonders das schrille Video von der Tante aus den USA, die aussieht wie eine Transe auf Ecstasy, die meint Dicken ins Ohr brüllen zu müssen und all die anderen fetten Beispiele, die völlig abgedreht daherkommen: warum ist das jetzt nur noch der einzige gemeinsame Punkt? Es ist nichts anderes als dieses pharisäerhafte Mitdemfingerzeigen: „wie gut, dass ich nicht (mehr) bin wie jene dort!“ und gleichzeitig lässt man aussen vor, dass man selbst zu „jenen dort“ gehört hat, denn niemand wird mehr als 150 kg schwer ohne ein Suchtproblem zu haben. Nur vom Einfach-nicht-wichtig-Nehmen wie dick man inzwischen schon geworden ist, weil es einem angeblich total egal war, wie man aussieht, landet man nicht bewegungsunfähig und mit kaputten Knien auf der Couch (vor sich den unvermeidlichen Laptop, der immer noch geht…). Und das wird jetzt runtergeredet auf das Niveau: „alles nur eine Fettlogik, man muß einfach nur aufhören zu essen!“. Letzten Endes ist es wie bei den Anonymen Alkoholikern: man kann auch „einfach nur trocken werden“ und zwar ohne Ausreden und ohne ständig darauf verweisen zu müssen, dass andere noch immer total versoffen, verkommen und verblödet sich durch die Gegend saufen und anderen versuchen weis zu machen, man könne auch kontrolliert trinken. Einmal fressüchtig, immer fressüchtig: das wäre eigentlich mein Fazit nachdem ich auch auf fddb so ziemlich jede Frage gelesen habe und mir schon der Verdacht gekommen ist: „Kalorien zählen muss dumm machen, denn so dumme Fragen kann man einfach nicht stellen“. Die Statistik würde hüpfen vor Freude über diesen Zusammenhang, für mich jedoch eindeutig ein Suchtproblem – das eben immer mit solchen dämlichen Argumenten daher kommt und das Umfeld zur Verzweiflung treibt. Kein Grund auf andere zu zeigen und das mit einem täglichen Arbeitspensum von mindestens 3, wenn nicht 4 Stunden (grob geschätzt): Recherchieren, das Gesuchte finden, aufbereiten, sich versichern, dass es scharz-auf-weiß nicht doch als Haßpredigt daherkommt und wenn das vermieden ist, auch nicht als Tunnelblick, als Fixierung auf nur ein einziges Thema – obwohl es weltweit grade ganz andere Probleme gibt…. Und man als Frau auch Kinder bekommen könnte, was dann ja erst die echte, wahre Gewichtsherausforderun wäre: Das heißt nichts anderes als eine Sucht mit einer anderen bekämpfen, wenn es in dieser Massivität daher kommt wie hier im Blog. Was ich jedoch völlig in Ordnung finde, wenn es hilft einen Rückfall zu vermeiden. Gleichwohl liest sich es sich zunehmend schmallippiger und teilweise auch gemein. Es graust mich seit eh und je mehr vor Erleuchteten und Konvertiten und deren Furor als von genuin Versoffenen, Verfressenen und Verkifften – das liegt in der Natur der Sache. Denn der letztere will auch noch vergessen machen, dass er selbst einmal zu dieser Spezies gehört hat, die er jetzt nicht müde wird an den Pranger zu stellen.

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    1. Viktor

      Nur eine ganz kurze Ergänzung:

      Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

      In diesem Sinne würde ich es auch begrüßen, wenn Hetze und monokausale Erklärungsversuche auf diesem Blog wieder in den Hintergrund treten würden.

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    2. Ehrlich gesagt finde ich deinen Kommentar sowohl mir gegenüber als auch allgemein („die aussieht wie eine Transe auf Ecstasy“, „Versoffenen, Verfressenen und Verkifften“) im Tonfall unangebracht und weit „schmallippiger“ als alles, was hier bisher ansonsten geschrieben wurde. Wenn du der Ansicht bist, dass es wichtigere Themen gibt (stimmt) und dir der Blog nicht gefällt und meine Kinderlosigkeit dich stört, dann würde ich dir empfehlen, dich anderswo umzusehen und dort mitzulesen, statt deine Zeit mir dem Lesen von Dingen die dir nicht gefallen und dem Verfassen langer Kommentare dazu zu verschwenden.

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    3. EinFan

      @B.B.: Hmmmm, da habe ich ja einen ziemlichen Rant getriggert. Kurz: Ich fand das „hello fat people“ Video witzig, denke nicht, dass emns Gewicht was mit Sucht zu tun hatte und das „pharisäerhafte Mitdemfingerzeigen“ zeigt ja nicht auf „die sind noch dick!“, sondern „die verbreiten widerlegte Fettlogik“.

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  26. Shark

    @ B.B. Erzählmirnix hat doch das „Dear fat peope“ Video nicht hier im Blog verlinkt um zu sagen: „Da! Seht her! Genau DAS wollte ich auch sagen!!!“, wie du ihr unterstellst, sondern sie hat es zur Diskussion gestellt und wollte hören, was die Mitleser hier davon halten. (Und das trifft auf viele andere Internetfunde, die sie hier verlinkt hat auch zu.)

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  27. Gerade gelesen „Das Rezept für den perfekten Bombenanschlag liest sich ganz harmlos: 200 Zucker, 50g Butter, 300g Weißmehl, 2 Eier, Backpulver, 1 Liter Öl zum Frittieren. Das Ergebnis ist eine der gefährlichsten Waffen, die je erfunden wurde: der Donut – ein Killer mit 400 cKal. Keine Grippewelle, keine Seuche, kein Krieg, weder Hunger noch Autounfälle töten weltweit soviel Menschen wie Donuts, Muffins, Burger und Co. Jeder sechste Tote geht auf das Konto dieser Mischung aus ggehärteten Fetten und Kohlehydraten.“ So viel zum Thema, bloß nicht einschränken, wie die GgG so gern behauptet ^^

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    1. Donuts sind kein Problem, da krieg ich nicht mal einen runter ohne daß mir danach schlecht wird. Was wirklich mies ist ist der Kirschkuchen mit Streuseln meiner Frau. Das ganze Ding hat knapp 5000kcal und weniger als n Viertel schaff ich einfach nicht…

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    2. käse

      Wenn für dich ein Donut mit 400 kcal ein Killer ist, guck dir niemals den Schokokuchen von McCafé an… ich meine da hatte ein Stück schon 900 kcal (oder mehr)

      Blätterteiggebäck haut deutlich mehr rein.

      (das zitat ist aber auch sehr reißerisch)

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      1. ichichich

        Von McCafé bin ich positiv überrascht. Die haben Kalorientabellen online und vieles von dem Süßkram hat nicht exorbitant viel kcal. Kein Vergleich mit echten, handwerklichen Konditoreien (die haben leider keine Kalorientabellen 😦 ), aber für mich das bessere Starbucks.

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      2. käse

        ich hab mich übrigends im Schokokuchen geirrt, der hat doch etwas weniger kcal. Nur so viel wie eine Tiefkühlpizza 😀

        Ich hab nix gegen McCafé. Vor kcal hab ich keine Angst, solange ich mir diesen bewusst bin.
        Da geb ich dir recht: Bei McCafé kann man immerhin nachgucken und rechnen.
        Bei Bäckereien, Kantinen, Imbissbuden usw. kann man nur schätzen.
        (Und wenn man keine Erfahrungen mit dem kcal-Rechnen hat, verschätzt man sich gewaltig)

        Sobald man dann auch das Schätzen gelernt hat, muss man nicht mehr akribisch rechnen.

        (ich weiß, steht alles irgendwie auch im Buch)

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