Samstagssammlung: Dear fat people – Edition

In der letzten Samstagssammlung verlinkte ich das 6-Minuten-Video „Dear fat people“ von Nicole Arbour. Wer es noch nicht kennt sollte es sich vor dem Lesen dieses Beitrags anschauen.

So. Nun wissen hoffentlich alle, was in diesen 6 Minuten gesagt wurde und haben eine eigene Meinung gebildet.

In denTagen nach dem Posten des Videos gab es auf youtube buchstäblich hunderte Reaktionen und Antwortvideos, zum Beispiel hierhier, hier, hierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhier, hierhierhierhier, hierhierhierhier, hierhierhierhier, hierhierhierhier, hierhierhierhier, hierhierhierhier, hierhierhier und  hier … ich denke, ihr habt verstanden worauf es hinaus läuft: Hunderte davon.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich keines davon ganz gesehen habe, denn in den vier oder fünf in die ich geklickt habe kamen derartig viele Fettlogiken („Essen hat nichts mit dem Gewicht zu tun!!“, „Übergewicht hat nichts mit Gesundheit zu tun – Ich habe dünne Freunde, die keine Treppe hoch kommen und dicke Freunde, die Marathon laufen!“) und wirklich wahnsinnig viele Tränen (literweise!) und moralische Empörung („Magersucht!“ „Die jungen Menschen, die das sehen!!!“) dass ich es nicht geschafft habe, mir das in Gänze anzutun. Auch bei Whitney musste ich aufhören, als sie penetrant Werbung für ihre „My big fat fabulous life“-Staffel machte.

Und obwohl das „Dear fat people“-Video von Nicole Arbour nicht gegen Richtlinien verstieß, sorgte der massive Druck dafür, dass Nicoles Youtubekanal gelöscht wurde – und mittlerweile wieder hergestellt wurde.

Die ganze Geschichte schaffte es natürlich auch in die TV-Nachrichten, die (Online)zeitungen und auch in deutsche Medien.

Konsequenz darüber hinaus war, dass Nicole Arbour ihren Job verlor. Sie hatte zuvor ein Musical choreographiert, in dem es ausgerechnet um das Mobbing einer adipösen Schülerin ging, die am Ende erkennt, dass sie wundervoll ist und sich nicht ändern muss.

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Mich hätte es nicht überraschen sollen, wie die Reaktionen auf diese 6 Minuten eskaliert sind, schließlich erinnere ich mich noch, wie Robin einen Twitter-Shitstorm abbekam, nur weil sie über ihre eigenen Gewichtsprobleme schrieb und mein Buch empfahl. Und wie der Shitstorm sich dann auf mein Buch erstreckte, das keiner gelesen hatte, aber „fatshamend“ und gemein und böse ist, denn das sieht man schon am Titel.

Und auch bei Nicole Arbour gab man sich offensichtlich die größte Mühe, ihre satirischen Überspitzungen als solche zu ignorieren und im Gegenteil sogar noch weiter zu übertreiben. In einem der Antwortvideos, das ich auszugsweise sah, wurde ernsthaft gesagt, dass sie „stop eating!“ gesagt habe und damit offensichtlich will, dass dicke Menschen sterben.

Ich rege mich echt auf. Man kann von dem Video halten, was man will. Man kann es lustig finden oder doof. Aber es ist keine Hatespeech und es ist ganz sicher nicht diesen riesen Shitstorm wert.

Mal etwas persönlich gesprochen, um meine Haltung für einige verständlicher zu machen: Ich muss ein Stück weit aufpassen, wie viele Fettlogiken ich mir ansehe. Ich kann nur eine begrenzte Intensität an fettlogischen Artikeln „aushalten“, denn in mir lösen Fettlogiken, wenn sie „an mich rankommen“ ein tiefes Gefühl von Resignation aus und der Gedanke „Der Jojo-Effekt ist unvermeidlich. Bald bist du wieder dick. Du kannst auch gleich aufgeben. Iss was. Es ist egal.“ wird sehr intensiv. Vermutlich wie bei einem Raucher, wenn er riesen Stress hat und der Gedanke „Eine einzige Zigarette… nur eine….“ aufkommt. Ich weiß auf einer gedanklichen Ebene, dass es Unsinn ist, aber 30 Jahre Verzweiflung und Resignation liegen noch unter der Oberfläche und wenn ich zu viel Fettlogik auf einmal lese, kann mich das richtig reinziehen.

Mir tun Videos wie von Nicole unglaublich gut. Nicht der „Dick ist schlimm“-Ansatz sondern der schonungslose „Du musst nur weniger essen“-Ansatz. Dieses „Alte, es ist kein Hexenwerk. Es ist buchstäblich nur „normal essen“. Jammer nicht rum!“ ist für mich genau das, was ich brauche, um aus diesem Teufelskreis rauszukommen. Jegliche „netten Worte“, Mitgefühl und Verständnis, wie schwer ich es habe und wie hart das doch auch ist, bestärkt mich nur in dieser tiefen Resignation und dem Gefühl „Ja, es ist viel zu schwer. Gib besser gleich auf.“.

Und ich weiß, dass es auch anderen Menschen so geht. Dieser „No Bullshit“-Ansatz wird in vielen Selbsthilfegruppen gepflegt, wo zwar jeder Verständnis hat für die Probleme die die anderen haben, aber gleichzeitig alle wissen, dass Eiteitei und JaduarmesPutPut eben nicht hilft.

Da draußen im Internet gibt es zig tausende Eiteitei-Blogs und DuarmesPutPut-Videos für diejenigen, die das gerne hören wollen und glauben, dass es ihnen hilft. Himmel, es gibt sogar Musicals, die diesem schwer adipösen Mädchen…

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sagen, dass sie sich auf keinen Fall ändern soll (Ja, Mobbing ist falsch, muss man das an der Stelle dazu sagen, damit niemand meinen Artikel zerlegt und hinterher wie bei Nicole auf absurde Schlüsse wie: „Nadja findet Mobbing gut!“ kommt?)

Kurz: Wer das will, bitteschön. Es ist genug davon da. Genug Stoff um Übergewichtige und Adipöse darin zu bestärken, dass sie nichts ändern sollten, dass Abnehmen unmöglich ist, dass sie resignieren..äh… sich selbst akzeptieren sollen und Normalgewicht unerreichbar ist. Diese (falschen) Infos sind nicht verboten, und ich habe es auch jahrelang geschafft, mir meine kleine, heile Blase aus Fatacceptanceblogs zusammen zu zimmern, die mir immer schön sagten, was ich gerne hören wollte und die auf Artikel und „Studien“ verwiese, die ebenfalls sagten, was ich gerne hören wollte. Und was war ich angepisst, wenn sich mal ein böser „fatshamender“ Artikel in meine Blase schummelte. Das machte direkt so ein schlechtes Gefühl von „Vielleicht ist dein Übergewicht doch nicht gesund….“, das dann schnell weggewischt wurde von „Ja, das ist halt wieder einer dieser typisch klischeebeladenen Artikel, wenn der Autor mal WIRKLICH recherchiert hätte und nicht nur Vorurteile reproduzieren würde, blabla“

Aus dieser Blase, die auch immer dicker und stabiler wird, je mehr „Informationen“ man sich zusammengesucht hat, kommt man nur raus, wenn irgendwas passiert. Bei mir musste es die eigene schmerzhafte Erfahrung sein, bei anderen vielleicht die Worte einer nahestehenden Person, bei manchen sogar böses Fatshaming (auch wenn das sicher nicht die beste Variante ist) oder eben so ein doofes 6-Minuten-Video. – Manchmal oder meistens, ist es einfach die Kombination aus mehreren dieser Dinge, die sich summieren, so dass man irgendwann nicht mehr die Augen verschließen kann.

Nicole sagt am Ende ihres Videos: „Die Wahrheit ist: Ich liebe euch, egal was ist, aber ich hoffe wirklich wirklich, dass diese Wahrheitsbombe in euer Gesicht explodiert und Schrappnelle in eure Seele sinken, die euch dazu bringen, gesünder sein zu wollen, so dass wir euch länger auf diesem Planeten haben können.“

Glücklicherweise ist das Bombenräumkommando in Form von hunderten Fatacceptancevertretern sofort ausgerückt, um jegliche Explosion zu verhindern und allen zu versichern, dass Nicole Unsinn sagt und Übergewicht weder ungesund noch selbst verursacht ist.

Ich denke, es braucht mehr solcher Wahrheitsbomben. Sachliche, gut recherchierte Artikel, Bücher, Dokus, Sorge von Freunden und Familie, Ärzte, satirische Videos… her damit. Einzeln richten sie vielleicht nichts aus, aber zusammen können sie die Blase zum platzen kriegen, so dass Menschen sich tatsächlich INFORMIERT für oder gegen Übergewicht entscheiden können und sich nicht in die Resignation schubsen lassen.

49 Gedanken zu “Samstagssammlung: Dear fat people – Edition

  1. yannaba

    Ich habe mir das Video gerade vor einer Stunde erst angesehen – eben weil ich auch über den Artikel mit dem verlorenen Job gestolpert bin. Ich fand es zwar nur eingeschränkt witzig, aber auch nicht wirklich diskriminierend (schon allein wegen des von dir zitierten Satzes).
    Die Reaktionen finde ich vollkommen übertrieben und unangemessen. Und auch ziemlich dümmlich, wenn man in Betracht zieht, dass diese das Video ja nur noch bekannter machen.
    In was für einer Zeit leben wir eigentlich, wo niemand mehr seine Meinung sagen darf, ohne gleich an den Pranger gestellt zu werden?

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  2. Biene

    Nun, ich hatte mir das Video schon angesehen und finde sachlich nicht falsch, was gesagt wurde, aber die Art der Präsentation hat mich mehrfach fast mittendrin aufhören lassen.
    Persönlich gesprochen: Wenn mich jemand so anquatschen würde bei einem ernsthaften Thema/Problem, ich würde nicht zuhören. Jeglicher Inhalt wäre eben mit dieser Art ihn rüberzubringen leider auf dem selben Niveau wie die Präsentation und damit unten durch.
    Alleine dieses kopieren von Jenna Marbles zwischendrin. Letztere hat allerdings gemeistert wann ein solches Auftreten zum Thema passt und wann nicht. Sie tritt nur dann so auf, wenn sie auf den ersten Blick erkennbare Quatsch-Videos macht oder eine steretype Beobachtung zu Mann-Frau-Sachen, wo sie eben auch satirisch überzieht.

    Nicole hatte aber eine ernsthafte Botschaft. Diese Art das rüberzubringen mindert in meinen Augen den Inhalt und wirkt auf mich so als würde sie das Thema ebenfalls nicht ernstnehmen oder die Leute, die sie ansprechen möchte. Oder sie überzieht dazu einfach nicht genug, was ihr aber wahrscheinlich einen noch größeren Shitstorm beschert hätte.
    Vielleicht fand ich es auch einfach nicht lustig und kann das deshalb nicht verstehen.

    Sie wird das vermutlich vollkommen anders gemeint haben und die Konsequenzen sind mal wieder vollkommen übers Ziel hinaus, ohne Frage.
    Wollte das nur mal aus meiner Perspektive beschreiben.

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    1. IULIUS

      „Persönlich gesprochen: Wenn mich jemand so anquatschen würde bei einem ernsthaften Thema/Problem, ich würde nicht zuhören. Jeglicher Inhalt wäre eben mit dieser Art ihn rüberzubringen leider auf dem selben Niveau wie die Präsentation und damit unten durch.“
      Im Grunde hört man meist nur auf Schlüsselwörter um etwas positiv oder abstoßend zu finden. Gerade bei solchen Themen ist es egal, wie man es rüberbringt. Entweder man hört zu weil es dem Kernthema folgen kann oder eben nicht, weil man das Kernthema ablehnt.
      Daß man unwillige Menschen mit Fakten nicht erreicht, dürfte meisten, die den Block hier positiv verfolgen nichts neues sein. Wenn man mit Fakten nicht punkten kann, versucht man es halt mit Humor.

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      1. Biene

        Ich achte sehr auf Körpersprache und Tonfall um abzuschätzen wie ich das Gesagte eines Gegenübers einschätzen soll.
        Mir geht es da definitiv nicht um irgendwelche Schlüsselwörter sondern um die Art, die gewählt wurde, das Thema anzusprechen.

        Ich muss aber auch sagen, ich bin niemand, der anderen Leuten absichtlich Unfug erzählt, weshalb auch meine dicken Freunde wissen, dass ich sie als Menschen schätze, wie sie sind und ihren körperlichen Zustand für nicht gesund halte.
        Vielleicht suche ich mir auch nur die richtigen Menschen aus, aber das ist nie ein Problem. Alledings sind das eben aber auch keine selbstmitleidigen Menschen, die alles nur nicht sich selber, für ihr Dicksein verantwortlich machen, sondern auch sagen, dass sie zu viel essen.

        Jemand, der ständig rumjammert und andere verantwortlich macht, wird das früher oder später auch mit mir machen und dafür ist mir meine Zeit zu schade.
        Wenn solche Leute sich aufregen wollen, geht das deshalb auch immer an mir vorbei.

        Vielleicht schätze ich aber dadurch die Situation auch komplett falsch ein.

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      2. IULIUS

        Ich meinte es eher in die Richtung, wenn das Thema grundsätzlich bei Dir positiv ankommt, bist Du eher geneigt zuhören, auch dann, wenn es schlecht rüber gebracht wird. Die Art und Weise zu kritisieren ist ein anderes Thema.

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      3. Biene

        Ja, das stimmt schon. Ich denke, es ist sehr menschlich, dem dem man zustimmt, wohgesonnener zuzuhören.

        Allerdings ist das ja keine neue Entwicklung und keine schwer zu durchschauende Sache.
        Deshalb würde ich persönlich bei von mir schwierig empfundenen Themen immer eine gemäßigtere Art wählen, die eben auch ausdrücken soll, dass ich das Thema und die Betroffenen ernst nehme.

        Die Erstellerin des Videos hat eine andere Art gewählt. Sie wird ihre Gründe gehabt haben, über die ich wild spekulieren müsste, also sage ich lieber, dass ich keinen Schimmer habe, warum sie das so rüberbringt.

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      4. käse

        Biene, ich geb dir da recht.
        Wobei ich zugeben muss, dass ich mir das Arbour-Video nicht lange angucken kann, weil mich ihre affektiere Art schon abstößt. Da ist es mir egal, ob ihre Thesen „nüchtern“ betrachtet nicht beleidigend sein sollen, der Ton macht die Musik.

        Aber so langsam glaube ich: was dem einen ein Gift ist, dem anderen eine Medizin.
        Ergo: für mich ist das Video die falsche Medizin, ich brauche anscheinend ein anderes „Gift“.

        Ist genau so wie die Erziehungsmethode wo man den Kindern sagt „du schaffst das sowieso nicht, bist du viel zu blöd für“. Einige bekommen dabei so einen Ehrgeiz es dieser Person beweisen zu wollen, dass man nicht dumm ist und DASS man es schafft. (Wie heißt das im allgemeinen Sprachgebrauch? Umgekehrte Psychologie?)
        Ich dagegen fühl mich dann eher nicht respektiert, selbst wenn ich auf die Idee komme, dass jemand es wirklich „gut“ meinen sollte, dass er mich damit antreiben will. Das halte ich für einen seltenen Fall, dass jemand das wirklich nicht abwertend meint.
        Bei mir überwiegt da als Spontanreaktion der Trotz. Wenn ich etwas will, dann will ich es für mich selbst schaffen, nicht für andere. Für mich überwiegt da eher das Gefühl, dass diese Mensch sich nicht wirklich für mich interessiert, sondern nur will dass ich nach seiner Pfeife tanze.

        Ergo: wer so ein Verhalten von anderen Menschen nicht erlebt hat, kann vielleicht nicht nachvollziehen warum man sich dagegen so wehrt.
        (Vielleicht hat es auch mit Motivationstypen zu tun. Intrinistisch, Extrinistisch. Ist ja beides nicht verkehrt)

        Menschen die mir dagegen übertrieben Honig ums Maul schmieren nehm ich dagegen nicht wortwörtlich ernst. Klar, wenn man mir Lösungen (Fettlogiken) präsentiert die nicht funktionieren ist das scheiße. Ich erkenne aber an, dass man mir helfen will. Allerdings erwarte ich inzwischen nicht mehr, dass mir andere Lösungen präsentieren, die bei mir funktionieren.
        Wer in einer anderen Situation steckt als ich, kann mir kaum lebensnahe Tipps geben. Mir bleibt da nix anderes übrig, als diese Sachen zwar im Hinterkopf zu behalten, aber mich selbstständig zu informieren und auszuprobieren, was funktioniert. Ist bei anderen Tipps ja auch nicht anders. Nur weil mir jemand sagt, dass irgend ein Film oder eine Serie phänomenal geil ist, muss ich das ja nicht genau so empfinden.
        Vieleicht hat es auch etwas mit Gruppendynamik und Zugehörigkeitsgefühl zu tun, wenn derjenige und/oder ich enttäuscht darüber sind, dass wir in dem Punkt unterschiedlich denken oder fühlen. Man fühlt sich halt wohler wenn man Nähe aufbauen kann.
        Bei wirklich wichtigen Sachen sind „falsche Empfehlungen“ dann wieder wie Gift für die Beziehung.

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  3. Die Reaktionen auf das Video fand ich so traurig. Gut, dass du ihren letzten Satz nochmal hier übersetzt hast. Ich fand es so toll von Nicole – ich mein, sie sagt schließlich, „ihr seid tolle Menschen, ich liebe euch egal für was ihr euch entscheidet, aber wünsche mir dass ihr die Entscheidung trefft, die euch länger und glücklicher leben lässt.“ Das ist das Gegenteil von Hate Speech, das ist Akzeptanz, Empathie und Ehrlichkeit. Drei Eigenschaften, die so vielen Fatacceptance-Vertreter*innen mittlerweile vollends abhanden gekommen zu sein scheinen 😦

    PS: Mir ging es übrigens ebenfalls so, dass mir „Dear Fat People“ gut tat. Videos wie das wecken mich immer wieder auf, wenn ich mir mal wieder selbst eine Bullshit-Story über mich selbst und ach so unbeeinflussbare Umstände erzähle. Wir brauchen mehr Menschen, die so direkt und trotzdem wertschätzend den Scheiß aus unseren Köpfen schütteln.

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  4. Ich fand das Video jetzt nicht so dramatisch – ich fand’s aber auch null lustig. Wobei das wahrscheinlich an mir liegt, ich find relativ wenig lustig, am wenigsten ihr offensichtliches Nachahmen von Jenna Marbles.

    Was mich jedoch „stört“ – dieses Getue, als wäre man der erste Mensch, der Dicken mitteilt, dass sie dick sind. Wir wissen das. Danke.

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    1. käse

      Vor allem ihre ersten Sätze:
      Irgendwas über ihre Haare
      Und dann direkt ein übertriebens „some people blablabla mad about this video“
      Provokant dann „blabla fat people will you do *nuschel* gonna chase me, gonna chase me, huh. Really, you chase me, you chase me“

      Mal schauen was Wespen davon halten, wenn ich gegen ihr Nest trete. „What will you do wasp? Chase me, Chase me? Really, you chase me“…
      ORLY?

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      1. käse

        Hm…vielleicht sollten die bei Heftig.co mal das Video verwenden
        „Zuerst waren alle mad, doch was dann geschah war unglaublich. Vor allem ab Minute x:00 war ich berührt“

        Nennt man „Clickbait“.
        (Bitte exe-Dateien aus E-Mails nicht öffnen…)

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  5. Shark

    Okay, ich finde die Dame des You-Tube Videos nicht im geringsten komisch.

    Was ich aber komisch finde, ist die Begründung aus den von dir verlinkten „deutschen Medien“: Sie hätte ja schon irgendwie recht mit dem, was sie sagen würde, >Dennoch sagt sie ihre unerbetene Meinung in einem Tonfall, der schlicht und einfach Mobbing ist<

    Wie bitte? Wenn jemand etwas sagt, ohne darum gebeten worden zu sein und das auch noch sarkastisch sagt, dann ist das Mobbing? Sollen wir jetzt alle Satiriker und Komiker verbieten?

    Dass das Video aus Sorge um die Gesundheit der Dicken erstellt wurde, nehme ich ihr nicht ab. (Schon allein deswegen nicht, weil es ihr zu häufig darum ging, dass sie unter den Dicken "leidet" und die darum nicht riechen, neben sich sitzen, oder wegen denen in der Schlange länger warten mag). Und das irgendjemand wegen ihrer Kritik abnimmt, glaube ich auch nicht.

    Wie mein krankhaft übergewichtiger Lieblingsautor sagte: "Ich WEIß das ich fett bin! Es hilft mir gar nichts, wenn man mir das auch noch unter die Nase reibt!"

    Der Anlass, das Video zu posten war doch eher, eine kontroverse Stellung zu beziehen und dafür dann viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Und genau das hat sie ja glänzend erreicht.

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    1. IULIUS

      „Schon allein deswegen nicht, weil es ihr zu häufig darum ging, dass sie unter den Dicken „leidet“ und die darum nicht riechen, neben sich sitzen, oder wegen denen in der Schlange länger warten mag.“
      Das sind Probleme, genauer Belästigungen, die mit dem Dick sein verbunden sind. Warum magst Du nicht, wenn das thematisiert wird?

      „Ich WEIß das ich fett bin! Es hilft mir gar nichts, wenn man mir das auch noch unter die Nase reibt!“
      Zum einen, wenn er es weiß, warum tut er dann nichts dagegen? Zum anderen, warum darf man ein offensichtliches Merkmal von ihm nicht ansprechen?

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      1. Ich fände es jetzt grundsätzlich auch eher unnütz, jemanden darauf anzusprechen, dass er Raum einnimmt. Im Gegensatz zum Raucher kann der Übergewichtige halt nicht aus Rücksicht eine halbe Stunde dünn sein und draußen wieder weiter dick sein.

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      2. IULIUS

        Die Frage dabei ist, welche Person Du bist, diejenige, die 1 1/2 Sitzplätze einnimmt oder diejenige, die daneben sitzt.
        Genausowenig wie die Person sich mal kurz dünn machen kann kann man nicht mal so einfach die Sitze im Bus verbreitern. Die Masse mancher Menschen ist ein ernsthaftes Problem. Wo man dem ausweichen kann ist es trivial. Aber man kann nicht immer ausweichen. Dann ist es doch ein Thema.

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      3. IULIUS

        Anm. In Berlin gibt es mittlerweile Busse, bei denen Plätze vorhanden sind, die ideal für erheblich übergewichtige sind. Jeweils ca. 1 1/2 Sitze breit.

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      4. Shark

        Warum magst Du nicht, wenn das thematisiert wird?

        Ich habe nicht geschrieben, dass ich nicht mögen würde, dass das thematisiert wird – ich habe geschrieben, dass ich ihr nicht abnehme, dass sie das Video gemacht hat, (nur) weil ihr die Gesundheit der Dicken am Herzen liegt.
        Einfach mal genauer lesen.

        >Zum einen, wenn er es weiß, warum tut er dann nichts dagegen? Zum anderen, warum darf man ein offensichtliches Merkmal von ihm nicht ansprechen?<

        Zum einen: Wer sagt dir denn, dass er nichts dagegen tätet? Er tut etwas, aber wenn sich seine Blogeinträge so lese, dann leider mit viel Fettlogik und darum nicht sehr erfolgreich.

        Zum zweiten: Natürlich darf man jemanden darauf ansprechen. Aber was soll es bringen, jemandem Fremden zu sagen: "Boah, bist du fett!" oder auch nur "Du bist massiv übergewichtig."?
        Derjenige weiß das, und der Sprecher klingt bestenfalls wie ein kleines Kind, dass das Offensichtliche feststellt oder schlimmstenfalls abfällig und gehässig. Jemanden damit zum Abnehmen zu bringen ("Oh mein Gott! Er hat recht, ich bin fett! Ab morgen mache ich Diät!") wird wohl kaum passieren.

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      5. IULIUS

        U. U. läuft das darauf hinaus das Verhalten einer Person nicht kritisieren zu dürfen, nur weil sie Fett ist.
        Menschen benötigen auch Rückmeldungen, um zu wissen, wie andere auf sie reagieren. Das ist nicht immer negativ.

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    2. noxneurotica

      Es ging ja gar nicht mal darum, dicken Menschen zu sagen ‚übrigens, du bist dick‘ sondern darum, dass es einige dicke Menschen gibt, die leugnen, dass ihre Gesundheit und eventuell auch ihre Mitmenschen darunter leiden und jeglichen Hinweis darauf als fatshaming bezeichnen. In der Fat Acceptance Szene ist es ja zur Zeit in, sich von allem und jedem wegen des eigenen Gewichts angegriffen zu fühlen. Nicole wollte wohl mit ihrem Video erreichen, dass das Tabu gebrochen wird, über negative Auswirkungen von Übergewicht zu sprechen. Sie bedauert dass es schon eine Bewegung gibt, die die Leute aktiv mundtot machen will, die irgendwas negatives zu Übergewicht sagen. Das geht alles über ein ‚du bist fett!‘ hinaus.

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      1. Shark

        @ IULIUS:

        Ich bin kein Vertreter der Fatacceptance-Bewegung. Deine Befürchtungen, dass ich die Ansicht vertreten würde, dass man das Verhalten einer Person nicht kritisieren dürfte, nur weil sie fett ist, trifft bei mir nicht zu.

        Ich verstehe nur nicht, warum wildfremde Leute meinen, sie müssen jemand anderes Äußeres ungefragt kommentieren. (Und das geht in beiden Richtungen. „Sie sind so mager, sie sollten mal mehr essen!“, „Sie sehen so dürr aus, sie sind doch nicht krank, oder?!“ – sollten sich Fremde bitte auch verkneifen.)

        Jemand, der herumläuft und jedem Fremden, der sich eine Zigarette ansteckt verkündet, wie ungesund das sei, wird als der Missionar und Besserwisser gesehen, der er ist. Das sollte m.E. bei ungebetenen Kommentaren hinsichtlich der Körperfülle genauso gelten. Sollte man mit dem betreffenden ins Gespräch kommen und sollte der gar um Rat fragen, kann man ja immer noch sein ganzen Wissen über den ausschütten. Oder gegen dessen Fettlogik argumentieren, wenn er verkündet, dass Übergewicht ja so toll sei.

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    1. Biene

      Oh, das ist ja der Boogie.
      Der sucht mMn wirklich gar nichts in der Liste der Fettlogikvertreter.
      Ja, er ist dick. Ja, er ist nicht gerade erfolgreich das zu ändern.
      Aber nein, er ist sehr offen, reflektiert und ich finde auch überhaupt nicht, dass er irgendwas sagt, dass einen davon abhalten könnte, abzunehmen.

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    2. Ich habe sie zufällig gelistet, wie sie bei youtube erschienen. Boogie ist in dieser Sache meist sehr sachlich, weist auf Gesundheitrisiken hin usw. Vor 2 Jahren, als ich anfing abzunehmen, sah ich ihn regelmäßig und fand ihn gut. Irgendwann merkte ich, dass er immer dasselbe erzählt darüber, wie schwer Abnehmen ist wegen seiner Psyche (eine Therapie hater aber offensichtlich nie angefangen). Etwa alle 6 Monate ist er völlig begeistert von einer neuen Superdiät, mit der er dann in 1-2Monaten um die 20kg verliert, diesmal dann ganz sicher schlank wird, etc. Dann nimmt er alles wieder zu, wird wieder etwas mehr Fatacceptancemäßig, bis er die nächste Superdiät anfängt und wieder mehr über die Gefahren von Übergewicht referiert. Irgendwann hat mich dieser Kreislauf eher deprimiert und ich habe aufgehört, ihn zu schauen.

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      1. Biene

        Ja, er schafft es derzeit (noch?) nicht.
        Ich weiß auch nicht, was genau sein Problem ist, aber es ist ja offensichtlich vorhanden. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass er so lange und konsequent trollen könnte.

        Ich muss sagen, ich leide da immer mit bei ihm. Irgendwie habe ich das Gefühl (Und das ist nur meine Einschätzung und kann ausdrücklich sehr daneben liegen!), dass er mit dem Selbstwert kämpft. Er sagt ja wirklich oft (Früher habe ich die Kommentare gelegentlich gelesen und sehe woher u.a. dieser Eindruck kommt.), dass man als dicker Mensch für manche ein Mensch zweiter Klasse ist. Sollte er versuchen das durch Abnehmen zu lösen oder das zu sehr ineinander greifen, kann ich verstehen, warum das scheitert.

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  6. Kuttel Daddeldu

    OT…

    …vielleicht nur eine Frage, mit welcher Art von Bildern und Videos man einst sozialisiert wurde? Ich ertrage diese Art von Youtubern kaum 30 Sekunden. Völlig unabhängig vom Inhalt. Dieser Irrtum, dass Schnitte „irgendwie“ kreativ wirken sollen. Diese Art zu reden, die auf mich strets so wirkt, als würden sie komplett begriffstutzige Retardierte ansprechen wollen. Die übertriebene Mimik. Das gilt für viele dieser Stars dort, egal ob deutsch oder anderssprachig. Im Rundumpaket bleibt der Eindruck eines aufgesetzten, komplett unechten Rumgetues und löst bei mir einfach nur Ekel aus. Kann es nicht ändern: selbst wenn ich des Themas wegen so ein Filmchen schauen will, es ist unerträglich.

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  7. Mclane

    Ich fand das Video, gerade auch in der harschen Form sehr angemessen. Für meine Entscheidung jetzt mal Nägel mit Köpfen zu machen (so abnehmtechnisch), war vor allem auch eine gehörige Portion Wut verantwortlich. Der Trend unangenehme Wahrheiten so lange weichzuspülen bis sie keinem mehr weh tun finde ich unerträglich. Und wie die Internetcommunity jede Meinung, die nicht ins Raster passt niederknüppelt, erinnert mich unangenehm an Orwells 1984.

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    1. käse

      Ich glaube es geht nicht um ihre Meinung selbst.

      Übringens kann man das Spiel auch umdrehen: Wie „Fat-People“ niedergeknüppelt werden steht Orwell auch nicht entgegen.

      Im Internet bilden sich gerne gegensätzliche Mobs die in ihrer Erscheinung so präsent sind, dass man gemäßigte Positionen dazwischen garnicht mehr wahrnimmt. Viele haben dann das Gefühl sich zwischen den beiden Polen entscheiden zu müssen. Andere klinken sich eher ganz aus, als sich in diesen Sog hineinziehen zu lassen.

      Da gibt es keine „Guten“ und keine „Bösen“. Die kämpfen mit den gleichen Waffen.

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  8. Ich hatte das Video bisher nicht gesehen (weil ich nur selten Lust habe verlinkte Videos zu gucken weils meistens stört) bis heute Least I Could Do einen passenden Comic gemacht hat, da wurde ich dann doch neugierig (da Sohmer und Lar sich selten mit ihren Meinungen zurückhalten):

    http://www.leasticoulddo.com/comic/20150912/

    Vom Stil her gehts mir so wie Kuttel, war nur schwer erträglich. Inhaltlich deutlich undiplomatischer, als ich es ausdrücken würde, aber sie hat schon grundsätzlich recht. Die Reaktionen waren wie erwartet…

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  9. noxneurotica

    Meiner Meinung nach war das schon recht unklug von Frau Arbour, ihre Message noch so sehr mit den Beispielen der ‚ekelhaften, stinkenden‘ Fetten auszuschmücken. Das war klar, dass das den Ton des ganzen Videos ändert und den perfekten Nährboden für Berufsaufreger liefert. Hart finde ich, dass ihr gekündigt wurde – wo es doch einen deutlichen Unterschied gibt zwischen Mobbing aufgrund des Körpergewichts und dem, was sie macht: ein Tabuthema ansprechen, was dann halt leider wie böses Fatshaming verstanden wird. Dieser ‚tough love‘-Ansatz mag manchen nicht gefallen (ich persönlich fand es nicht schlecht, wie sie Klartext geredet hat, aber der Videostil und die klare Kopie vom Auftreten von Jenna Marbles führt zu dem Gesamteindruck ‚meh‘), aber es war für mich keine Diskriminierung zu erkennen. Ironischerweise hat man genau das mit ihr gemacht, was sie in dem Video kritisiert: die ‚Diskriminierung!!‘-Karte spielen und damit versuchen, ihre Aussagen komplett zu invalidieren.

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    1. Biene

      Ich weiß halt nicht, wie man das nennen soll, wenn jemand eine Gruppe „ekelhaft“ oder „stinkend“ nennt. Konstruktive Kritik ist es allenfalls nicht.

      Ich verstehe die Menschen, die ihr Mobbing vorwerfen schon irgendwie. Ich bin mir nicht sicher, ob das ihre Absicht war, aber manche Dinge sind nunmal raus, wenn man sie auf einem öffentlich zugänglichen Medium zeigt.

      Das mit dem Job finde ich sehr zweischneidig mitlerweile.
      Einerseits verstehe ich, dass sie entlassen wurde, weil sie eben gegen die Intention des Projektes, an dem sie mitwirkt, öffentlich gehandelt hat. Findet sie nicht gut, womit sie ihr Geld verdient, ist das natürlich nicht schön, aber nehmen wir mal den Fall, dass ein Kamerafrau eines rechts zu verortenden Senders Flüchtlinge tritt und ihnen ein Bein stellt. Die Menschen im Sender mögen das privat vielleicht teilweise nichtmal schlecht finden, aber trotzdem muss man sich öffentlichkeitswirksam distanzieren und die Frau deshlab entlassen…
      Andererseits wollte sie vielleicht Kritik üben, weil sie neue Einblicke gewonnen hat.
      Das ist natürlich an sich nichts schlechtes, aber dann muss eben auch die Übergeung da sein, wo man gerade arbeitet und ob das Konsequenzen haben könnte.

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      1. noxneurotica

        Also diplomatisch war das sicher nicht, was sie gemacht hat, und es war auch nicht immer vollständig als Satire zu erkennen. Manchmal hab ich mich auch gefragt, was jetzt noch ernst gemeint ist und was nicht. Ich muss aber auch sagen, dass keiner das Recht darauf hat, von unangenehmen Tatsachen verschont zu bleiben. Sie hat genau so das Recht, sich über die Beschönigung von Übergewicht aufzuregen, wie andere das Recht haben, sich über sie aufzuregen.

        Naja, sagt sie in ihrem Video tatsächlich etwas, das entgegen der Intention des Projekts ist? Sie hat ja nirgends gesagt, dass es okay ist, dicke Leute zu mobben oder das dicke Leute sich für andere ändern müssen. Ihre Meinung ist, dass wenn jemand, der dick ist, zu hören bekommt, dass das ungesund und schädlich ist, nicht die Ohren verschließen und ‚fat shaming!‘ schreien soll. Dass ‚body positivity‘ nicht dazu missbraucht werden soll, Übergewicht zu verharmlosen. Das sind für mich unterschiedliche Dinge.

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      2. noxneurotica

        Ich hab mir jetzt auch nochmal ein paar Reaktionsvideos angeschaut und finde dieses ganze ‚Keine Sorge, hör nicht auf sie, du bist perfekt und toll wie du bist‘ ist nicht konstruktiver als das Originalvideo. Klar, es klingt netter, aber im Endeffekt hat das der Sache an sich nichts genützt. Menschen sollten dazu ermutigt werden, sich ihre eigene Meinung zu bilden und sich jeden Standpunkt anzuhören (außer er ist wirklich abartig beleidigend oder hirnrissig). Im Internet glaubt halt jeder, er hat die Wahrheit für sich gepachtet und da wird schnell mal jeder Andersdenkende runtergerredet. Der Hass, den Nicole teilweise abbekommt, ist um ein vielfaches negativer als ihre dummen Witze.

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      3. Biene

        Ja, ich finde, wenn man sagt, dass Dicke eklig sind und stinken, dann sagt man nicht im Sinne des Projektes „Es ist auch o.k. dick zu sein.“.
        Ich finde das schließt sich schon gegenseitig aus.

        Ich habe natürlich nicht alle Antwortvideos gesehen. Einige finde ich blöd, weil es keinen Grund gibt zu behaupten Dicksein wäre genauso gesund wie Schlanksein und den ganzen Kram.
        Andere finde gut, da sie sagen, dass man andere Menschen aufgund ihrer körperlichen Erscheinung nicht bewerten soll.
        Ich möchte ob meiner Erscheinung bitte auch nicht hören, dass ich zu wenig esse oder dass Kleidergröße 34 ja krank ist. Genauso finde ich es übergriffig und unverschämt anderen Menschen wegen eines äußeren Merkmals zu unterstellen z.B. ekelhaft zu sein oder zu stinken.
        Ist einfach keine Art für mich persönlich.

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      4. noxneurotica

        Hat sie denn irgendwo gesagt, Dicke sind eklig und stinken? Nein, sie hat beispielhaft ein Erlebnis mit einer dicken Familie beschrieben, bei denen sie erfahren hat, dass sie gesondert behandelt wurden und sich viel erlauben durften. Das Einzige, was ich sehr grenzwertig fand, war, dass sie es anderen regelrecht geraten hat, dicken Leuten so lange ins Gewissen zu reden, bis sie mit ihren schlechten Gewohnheiten aufhören. Klar, alles war überzogen und nicht ganz ernst gemeint, es ist dennoch eine gefährliche Botschaft. Sie ist da vom reinen ‚Tabubrechen‘ zu richtigem Angriff übergegangen. Ich mein, man kann über Übergewicht reden, ohne andere zu beschämen. Das ist ihr nicht so ganz gelungen.

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  10. stille Leserin

    Nur ein kleiner Hinweis (alle Kommentare habe ich noch nicht gelesen) – ich habe gerade mal wahllos drei, vier Videos angeklickt. Die ersten ziemlich schnell wieder aus gemacht und dann kam das hier:

    Er stimmt ihr zu 🙂

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  11. Cookiecat

    Ich habe mir ihr Video angesehen und muss gestehen.. sie hat ja Recht.
    Klar, sie hätte es etwas besser verpacken sollen aber viele haben auch einfach überreagiert!
    Wenn ich schon allein die Kommentare lese „Aber was ist wenn man wegen einer Krankheit nicht abnehmen kann..“ „Übergewicht ist eine psychische Krankheit“. Die Kommentare waren voll mit diesen „Fettlogiken“ und es hat mich wirklich wütend gemacht. Statt zu sehen, warum sie dick sind wollen sie Gründe finden nichts an ihrer Situation zu ändern. Was, wenn diese Menschen auf einmal harte körperliche Arbeit leisten müssten und nur eine Mahlzeit am Tag hätten (also nicht unbedingt in einem Industrieland leben würden). Dann gibt es keine „Genetik“, „Krankheit“ und so ein Mist. Sie würden dann sicher 100% abnehmen. Als sei Abnehmen schier unmöglich. Zwar nehme ich persönlich sehr langsam ab aber ich weiß warum: Ich bewege mich einfach viel zu wenig. Es reicht ja nicht nur die Kalorienbilanz anzupassen, wenn man sonst wie eine Couchpotatoe rumliegt..

    Ich bin durch viel Essen und wenig Bewegung dick geworden. Das ist die nackte Wahrheit.

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  12. Litschi

    „Ich denke, es braucht mehr solcher Wahrheitsbomben. Sachliche, gut recherchierte Artikel, Bücher, Dokus, Sorge von Freunden und Familie, Ärzte, satirische Videos… her damit.“

    Kennst du Lyle McDonald? Für Leute, die dein medizinisches Kapitel schon zu anstrengend fanden, ist er nicht empfehlenswert, aber wenn man neben Empfehlungen auch ein wenig erfahren möchte, wie der Körper so mit was umgeht, ist er sehr gut. Les ich immer wieder gerne, wenn ich zuviel „Ich bin sicher, dein Körper ist nur im Hungerstoffwechsel. Iss mal mehr, dann nimmst du wieder ab!“ abgekriegt habe. 😉

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  13. Steve

    Vielleicht hab ich jetzt den tieferen Sinn hinter ihrem Video nicht verstanden. Aber auf mich wirkte es jetzt weder motivierend, noch beleidigend, sondern in erster Linie einfach vollkommen überflüssig.
    Ich habe ja im Laufe dieses Jahres meinen BMI vom ~30 auf momentan 24,9 (yippiiieeeh, Normalgewicht 🙂 ) reduziert (Ziel ist BMI 22 bis Jahresende, um 2016 dann mit Muskelaufbau zu beginnen), habe jetzt von zwei befreundeten Frauen die ersten besorgten Kommentare von wegen drohender Magersucht erhalten (was ich als Bestätigung empfinde, dass ich auf dem richtigen Weg bin) und in der ganzen Zeit, u.a. dank Nadjas Buch, keinen Hunger gelitten. Ich bin also der lebende Beweis, dass man abnehmen KANN und dass das Ganze auch ohne große Opfer funktionieren KANN. AAAAABER….
    es ist kein Muss. Ja, es ist simpel (nimm weniger Kalorien auf, als du verbrauchst), aber ist ist verdammt nochmal nicht zwangsläufig einfach. „Weniger Essen“ ist einfach ein sinnloser Kommentar, denn die abnehmwilligen Übergewichtigen wissen das schon. Es hilt ihnen nur nichts, wenn ein grausamer Hunger sie in der Nacht zum Kühlschrank treibt…und wenn nicht in der ersten Nacht, dann in der zweiten oder der dritten…oder spätestens nach einer Woche. Ein sinnvoller Tip hingegen ist „Treib den Proteinanteil in deiner Nahrung hoch, denn diese haben eine geringe Kaloriendichte, sättigen stark und helfen beim Muskelaufbau.“ So ein Tip kam in dem Video aber nicht vor.
    Und dann gibs ja noch ganz andere Baustellen…wie auch bei mir. Es gab ja einen Grund (eigentlich warens mehrere), warum ich dick wurde. Und zwar war ich, trotz guter Voraussetzungen (gute Genetik, schnelle Auffassungsgabe) ein einziger Loser. Bis ich Mitte 20 war, lief nix mit Frauen, war mein Styling katastrophal, soziale Umgangsformen und somit Freunde kaum vorhanden, bei meinem Ing-Studium verzweifelte ich mehrmals fast (schloss es dann aber trotzdem durchschnittlich ab), die Jobs waren beschissen (hohe Arbeitszeit mit niedriger Bezahlung, was dazu führte, dass mein Stundensatz unter dem der Putzfrau lag, dazu mieses Arbeitsklima uns im Grunde find ich die ganze Branche beschissen. Warum ich trotzdem ein entsprechendes Studium aufgenommen habe, ist eine andere Geschichte…). Was blieb mir denn noch für eine Freude im Leben? Abends im Bett ein paar Folgen „Simpsons“ oder „Futurama“ anschauen und bisschen was knabbern. Hätte ich mir dies auch noch verboten, wäre ich wohl vor die Hunde gegangen. Natürlich störte mich das Übergewicht und ich wäre es gern losgeworden, aber mal ehrlich, dazu hatte ich nicht die Kraft. Und da helfen auch keine Psychotherapien (weils vorhin mal angesprochen wurde), denn ich war ja nicht psychisch krank im eigentlichen Sinne, die Baustellen lagen woanders, auch wenns im Endeffekt auf die Psyche schlug. Die Therapie lehrt einem nicht, wie man Frauen klarmacht. Sie sagt einem nicht, wie man sich gut kleidet und welche Frisur einem steht. Sie sucht einem keinen guten Job. Und sie baut keine Freundschaften auf. Langer Rede, kurzer Sinn: durch einige unglaubliche Glücksfälle in meinem Leben (und ich möchte betonen: GLÜCK! Denn es war nicht meine Leistung oder Hilfe von außen) habe ich nun einen guten Job in einer völlig anderen Branche, bin verheiratet und habe Nachwuchs sowie ein Eigenheim im Grünen und einen soliden Freundeskreis. So klappts dann auch mit dem Nachbarn und dem Abnehmen.
    Worauf ich hinaus will: hätte ich dieses Video DAMALS gesehen, wäre ich der Autorin wohl an die Gurgel gegangen. Ich WUSSTE, dass ich fett war, das brauchte mir nicht noch jemand zu sagen. Ich WUSSTE, dass ich zum Abnehmen weniger essen musste. Und auch der Hinweis mit den Smarties, die ich zerbröseln und ungenießbar machen sollte, ist bescheuert. Wenn ich die Smarties wegwerfen müsste, dann würde ich doch gar nicht erst kaufen, DU BESCHEUERTE BITCH! Ich weiß, dass Schokolade viele Kalorien hat. Nur war mir das in dem Moment egal, da Essen das einzige war, was noch Licht in mein Leben brachte. Sag mir nicht, dass ich fett bin und weniger essen soll (das weiß ich nämlich schon längst), sondern sag mir,wie ich meine anderen Baustellen bewältige. Oder zumindest, wie ich ohne zu hungern ein Kaloriendefizit über längere Zeit halten kann. Dann wärs ein sinnvolles Video gewesen. So leider nicht…

    Wie gesagt, so empfinde ich das. Wenn es für andere motivierend ist, umso besser. Und dass sie wegen dem Video den Job verliert, finde ich völlig über das Ziel hinausgeschossen und unangebracht. Man kann über das Video geteilter Meinung sein, aber sie hat mMn nicht ungesetzliches getan (und wenn, dann hätte sie vor Gericht gestellt und nicht den Job verlieren müssen).

    Gefällt 3 Personen

    1. Steves Geschichte ist mal eine tolle Einzelfallbeschreibung, die garantiert auf die eine oder andere Art für viele „Fat People“ zutrifft. Und ja, es ist sehr verständlich, dass man sich dann von solchen Videos und auch von Nadjas Buch angegriffen und „gemobbt“ fühlt (=subjektiv!!!).

      Die einfachen Wahrheiten vom Abnehmen helfen eben nicht, die Lebenssituation, das konkrete Leiden am Job, an der Einsamkeit etc. zu verändern. ESSEN ist nun mal eine einfache, leicht zugängliche Möglichkeit, noch ein bisschen Freude am Leben zu empfinden, wenn ansonsten alles eher deprimierend aussieht. Nimmt man das auch noch weg – ja was bleibt dann noch, um sich täglich wieder aufzuraffen, den beschissenen Alltag zu meistern?

      Steve schreibt:

      “ Und da helfen auch keine Psychotherapien (weils vorhin mal angesprochen wurde), denn ich war ja nicht psychisch krank im eigentlichen Sinne, die Baustellen lagen woanders“

      Das ist m.E. eine Verkennung dessen, was Therapie leistet. Psychotherapie bezieht sich allermeist sich nicht auf „richtige“ Geisteskrankheiten (Borderline, psychotische Schübe, Schizophrenie, etc.), sondern genau auf die Art Leiden, die Steve beschreibt.

      „Die Therapie lehrt einem nicht, wie man Frauen klarmacht. Sie sagt einem nicht, wie man sich gut kleidet und welche Frisur einem steht. Sie sucht einem keinen guten Job. Und sie baut keine Freundschaften auf. “

      Nein, aber sie hilft, die Gründe zu finden, warum Veränderungen nicht angegangen werden, welche Denk- und Verhaltensmuster dagegen stehen – und sie entwickelt Alternativen, vermittelt den Mut und die Kraft, diese auszuprobieren, bezieht im besten Fall das Denken, Fühlen, aber auch das Körperbewusstsein mit ein. Es gibt unzählige wirksame Methoden und viele Menschen, die durch Therapie lernten, ihr Leben zu verändern.

      Das Problem: Man kommt mit solchen Problemen, wie sie Steve beschreibt, in der Regel gar nicht an eine Therapie. Da muss schon die Arbeitsfähigkeit gelitten haben, massiver Burnout, Depression o.ä, Und selbst dann muss man Glück haben, nach endloser Wartezeit tatsächlich einen guten Therapeuten zu finden.

      Gefällt 3 Personen

      1. IULIUS

        Steves Geschichte kann ich nachvollziehen. Denke aber, daß er es sich damit etwas zu leicht macht. Seine eigene Verantwortung für sich und seinen Körper extern verortet.
        Nach seinem eigenen Beitrag wußte er worauf es ankommt und was zu tun ist. Sein Verhalten läßt daher eher Trotz, als Hilflosigkeit vermuten. Genau dieses Verhalten habe ich schon mehrfach bei Menschen beobachtet. Da liegt eine immense Anspruchshaltung gegenüber der Umwelt zugrunde.
        Sicher hat er damit recht, daß es für den Betroffenen aus dem Dilemma kaum eine Möglichkeit gibt von allein heraus zu kommen.
        Psychotherapien sind meines Wissens genau für solche Fälle gedacht. Entweder hat er einen miesen Therapeuten gehabt, oder wollte einfach nicht mitmachen, weil das ja ein Überdenken seiner Grundhaltung vorausgesetzt hätte.

        Ich finde es gut, daß er es trotzdem geschafft hat da heraus zu kommen. Das ist denke ich nicht gerade ein leichter Schritt gewesen.

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    2. noxneurotica

      Nur kurz am Rande eingeworfen: diese Smarties-Sache war als Vergleich gemeint. Sie sagte, dass es ok ist, einen Smartie zu zerdrücken und wegzuwerfen, wenn man noch viele andre hat, im Gegensatz zum Körper, von dem man nur einen hat und auf den man deswegen aufpassen muss.

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