Die dicke Brigitte & du.

Du warst noch nie dick. Manchmal vielleicht ein kleinwenig moppelig um die Bauchregion. Damals, als du mit Klaus zusammengekommen bist zum Beispiel. Aber als er dich dann wegen Susanne verlassen hat, und du vor Kummer wochenlang keinen Bissen runtergekriegt hast, hat dir der Bikini in Größe 36 wieder gepasst. Immerhin das.

Wie in den Magazinen siehst du natürlich nicht aus. Ein bisschen Hüftgold ist da schon. Das wirst du zumindest nicht müde zu betonen, wenn du dir vor der dicken Brigitte in die Seite kneifst und vom Druck erzählst, den die Heidi Klum macht, im Fernsehen, mit ihren Mädchen. Schlimm ist das. Dieser Schlankheitswahn. Kann halt nicht jeder. Du bist ja auch nicht so richtig zufrieden. Wenn man da so kneift, dann ist da schon so eine Rolle. Irgendwie. Die dicke Brigitte sieht keine Rolle und schaut peinlich berührt. Wobistdudenndick. Wasmussichdenndannsagen. Deinefigurhättichgern.

Die arme dicke Brigitte. Die hats ja nicht leicht. Immer in gedeckten Farben, nur die M&M-Tüte leuchtet bunt aus der Schreibtischschublade. Auf einer Datingseite sollte sie sich mal anmelden, die Brigitte. Da gibt es Männer, die mögen auch kräftigere Frauen. Hattest du eigentlich schon erzählt, dass der Paul dir Blumen nach Hause geschickt hat? Mit Fleurop. Aber der ist ja gar nicht so dein Typ. Vielleicht solltet ihr mal… ach nein, der Paul sucht ja was sportliches, hat er ja extra betont. Fand er ja toll, dass du Yoga machst. Vielleicht sollte die dicke Brigitte mal ins Yoga kommen. Ganz toll, das Yoga. Und da sind auch kräftigere Frauen, ist ganz gemischt.

Ach, die Brigitte will aber auch nicht. Von nix kommt halt nix, mehr als anbieten kann man ja auch nicht. Muss die Brigitte schon auch mal selber.

Aber in letzter Zeit ist irgendwas anders, mit der Brigitte.

Die neue Bluse, die ist pink. Pink. Und ein bisschen eng um die Taille. Aber ganz fesch sieht das aus. Die dicke Brigitte ist gar nicht so dick, wenn sie mal was hübsches anhat. Und mit dem Lippenstift und der Hochsteckfrisur schaut das richtig nett aus. Vielleicht ists auch mal wieder Zeit für nen Frisörtermin.

Die Brigitte hat jetzt öfter Tupper dabei. Die kocht jetzt Sonntag vor, für die Woche. Spart Geld und ist besser als der Kantinenkram. Das Naschzeug hat sie jetzt im Tupper. Einzeln. Die bunte M&M Tüte ist schon lange leer.

Gestern war die dicke Brigitte im Fitnessstudio. Hast du zufällig gehört, als sie es der Sara erzählt hat. Die Sara hat die Brigitte nämlich gefragt, ob sie abgenommen hat, und die Brigitte hat genickt. 7 Kilo. Jetzt wo sie es sagt. Die Brigitte macht Krafttraining. Ist aber nicht gut, sagst du der dicken Brigitte, davon wird man nämlich noch dicker. Wegen der Muskeln.

Lange macht die Brigitte das eh nicht. Du warst auch mal im Fitnessstudio angemeldet, aber das hat sich nicht gelohnt. Im ersten Jahr hast du die Kündigungsfrist verpasst, dann musstest du 5 Monate umsonst zahlen, bis du umgezogen bist. Das sagst du der dicken Brigitte und rätst ihr, besser keinen Jahresvertrag zu machen. Hat sie schon? Na, selber schuld. Da wieder rauskommen wird schwer. Wird sie schon sehen.

Die dicke Brigitte geht gerne ins Studio. Entspannend ist das da, und alle ganz nett. Mutig findest du das. Dass sie sich da wohl fühlt. Mit all den Superschlanken, Supersportlichen da. Weisst du noch, da hast du dich auch unwohl gefühlt. So mit dem Hüftspeck. Da mit der Rolle. Die Brigitte schaut auf die Rolle und nickt. Dabei ist da gar keine Rolle. Du weißt gar nicht, warum die Brigitte nickt, die könnte froh sein, so eine Figur wie du zu haben.

Die Brigitte hält sich jetzt für ganz toll. Nur weil sie in Größe 42 passt und shoppen war. Die pinke Bluse trägt jetzt die Kollegin. Der Brigitte ist sie zu groß. Außerdem braucht sie ein Kleid für die Oper. Da hat sie ein Date, mit diesem Typen von dem Portal. In der Oper warst du noch nie. Dabei würde das kleine Schwarze dir besser stehen. Die Brigitte will sich kein teures Kleid kaufen, weil sie ja noch weiter abnehmen will. Warum eigentlich? Dick ist die Brigitte ja jetzt nicht mehr.

Stimmt. Die dicke Brigitte ist gar nicht mehr dick. Die Brigitte ist jetzt normal. Neulich hat die dicke Susanne zu der Brigitte gesagt, dass sie gerne die Figur von der Brigitte hätte. Für die dicke Susanne wäre das auch sicher toll. Muss ja nicht jeder super schlank sein. Die dicke Brigitte ja auch nicht. Also superschlank. Weil dick ist die Brigitte ja nicht mehr. Und so wie die Brigitte jetzt ist, reicht ja. Zu dünn ist auch nicht schön.

Die Brigitte findet, sie hat noch zu viel Bauch und zu viel Schenkel. Aber so dick sind die Schenkel von der Brigitte gar nicht. Viel schmaler sind deine auch nicht, du hast halt alles in den Schenkeln, das liegt in der Familie. Das ist bei der Mama auch so. Die Brigitte soll sich mal nicht so haben, mit ihren Schenkeln. Du machst dir ein bisschen Sorgen, weil die Brigitte übertreibt. Muss man aufpassen, heutzutage. Mit den ganzen Magersüchtigen.

Die Brigitte isst ja auch gar nichts mehr. Gar keinen Kuchen mehr, wenn Geburtstag ist. Gut, neulich, bei der Verabschiedung vom Jan schon. Aber die Brigitte isst schon wenig, das ist dir aufgefallen. Sagen wolltest du nichts, weil ist ja ihre Sache, aber Sorgen machst du dir schon. Und der viele Sport ist auch nicht gesund. Zu viel Sport ist nämlich auch nichts. Mehr als die zwei Mal Yoga in der Woche würdest du nicht. Hättest du auch gar nicht die Zeit für, gibt ja auch noch was anderes ausser Sport. Nur nicht für die Brigitte, die macht ja nichts anderes mehr.

Die Brigitte ist richtig besessen geworden. Fast fanatisch, irgendwie. Das fällt nicht nur dir auf. Der Peter hat neulich auch gemeint, dass die Brigitte ganz schön viel Sport macht. Aber der hat das anerkennend gesagt, und sich auf den Bauch geklopft, weil er auch mal wieder müsste. Aber so hirnlose Kraftprotze findest du eh doof, hast du dem Peter gesagt. So Leute, die nur im Studio hängen.

So wie die Brigitte. Aber als du ihr gesagt hast, dass sie übertreibt, hat sie in die Hüfte gezwickt und ihre Rolle  gezeigt. Obwohl da gar keine Rolle ist. Was sollst du denn da sagen?

62 Gedanken zu “Die dicke Brigitte & du.

  1. Danger Mouse

    Sehr schön geschrieben. Bin/war zwar eher die Skinnyfat-Susi als die dicke Brigitte aber im Endeffekt sind die Geschichten und Reaktionen ja ganz ähnlich,

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  2. taniko

    Tja, was soll ich sagen, früher war ich die Dünne…
    Und dann wurde ich immer moppeliger. Zwar nur BMI 27-28, aber das ist auch schon Übergewicht bzw Präadipositas.
    Und dann kam auf einmal von den andern: „Aber du musst doch nicht abnehmen…“
    Und gestern hab ich meinen ersten „Pass auf, dass du nicht magersüchtig wirst“-Kommentar bekommen. Gepaart mit „Aber du hast doch jetzt genug abgenommen“…
    Dabei bin ich gerade erst bei nem BMI 25,1 angekommen…
    Kenne also beide Seiten…
    Sehr schön geschrieben, regt zum nachdenken an…

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    1. Danger Mouse

      *reicht dir die Hand*

      Früher (BMI 20-23, wie ich aber jetzt weiß skinnyfat und unsportlich bis zum Abwinken): „Du isst ja wie ein Vogel… “

      Schwangerschaft: „Endlich isst du wie ein normaler Mensch“.

      Nach der Schwangerschaft (BMI 25, 25% Körperfettanteil): „ach komm, mach dir da keine Sorgen, das bisschen Babyspeck gehört dazu, du musst nicht abnehmen, #wassollichdennsagen.“

      Jetzt (wieder BMI 23, wesentlich fitter als zuvor) „mehr weg muss aber nicht, oder?“

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  3. Anfra2604

    Wunderbar geschrieben und soooo waaahhr! Aber sobald diese Kommentare kommen ist sicher, man ist auf dem richtigen Weg 😊. (Nicht mehr übergewichtig und auf dem Weg in den unteren BMI, juhu – fühlt sich so phantastisch an!)

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  4. Jan

    Herrlich! 🙂 Ich hab Tränen gelacht, der Text ist hervorragend! 🙂
    Darin hab ich mich auch spontan wiedererkannt. Früher mit 120kg war ich die dicke Brigitte, die nie Lust auf Sport hatte. Und heute merk ich, wie die Leute zu mir kommen und mir erzählen, dass sie auch mal wieder Sport machen müssten…(besonders die Fraktion Fitnesstudio-Dauerkartenbesitzer-aber-nicht-hingeher!)
    Ich bin kein Psychologe, aber im Unterton hör ich dann in den Gesprächen immer etwas Neid heraus. Kann aber auch sein, dass ich da nur etwas reininterpretiere. Normalerweise bin ich da so empathisch wie Dr. Sheldon Cooper.

    @ taniko:
    Den Spruch mit dem zuviel abnehmen hab ich auch schon gehört. Hab bei BMI 35 angefangen, und prompt, als ich bei 25 war, kamen die ersten Leute und meinten ernsthaft: Es reicht, Untergewicht ist gefährlich!
    Und den erklär ich dann erstmal, dass ich da noch mehr vorhabe, und ich beim Muskelaufbau bin. Dann sind die Gemüter wieder beruhigt 😉

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  5. Kafu

    Sehr treffend geschrieben der Artikel!

    Mir ging es ähnlich, als ich erfolgreich abnahm. Und mir ging es ähnlich, als ich zunahm und mein Umfeld mir versicherte, dass ich doch gar nicht dick wäre und nicht abnehmen brauchte.

    Allerdings muss sich zugeben, dass ich Freunden und Bekannten, die einen Abnehmwunsch äußern, auch gerne sage, dass sie doch gar nicht zu dick sind (wobei ich erstaunlicherweise keine Freunde habe, die über einem BMI von 25 liegen, ich war eigentlich immer die Dickste in unserer Runde, was natürlich nicht hießt, dass es nicht den einen oder anderen Skinny Fat Typ in meinem Umfeld gibt).

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  6. Ich hab ja schon oft mit Herzchen kommentiert, aber für diesen Beitrag kriegst du ne Wagenladung davon. Danke, danke, DANKE.
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  7. hibiscus68

    Gut geschrieben! Irgendwas mach ich anscheinend falsch. Von BMI 27 kommend bin ich mittlerweile bei 22 angekommen und noch immer keinen „Vorsicht vor der Magersucht“ Kommentar bekommen. Ob ich mir Sorgen machen machen muss?

    Und was ist eigentlich an der Brigitte Diät so schlimm? So gut kenne ich mich jetzt nicht aus, aber ich hab die im Hinblick auf die ganzen bescheuerten Diäten, die es so gibt, eigentlich immer wohltuend normal empfunden, ist das falsch?

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      1. hibiscus68

        Da sei mal lieber nicht beeindruckt. mich beschleicht jetzt irgendwie das Gefühl, dass es daran liegt, dass man die 11 Kilo und den BMI 22 gar nicht sieht und mich als irgendwas zwischen moppel-fat und skinny-fat wahrnimmt. Also weiterhin ran an den Sport.

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      2. Mona

        Meine Umgebung beschwert sich erst, wenn jemand ein Stück unter BMI 21 ist, also ab 20,7 oder so. Vielleicht kommt es bei dir ja auch noch, wenn du so weit runter willst mit dem Gewicht.

        Das sehe ich an meinen Schwestern und meinem Freund. Ich selbst bin noch dick genug mit 23,6 BMI. Ich bin dann das „gute/gesunde“ Beispiel, das den dünneren hingehalten wird, um zu zeigen, dass sie zu dünn sind. Es ist dann immer egal, dass ich vorher Übergewicht hatte und mir Mühe gemacht habe es loszuwerden. Ich will aber lieber auch dünner sein, weil ich einen zu hohen Fettanteil habe. Da ich mich so sehe, sage ich den dünneren auch, dass sie mehr auf hochwertige Ernährung mit genug Protein achten könnten und ihre Muskeln aufbauen könnten, damit deren Körperfettanteil nicht zu hoch bleibt/wird. Zur Zeit steh ich zwischen allen Stühlen. Ich werde einerseits von den besorgten Mitmenschen verschont, weil sie jemand anderes haben, um den sie sich sorgen, aber ich gehöre weder zur Gruppe der Besorgten noch zur Gruppe der Dünnen.

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      3. Biene

        Kann auch sein, dass Du eine Umgebung hast, die nicht so arg übergriffig oder lästerig drauf ist.
        Vielleicht sind da einfach andere Dinge wichtig als Dein Äußeres, was ja eigentlich eine schöne Sache ist.

        Du siehst ja auch wie Du angezogen ausschaust.
        Ich seh z.B. mit Kleidung schön schlank aus, ohne sieht man halt, dass ich skinny fat bin.
        Das ändere ich aber jetzt und freue mich auf den nächsten Sommer.

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  8. käse

    Dann hoffe ich, dass Brigitte die Erfahrung mit dem „Wobistdudenndick. Wasmussichdenndannsagen. Deinefigurhättichgern.“ bereits zum Nachdenken angeregt hat.

    Und zwar so, dass sie Susanne mit etwas mehr Distanz betrachten kann, ganz unabhängig von ihrem eigenen Körpergewicht. (Denn mit dem Körpergewicht hat es garnix zu tun).

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  9. SparkleSparkle

    Meine Bilanz nach 5kg Gewichtsverlust (anvisiert: 10kg) und inzwischen regelmäßigem Training:
    Ein „Respekt, dass du das so durchziehst“
    Ein „Krass, wie definiert du jetzt bist“

    Und dazu dann ganz viele:
    „Abnehmen? Warum denn, ich steh auf Frauen mit Kurven!“
    „Akzeptier doch einfach, dass du nicht dem Ideal entsprichst“
    „Och, wieso willst du denn bitte abnehmen? Du hast doch immerhin ein hübsches Gesicht“
    „Naja, du wirst eben nie ganz schlank werden, das ist bei dir figurtechnisch nicht drin“ (bezogen auf meinen Muskelaufbau durch Krafttraining)
    „Aber nicht übertreiben!“
    „Wenn du noch mehr abnimmst, siehst du nicht mehr schön aus“
    usw.

    Am schlimmsten finde ich persönlich aber immer noch dieses nachsichtig-mitleidige „Das hältst du eh nicht durch“-Lächeln, wenn ich von meinen Plänen berichte.

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    1. yannaba

      Ja, letzteres nervt mich auch total. Meine Schwiegermutter meinte neulich, so im Nebensatz: „Na, und wenn du dann wieder zunimmst, brauchst du ja wieder einen Satz neue Kleidung.“ Und vor ein paar Wochen „Ich habe schon bemerkt, dass Du schlanker bist, dachte mir nur, dass ich lieber nichts sage, weil Du ja ohnehin bald wieder dick bist.“
      Und eine Nachbarin sagte neulich zu meiner Mutter (die sehr toll abgenommen hat): „Du weißt schon, dass jetzt der Jojo-Effekt kommt“

      Unfassbar, wie missgünstig und gemein viele Menschen sind…

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      1. käse

        Ich glaube eher die schließen von ihren eigenen Erfahrungen auf dich.
        Wenn du ihnen zeigst, dass du keinen Jojo bekommst, kannst du sie vielleicht zum Umdenken bewegen. (Vorausgesetzt, sie gestehen sich ihr vorschnelles Urteil ein)

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      2. Bis du jemanden überzeugt hast, dass kein Jojo kommt, dauert es aber 7 Jahre oder mehr.

        Bei mir hieß es anfangs „Warte mal ein paar Monate… ann „Warte mal ein Jahr“… jetzt heißt es halt „Warte mal 2 oder wahlweise 5 Jahre“.. und in 2 oder wahlweise 5 Jahren heißt es dann eben „Warte mal 7 oder 10 Jahre“^^… DER JOJO KOMMT!!!!

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      3. Mona

        Ich glaub, den Menschen ist nicht bewusst, dass es keine Fakten sind, die sie von sich geben. Es sind nur deren Vermutungen, die auf irgendwelchen Vorurteilen oder vielleicht eigenen Erfahrungen stehen. Soweit ich weiß können Menschen nicht die Zukunft vorhersagen, schon gar nicht für andere Menschen.

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      4. nessii

        Da frage ich mich dann, wie man bitteschön nach mehreren Jahren noch von Jojo reden kann, wenn es doch immer heißt, dass das kommt, wenn man fertig ist mit der Diät und wieder „normal“ isst. Irgendwie scheinen die Leute nicht zu begreifen, dass es kein „normal“ gibt, auf das man seine Ernährung nach der Diät umändert, weil man eben insgesamt anders isst als vorher.

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      5. RaSi

        Ich mache diese Erfahrung auch gerade wieder, ich hatte vor Jahren schon mal sehr viel abgenommen (von 116 auf 63) und habe es 5 Jahre halten können…..naja….keine Ahnung….der Schweinehund hat sich langsam wieder losgerissen. Ich habe im Januar diesen Jahres angefangen mich wieder umzustellen und intensiver Sport zu treiben, hab jetzt schon 15 kg weg. Ich bekomme vor allem von Kollegen nur noch Sprüche gedrückt. Es geht von „was du machst ist total ungesund“…….“das wird doch eh nichts“ über „du brichst noch zusammen, so wenig wie du isst….“ (1200 kcal am Tag) und am schlimmsten, wenn man etwas ablehnt……“also jetzt spinn mal nicht rum, das Stück Kuchen wird dir nicht schaden……ich hab extra gebacken…..“…….
        Es ist schlimm, dass gerade Freunde und Familie häufig so reagieren, obwohl ich da niemandem böses unterstelle.
        Naja……mein Mann begleitet und unterstützt mich total, obwohl er bei 1,91 grad mal 78 kg wiegt….das ist wahre Liebe!!!! *grins*

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  10. freak

    Mehr solcher Texte! Die treffen exakt und kommen ohne Zeigefinger, ichweissesaberbesser usw aus. Ich finde, das hat Potential. Und du läufst weniger Gefahr imho, das Leute stänkern und dich anmeckern.

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  11. Fee Rena

    Jetzt habe ich in einem anderen Beitrag einen Kommentar verfasst, der hätte hier viel besser gepasst. Ich erkenn mich wirklich wieder. Man kann es nie allen Recht machen.

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  12. Margret

    Kann mir mal jemand sagen, was man macht, wenn man einfach 0,00000 eher noch -10 Bock auf Sport hat? Ich find Sport einfach scheiße und hab bisher keine einzige Sportart (außer Wintersport) gefunden, die mir Spaß macht. Derzeit neige ich dazu, mich mit dem „skinny fat“ abzufinden. Dann denk ich mir wieder „du müsstest eigentlich“ und racker mich teils jahrelang irgendwo ab und finde es weiter scheiße. Aber sich mit etwas abplagen, was man komplett scheiße und todlangweilig findet?

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    1. Na ja, ich glaube, abplagen würde ich mich nicht. Wenn etwas nach x Mal unverändert ätzend ist und ich tus freiwillig, würden mich keine 10 Pferde dazu bringen, das weiter zu machen^^

      Wenns dir wichtig ist, die Skinny-fat-Sache zu ändern, dann würde ich überlegen, was genau die Aspekte am Windersport sind, die dir Spaß machen und versuchen, die Aspekte in anderen Sportarten zu finden. Thinking outside the Box und so, es gibt ja x Sportarten, von normalem Kram wie Radeln, Wandern, Inlinern über Gruppenfitness, Mannschaftssport, Klettern, Kanufahren oder Geocaching…

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      1. Margret

        Naja, am Wintersport gefällt mir die Geschwindigkeit, die Leichtigkeit der Bewegung, das Dahingleiten. Ich bin’s halt auch gewohnt, wahrscheinlich. Bei mir kommt noch dazu, dass ich wegen der Kinder keinen allzu aufwändigen Sport treiben kann, für den ich mehrmals die Woche weit fahren muss (Kanufahren z. B.). Rollerbladen war früher ganz gut, aber ich trau mich nicht mehr, seit es mich mal auf Rollsplit unwahrscheinlich gebrezelt hat.

        @ shark Theoretisch schon, aber nach 20 Minuten plärren die Kinder schon “meine Füüüüüüüüße tun weh, ich maaaaag nicht mehr, wann sind wir endlich daaaaaaa”. Dabei sind die eigentlich total sportlich, aber Strecken laufen – vergiß es. Und es ginge auch nur 1x / Woche.

        Derzeit bin ich seit Monaten eine Karteileiche im Fitnesstudio, nachdem ich mich jahrelang hingezwungen habe (deswegen auch hier, der Satz mit dem Fitnesstudio hat mich voll erwischt).

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    2. Mona

      Man kann sich andere Hobbys mit Bewegung suchen: Gartenarbeit, Handwerken, Handarbeit, Basteln z.B. mit Holz, mit Kindern spielen, ein Haus selbst bauen, oft und lang Spazieren gehen, seine Garage immer wieder aufräumen, die Möbel Zuhause umstellen, bei Umzügen helfen, viel Bügeln, Bücher neu sortieren usw. Es gibt bestimmt noch mehr körperliche Beschäftigungen, die auf Dauer ein bisschen fitter machen als nur am Schreibtisch zu sitzen. Man kann ja auch etwas Schönes kochen, was aber anstrengend zuzubereiten ist. Ich musste mal für einen Kuchen 8 Zitronenhälften auspressen, hab alles gegeben und hatte am nächsten Tag ein bisschen Muskelkater, weil die Dinger irgendwie zu hart waren. Gemüse mit einer einfachen Reibe fein reiben, finde ich auch anstrengend, wenn man eine große Schüssel füllen will. Überkopf-Arbeiten finde ich auch anstrengend, die Decke streichen und sowas.

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      1. Margret

        Das mach ich fast alles (außer Garage, Haus bauen und bügeln), auch Kinder heben mehrmals täglich. Deshalb bin ich sehr kräftig, kann schwer heben. Aber mein Problem, der Bauch, an dem sich generell bei mir auch alles Fett hockt, wird daurch nicht tangiert. Mir geht es nicht um die Optik sondern um die Gesundheit. Bauchfett ist einfach am schlechtesten und ich hab seit den Schwangershaften einfach alles am Bauch (wahrscheinlich auch durch schlabbrige Muskeln da) bei einem BMI von 22,5

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      2. BauchFETT wirst du allerdings nur durch FETTabbau los. Muskelaufbau wäre dann nur wichtig, wenn du unbedingt dein Gewicht/BMI halten willst, aber dein Bauchfett kratzt es ja erstmal nicht, ob du Arschmuskeln aufbaust 😉
        Die Arschmuskeln bieten natürlich nochmal zusätzlich ihre eigenen Gesundheitsvorteile, logisch.

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      3. Margret

        Ich bin mir momentan nicht so sicher, ob es noch viel Fett ist oder einfach total ausgeleierte untrainierte Muskeln. Eventuell beides. Meine Tochter hat, trotzdem sie megadünn ist, auch so ein „Bäuchlein“ und der Kinderarzt meint, das wäre eine Mischung aus Hohlkreuz und schlechtem Bindegwebe, das den Bauchinhalt sozusagen nicht richtig hält. Vermutlich sowas (Hohlkreuz hatt ich auch schon immer).

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      4. Mona

        Hohlkreuz hab ich leider auch, das macht den Bauch echt nicht schöner.
        Wenn man schwer hebt, dann spannt man seine Mitte eigentlich mit an, wie beim Kreuzheben (mit einer Langhantel). Ich hatte mal Schmerzen und bekam Physiotherapie, da zeigen die einem paar Übungen, die man wirklich mehrfach pro Tag machen kann und das gibt wirklich mehr Halt im Rücken, Becken und Bauch. Zum Beispiel mit dem Rücken flach auf den Boden legen, die Hände oder eine Hand unter das Hohlkreuz schieben und dann versuchen mit dem Rücken und Bauchmuskeln für 5 Sekunden die Hand mit aller Kraft plattzuquetschen und das dann so oft man kann wiederholen. Man kann das auch mehrfach am Tag machen. Wichtig ist, dass man nicht mit den Beinen, Fersen oder Po nachhilft. Ich hatte am Anfang mich so angespannt, dass ich mit den Fersen in den Boden gedrückt habe, um mein Becken so zu kippen, dass das Hohlkreuz platt auf dem Boden ist. Als ich drauf geachtet habe, es nicht zu machen, wurde es schwerer. Dann habe ich aber mit den Pomuskeln nachgeholfen, das musste ich auch sein lassen und alles locker lassen, was gerade nicht trainiert werden soll.

        Es gibt doch auch Rückbildungsgymnastik usw, da müssten doch jede Menge solcher kleinen Übungen dabei sein, um den Rücken und den Bauch zu stärken. Vielleicht solltest du doch mal irgendeinen Gruppenfitness-Kurs in deinem Fitnessstudio ausprobieren, um solche Übungen gezeigt zu bekommen. Fitnessstudios haben doch auch oft kleine Bauchkurse, wobei ich Rückenkurse sinnvoller finde, die bringt bei mir echt viel auch für den Bauch.

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      5. Mona

        Ich weiß nicht, wie alt deine Tochter ist. Ich kenn Kinder, die als sie ganz klein waren ganz schön viele Bauchmuskeln hatten. Die lagen den halben Tag auf dem Boden und hatten irgendwelche hübsches Spielzeug über sich und haben danach gegriffen und die Beine immer wieder hochgehoben.

        Ich hab heute beim Sport so eine Übung gemacht, wo man sich ganz klein macht (Rückenlage, Knie so anziehen, dass das Becken abhebt und den Kopf auch so zu den Knien ziehen, dass die Schultern abheben) dann macht man sich langsam lang und dann wieder langsam klein. Wenn man noch schwach ist, dann steckt man die Beine eher im 45° Winkel weg und die Arme nicht so extrem weit nach hinten. Wenn man stark ist, dann streckt man die Beine knapp über dem Boden und hält sie kurz so und die Arme auch ganz weit nach hinten kurz über den Boden, wobei die Schultern und der Kopf auch nicht auf dem Boden abgelegt werden. Da ist es wichtig nur so weit sich zu strecken, dass der Rücken und der Bauch noch gegenhalten können, wenn man ein Hohlkreuz bekommt, dann ist man zu weit gegangen.

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      6. Margret

        P.S. soll aber trotzdem schlecht sein für die inneren Organe, weswegen ich jetzt gerade überlege, wie man die Bauchmuskeln bei einem Kind aufbauen kann bei schlechtem Bindegewebe. Sit Ups dind da ja auch nicht drin. Es betrifft uns also sogar beide.

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      7. Margret

        @ emn noch eine Frage: du schriebst einmal, dass Du wöchentlich mit deiner Physiotherapeutin trainierst und das selbsr zahlst. Ist sowas sehr teuer? Das würde mir nämlich viel eher entsprechen als Fitnesstudio.

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      8. Stimmt, über das wöchentliche Training mit meiner Physiotherapeutin hatte ich geschrieben, aber vielleicht kam das missverständlich an. Wir hatten uns privat gut verstanden und das wurde dann eine Freundschafts-Kaffetrink-und-Trainings-Sache, ohne bezahlen 🙂 Ich glaube allerdings, so extrem teuer ist eine halbe Stunde Physiotherapie nicht. Sie sagte mal was von 15 Euro, aber ich bin mir nicht ganz sicher….

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      9. TutziFrutzi

        @Mona:

        Ein Hohlkreuz loszuwerden ist echt schwierig. Viele Geräte im Fitness-Studio fördern dieses sogar – wenn z.B. die Fußstützen fehlen, mit denen man sich in den Sitz pressen kann. Falschen Ehrgeiz (möglichst viel Gewichte) sollte man vermeiden.

        Die Beinmuskulatur hat einen großen Einfluss auf die Neigung des Beckens. Da kann man gut ansetzen. Das Training ist meistens sogar „einfacher“, weil’s bei der gezielten Rückengymnastik eben oft auf Feinheiten ankommt. In der Krankengymnastik wird man angeleitet und ggf. korrigiert. Im Fitness-Studio ist man hingegen mehr oder weniger alleine.

        In welche Richtung Dein Becken „gezogen“ werden muss, sollte Dir aber von Fachleuten gesagt werden.

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      10. Margret

        @ Tutzi Frutzi, das mit den Beinmuskeln ist echt interessant. Wobei bei mir wie auch bei meiner Tochter das Hohlkreuz wiederum durch einen Knick-Senkfuß aufgrund des sehr schwachen Bindegewebes bedingt ist – so zumindest die Aussage des Orthopäden. Vielleicht müsste ich da ansetzen.

        Ich denke, ich werd wohl echt Physiotherapie machen …

        @ mona, Sie ist drei, also noch sehr klein.

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      11. Margret

        @ Mona Mit meinen Rückbildungskursen hatte ich Pech, da wurde 10 Stunden lang der Beckenboden trainiert und die Bauchmuskeln so gut wie nicht.

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  13. Margret

    Naja, am Wintersport gefällt mir die Geschwindigkeit, die Leichtigkeit der Bewegung, das Dahingleiten. Ich bin’s halt auch gewohnt, wahrscheinlich. Bei mir kommt noch dazu, dass ich wegen der Kinder keinen allzu aufwändigen Sport treiben kann, für den ich mehrmals die Woche weit fahren muss (Kanufahren z. B.). Rollerbladen war früher ganz gut, aber ich trau mich nicht mehr, seit es mich mal auf Rollsplit unwahrscheinlich gebrezelt hat.

    @ shark Theoretisch schon, aber nach 20 Minuten plärren die Kinder schon „meine Füüüüüüüüße tun weh, ich maaaaag nicht mehr, wann sind wir endlich daaaaaaa“. Dabei sind die eigentlich total sportlich, aber Strecken laufen – vergiß es. Und es ginge auch nur 1x / Woche.

    Derzeit bin ich seit Monaten eine Karteileiche im Fitnesstudio, nachdem ich mich jahrelang hingezwungen habe (deswegen auch hier, der Satz mit dem Fitnesstudio hat mich voll erwischt).

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