Talk about Fettlogik.

Mit das häufigste Thema, das per Mail angesprochen oder gefragt wird ist:

„Ich mache mir Sorgen um jemanden, der mir nahe steht. Die Person hat ein sehr ungesundes Gewicht und ist unglücklich damit, ändert aber nichts daran und ich weiß nicht, wie ich mit ihr darüber reden soll.“

Also dachte ich, ich versuche mich mal an einem Blog dazu. Wie ihr wisst, sind Ratgeber nicht mein Ding, aber ich werde versuchen, so konkret wie möglich zu werden.

  1. Es ist aus meiner Sicht das wichtigste, sich bewusst zu machen, dass jeder Mensch aus dem ihm zur Verfügung stehenden Infos und Bedingungen heraus, die beste Entscheidung für sich trifft. Auch wenn Verhaltensweisen von außen möglicherweise komplett irrational wirken mögen, hat die Person einen bestimmten Grund dafür. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir mit den selben Informationen und dem selben Hintergrund zur selben Entscheidung gelangen würden, denn keiner trifft absichtlich schlechte Entscheidungen. Von außen waren meine 150kg definitiv eine schlechte Entscheidung, aber damals hatte ich Gründe dafür. Wenn meine damaligen Annahmen/Fettlogiken korrekt gewesen wären, wäre es auch eine gute Entscheidung gewesen, allerdings beruhten sie auf Fehlinfos. Als sich diese Informationen änderten hatte das Einfluss auf die Gesamtkonstallation und meine Entscheidung wurde eine andere. Angesichts dessen halte ich es grundsätzlich für das Wichtigste, nicht mit einer „Ich weiß es besser als XY und muss ihn/sie nur irgendwie überzeugen“-Haltung zu der Person hinzugehen sondern offen und mit echtem Interesse dafür, welche Gründe hinter der Entscheidung stehen – und mit der Möglichkeit im Hinterkopf, sich auch überzeugen zu lassen.
  2. Der Person nichts erzählen, was sie schon weiß. An sich ist das logisch, ausgehend von Punkt 1. Wenn die Person eine bestimmte Info schon hat, dann ist sie bereits als Faktor in die Entscheidung eingeflossen, und die Info noch fünf oder fünfzig mal zu wiederholen, bringt kaum etwas (ausser dass es nervt). Wie findet man nun heraus, was die Person schon weiß? Nachfragen, wodurch wir wieder zur grundsätzlich offenen Haltung kommen. Darüber hinaus gibt es Dinge, die einfach jeder schon gehört hat, z.B. „Übergewicht ist total ungesund!“ – entweder die Person ist sich darüber bewusst und hat es bereits in ihre Entscheidung einbezogen oder sie lehnt diese Aussage ab, weil sie sich auf andere Informationen bezieht. So oder so, ein reines „Übergewicht ist ungesund!“ hat jeder schon gehört, und das ist in so ziemlich 0% der Fälle tatsächlich eine neue Information. Solche Aussagen kann man sich komplett sparen. Sinnvoller wäre es da aus meiner Sicht, erstmal den Stand des Gegenübers zu erfragen, also z.B. „Wie siehst du denn den gesundheitlichen Aspekt?“ (und die meisten Menschen merken schnell ob die Frage offen gestellt wird oder mit einem „Deine Antwort wird eh doof sein, aber ich frage mal, damit ich dir das Gegenteil sagen kann.“).
  3. Schuld vermeiden. Egal wie nahe einem eine Person steht, sie schuldet einem keine Gesundheit. Ja, es ist schrecklich, eine geliebte Person zu sehen, die sich selbst schadet, und wenn ein Familienvater mit 45 einen Herzinfarkt erleidet, dann betrifft das nicht nur ihn sondern seine ganze Familie. Trotzdem gibt es kein „Recht“ darauf, dass derjenige sich maximal gesund verhält. Und wenn wir ehrlich sind, dann verhält sich keiner zu jeder Zeit maximal gesund. Ich fahre z.B. Rad ohne Helm, was meinen Mann echt nervt. Während es also nicht wirklich sinnvoll ist, an der Stelle Druck zu machen („Du musst XY tun, weil ich mir Sorgen um dich mache!!“), kann es trotzdem eine neue und relevante Information sein, wie man sich selbst fühlt. Idealerweise kann man der Person die eigenen Sorgen und Ängste vermitteln, ohne das mit Schuld zu kombinieren. Also weniger „Du machst mir ein schlechtes Gefühl (Sorge/Ängste/Ärger) mit deinem Verhalten“ und mehr „Du bist mir wichtig und ich mache mir Sorgen, weil ich mir für dich wünsche, dass es dir gut geht.“ – Der Auslöser für meine Gewichtsabnahme mit 20 war übrigens ein heftiger Streit mit meiner Mutter. Zuerst war es das übliche hin und her, dass sie mir sagte, wie ungesund mein Gewicht ist und ich ihr sagte, wie sehr es nervt dass sie ständig an mir herumnörgelt. Irgendwann eskalierte es und sie begann plötzlich zu weinen und es brach aus ihr heraus, was für Sorgen sie sich macht. Und in dem Moment war es eben nicht vorwurfsvoll-nörgelig, wie ich das bisher wahrgenommen hatte, sondern mir wurde bewusst, dass sie wirklich Angst um mich hat.
  4. Bei sich selbst bleiben kann manchmal hilfreich sein. Dinge erzählen, ohne dass es wie ein Überzeugungsversuch wirkt. Als ich anfing, mein Fettlogiken zu hinterfragen, habe ich meiner Mutter am Telefon viel davon erzählt. Ich habe dabei allerdings weniger reine Infos gegeben sondern eher von meinem Prozess damit erzählt, also z.B. „Ich habe diese Studie darüber gelesen, dass Übergewichtige sich stark verschätzen in ihrer Kalorienaufnahme. Gestern habe ich mal meinen Salat gewogen, und war total geschockt, dass der tatsächlich viel kalorienreicher ist, als ich dachte.“ – wichtig ist aber auch dabei, dass es auch tatsächlich nicht als Überzeugungsversuch ankommt, so wie „Du musst jetzt diese Erkenntnis auch haben!“. Das KANN der Fall sein, aber erstmal geht es darum zu erzählen, warum man selbst die Erkenntnis hatte und was es mit einem selbst gemacht hat. Über eigene Fettlogiken zu reden, warum man sie geglaubt hat und warum man sie geändert hat kann hilfreich sein. Wenn man allerdings merkt, dass die andere Person es als Überzeugungsversuch wahrnimmt, ist es besser, nicht weiter darauf herumzureiten und das Thema zu wechseln.
  5. Nicht darauf herumreiten ist generell wichtig, denn aufdringliches nachlaufen und „Du musst das jetzt aber so sehen!!!“ hat meist den gegenteiligen Effekt. Am überzeugendsten wirkt es, wenn man zufrieden wirkt. Jemand, der missionarisch unterwegs ist und am Kaffeetisch anfängt darüber zu schimpfen, wie viele Kalorien in der Sahnetorte stecken, macht nicht gerade Lust darauf, sich mit dessen Weg zu beschäftigen, denn der Weg wirkt verkniffen und ätzend. Wenn dagegen die eigentlich immer pummlige Freundin plötzlich schlanker wirkt, aufrecht geht und begeistert von der Radtour am Wochenende berichtet, kommt meist automatisch Interesse und es wird nachgefragt. Manchmal ist daher das Beste, nicht direkt mit der neuen Erkenntnis hausieren zu gehen, sondern der Sache Zeit zu geben, erstmal den eigenen Weg zu finden und die eigene Änderung für sich sprechen zu lassen.
  6. Fettlogiken nicht unwidersprochen stehen lassen. Das mag jetzt ein wenig im Widerspruch stehen zu den bisherigen Punkten, aber den Punkt halte ich für wichtig. Wenn jemand explizit Fettlogiken äußert wie z.B. „Übergewicht ist gar nicht so ungesund. Leichtes Übergewicht ist sogar gesünder.“ oder „Ich esse zu wenig um abzunehmen.“, dann halte ich es für wichtig, das nicht kommentarlos stehen zu lassen. Es muss nicht gleich zu einer dreistündigen Diskussion ausarten, man kann es auch bei einem „Da sind wir anderer Meinung“ belassen, aber wenn nicht widersprochen wird, wird dies als Zustimmung wahrgenommen. Das bezieht sich jetzt natürlich auf Menschen, die einem wichtig sind und heißt nicht, dass man in freier Wildbahn zu jedem hinrennen muss, der eine Fettlogik äußert.

Was Buchempfehlungen angeht… puh. Als ich Fettlogik geschrieben habe, meinte irgendwer, ich solle es bloß nicht „Fettlogik“ nennen, das würde keiner lesen wollen mit so einem „gemeinen“ Titel. Mag sein. Beim Schreiben hatte ich nicht damit gerechnet, dass es tatsächlich gelesen wird, sondern ich musste einfach mal alles aufschreiben, egal wie es „rüberkommt“. Vielleicht macht es der Titel tatsächlich schwerer, das Buch weiterzuempfehlen.

Im Prinzip sehe ich die Buchempfehlungen ähnlich wie die obigen Punkte: Ich denke, am meisten bringt es, wenn man darüber redet, was das Buch ausgelöst hat und wie es auf einen gewirkt hat. Weniger: „Lies das mal, damit du deine Meinung änderst!“ und mehr „Ich habe es gelesen, und es hatte diese Wirkung auf mich.“ denn es kann ebenso gut sein, dass Leute „Fettlogik“ lesen und eben trotzdem noch dieselbe Entscheidung treffen. Letztlich ist das wohl das etwas unbefriedigende Fazit aus diesem Blog: Leute treffen ihre eigenen Entscheidungen, und manchmal meint man zwar, dass man es besser weiß oder würde sich wünschen, dass sie eine andere Entscheidung träfen, aber wir können letztlich nur unser eigenes Leben leben, nicht das der anderen.

34 Gedanken zu “Talk about Fettlogik.

  1. Bloss keine Ernährungs- und Sporttipps geben!
    Kein Übergewichtiger will ständig hören, dass Sport ja ach so toll und simpel ist und Ernährung ja auch relativ easy zu meistern ist im Alltag.
    Leider mutieren viele Menschen sofort zu Fitness-Profis und Ernährungswissenschaftlern, es ist halt einfacher anderen Menschen Ratschläge zu geben wie Sie ihr Leben verbessern anstatt selber sein Leben zu verbessern…

    Nichtsdestotrotz, ganz wichtig ist, dass man den übergewichtigen Menschen nicht aufgrund seiner Figur oder seines Äußeres abwertet! Abnehmen gestaltet sich für den einen schwierig, für den anderen leicht und für den, der durch Medikamente, psychische Erkrankungen o.ä. belastet ist, als eine schier unüberwindbare Lebensaufgabe.
    Toleranz und Akzeptanz sind meiner Meinung nach das A und O, bloss nicht die Person verurteilen, auch wenn die Reaktion negativ ausfällt.
    Die wenigsten dicken Menschen futtern einfach stumpf in sich rein, fragt lieber nach dem Wohlbefinden der Person, um die ihr euch Sorgen macht. Gibt es Ereignisse, Lebensweisen oder Verhaltensmuster, die Ihn/Sie zunehmen lassen oder dazu treiben, zu essen?

    Das sind meine Gedanken dazu, etwas wirr vielleicht, hoffe aber sie regen zum Nachdenken an 🙂

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  2. nessii

    Ich habe – wie wohl einige hier – lange auf der „anderen“ Seite gestanden. Nämlich bei der Gruppe der Leute, die unzufrieden ist mit ihrem Gewicht, aber trotzdem nichts daran ändert. Und ich muss sagen, mein einziger Tipp wäre: Lasst die Leute in Ruhe.
    Mir hat es weder geholfen, die neueste Studie zu XY vorgelegt zu bekommen, noch den tollen Artikel aus der Apotheken-Umschau. Das Wissen, dass ich meiner Familie damit Sorgen bereite, hat nur eins bewirkt, nämlich ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle.
    Mir ist klar, dass das für andere schwer sein muss, da tatenlos zuzusehen. Aber zumindest bei mir lag es nicht daran, dass es mir an Informationen und Wissen zum Thema gemangelt hätte. Ich war nur viel zu sehr mit 100 anderen Baustellen in meinem Leben beschäftigt, als dass ich mich auch noch aufs Abnehmen hätte konzentrieren können. Als sich die geklärt hatten, konnte ich auch den Versuch wagen, es nochmal zu probieren. (Ich bewundere jeden, der sich des Projekts Abnehmen annimmt trotz umfangreicher anderer Probleme im Leben. Könnte ich vermutlich nicht.)
    Insgesamt bin ich der Meinung, der echte Antrieb, an sich etwas ändern zu wollen, kann ausschließlich aus einem selbst heraus kommen. Da können noch so viele Tipps und Informationen und Bücher vorliegen, machen muss man es am Ende trotzdem selbst. Das kann einem niemand abnehmen.

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  3. Sabrina

    Hatte letztes eine Unterhaltung, in der mir vorgeworfen würde, ich würde die Person als Lügner darstellen und wäre nicht besser, als all die anderen, die nur Vorwürfe machten, weil ich meinte, es könne physikalisch nicht möglich sein, dass sie Unterkalorisch gegessen und zugenommen habe… habe an der Stelle einfach aufgegeben… das ging dann auf ne Ebene, wo man nicht mehr argumentieren kann…

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  4. Danke! Sehr wichtiger Post. Und ein perfektes Timing im Angesicht der Tatsache, dass ich heute mit großer Wahrscheinlichkeit genau so ein Gespräch führen werde… Mit hoffentlich genau dieser Geduld und Offenheit.

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  5. Mona

    Ich hab ein Argument gehört gegen das ich nichts gesagt habe, obwohl „Stoffwechsel reparieren“ ja bei gesunden Menschen nichts bringt. Die Sache an sich klang ok, die mir erzählt wurde. Es handelt sich um das Buch http://www.amazon.de/Das-Turbo-Stoffwechsel-Prinzip-stellen-dauerhaft-schlank/dp/3833834986/ref=asap_bc?ie=UTF8 von einem Professor der Sporthochschule in Köln. Aber da stehen bestimmt auch tausend Regeln drin, die nicht unbedingt so sein müssten. (Kennt jemand das Buch? Ist das gut?) Muss die Person selber herausfinden, ob sie damit glücklich wird auf Dauer, deswegen hab ich einfach nichts gesagt, aber das Fettlogik-Buch weiterempfohlen. Mir fällt gerade auf, dass ich den Link geschickt habe, aber im Gespräch nicht den Titel des Buches genannt habe. Vielleicht klingt „Fettlogik überwinden“ doch ein bisschen abschreckend. Ich hab es zusammengefasst mit „Eine Psychologin schreibt über ganz viele Studien über Ernährung und Gewicht, was sehr informativ, interessant und unterhaltsam zu lesen ist.“

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  6. Freak

    Es ist aus meiner Sicht das wichtigste, sich bewusst zu machen, dass jeder Mensch aus dem ihm zur Verfügung stehenden Infos und Bedingungen heraus, die beste Entscheidung für sich trifft.

    Nein. Er trifft die Entscheidung, die er bestmöglichst treffen kann im Sinne von selbstopportunismus, also was (häufig kurzfristig) das Beste scheint. Nicht die „beste entscheidung“ als solches, eine solche wäre objektiv.

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    1. Maren

      Ich hab das Buch vom Froboese gelesen und empfehle es sicher nicht mehr weiter nach Fettlogik. Der Titel Turbo Stoffwechsel sagt doch eigentlich schon alles. Er erwähnt sicherlich, dass Muskelaufbau gesund ist, grundsätzlich ist er aber der Meinung, dass eine Stoffwechsel Erhöhung beim abnehmen mehr hilft, als ein Kaloriendefizit. Nun ja, das lass ich mal so stehen. Ich erlebe jedenfalls am eigenen Leib etwas Anderes. 😉

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  7. Kuttel Daddeldu

    Zum Thema „beste Entscheidung“ usw…: Der Aspekt mit dem inneren Schweinehund kommt mir trotzalledem etwas zu kurz. Selbstverständlich haben alle diese Themen ebenso wie das Durchhalten bei der Aufgabe einer Sucht (Nikotin…) auch etwas mit Selbstdisziplin zu tun.

    Ich nehme mich selbst dabei explizit gar nicht aus, im Gegenteil. Zehntausendmal in meinem Leben vor lecker Süßem gestanden oder den potentiellen zweiten oder dritten Teller Leckereien auf Feier angeschaut… – und verloren. „Ach scheiß drauf, morgen iat auch noch ein Tag für den Verzicht.“ Wer behauptet, damit nie Probleme zu haben aber dennoch raucht und auch noch kräftig Übergewicht mit sich rumschleppt… – *hüstel*, lügt. Im Zweifel sich selbst was in die Tasche. Die drei zufriedenen, glücklichen Ausnahmen, die sich so gerade zuverlässig selbst killen obwohl sie sich und das Leben ja so mögen, sind dann natürlich was anderes. :))

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  8. B.B.

    Liebe Mona, ja, ich habe das Buch hier stehen und es ist die ersten 31 Seiten voller Hungerstoffwechsel, den man unbedingt vermeiden muss und es kommt sehr, sehr kompetent, professionnell, seriös daher, voller Studien, Erklärungen und Erläuterungen.

    Zitat Anfang: Die „Anti-Jo-Jo-Formel“ lautet (S. 29) für Frauen: 1,0 x Normalgewicht in Kilogramm x 24 = GU. Für unser 8-Wochen-Programm gilt eine noch differenziertere Berechnungsformel. Denn wahrscheinlich muss Ihr Stoffwechsel erst aus dem Wintreschlaf geholt werden, in den ihn der Hunger vieler Diäten getrieben hat. Denn wenn der Stoffwechsel erstmal im Keller ist, ist es, als hätten Sie bei einem Rennwagen den Rennmotor gegen den eines Kleinwagens ausgetauscht: Sie füllen weiterhin das energiereiche, teure Benzin ein, aber der Motor tuckert nur müde vor sich hin und verqualmt die meiste Energie zum Auspuff hinaus. Erst wenn sie den Motor zum Turbo getunt haben, wird das gute Benzin in Energie und Power umgewandelt. Erst nach acht Wochen hat sich der Grundumsatz eingependelt und Sie gehen zur lebenslangen „Stoffwechselformel“ über. Gerade inaktive oder übergewichtige Menschen haben oft einen viel zu langsamen und damit sparsamen Grundumsatz. Nicht selten liegt er bei nur 1.000 Kilokalorien, sodass sich ein maximaler Tagesbedarf von 1.400 Kilokalorien ergibt“. Zitat Ende.

    Dann kommt ganz viel wie Muskeln aufgebaut sind, warum Enzyme was machen und wie man die einen zu sich nimmt und die anderen dabei trainiert: und dann das Trainingsprogramm und zum Schluss ein Kapitel mit ganz vielen Rezepten – bei genauerem Hinsehen halt Eiweiss, Eiweiss und nochmal Eiweiss.

    Was ist nun an diesem Buch seltsam (wie übrigens an allen diesen Büchern: dieses hier liegt immerhin bei Naturkostläden wie Basic und auch sonst überall, denn es ist ja ein GU Buch, also nimmt man es eben mal so beim Einkaufen „aus dem Ständer“ mit)?

    Seltsam ist, dass das Trainingsprogramm exakt das ist, was es sein soll: Nämlich Krafttraining, es legt nur wahnsinnig viel Wert darauf, dass das kein Krafttraining wäre, sondern ganz leicht, ganz spielend und ganz ohne Stress passieren könnte (wie wirklich alle anderen Bücher zum Thema auch). Und noch seltsamer ist, dass die Rezepte, wenn man sie sich näher ansieht, eben doch eine heftige Kalorienreduzierung darstellen, nur dass auch hier panisch behauptet wird, man müsse keine Kalorien zählen, auf nichts verzichten, sondern könnte praktisch so nebenher abnehmen: was natürlich zu der Frage führt „warum tun sie das alle in exakt dieser Verleugnungsstruktur?!“.

    Wenn zum Schluss doch immer nur diese Fettlogikformel „Essen minus Bewegung = Abnehmen“ dabei herauskommt? Warum der Etikettenschwindel?

    Da lobe ich mir doch das Buch von Seyit Shobeiri „No Excuses!“, das ich am Züricher Bahnhof gekauft habe und es gleich ganz tief in meinen Koffer vergraben musste, weil es so eine unglaublich obszöne gute Figur wie die von Seyit Ali einfach nicht gibt und man damit unmöglich als ernstzunehmender Mensch offen herumlaufen kann: aber auch er behauptet, man müsse keine Kalorien zählen, obwohl seine „Rezepte“ dann doch ziemlich wenige Kalorien enthalten, um nicht zu sagen: um die 1.000 Kilokalorien herum. Trotzdem ist es viel ehrlicher und angenehmer geschrieben, von den absolut unglaublichen Körperbildern (einfach nur geil) einmal ganz abgesehen….

    Fazit: sie trauen sich nicht zu sagen, dass man weniger essen muss, essenziell und ohne Wenn und Aber. Und sie trauen sich nicht, zu sagen: ja, Du musst trainieren, weil es ohne Bewegung nicht geht und die Bewegung ist nicht das, was Dir sofort Spaß machen wird. Aber: WARUM trauen sie sich das nicht?! Das ist die große Frage.

    Denn wenn der Mensch eines ganz gewiss nicht will: Ergebnisse für die er sich nicht hat anstrengen müssen. Man frage nur mal einen Mann, der hinter einer Frau her ist. Oder eine Goldmedaillie bei der die Gegner Wurmfortsätze und nicht mindestens Seyit Shobeiri sind: diese Lorbeeren kann man in die Tonne treten, jedenfalls für sich genommen, allein vor dem Spiegel.

    Ich denke, das ist auch ein Geheimnis des Erfolges des Kalorienzählens: es führt einem vor Augen, was man geleistet hat – nicht in einem Jahr oder in ein paar Monaten, sondern heute habe ich soundsoviel Kalorien „gespart“, den Schweinehund in mir bekämpft und es ist mir gut gegangen dabei.

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    1. TutziFrutzi

      Seltsam ist, dass das Trainingsprogramm exakt das ist, was es sein soll: Nämlich Krafttraining, es legt nur wahnsinnig viel Wert darauf, dass das kein Krafttraining wäre, sondern ganz leicht, ganz spielend und ganz ohne Stress passieren könnte

      Hier wurde doch oft angesprochen, dass Krafttraining unabdingbar ist. Ob jetzt im Buch der Ausdruck „Krafttraining“ für „Krafttraining“ vermieden wird, kann ich nicht beurteilen – denn ich habe das Buch nicht gelesen – aber in den Blogtexten sieht das nicht so aus.

      Unabhängig von Deinem Eindruck habe ich persönlich mit „zwei Mal die Woche“ ziemlich gute Erfolge erzielt. „Ganz spielend“ ist das sicherlich nicht – der Innere Schweinehund kann durchaus schon mal zu einem Inneren Arschloch-Dinosaurier werden – aber „Stress“ sieht für mich auch irgendwie anders aus.

      nur dass auch hier panisch behauptet wird, man müsse keine Kalorien zählen, auf nichts verzichten

      Ebenso wurde hier desöfteren angesprochen, dass vielfach die Nahrungsaufnahme extrem falsch eingeschätzt wird.

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      Wie schon gesagt: Ich kenne das Buch nicht. Und diesen Blog verfolge ich erst seit ca. einer Woche – Bis jetzt bin ich mit dem hier geschriebenen durchaus einverstanden. Das deckt sich auch nicht nur mit meinen eigenen Erfahrungen – in meiner Familie gibt’s diverse Fälle sowohl von Mager- als auch von Fettsucht – da bin ich mit meinen ca. 7 Kilo „zuviel“ noch ziemlich „normal“ dran.

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      1. TutziFrutzi

        @nessii: Ich weiß nicht, ob dir klar ist, dass das Buch, das da angesprochen wurde, nicht das Fettlogik überwinden der hiesigen Autorin ist

        Au wei. Erwischt. Das war mir tatsächlich nicht klar. Ich bitte um Entschuldigung.

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    2. MiSa

      „Denn wenn der Mensch eines ganz gewiss nicht will: Ergebnisse für die er sich nicht hat anstrengen müssen.“

      Wo hast du denn diese Erkenntnis her? Natürlich träumen viele Menschen von Erfolgen, für die sie nichts tun müssen (Ob sie hinterher damit glücklich sind, ist eine andere Frage). Darum spielen Millionen Menschen Lotto, obwohl es für 99,9% einfach nur rausgeschmissenes Geld ist, und genau deswegen versprechen alle Diätbücher spielend leichtes Abnehmen ohne Anstrengung und Entbehrung. Ich habe einmal ein Diätbuch gelesen, dass außen auf dem Umschlag auch groß versprochen hatte, dass man „ganz ohne Sport“ abnehmen kann, und ohne zu hungern – innen hieß es dann, dass es ganz ohne Sport doch nicht geht.

      Davon abgesehen noch eine andere Anmerkung: Rezepte um die 1000 Kilokalorien findest du ziemlich wenig? Zum Abnehmen? Meine tägliche warme Mahlzeit während der Abnehmphase hat max. 500, manchmal auch nur rund 200 Kilokalorien. Bei 1000 Kilokalorien für eine einzige Mahlzeit würde ich mir schwertun, überhaupt etwas abzunehmen.
      (Das mag aber natürlich auch daran liegen, dass ich tatsächlich nur wenig Sport mache – ich bin ganz mit den täglichen Kampf gegen den Schokoladenappetit ausgelastet, da bleibt keine Kraft, auch noch den inneren faulen Sack zu bekämpfen 😉 )

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      1. käse

        „Ich habe einmal ein Diätbuch gelesen, dass außen auf dem Umschlag auch groß versprochen hatte, dass man “ganz ohne Sport” abnehmen kann, und ohne zu hungern – innen hieß es dann, dass es ganz ohne Sport doch nicht geht.“

        Ich vermute mal fast, dass es auch um den psychologischen Faktor geht.
        Also nicht nur, dass bestimmte Versprechungen schmeicheln.

        Sondern dass Sportmuffel jede Form von Sport mühsam und entbehrlich empfinden.
        Wenn man denen einredet, dass das bisschen nicht anstrengend ist, was sie machen müssen um überhaupt in die Gänge zu kommen, motiviert das manche.

        Auch wenn ich es selbst anders ausdrücken würde: wenn man einmal langsam anfängt, und dann am ball bleibt weil man es nicht übertreibt, dann merkt man mit der Zeit einen Kraft- oder Ausdauerzuwachs. Wenn man dann immer besser wird bleibt man eher am Ball.

        Sportanfänger übertreiben es halt manchmal, wollen immer ganz schnell ganz viel, und wundern sich warum es dann keinen Spaß macht und schmeißen alles über den Haufen.
        Das das gleiche Phänomen wie bei den „5 kg Abnahme pro Woche“-Diäten

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    3. Frank

      „Denn wenn der Mensch eines ganz gewiss nicht will: Ergebnisse für die er sich nicht hat anstrengen müssen.“

      Diesen Teil deines Beitrags sehe ich komplett anders. Der Wert von etwas mit viel Anstrengung erreichtem, ist viel höher, da stimme ich dir zu. Aber warum gibt es dann so etwas (sehr erfolgreiches) wie „Schlank im Schlaf“, oder Fettabsaugung? Könnte man chirurgisch Muskeln vergrößern, wäre das DER Renner, da bin ich sicher.

      Zu diesem Professor mit dem Buch: Der wollte wohl nur ein kommerziell erfolgreiches Werk raushauen. Kann mir nicht vorstellen, dass ein Mensch, der so etwas einfaches wie einen Verbrennungsmotor nicht verstanden hat, eine Professur bekommt. Die Art, jemanden den er offensichtlich für blöd hält (den Leser), etwas einfaches auch noch völlig falsch zu erklären lässt mich vermuten, dass der das noch dazu in einer Bierlaune geschrieben hat.

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      1. käse

        Ich glaube das „Schlank im Schlaf“-Konzept wurde vielfach auch etwas aufgeblasen.
        Eigentlich ist damit doch gemeint, dass der Körper im Schlaf bestimmte Hormone ausschüttet, dank derer der Körper nachts eher von Fettreserven lebt.

        Das wäre doch beim Fasten der gleiche Effekt (?)

        Hab mich mit dem Konzept beschäftigt, allerdings die Bücher nicht gelesen.
        Wenn das im Frühstücksfernsehen besprochen wird, klingt das natürlich alles nochmal anders

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      2. IULIUS

        „Die Art, jemanden den er offensichtlich für blöd hält (den Leser), etwas einfaches auch noch völlig falsch zu erklären lässt mich vermuten, dass der das noch dazu in einer Bierlaune geschrieben hat.“
        Eher, daß der wirklich davon keine Ahnung hat. Eine Professur bekommst Du primär durch Beziehungen und einen Dr. s. Gutenberg. Und das ist auch gar nicht sein Gebiet auf dem er da wildert.

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      3. B.B.

        Lieber Frank, exakt das ist mir dann beim abendlichen Herumspazieren dann auch durch den Kopf gegangen und zwar wortwörtlich der Satz, den Du jetzt gebracht hast: „ja, aber was ist mit gesund im Schlaf?“ und: „die Fettschürze wegoperieren?!“. Vielleicht ist das eine Antwort: es gibt Menschen, die es unvergleich finden, Schritt für Schritt auf einen Gipfel zu klettern und von droben dann den Weitblick zu geniessen und andere gehen auch gerne mal zu einer käuflichen Frau, bei der man sich mit dem Hinterherrennen nicht so anstrengen muss: es gibt Beides. Zugegeben.

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  9. TutziFrutzi

    Es gibt auch in die „andere Richtung“ sehr viel dummes Zeug, das man zu hören bekommt.

    Das übliche „Na, DU musst doch WIRKLICH nicht aufpassen“, wenn man z.B. bei irgendeiner Familienfeier den zweiten Nachschlag vom Dessert ablehnt. Pustekuchen. JEDER muss aufpassen. Wenn man nicht aufpasst, nimmt man zu. So einfach ist das.

    Oder „Wo willst DU denn abnehmen? Am Ohrläppchen?“ Solche Sprüche hört man eigentlich nur von Leuten, für die ein Bisschen weniger Gewicht sogar noch wichtiger wäre als für einen selbst.

    Mir wurde sogar schon Magersucht unterstellt. Weil ich (männlich, fast 40 Jahre alt, leider sehr starker Raucher) bei 1,78 m Körpergröße und ca. 84 kg Körpergewicht abnehmen wollte. Ich habe nie behauptet, ich sei fett. Das wäre auch wirklich übertrieben und ein Anzeichen für gestörte Körperwahrnehmung gewesen.

    Ich war bloß unzufrieden und wollte etwas ändern.

    Ich hatte (obwohl ich bis dahin noch nie ein Fitness-Studio von innen gesehen habe) ab Ende der Pubertät bis zum Alter von ca. 33 Jahren eigentlich immer einen Waschbrettbauch. Als Schüler hab ich Sport gemacht, als Student und in der Selbständigkeit hatte ich ein Reck im Büro (für Klimmzüge in diversen Varianten, mit Bein anheben etc.) – und statt Training mit Gewichten habe ich Übungen mit leeren bis halbvollen Bierkästen gemacht (hört sich albern an, ist aber effektiv).

    Das Bisschen „Sport“ hat für eine sehr ansehnliche Figur gereicht.

    Bloß nach BurnOut, schwerer Depression und generalisierter Angststörung habe ich mich hängen lassen. Keine Klimmzüge mehr gemacht, beim Fernsehen keine leeren Bierkästen mehr gestemmt, stattdessen volle Bierkästen geleert – Das hinterlässt Spuren.

    Man muss sich damit nicht abfinden. Man kann was dagegen tun. DASS man etwas tun kann, wird witzigerweise immer von denen in Frage gestellt, die sich dazu entschieden haben, NICHTS mehr zu tun.

    Auch die tröstenden Meinungen von wegen „Ernsthaft: Du hast doch keinen Bauch“ (hatte ich tatsächlich nicht) oder „Für Dein Alter siehst Du doch blendend aus“ sind nicht sonderlich hilfreich.

    –> Man hat mir also WIRKLICH keinen Mut gemacht, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

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    Als ich dann in diesem Jahr endlich in eine Psychiatrische Klinik gegangen bin, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben an Geräten trainiert.

    Hier kam ja oft zur Sprache, dass es den „Schnellverbrenner-Stoffwechsel“ eigentlich nicht gibt. Bzw. dass die Unterschiede eher klein sind. Es scheint aber Menschen zu geben, bei denen sich schnell Muskeln aufbauen. Und zu denen gehöre ich wohl. In den drei Monaten Klinik habe ich ca. 7 Kilo abgenommen. Die Geräte, bei denen ich anfangs nur so 60 kg aufgelegt hab, habe ich zuletzt mit 130 kg bestückt – Mit SO einem Erfolg in so kurzer Zeit habe ich nicht gerechnet.

    Dazu kommt, dass der Kraftzuwachs meiner Depression wirklich gut tut. Abgesehen davon, dass ich mich „hübscher“ Fühle, fällt mir Vieles einfach viel leichter. Ich bin nicht mehr so schnell erschöpft. Ich habe kein Auto, ich muss viel zu Fuß gehen – Strecken, zu denen ich mich früher echt „überwinden“ musste, schrecken mich nicht mehr – ich gehe einfach los.

    Ebenso hat sich mein Blutdruck stabilisiert. Als ich in der Klinik „eingecheckt“ habe, hatte ich 190 zu ca. 120 – also absurd hoch. Unglaublich, was psychische Anspannung so anrichten kann. Kein Wunder, dass mich vorher alles so angestrengt hat. Nach nur einer Woche war ich stabil bei ca. 120 zu kurz über 70.

    –> Ich kann also nur jedem wärmstens ans Herz legen: ANFANGEN!

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    Nach der Klinik habe ich mich beim [Schleichwerbung-Alarm-Studio] angemeldet – und gehe zwei Mal die Woche hin.

    Dort wiege ich mich immer vor und nach dem Training. Damit ich weiß, wieviel Flüssigkeit ich „nachtanken“ muss – denn eine der Nebenwirkungen meiner Medikamente ist starkes Schwitzen. Ich denke, es ist eine wichtige Info, wenn es regelmäßig einen Unterschied von 1,2 Kilo gibt.

    Dabei habe ich festgestellt, dass ich momentan nicht weiter an Gewicht verliere. Aber ich kann sehen, dass ich weiter an Muskelmasse zulege.

    Und ich bin zuversichtlich: Mein Ziel, zu meinem 40ten wieder das „alte“ Waschbrett zu haben, werde ich erreichen. Ohne meine Bauchmuskeln anzuspannen sieht man bereits jetzt schon ein „FourPack“. Das „SixPack“ ist bei Anspannung sichtbar.

    Ich würde mal schätzen, da muss höchstens noch ein Kilo Bauchfett runter. Das kann man innerhalb von zwei weiteren Monaten problemlos hinkriegen.

    –> An dieser Stelle ein „Ätsch!“ an alle Zweifler.
    –> Die Menschen, die einem vom Abnehmen abhalten wollen, wollen das im Grunde gar nicht. Die fürchten sich bloß vor schlechter Stimmung oder davor, unter die Nase gerieben zu kriegen, dass sie selbst zu dick sind.

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    Und jetzt zum eigentlichen Thema: „Ich mache mir Sorgen um jemanden, der mir nahe steht. Die Person hat ein sehr ungesundes Gewicht und ist unglücklich damit, ändert aber nichts daran und ich weiß nicht, wie ich mit ihr darüber reden soll.“

    Meine Freundin (ebenfalls schwer depressiv) ist auf ähnliche Weise entmutigt worden. Bis ich selbst mit Fitness angefangen habe, hatte ich zu dem ständigen „Ich ess‘ doch so wenig, warum nehme ich nicht weiter ab“-Thema auch nichts zu sagen.

    So nach und nach sind ihr meine Erfolge aufgefallen. Zuerst war sie (laut eigener Aussage) bloß „neidisch“.

    Aber dann kam das Interesse. Und die Fragen „Wo kommen denn die Klötze her? Geil!“ (Gemeint war der Bizeps) … etc.

    Nach bestem Wissen und Gewissen habe ich sie beraten.

    … Was der Mensch für eine ineffektive Maschine ist. Wieviel Prozent der Kalorien einfach dadurch verbraucht werden, dass man lebt – und wie gering demzufolge der Einfluss von körperlicher Betätigung ist.

    … Nur Joggen bringt nicht viel, der einfachste Weg ist es, seinen „Grundumsatz“ durch mehr Muskelmasse zu steigern.

    … Wieviele Kalorien ein Kilo Fett hat, wie lange man rein rechnerisch hungern müsste, um 5 Kilo Fett zu verlieren. Dass man aber durch Hungern sowohl Fett als auch Muskeln abbaut.

    … Dass zwei Mal die Woche „Gas geben“ durchaus reichen kann.

    Und so weiter.

    –> Im Grunde habe ich kein „eindringliches Gespräch“ führen müssen, ich war bloß ein authentisches Vorbild.
    –> Und morgen begleite ich sie zum Probetraining. Ohne Überredung. Eigener Wunsch.

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    Ich denke, es ist ziemlich hart bis geradezu aussichtslos, Menschen dazu zu bewegen, Ihr gesamtes Leben umzukrempeln. Nur ausgerechnet beim Abnehmen ist das gar nicht nötig.

    –> Bisschen mehr (oder überhaupt) Sport …
    –> Bisschen anders essen …
    –> Diät alleine kontraproduktiv …

    Und das Wichtigste:

    –> Guckt nicht nur auf die Waage, guckt auch in den Spiegel!

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    1. Mona

      Oh, bin neidisch. In der Klinik, in der ich war gab es kein Gerätetraining. Aber dafür sehr nette Sport- und Bewegungstherapeuten, die auch teilweise anstrengenden Sport mit uns gemacht haben.

      Mir hat es schon geholfen, dass in der Klinik die Wege weiter waren. Vom Zimmer bis zum Therapieraum oder bis zur Kantine war es immer ein Stück zu gehen, weil es nicht unbedingt im gleichen Haus war und ich musste auch viele Treppen steigen.

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    2. TutziFrutzi

      Kleine Frage am Rande – Wieviel „Wasserverlust“ habt Ihr denn so bei zweieinhalb Stunden Training?

      Ich kämpfe mich immer zum „Einstieg“ 10 Minuten auf recht hoher Stufe am Crosstrainer ab, sehe danach aus wie „geduscht“ … Ob das eher an den Medikamenten oder an der Raucher-Lunge liegt – keine Ahnung.

      Dann kommt der Kraft-Teil. Ich fange mit einem „bequemen“ Gewicht und 10 Wiederholungen an, steigere mich in 5-Kilo-Schritten, bis „Ende-Gelände“ ist. Wenn ich alle Geräte durch hab und nur noch „Pudding“ in Armen und Beinen, kommen noch mal 10 Minuten Crosstrainer dran.

      Also ich verliere mindestens ein Kilo (bzw. einen Liter) Wasser – und das, obwohl ich beim Training locker einen halben bis dreiviertel Liter Wasser trinke. Ich wiege mich vor- und nachher. Nicht weil ich mir einbilde, das sei ein „Abnehm“-Erfolg. Ich möchte bloß wissen, was ich „nachtanken muss“.

      Wie sieht’s bei Euch aus?

      Meine aktuelle Medikation:

      300 mg Elontril morgens, etwas weniger als 100 mg Opipramol (20 Tropfen) abends.

      Bei den üblichen SSRIs (Citalopram, Sertralin, Escitalopram, Venlafaxin etc.) hatte ich üble Schwierigkeiten, man hat (wegen gehäuft auftretenden Fiebers) ein Serotonin-Syndrom vermutet. Und auf die meisten dieser Medikamente (da habe ich EINIGES ausprobiert) hab ich auch ohne Sport geschwitzt wie Seuche. Die anderen Nebenwirkungen (bis hin zu Halluzinationen und BlackOuts) waren auch nicht von Pappe … Da bin ich froh, dass man auf Elontril gekommen ist. Bislang KEINE Nebenwirkungen. Kein Zittern, keine Beklemmungen, nichts. Vermehrtes Schwitzen nur beim Sport …

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      1. Ich könnte es gar nicht sagen, weil ich während dem Sport ständig trinke. Ich kann allerdings bestätigen, dass man als trainierter Mensch beim Sport wirklich extem schwitzt (bessere Temperaturregulation) und würde sagen, bei einer Stunde Crosstrainer ist es sicher über 1 Liter (das ist auch etwas das, was ich währenddessen trinke).

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      2. TutziFrutzi

        @erzählmirnix: bei einer Stunde Crosstrainer ist es sicher über 1 Liter – So lange halte ich das gar nicht durch, dazu bin ich zu kurzatmig. Ich komme auf 20 Minuten. 10 vor und 10 nach dem Gewichte-Gewusel.

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      3. Mona

        Ja, mit Venlafaxin war das bei mir auch so, dass ich kaum eine Nacht durchschlafen konnte ohne im nassengeschwitzen Bett aufzuwachen und tagsüber war das auch schrecklich viel Schweiß, besonders der Rücken war immer nass, auch wenn ich draußen war und es unter 0 Grad war. Ist dann extrem schwierig mit dem, was man denn anziehen soll, weil man fleckig rumläuft oder nach dem Duschen sich 4 Mal alle 10 Minuten abtrocknen muss, weil es einfach nicht aufhört, obwohl man mit lauwarmen Wasser geduscht hat. Naja, sehr viel Hunger hat es mir auch gemacht und dann auch noch den Geschmackssinn so geändert, dass mir nur sehr süßes schmeckte und alles andere mich anekelte. Hab jetzt auch was anderes, wo ich nur beim Sport Pfützen hinterlasse und im Alltag, besonders nachts, nicht mehr solche Probleme mit Schweiß habe. Es hat mir aber psychisch gut geholfen bis ich die ständige Zunahme nicht mehr ertragen habe und das Gefühl bekam, ich hab über nichts mehr die Kontrolle, besonders meine Ernährung.

        TutziFrutzi, wir haben oben über ein anderes Buch „Turbo-Stoffwechsel“ von Froböse geschrieben, nicht über Nadjas „Fettlogik überwinden“.
        Fettlogik überwinden macht genau das Gegenteil von Verleugnung, es ist super ehrlich! Es schaut drauf, was wissenschaftlich wirklich haltbar ist und was nur ein Mythos ist.

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      4. Ich gehe vorallem draußen Laufen und verliert man im Sommer schon so einiges an Wasser. Letztens waren das nach 90 Minuten joggen etwa 3 Liter. Danach hatte ich aber auch Durst… Habe dann auch etwa 1-2 Liter getrunken und etwas gegessen. 🙂

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      5. TutziFrutzi

        @Mona:

        [Mal gucken, wo dieser Kommentar angezeigt wird …]

        TutziFrutzi, wir haben oben über ein anderes Buch “Turbo-Stoffwechsel” von Froböse geschrieben, nicht über Nadjas “Fettlogik überwinden”.

        Das habe ich inzwischen gesehen und nachvollzogen. Hab neulich wohl schwer gepennt. Sorry about that. Danke Dir für Deine dennoch freundliche Antwort.

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      6. Ute

        Ich nehme auch schon über 2 Jahre das 300er Elontril und bei mir löst schon die geringste Bewegung extremes Schwitzen aus. Da macht richtiger Sport, bei dem mir schon nach 2 Minuten die Augen brennen vom Schweiß, nicht wirklich Spaß.

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  10. Moni S.

    Ich wollte noch etwas zum Thema Deppresion und Übergewicht loswerden, weil du dich da im Buch nicht so festlegen wolltest.
    Als ich dein buch gelesen habe, war ich sehr depressiv, ich war antriebslos und hatte das Gefühl dass mich schwere Gewichte daran hindern irgendetwas ausser meinem Alltag hinzubekommen.
    Achja und ich habe 106 kg gewogen bei einer Größe von 1,72.
    Nach deinem Buch habe ich auf ~1000 Kalorien am Tag rediziert. Viel mageres Geflügel, Nüsse, Quark und Eier ind meinen Speiseplan eingebaut. Es sind jetzt 6 Kilo in 3 Wochen und ich habe einen Energie, die ich seit Jahren nicht kannte. Und ich fühle mich so viel attraktiver dabei. Als ich diese Woche das erste mal zweitstellig auf der Waage gesehen habe, war ich überglücklich. Ich habe mir jetzt für den Urlaub einen Tragegurt für mein Kind geliehen und lasse die Karre komplett zuhause, einfach weil ich glaube jedes Stück Bewegung ist für mich gut 😉

    Meine Depression macht sich momentan garnicht bemerkbar. Ob das jetzt mit der veränderten Zusammensetzung meiner Nahrung oder aber mit dem Erfolg zu tun hat, kann ich nicht sagen, aber es tut so gut

    Gefällt 1 Person

    1. Mona

      Kannst wirklich stolz auf dich sein, dass du in der Depression deinen Alltag hinbekommen hast! Das ist auch nicht selbstverständlich und bestimmt nicht einfach gewesen.

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    2. Hotte

      Wenn man Artikeln im Netz glauben mag, gab es Studien dazu, dass aktivierte Muskeln irgendwelche Enzyme losschicken, die schädliche Einflüsse (welche Depressionen begünstigen) entfernen. So ganz weiß man das nicht, aber Bewegung hilft definitiv gegen Depressionen und wird auch in der Therapie eingesetzt.

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    3. TutziFrutzi

      Mich haben meine Katzen schon an den Rand meiner Belastungsgrenze gebracht. Die Sorge um meinen kleinen Allergiker (der sich eine „Frisur“ wie B.A. aus dem A-Team kratzt, sobald er nur am falschen Essen gerochen hat) und die arme Herzkranke Maus mit Wasser in der Lunge … Sowas passiert halt, wenn man sich ehemalige Mittelmeer-Straßenkatzen anschafft …. #

      Ansonsten bin wahrscheinlich einer der coolsten Onkels, die man sich so wünschen kann. Von meinen Nichten und Neffen werde ich überschüttet mit Liebe.

      Aber eigene Kinder? Vielleicht … oder sicherlich … wäre ich auch ein guter Papa … aber ich traue mich nicht.

      @Moni S.: Ich ziehe meinen Hut. Und wünsche Dir weiterhin viel, viel Kraft.

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  11. Pingback: Findest du mich dick? | Der lange Weg zum ersten Mal

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