Sport und braunes Fett.

Eine interessane Forschungsarbeit untersuchte die Existez des Hormons „Irisin“ beim Menschen.

Irisin kann offenbar möglicherweise die Umwandlung von weißem Fettgewebe in braunes Fettgewebe fördern. Im Gegensatz zu weißem Fettgewebe ist braunes Fettgewebe für Wärmeregulierung nutzbar und verbraucht Energie. Braunes Fettgewebe ist darüber hinaus dichter und besser durchblutet (daher die dunklere Färbung). Erwachsene haben im Gegensatz zu Säuglingen kaum mehr braunes Fettgewebe, da bei ihnen andere Formen der Thermoregulation (z. B. zittern) ausgeprägter sind.

Vereinfacht gesagt ist mehr braunes Fett eine gute Sache, weil es aktiv wärmt und damit mehr Enerie verbraucht. Zwei exakt gleich große und schwere Menschen mit dem selben Muskel- und Körperfettwert, von denen einer ein paar Gramm mehr braunes Fett hat, hätten damit einen leicht unterschiedlichen Energieverbrauch. Derjenige mit dem braunen Fettgewebe würde mehr Kalorien verbrennen (und vermutlich weniger frieren).

Schon seit längerem gibt es Studien dazu, dass das Setzen von Kältereizen die Bildung von braunem Fett fördern kann. In der neuen Studie wurden nun Hinweise darauf gefunden, dass das entsprechende Hormon, Irisin, auch beim Sport freigesetzt wird.

Sollte das der Fall sein, würde es zumindest etwas beantworten, was mir seit der Abnahme aufgefallen ist. Während ich früher beim Abnehmen (noch) kälteempfindlicher wurde als ohnehin schon, hat sich das in den letzten Monaten komplett geändert. Mir fällt oft auf, dass ich oft an kühleren Tagen eine der Wenigen draußen bin, die ohne Jacke herumläuft und während früher ich diejenige war, die hochgeeizt hat, ist nun mein Mann derjenige, der sich beschwert, es sei zu kalt im Haus. Ich hatte das bisher mit der vermehrten Muskelmasse und der besseren Nährstoffversorgung erklärt, aber es wäre natürlich möglich, dass ich mittlerweile durch den Sport auch etwas mehr braunes Fett am Körper habe.

Zusätzlich ist natürlich interessant, dass sich immer wieder kleinere Faktoren finden, die geringe Verbrauchsunterschiede, abseits der großen Faktoren Größe/Geschlecht/Gewicht/Muskel-Fettzusammensetzung begründen.

Advertisements

15 Gedanken zu “Sport und braunes Fett.

  1. TutziFrutzi

    Ist ein Bisschen OffTopic …

    Ich hab neulich beim Einkaufen zu meiner großen Überraschung festgestellt, dass das zweitbilligste Öl (Sonnenblumenöl) über 7 mal so viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren hat wie die ganzen hochpreisigen, kaltgepressten Olivenöle.

    Beim Olivenöl waren es immer um die 8 g auf 100 ml, das Sonnenblumenöl mit (1 Liter für 99 Cent) 59,0 g. Noch besser waren die Distelöle mit um die 75 g auf 100 ml.

    Da ich eigentlich schon immer Distelöl bevorzuge – den Eigengeschmack von Olivenöl mag ich nur zu sehr wenigen Speisen – hat mich das natürlich gefreut. Die Angaben auf meiner „aktuellen“ Flasche kann ich allerdings nicht lesen, die ist mir mal in den Kochtopf gefallen, das hat dem Etikett (und der gerade frisch geputzten Küche) irgendwie gar nicht gut getan …

    Hat es irgendeinen Grund, dass Olivenöl immer als so super gesund angepriesen wird – oder ist das reines Marketing?

    Gefällt mir

    1. ichichich (AE)

      Sind über den Bedarf hinaus zuviele Omega-6-Fettsäuren nicht eher gesundheitsschädlich? Ich benutze im Moment Sonnenblumenöl (unter 2 Euro/500 ml vom Bio-Supermarkt), halt um den Mindestbedarf an essentiellen o-6-FS zu decken, werde aber, wenn ich wieder mehr Öl benutzen werde, wieder auf Olivenöl umsteigen.

      Olivenölkonsum korreliert doch mit weniger Arteriosklerose wegen der einfach ungesättigten Fettsäuren, AFAIK. Außerdem schmeckt MIR Olivenöl wiederum besser, de gustibus non est disputandum.

      Gefällt mir

  2. TutziFrutzi

    @ichichich: Ich habe mich bis vor kurzem nicht allzu sehr um meine Ernährung gekümmert. Aber es bleibt ja auch bei flüchtigem Lesen immer Einiges hängen. „Mehrfach ungesättigte Fettsäuren“ sind jedenfalls immer besonders gelobt worden.

    In die ganzen Risikogruppen gehöre ich nicht. Blutwerte sind super, ich war nie Übergewichtig …

    Meine Öle habe ich mir immer nur nach Geschmack ausgewählt. Für Salate etc. mag ich Distelöl. Zum Braten Sonneblumenöl. Für „Spezialitäten“ wie Tomate-Mozarella-Basilikum oder Spaghetti-Aglio-Olio-Dings oder schöne Pilze oder bestimmte Gemüsesorten (z.B. Sellerie, dabei aber nicht den Spritzer Orangensaft vergessen) mag ich Olivenöl.

    Jut. Inzwischen gucke ich auf die Etiketten. Kalorien zähle ich nicht wirklich, aber ich schätze ein Bisschen. Und da bin ich eben neulich über die mehrfach „ungesättigten Fettsäuren“ gestolpert – von denen ich bislang ausgegangen bin, dass kaltgepresstes Olivenöl da eindeutig die Nase vorne hat. Sagen ja immer alle, dass das so gesund sein soll.

    Nur: IST das wirklich so?

    Gefällt mir

    1. ichichich (AE)

      @ Tutzifrutzi

      In meinem „Taschenatlas Ernährung“ (Thieme Verlag) steht, dass bei „hoher Aufnahme“ mehrfach ungesättigter Fettsäuren sich „vermehrt potenziell schädliche Oxidationsprodukte“ bilden sollen (S. 122), was sich erstmal nicht so vertrauenerweckend anhört.

      Im Moment benutze ich aber wie gesagt trotzdem Sonnenblumenöl, weil ich halt keine „Hohe Aufnahme“ davon habe.

      Olivenöl hat halt vor allem einfach ungesättigte FS, die, AFAIK, das LDL-Cholesterin senken und HDL-Cholesterin erhöhen, deshalb soll das so gut sein.

      Gefällt mir

      1. ichichich (AE)

        Ja, aber braucht man nicht seine Mindestmenge an essentiellen Fettsäuren (Omega 3 und 6) bzw. wären die in Schichtnougat o.ä. enthalten?

        Gefällt mir

      2. nessii

        Dein Eiweißkonsum hat doch nichts damit zu tun, welche Menge an essentiellen Fettsäuren du zu dir nimmst. oO
        Da kannst du noch so viel EW essen, da wird trotzdem kein Fett drin sein. Und gerade die essentiellen Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann, sind wichtig für einen funktionierenden Körper. Also nicht nur Magerfleisch und fettreduzierten Quark essen, sondern auch mal ’nen fetten Fisch oder eben Öl zum Salat (in Maßen natürlich).

        Gefällt mir

      3. Naja, indirekt schon. Ich habe z.B. gestern ein halbes Kilo Schweinefilet gegessen. Obwohl das mager war habe ich dadurch trotzdem 10g Fett aufgenommen (wenn man fddb glauben schenkt).
        Ganz davon abgesehen ist Nougat aus Nüssen, da könnte also auch was drin sein.

        Gefällt mir

  3. Katrin

    Den Hype um das Olivenöl werde ich sowieso nie verstehen. Meiner Meinung nach ist das reines Marketing. Simples Rapsöl zum Beispiel ist gesünder als Olivenöl, billiger zu haben und belastet, da es meistens „in der Nähe“ hergestellt wird, auch nicht so die Umwelt. Wenn du mich fragst, war irgendwann mal der Verkauf von Olivenöl runtergegangen und wurde deshalb vermehrt angekurbelt, denn die Leute fahren ja nicht erst seit gestern nach Italien, aber Olivenöl boomt erst seit den … weiß nicht, vielleicht seit den 90ern? … oder hat wer vorher schon mal was davon gehört, dass Olivenöl super gesund ist?

    Ich kenn die anderen Öle nicht so gut, ich verwende Rapsöl, weil es a, bei uns angebaut wird und ich möglichst einheimische Produkte kaufe, und b, weil es mir besser schmeckt bzw. geschmackloser ist als Olivenöl. Man kann damit braten, kochen, backen … teilweise nehme ich es sogar statt Olivenöl für meine Kosmetika, auch das geht. Rapsöl hat ein perfekt auf den Körper abgestimmtes Verhältnis von Omega 3 und 6. Ich weiß nicht, ob man hier verlinken kann, aber ich versuchs mal: http://www.bmi-rechner.net/rapsoel.htm Falls der Link nicht geht, so findest du auf BMI-Rechner einen Raps- und Olivenölvergleich. Natürlich kann man auch googeln. Ich hab bisher aber nicht wirklich was gefunden, wo das Olivenöl das Rapsöl rein gesundheitstechnisch schlägt.

    Gefällt mir

    1. TutziFrutzi

      @maus: Bei einem bekannten Discounter gibt es ein Öl namens „Omega-3-Öl“ – Das ist auch richtig lecker. Nicht so „erdig“ wie manches Olivenöl, eher „nussig“. Zwei Blätter Basilikum auf ein schönes, ganz leicht angetoastetes Vollkornbrot, ein paar Tropfen von dem Öl drüber, Tomatenscheiben drauf – Yummie. Gut, ist wahrscheinlich nix, wenn man abnehmen möchte. Aber sooo lecker.

      @nadja: Nachdem hier in den Kommentaren gerade nur über Öl und nicht über das eigentliche Thema des Artikels gepostet wird (Sorry, dass ich mit dem OffTopic angefangen habe) – wäre es nicht mal eine Idee, etwas über gesättigte, ungesättigte, mehrfach ungesättigte, hungrige, verhungerte, rechts-, links- oder durchdrehende Fettsäuren zu schreiben?

      Gefällt 1 Person

  4. Alex

    Haltet euch an Ray peat und packt die ganzen mehrfach ungesättigten FS in den Giftmüll.

    Aber ernsthaft: o6 ist völlig wertlos, ist eh Überall drin (und tendenziell in den mengen eher schädlich). Dann lieber nach Geschmack gehen und Eier, butter, oliven, was-auch-immer essen.
    P.S. bitterschoki ist ne top fettquelle!

    Omega 3 bekommt man im Prinzip nur nutzbar aus tierischen Lebensmitteln, primär Fisch. (Fettes lachsfilet)

    Gefällt mir

    1. TutziFrutzi

      … das ist ja das Problem. Man findet so viele völlig konträre Empfehlungen. Dabei machen mich insbesondere die „radikalen“ Tipps à la „Lasst alle XY weg, das ist pures Gift!“ oder „Esst nur noch YZ!“ tendenziell stutzig.

      Aber auch wenn sich manche dieser Ernährungstipps plausibel und wissenschaftlich gestützt anhören – in aller Konsequenz werde ich die ohnehin nicht umsetzen. Dazu esse ich einfach zu gerne und habe einen vielseitigen Geschmack. Und witzigerweise mag ich die Sachen, die nach allgemeinem Konsens und aller Wahrscheinlichkeit nach tatsächlich ungesund sind, sowieso nicht.

      Brühwürfel schmecke ich aus jedem NOCH so großen Eintopf raus, pfui.

      Ich liebe anständige Burger – aber mit den bekannten Fastfood-Ketten kann man mich jagen.

      Süßigkeiten reizen mich nicht [… außer die tolle Bitterschokolade mit kandierten Orangenstückchen … dazu ein Gläschen Grand Marnier – Ein Hochgenuss. Da bin ich locker ne Stunde mit einem Riegel beschäftigt…]

      .
      .
      .

      Ob ich ernährungstechnisch wirklich ALLES raushole was geht, ist mir gar nicht so wichtig. Ich habe so viel abgenommen, wie ich abnehmen wollte – und das viel schneller als gedacht. Wird dann im Großen und Ganzen schon okay sein, wie ich das mache.

      Mich interessieren eher so die kleinen „Stellschrauben“, an denen man drehen kann, ohne komplett seine Ernährung umzukrempeln. Und das „richtige“ Öl scheint mir eine davon zu sein.

      Gefällt mir

Deine Meinung?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s