Samstagssammlung

Mal wieder eine samstägliche Themensammlung:

Gestern hatte ich mich stark geärgert über eine negative Amazon-Rezension. Ich ärgere mich übrigens nicht über jede negative Rezension. Zuletzt beschwerte sich jemand, es seien „keine greifbaren appellative“ im Buch, was nicht unwahr ist, da es eben kein „Mach A, B, C und D und bloß nicht E“-Buch ist, sondern helfen soll, sich selbst einen Plan zu machen. Wer einen fertigen Plan erwartet, der mag enttäuscht sein, und dann kann so eine Rezension durchaus nützlich sein um andere davon abzuhalten, mit falschen Erwartungen an das Buch zu gehen. Warum ich mich geärgert habe, habe ich gestern spät Abends noch spontan gebloggt, aber es erinnert mich auch daran, dass ich schon länger darauf hinweisen wollte, dass „Ernährungsberater“ in Deutschland kein geschützter Begriff ist. Das bedeutet, jeder kann und darf sich „Ernährungsberater„, „Ernährungstherapeut“ oder „Gesundheitsberater“ nennen, ohne dafür eine Qualifikation nachweisen zu müssen. Geschützte Begriffe sind dagegen „Diätassistent„, „Diplom-Oecotrophologe“ und „Ernährungsmediziner„, die also nur mit entsprechender, mehrjähriger Ausbildung/Studium geführt werden dürfen. Erfahrungsgemäß verwenden die entsprechend ausgebildeten Experten auch ihre hart erarbeiteten Titel anstelle der nichtssagenden Bezeichnungen. Auf die Qualifikation zu schauen garantiert dann zumindest eine wissenschaftlich begründete Ausbildung und schützt vor Beratern, die irgendwelche Heilslehren über die einzig Wahre Ernährung predigen.

In diesem Zusammenhang auch nochmal ein recht differenzierter Artikel zu einer neuen Studie, die unter kontrollierten Bedingungen Ernährungsformen verglichen und zum Ergebnis kamen, dass am Ende die Kalorienmenge das entscheidende für die Gewichtsreduktion ist, und nicht „LowCarb“ oder „LowFat“. Das ist zwar keine neue Erkenntnis aber ich finde das Statement des Forschers am Ende gut, der noch einmal auf individuelle Unterschiede hinweist, und dass es manchen Menschen leichter fällt, mit Verzicht auf Kohlenhydrate abzunehmen, während andere z.B. mit Fettreduktion besser fahren. Ich denke, man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass es zwar Wege gibt, die für viele Menschen gut funktionieren (so ist LowCarb generell recht erfolgreich), aber trotzem jeder für sich die optimale Ernährungsform finden muss, abhängig von den individuellen physischen und psychischen Voraussetzungen. Ein Regelwerk oder eine Beratung, die jedem direkt dasselbe Schema aufdrücken will, würde ich daher mit Vorsicht genießen.

Zum Thema Voraussetzungen hier noch ein Artikel über Adam Lebeck, der am Prader-Willi-Syndrom leidet und ehemals über 150kg wog, bis er 90kg abnahm und nun vor kurzem einen Halbmarathon rannte. Ich bin im Buch kurz auf das Prader-Willi-Syndrom eingegangen, und wie extrem hart die Bedingungen dabei sind, ein normales Gewicht zu halten. Diese Leistung ist wirklich wahnsinnig beeindruckend.

Dann hier noch ein Vergleichsfoto einer Frau, die von 56kg auf 62,5kg zunahm und die nochmal eindrücklich zeigt, dass der BMI zwar für den inaktiven Durchschnitt eine gute Richtlinie darstellt, aber das reine Gewicht mit dem Aufbau von Muskeln an Bedeutung verliert.

Zu guter letzt stellte ich erfreut fest, dass eine meiner Lieblingsserien eine neue Staffel veröffentlicht hat. Es handelt sich um „My mad fat diary“ und dreht sich um die stark übergewichtige Rae, die in der ersten Staffel nach mehreren Monaten stationärem Aufenthalt aus der Psychiatrie entlassen wird. Ich muss zugeben, dass ich die Serie vor meiner Fettlogik-Phase gesehen habe (Staffel 2 müsste während der Abnahme gewesen sein) und daher nicht sagen kann, ob es Fettlogiken gibt. So wie ich mich erinnere, ist die Serie aber wahnsinnig direkt und authentisch- Ein gutes Beispiel dafür, wie das Thema Übergewicht in den Medien auf eine fettlogikfreie und gleichzeitig nicht diskriminierende Art behandelt werden kann. Raes Übergewicht ist zwar Thema, wird aber nicht klischeehaft benutzt und [Achtung Mini-Spoiler] es geht in der Serie auch nicht darum, dass sie abnimmt. Die Serie gibt es komplett auf youube, bisher leider nur auf englisch – mit etwas Suchen findet man vielleicht auch deutsche Untertitel, allerdings ist es eine Serie, die man recht gut versteht. Die Serie lohnt sich auf jeden Fall, aber legt euch Taschentücher bereit wenn ihr nah am Wasser gebaut seid.

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7 Gedanken zu “Samstagssammlung

  1. Die Vergleichsfotos finde ich etwas manipulierend: die dünnste Variante (gewichtsmäßig) ist unscharft und einfach ein hässliches Bild. Dieses und auch das mittlere zeichnen sich durch unschöne unsexy Slips/Shorts aus – kein Wunder, dass sie dann recht im sexy Bikini und scharf abgelichtet in Schönheit erstrahlt!
    Ich vermute mal, wenn sie alle drei Bilder auf die gleiche Art wie das rechte gemacht hätte, wäre der Unterschied viel kleiner.

    Damit will ich keinesfalls was gegen Muskelaufbau sagen – ich mag es nur nicht, wenn Bilder manipulieren.

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  2. Nina

    Ach herrlich, als Werbung unter diesem Post wird mir gerade „Werden Sie Ernährungsberater/-in!“ angezeigt. Darf ich jetzt also sagen „bin ich doch schon“? 😉

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