Samstagssammlung.

Auf youtube gibt es ein interessantes 5-Minuten Video zu einem Programm aus den 60ern, das von John F Kennedy ins Leben gerobesity-prevalence-map-1960-2010ufen wurde, um die Fitness der Schüler zu verbessern. Sein Ziel war, dass jeder Bürger körperlich fit sein sollte, und nicht nur ein paar Auserwählte, die das Land beschützen. So wirklich gut hat das offensichtlich nicht funktioniert, wenn man sich die Statistik (links) ansieht. Zu JFKs Zeit waren etwa 10-15% der Menschen adipös, mittlerweile stellen die Adipösen die größte Gruppe vor den Normalgewichtigen und den leicht Übergewichtigen. Was JFK wohl sagen würde, wenn er wüsste, dass 50 Jahre nach seinem Programm 80% der FBI-Agenten übergewichtig sind und diese Frau in einem Fitnessstudio darauf hingewiesen wurde, dass ihr trainierter Körper die anderen Mitglieder einschüchtere?

In den letzten Tagen stieß ich außerdem auf Chrom als Nahrungsergänzungsmittel, das in vielerlei Hinsicht positive Effekte haben soll. Mehrfach stieß ich dabei auch auf fettlogische Aussagen wie „Das Spurenelement aktiviert die Muskulatur und erhöht dort die Fettverbrennung um 400 Prozent. Chrom-Mangel kann deshalb ein Grund dafür sein, dass man trotz gesunder Ernährung kein Gramm abnimmt. So zeigte eine Studie mit übergewichtigen Teilnehmern, dass diejenigen, die Chrom-Picolat erhielten, im Durchschnitt zwei Kilogramm Fett abnahmen und 600 Gramm fettfreie Körpersubstanz aufbauten.“ Leider waren die viel zitierten Studien nie wirklich verlinkt, aber ich fand eine Metaanalyse verschiedener Studien zu Chrom. Die Studienlage war dabei recht uneindeutig mit einer leichten Tendenz Richtung einer Wirksamkeit von Chrom. In der abschließenden Diskussion wiesen die Forscher jedoch auf den interessanten Fakt hin, dass die beiden Studien, welche die größten Effekte gefunden hatten, und dazu fünf weitere zumindest teilweise von dem selben Hersteller für Chrompräparate finanziert wurden. Fand ich ganz interessant.

Eine weitere Studie wurde unlängst publiziert, und sie liefert Hinweise darauf, dass das in Fettzellen gebildete Hormon Leptin den Dopaminhaushalt so beeinflusst, dass der Belohnungseffekt (das „Runners High“ bzw. Hochgefühl) beim Sport verhindert wird. Das würde bedeuten, dass Übergewichtige tatsächlich physisch anders auf Sport reagieren. Für mich war das ein kleiner Aha-Effekt, weil ich mich schon lange gefragt habe, wie es kommt, dass Sport sich für mich mittlerweile dermaßen anders anfühlt. 30 Jahre lang war Sport für mich nur eine Qual, und das lag nicht allein an den mangelnden Erfolgen. So war ich im Tischtennis und Badminton beispielsweise immer sehr gut, trotz starkem Übergewicht. Aber während der Spielaspekt mir Spaß machte, war der Sportaspekt dennoch eher anstrengend und unlustig. Jetzt dagegen macht auch die reine Bewegung an sich Spaß – das hätte ich mir nie vorstellen können. Es stützt auch ein wenig das, was ich in Fettlogik zum Thema Sport sage. Ich halte es nach wie vor für sinnvoll, beim Abnehmen Krafttraining zu machen, aber es ist durchaus möglich, dass diejenigen, diwpid-josh-sundquiste mit Ausdauersport wenig anfangen können, mit dem Fettabbau mehr Freude daran empfinden.

In den letzten Wochen stieß ich außerdem auf zwei beeindruckende Abnehm/Fitnessgeschichten. Eine Rollstuhlfahrerin, die dank Kalorienzählen 130 Pfund abnahm und dieser Mann, der offenbar ein Bein verloren hat (ich kann die Sprache leider nicht, daher bleibt mir nur die Interpretation der Bilder… falls jemand übersetzen kann wäre das toll) und ein beeindruckendes Trainingsergebnis vorzeigt, ganz ähnlich wie Josh Sundquist (Bild rechts).

Viral ging diese Woche außerdem das Video von Nicole Arbour, die sich an dicke Leute wendet. Die Reaktionen sind sehr kontrovers, einige, darunter auch viele Übergewichtige, feiern das Video, andere sind empört deabonnierten sie und finden ihren Rant ganz schrecklich.

Außerdem empört mal wieder eine fiktionale Figur, dieses Mal Kermit der Frosch, der Miss Piggy verließ und jetzt mit der schlanken Denise anzubändeln scheint. Die SZ etwa schreibt: „Was ärgert die Fans an Denise? Denise sieht Miss Piggy auf gewisse Weise ähnlich, beide haben lange Haare und sind stark geschminkt. Doch es gibt ein paar Unterschiede: Denise ist deutlich schlanker, brünett – und außerdem jünger. Damit entspricht sie dem geltenden Schönheitsideal von Hollywood. Anders als Miss Piggy, die mit ihren damenhaften Rundungen und Kleidern begeistert.“

Und für diejenigen, die mir nicht auf Facebook folgen und mein Gesicht noch nicht kennen: Ich habe nun endgültig komplette Fotos im Profil. Der Ullstein-Verlag wird ohnehin mit der Printversion auch Autorenfotos veröffentlichen. Das Foto hat sich auf Facebook gestern überraschend stark verbreitet und jemand schrieb „Dein Bilderposting auf Facebook war heute heftig. Ohne Kopf kannte ich es ja, aber die mitgelieferten Emotionen sind auf den dünnen Bild
einfach enorm.“ – Offenbar scheint das Gesicht doch einen recht großen Einfluss zu haben^^

1315Und weil in den Kommentaren nach einem Komplettbild gefragt wurde, hier noch ein gerade eben gemachtes:altWenn ich es richtig im Kopf hatte, hatte ich auf den ersten Bildern um die 144kg (BMI 47). Auf den aktuellen sind es 65kg (BMI 21,2).

31 Gedanken zu “Samstagssammlung.

      1. shark9999

        Stimmt, aber es ist trotzdem die Rede von ganz gewöhnlichen Polizisten – das FBI ist nur für die Statistik verantwortlich:
        „GARLAND (CBSDFW.COM) – The U.S. Federal Bureau of Investigation released a new statistic, which states 8 out of every 10 law enforcement members are overweight.

        Their findings have spurred the Garland Police Department to make a plan for their officers to improve their fitness.“

        Gefällt mir

      2. Ich denke im Übrigen auch, dass einige vermutlich recht normale KFA-Werte haben und durch Muskeln „übergewichtig“ sind. Aber bei 80% weist das schon auf einen Trend hin. Ich bezweifle, dass die alle gerade so knapp BMI 26 haben und Krafttraining machen. Im Buch hatte ich ja auch 3 Beispiele von Bodybuildern mit normalem BMI.

        Gefällt mir

  1. > In der abschließenden Diskussion wiesen die Forscher jedoch auf den interessanten Fakt hin, dass die beiden Studien, welche die größten Effekte gefunden hatten, und dazu fünf weitere zumindest teilweise von dem selben Hersteller für Chrompräparate finanziert wurden.

    Das ist nicht interessant. Jede Studie wurde von irgendwem bezahlt, der irgendein Interesse daran hat. Und wenn es nur die Zeit des Forschers ist.

    Interessanter ist, dass Mediziner so halt gar keine Ahnung von ordentlicher Statistik haben, dass einem oft schwindlig wird: this effect is largely dependent on the results of a single trial (weighted mean difference: -0.9 kg; 95% CI: -2.0 to 0.2 kg, n=335).

    Lies: Wir haben in unsere Metaanalyse eine Studie aufgenommen, aus der seriöse Wissenschaftler lesen würden „oh, der Nullpunkt liegt im 95%-Konfidenzintervall. Ich sollte lieber meine Klappe halten als behaupten, ich hätte irgendwas rausgefunden. Die Autoren der Metastudie folmulieren das als „the lack of robustness means that the result has to be interpreted with caution“, das klingt besser als „die meisten Studien, die wir gefunden haben, sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind“.

    Hätten wir für die Medikamentenzulassung oder in der Epidemiologie die gleichen Nicht-Standards, die für solches Public-Health-Geschmiere angegeben werden, gäbe es nur Placebos und/oder wir stünden unter Dauerquarantäne.

    Gefällt mir

      1. Ich vergesse manchmal, dass wenn ich irgendwo „Studie“ lese, mir dann die Studie anschaue (also, die Zahlen) und den Forschern mal netterweise zugutehalte, dass sie ihre Zahlen nicht gefälscht haben. Da gibt es dann:

        1 Die Studie hat ein Ergebnis?
        1.1 Nein: (wie hier) -> Die Studie ist Mist
        1.2 Ja: Die Studie ist methodisch in Ordnung?
        1.2.1 Nein: -> Die Studie ist Mist
        1.2.2 Ja: Die Zahlen stimmen mit dem Text überein?
        1.2.2.1 Nein -> Die Autoren sind Mist
        1.2.2.2 Ja: Boah, interessantes Ergebnis.

        An der Stelle können wir dann darüber reden, wer das bezahlt hat. Ich sehe halt nur die Tendenz, staatlich finanzierten „unabhängigen“ Organisationen mehr zu trauen als privaten, obwohl Staaten / Regierungen auch Interessen haben – nämlich Regulieren. Wozu brauchen wir denn eine Regierung, wenn nichts reguliert werden muss? Eben. Und das wird zu wenig skeptisch gesehen. Deswegen. Skeptisch gegenüber Partikularinteressen ist sowieso jeder (hoffe ich).

        Gefällt mir

  2. yannaba

    Tolle Fotos, wirklich, noch viel eindrücklicher als die im Buch. Da kann man sehen, dass das Erreichen solch einer Figur nach deutlichem Übergewicht tatsächlich überhaupt möglich ist – etwas, woran ich einfach jahrelang nicht mehr geglaubt habe. Und tolle Arme 🙂

    Gefällt mir

  3. Mona

    Gibt es von dir auch neue Ganzkörperbilder, wo du stehst? Du bist beeindruckend. Ich bekomme das Verlagen diese Bilder denen zu zeigen, die immer behaupten, dass sie nicht abnehmen können oder dass sie schwere Knochen haben oder dass sie fürs Schlanksein nicht gebaut seien.

    Die schrille Frau die zu den obese people redet, sieht ja total hübsch aus, finde ich. Man könnte sie als Kunst ausstellen oder auf Poster drucken.

    Interessant, dass im JFK-Video nur Jungs und Männer gezeigt wurden. Die sagen auch was über Mädchen, aber da sieht man keine. Sehr schade. Verrückt, dass die Jungs und Männer nur in Socken, Schuhen und knappen Höschen trainieren mussten. So Leute sehe ich auch ab und zu draußen auf der Laufbahn, aber das ist wirklich die Ausnahme. Besonders an Sportorten mit Dach ist es jetzt normal ein T-Shirt anzuhaben. Wie haben wohl Frauen und Mädchen sich früher zum Sport angezogen? Seit wann gibt es eigentlich Sport-BHs?

    Gefällt mir

    1. Neue Ganzkörperbilder, auf denen ich stehe? Also du meinst, auf denen die Beine zu sehen sind? Denn das hier ist neu (3 oder 4 Tage alt?) und ich stehe 😀
      Ich kann mal Kerl anstiften, mich zu fotografieren, aber irgendwie schaue ich meist komplett dämlich, wenn mich jemand anderes knipst :/

      Gefällt mir

      1. Mona

        Ui, ich hab vermutet, dass du im Ganzen jetzt größer aussiehst durch das andere Verhältnis zum Umfang. Aber das ist ja gar nicht so! Du siehst auf dem neuen Foto nicht nur zierlicher, sondern auch kleiner aus und dein aktuelles Gewicht lässt dich jugendlicher aussehen. Erstaunlich find ich das.

        Gefällt mir

      2. Wobei ich in Sachen Göße denke, dass der Wikel da etwas mit rei spielt (das frühere ist etwas nach oben fotografiert) und die Tatsache, dass ich unter der schwarzen Hose hohe Schuhe an hatte und rechts barfuß da stehe.

        Was ich viel krasser finde ist das Verhältnis Kopf zu Körper. Mein Kopf scheint mir jetzt immer so überproportional groß^^

        Gefällt mir

      3. Mona

        Hmm, mir kommt dein Kopf gar nicht groß vor, sondern auch eher zierlich. Durch den schmalen Kopf wirken der Mund und die Augen größer. Diese beiden Sachen mit dem Kopf könnte ja dafür verantwortlich sein, dass man oft jünger aussieht, wenn man abnimmt. Kinder haben ja auch einen relativ großen Kopf und große Augen zu ihrem Körper im Gegensatz zu Erwachsenen.

        Gefällt mir

      4. Mona

        Ja, das stimmt. Finde auch immer, dass schlanke Beine viel länger aussehen. Trotzdem kommt mir die ganze Person ein bisschen kleiner vor, aber vielleicht weil ich das mit beweglich und wendig assoziiere. Also so schlanke (und eventuell kleine) Personen können mal schnell irgendwo durchflitzen, sich durchquetschen, wo andere Menschen viel Platz brauchen und erstmal warten müssten bis man ihnen Platz macht.

        Gefällt mir

  4. ich dummkopf kann ja auch hier kommentieren, anstatt deinen mann zu missbrauchen 😄 zuerst einmal: es ist faszinierend endlich mal dein gesicht ohne effekte zusehen. du wirkst so auf mich noch sympathischer! zweitens: jetzt wo ich mir die vergleichsbilder genauer betrachte, bin ich umso motivierter weiter an mir zuarbeiten! dein buch ist da echt eine tolle hilfe! sorry, das ich bis jetzt noch kein review dazu schreiben konnte :/ drittens: du siehst verdammt hübsch aus! genug geschleimt :>

    Gefällt 1 Person

  5. Typfel

    Gerade habe ich Dein Vorher-Nachher-Bild in DIN A4 ausgedruckt und werde es im Badezimmer über die Waage pinnen. Hatte in letzter Zeit ein Motivationsloch nachdem mein Arzt bei der Verkündung des letzten Langzeit-Blutzuckerwertes (5,8) gemeint hat: Zielwert erreicht.

    Gefällt mir

Deine Meinung?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s