Schilddrüsenscheiß.

Ich hatte gestern eine Premiere: Meine erste Ohnmacht. Das Produktreview von Ohnmacht fällt leider wenig positiv aus. Die Lieferung von Ohnmacht erfolgte unangekündigt und der Spielspaß hielt sich in Grenzen. Insgesamt dauerte Ohnmacht nur wenige Sekunden, endete aber mit Gesicht auf Regal und Landung auf hartem Holzfußboden. Gefolgt von mehreren Stunden Krankenhaus und vermutlich mehreren Tagen Freude an Prellungen.

Wie ist es dazu gekommen? Da ich offensichtlich rundrum tiptop gesund bin (yay) zeigten die Ergebnisse des Bluttests schnell einen Verdächtigen: Mein Schilddrüsenwert war mies, und ich stecke offenbar wieder in der Unterfunktion. Das wiederum führte zu einem ziemlich starken Absacken des Blutdrucks, der gestern einfach nicht wirklich über 50/100 kommen wollte.

Schuld daran bin ich wohl ein bisschen selbst. Ich hatte schon im Buch ein wenig über die Schilddrüsensache berichtet. Als ich 150kg wog waren meine Schilddrüsenmedikamente recht hoch dosiert. Mit sinkenden Gewicht konnte ich die Dosis reduzieren, war damit allerdings anfangs etwas spät dran und rutschte so in eine Überfunktion. Während ich früher immer mit dem Gedanken gespielt hatte, dass die heimliche Erhöhung der Medikamente den „Stoffwechsel ankurben“ und somit zu Gewichtsverlust führen könnte, hatte ich mich angesichts der damit verbundenen Gesundheitsrisiken nie getraut, das tatsächlich zu tun. Die unfreiwillige Überdosierung stellte sich dann als eine der schlimmsten Gesundheitserfahrungen meines bisherigen Lebens dar, inclusive nächlichem Erwachen mit Herzrasen und dem Gefühl, zu sterben. Und auf den Gewichtsverlust zeigte sich auch keine wirkliche Wirkung trotz der massiven Symptome (es könnte evtl. ein Pfund in dem Monat gewesen sein, wenn man von Schwankungen ausgeht).

Jedenfalls war ich seither etwas übervorsichtig und habe lieber weniger Hormone genommen. Im Januar gab es leichte Andeutungen Richtung Überfunktion und ich reduzierte nochmal drastisch. Seither hielt ich allerdings mein Gewicht und die Reduktion war offenbar doch zu stark.

Da Schilddrüse und Gewicht gerne zusammen genannt werden dachte ich, ich liefere einen kleinen Erfahrungsbericht der letzten Wochen. Rückblickend hatte ich definitiv Symptome, hauptsächlich Müdigkeit und Erschöpfung, die ich allerdings auf Stress schob. Gestern und Vorgestern merkte ich auch beim Sport recht deutliche Einbußen, wobei das auch daran liegen könnte, dass Kerl Anfang der Woche krank war und ich evtl. auch den Virus im Körper hatte (was dann nochmal ein Faktor wäre, warum es mir gestern so mies ging).

Fett zugenommen habe ich eher nicht, allerdings hatte ich zeitweise das Gefühl, recht viel Wassser einzulagern. Das schwankte recht stark in den letzten Wochen und ich bin gespannt, ob die Erhöhung der Hormone dazu führen, dass sich Wassereinlagerungen lösen. Zur Zeit wiege ich um die 64-65kg, wobei vor einigen Tagen das Gewicht auch schon auf 62kg gesunken war und sprunghaft (daher ist es wohl Wasser) die nächsten Tage wieder stieg.

Ich gehe davon aus, dass meine Stoffwechselrate grundsätzlich wohl etwas gesunken sein wird, angesichts der Müdigkeit, des niedrigen Pulses (ich dachte, das sei weil ich mittlerweile so trainiert sei) und des niedrigen Blutdrucks (darüber hatte ich mich nach meinem früheren 180/120-Bludruck eigentlich auch gefreut). In letzter Zeit ist das allerdings eh alles etwas Wischi-Waschi, da ich zwar nach wie vor über fddb Kalorien zähle, aber da etwas laxer geworden bin. Ich schreibe auch öfter mal Naschkram zwischendurch nicht auf und schätze, ich esse so um die 300-500kcal mehr als ich einlogge. Auf der anderen Seite rechne ich trotz mittlerweile hoher Muskelmasse noch immer mit dem Tagesbedarf einer inaktiven Person, also dürfte sich das ausgleichen, denn bisher scheint es grob zu passen. Auch Sportkalorien sind ja grundsätzlich eine unsichere Sache, die man ebensogut erwürfeln könnte. Ich mache meist um die 1-2 Stunden Sport pro Tag und rechne pro Stunde mit etwa 550kcal. Wobei das bei der recht hohen Intensität auch mehr sein könnte.

Insgesamt kann ich also bei diesen ganzen ohnehin recht vagen Faktoren nicht sagen, wie stark sich die Unterfunktion im Energiebedarf bemerkbar gemacht hat. Gegessen habe ich an sich immer recht viel, meist um die 3000kcal (mit Sport), also kann es so schlimm nicht gewesen sein.

Ich weiß, das klingt jetzt sicher etwas komisch, aber ich schätze, ich habe die Unterfunktion gar nicht so sehr bemerkt, weil es mir insgesamt so gut ging. Ich war mit dem starken Übergewicht eben immer von allem schnell angestrengt und erschöpft. Klar, in letzter Zeit war ich oft müde, aber dabei noch immer x Mal aktiver und leistungsfähiger als zuvor, so dass ich persönlich eher gesagt hätte „Alles super, mir geht’s hervorragend!“ – Mich beschäftigt daher gerade eher, wie schlecht es mir früher gegangen sein muss, dass ich eine deutliche Schilddrüsenunterfunktion mit -wie man jetzt sieht- recht drastischen Symptomen gar nicht bemerke, sondern noch immer subjektiv das Gefühl habe, es geht mir besser und ich sei fitter.

Na ja, im Krankenhaus wurde mir jetzt erstmal geraten, meine Dosis deutlich zu erhöhen und in zwei Wochen damit wieder zum Bluttest zu gehen. Heute ist erstmal Erholung angesagt. Kerl hat sich freigenommen um mich zu pflegen, und ich lasse mich erstmal etwas betüddeln.

43 Gedanken zu “Schilddrüsenscheiß.

    1. Frank

      Schnarchen? Atemaussetzer? Ist zumindest bei mir so. Daher erhöhte Tagesmüdigkeit. Geh mal zum Somnologen. Ich bekomme jetzt nämlich ne Zahnschiene, nachdem bis zu 40-sekündige Atemaussetzer aufgezeichnet wurden.

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  1. Frank

    Du solltest dich mehr in einschlägigen Foren rumtreiben. Das erhöht den Blutdruck. Spaß beiseite, gute Besserung.
    Als ich beim letzten Check beim Hausarzt erfahren habe, dass ich eine Unterfunktion habe, war ich fast froh. Bedeutet ja, dass ich jetzt mit Hife von Medikamenten einen rasanten Stoffwechselanstieg und damit enorm erhöhten Kalorienumsatz haben werde. Banane. Ich bemerke lediglich einen steigenden Appetitt 😦

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  2. tentor

    Immerhin weißt du woran es lag, als ich vor einem Jahr umgekippt bin konnte der Arzt nichts feststellen. („Manchmal gibt es keinen richtigen Grund. Falls es wieder vorkommt müsste man nochmal Tests machen“. War zum Glück nix. Das eine Mal war aber auch schlimm genug.)

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  3. maSu

    Ja Ohnmacht ist unschön. Habe mir einmal bei einer „schmerzinduzierten Ohnemacht“ die Nase gebrochen und es aufgrund der damals verschrieben Schmerzmittel (die aber den eigentlichen Schmerz nach der ampulanten OP kaum lindern konnten) erst gemerkt, als es rund um die Nase grün und blau wurde. Im nachhinein eher witzig (die Gesamtumstände usw), aber es ging mir schon echt dreckig und 1cm weiter „rechts“ und mein rechtes Auge hätte dran geglaubt.

    Insofern: Gute Besserung. 1x umkippen kann einem echt mehrere Tage völlig versauen.

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  4. yannaba

    Oje, gute Besserung.
    Irgendwie hatte ich das mit der Schilddrüse gar nicht so auf dem Schirm – bei mir ist die Dosis seit 20 Jahren immer gleich geblieben, trotz Gewichtsschwankungen um bis zu 20 Kilo. Ich werde mal auf Symptome achten – und vielleicht nach den nächsten 10 Kilo sowieso besser mal zur Untersuchung gehen…

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  5. Semikolon

    meine erste Ohnmacht … puh, ich kann mich gar nicht mehr genau dran erinnern.
    War es im Zuge meiner ersten Gehirnerschütterung? Oder im Zusammenhang mit meiner über Jahre wiederkehrenden „leichten Blinddarmentzündung“? (der Arzt hat mir damals – so etwa mit 9 – die Entscheidung überlassen, ob operiert werden soll oder nicht. Ich entschied mich dagegen und hielt fortan die Klappe bei Beschwerden. Irgendwas Kaltes gibts ja in fast jedem Badezimmer… dumm nur, wenn Du umkippst und Dein Bewusstsein erst während des Kotzens wiedererlangst)

    Die lustigste Ohnmachtserfahrung ereilte mich auf jeden im Krankenhaus, wo ich aufgrund hohen Fiebers/Verdacht auf Lebensmittelvergiftung beobachtet wurde. Zum Bett-machen sollte ich aufstehen, fühlte und sagte aber, das sei keine gute Idee, aber nunja, ich war Kind und tat wie mir befohlen, setzte mich auf den Stuhl – und das nächste was ich weiß: ich lieg wieder im Bett, die Beine in diesem Griff und vor mir zwei völlig aufgeregte Gesichter. Die nächsten Tage wurd ich sicherheitshalber nichtmehr gebeten mich zu erheben 🙂

    Gabs seit Kindheitstagen ein Jahr ohne Ohnmacht(en)? Selten, wenn überhaupt.

    Meistens falle ich übrigens nach hinten, und das ist schonmal gut.
    Gibt eigentlich keine blutenden Verletzungen und somit auch keine Narben.

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    1. Semikolon

      nochmal drüber nachgedacht:
      ich war schon ein schwieriges Baby, hab schrecklich viel gekotzt und so… ah, und jetzt fällt mir auch ein, dass meine Ma erzählte, ich hätte einmal so lange geschrieen bis ich blau angelaufen/umgekippt wäre. War natürlich ein ziemlicher Schock für sie.

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      1. Semikolon

        Ich hab das übrigens deshalb geschrieben, weil ich illustrieren wollte, wie unterschiedlich unsere Konzepte von „Normalität“ und „Gesundheit“ sind @emn

        Ich wüsst z.B. gern (falls das nicht zu privat ist), wie man überhaupt auf die Idee kommt, die Schilddrüsenfunktion kontrollieren zu lassen, was für Beschwerden liegen da vor?

        Oder anders: unter welchen Bedingungen akzeptiert ein Mensch die _lebenslange_ Einnahme von Medikamenten? Das muss doch ein sehr harter Brocken zum Schlucken sein?

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      2. Semikolon

        Interessiert scheinbar nicht.
        Die mod. Med. ist unantastbar. Wenn der Gott in weiß Dir sagt, Du musst jetzt 60 Jahre oder mehr Deinen Hormonhaushalt medikamentös regulieren, weil anders gehts nicht, alleine packts Dein Körper niemals, dann ist das wohl so. Zum Glück haben wir unsere Gesundheits-Experten!

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      3. Die Schilddrüsenwerte werden bei Routinekontrollen überprüft. Und wenn eine Unterfunktion vorliegt, z.B. durch Hashimoto, ist es sinnvoll, die fehlenden Hormone auszugleichen, die haben schließlich ihre sinnvolle Funktion. Lieber täglich eine kleine Pille schlucken als Unterfunktionssymptome (siehe oben) zu riskieren.

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  6. yannaba

    Hinweise auf Schilddrüsenprobleme: (bei mir) Kropf, trockene Haut mit Ekzemen, ständig müde und antriebslos, damals zu niedriger Blutdruck mit mehreren Ohnmachten mitten in der Schule, auch mal mitten auf dem Kurfürstendamm. Andere Symptome sind ganz einfach zu googeln.
    Seitdem ich nuklearmedizinisch untersucht wurde (vor 27 Jahren): keinerlei Probleme.
    Zu behaupten, das Ganze wäre quasi frei erfunden und ganz normal finde ich – naja – unter anderem gefährlich. Besonders während der Schwangerschaft ist es sehr wichtig, dass die Schilddrüse gut eingestellt ist – sonst bekommt man gleich ein Kind mit Schilddrüsenproblemen.

    Aber wahrscheinlich ist das ja alles Unsinn und mit ein paar Homöopathischen Tropfen oder einem Nackttanz im Mondlicht heilbar und ich total verblendet von der ach-so-schlimmen Schulmedizin…

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    1. Semikolon

      „Zu behaupten, das Ganze wäre quasi frei erfunden“

      Als Parallele nehme ich mal Depressionen.
      Auf sicher liegen da nachweisbare Hirnstoffwechsel-Anomalien vor, auf sicher lassen sich die durch Medikamente regulieren.
      Ziemlich wahrscheinlich sollen und wollen Patienten die aber nicht über Jahrzehnte bis zum Ende ihres Lebens durchnehmen. Weil? Hier dem Körper ein Lernprozess unterstellt wird, vielleicht?

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      1. käse

        Ich vermute man sollte erstmal herausfinden, was die Depression bzw. Schilddrüsen-Unterfunktion auslöst. Erst dann sieht man, ob man dauerhaft auf Medikamente angewiesen ist, oder ob das ganze andere Gründe hat, die man mit anderen Mitteln bekämpfen kann.

        Ich glaube nicht, dass eine Depression die meinetwegen durch Nährstoffmangel oder Lichtmangel hervorgerufen wird mit Antidepressiva behandelt wird, sondern vor allem erstmal mit den richtigen Nährstoffen und Tageslicht.

        Und ich denke mal ebenso wird bei Schilddrüsen-Fehlfunktionen nach der Ursache gesucht.

        Dass die Schilddrüse sich hormonell den Umständen anpasst mag stimmen. Das muss aber nicht immer der Fall sein, manche brauchen die Medikamente halt. Da sollte man nicht verallgemeinern.

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      2. käse

        Ich bin kein Experte, aber die spontane google-Suche danach ergab nix.

        Wenn du dazu was findest kannst du das gerne verlinken.

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      3. Semikolon

        Ich glaube nicht, dass ich die Ausdauer besitzen werde danach zu suchen.
        Die Kausalität wird hier eindeutig primär andersrum gesehen (also Schilddrüsenproblem führt zu Übergewicht und nicht Übergewicht führt zu Schilddrüsenproblem).

        Gibts laut mod. Med. überhaupt keine Alternative (Verhaltens- oder Ernährungstipps) zu Medis? Wie die TCM solche Fälle wohl behandelt, weiß das zufällig wer?

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      4. käse

        „Meinungsfreiheit ftw + wer heilt, hat recht.“

        LoL… Ja Meinungsfreiheit ist kein Problem, aber ob es heilt ist eine andere Frage. Und recht hat sowieso keiner 😀

        Ich hab mir das mal angeguckt, kenne mich mit TCM nicht wirklich aus.
        Konkrete hilfen werden da auch nicht genannt, lediglich das mit der Akupunktur, Kräutern und irgendwelchen Anweisungen.

        Da ist jetzt die Frage, ob es so viel besser wäre, regelmäßig zur Akupunktur zu gehen um dieses „Ungleichgewicht“ zu behandeln, oder ob es nicht ebenso wirksam ist einfach die Tabletten zu nehmen.

        Die andere Frage wäre, ob jemand mit sicherer Diagnose bereits mit TCM erfolgreich „geheilt“ wurde, oder ob das nicht blos eine andere Methode ist die Symptome zu lindern.

        Ich hab nichts gegen alternative Ansätze wenn es darum geht, den Blick zu erweitern und neue Möglichkeiten der Behandlung oder Ursachenforschung zu finden. Aber dazu müssten diese dann auch überprüft werden.
        Wenn ich von Unter/Überfunktion betroffen wäre, würde ich trotzdem zum Schulmediziner gehen, das was da drin steht überzeugt mich noch nicht.

        Ein klarer Hinweis auf Übergewicht als Ursache stand allerdings auch nicht drin.

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  7. Ich kann genau sagen, warum ich dauerhaft SD-Medikamente nehme: ich hatte einen relativ großen kalten Knoten, bei dem Bösartigkeit nicht ausgeschlossen werden konnte. So groß, dass ich ein ständiges Druckgefühl im Hals hatte, und Schluckbeschwerden. (So viel zu „harter Brocken zu schlucken“) Dieser Knoten wurde operativ entfernt, und mit ihm so ziemlich die ganze Schilddrüse, weil alles knotig verändert war. Deshalb nehme ich L-Thyroxin. Es hat eine Weile gedauert, bis ich richtig eingestellt war, und eine Unterfunktion ist gar nicht lustig. Ich nenne mal bleierne Müdigkeit, Antriebslosigkeit, extrem trockene Haut und Haarausfall. Ursache? Bin nicht 100% sicher, aber ich habe schon den Verdacht, dass ein dauerhaft erhöhter TSH nicht so toll war. Meine alte Hausärztin sah da aber keinen Handlungsbedarf, weil die anderen Werte im Rahmen waren.

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    1. Semikolon

      musste TSH googlen^^
      Ja, also ich hab erklärtermaßen null Plan von der ganzen Thematik und meinen Hausarzt schon an die 10 Jahre nicht mehr gesehen (und das obwohl ich ihn mag).
      In vielerlei Hinsicht bin ich sicher Exot.^^

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      1. yannaba

        Also zugegebenermaßen keine Ahnung von der Materie aber wild herumspekulieren?
        Tatsächlich ist es wahrscheinlich eher erblich.
        Zwei meiner Tanten hatten bösartige Tumore in der Schilddrüse, eine Großtante ist daran gestorben. Daher vertraue ich dann doch lieber den jährlichen Untersuchungen.
        Warum macht es Dich so wild, wenn Leute Medikamente gegen etwas nehmen, von dem Du gar keinen Plan hast?

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      2. Semikolon

        Und wieviele Bluts-Verwandte haben kein Problem?
        Scherz.
        Ich will Dich nicht aufregen, und mir kanns i.d.T. wurscht sein, wer welche Pillen frisst.^^
        Wie teuer wären die eigentlich, wenn man die selbstzahlen müsste?

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      1. Dani

        Meine kosten ca. 16 Euro für 100 Tabletten. Kriege ich komplett von der Kasse zurück. Ist so. Kann man jetzt hochrechnen. Kann man auch lassen. Ist ja jetzt nicht so, als würde ich mir die leisten, weil’s schön macht oder weil die so lecker schmecken.

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      2. Sorry, aber wenn man keine Ahnung hat, TSH erstmal googeln muss, vielleicht einfach mal den Nuhr machen??
        Hashimoto ist eine ernstzunehmende Autoimmunerkrankung, die dazu führt, dass sich die Schilddrüse selbst zerstört. Eine kleine Schilddrüse ist nicht so leistungsfähig wie eine normale. Sie kann daher nicht die erforderlichen Hormone herstellen, und man muss diese dann einnehmen. Außer man legt gesteigerten Wert darauf, vor sich hin zu vegetieren und in einer Dauerunterfunktion zu leben wie eine Topfpflanze… Braucht kein Mensch!!
        Zusätzlich sucht sich Kollege Hashi gerne weitere Autoimmunkrankheiten und verbrüdert sich mit denen. Vitiligo, Darmkrankheiten, Fibromyalgie, etc.
        Darüberhinaus treten immer wieder Schübe auf, in denen man sich einfach krank fühlt, die Schilddrüse schrumpft immer mehr und dann passt die Medikation nicht. Das merkt man dann an Gewichtszunahme, Depris, trockenen Augen, Müdigkeit usw.
        Es eröffnen sich auch zahlreiche Nebenbaustellen, da ein Dauerentzündungswert auch andere Quellen auslaugt: Vitamin D, B12, Selen, Biotin, Ferritin, usw.
        Was das Ganze noch schwieriger macht: Es gibt kaum kompetente Ärzte. Einen guten Arzt muss man erstmal finden.
        Ach ja, was auch passieren kann: Man nimmt jahrzehntelang T4 ein, steigert über die Jahre, dann BUMM, die Schilddrüse hat plötzlich eine Umwandlungsstörung ereilt und kann das T4 nicht mehr zu T3 umbauen. Wechsel also auf T3 plus T4 und der Einstellungsspaß geht von vorne los…
        Wie man da die Frage stellen kann, wie viel das kostet über die Jahrzehnte, muss man nicht verstehen. Mich persönlich hat es eine Menge gekostet: Lebensqualität, eine gute Figur, Lebensfreude, mein Studium, Nerven, etc etc etc.

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      3. Mona

        Anna Nuehm: „Außer man legt gesteigerten Wert darauf, vor sich hin zu vegetieren und in einer Dauerunterfunktion zu leben wie eine Topfpflanze… Braucht kein Mensch!!“

        Das gilt auch für Depressionen. Man hält Leid nicht ewig durch. Wenn man viel durchprobiert hat oder in einer extremen Krise steckt und da einfach nicht herauskommt, dann sollte man wohl Antidepressiva mal in Erwägung ziehen. Natürlich wird man zuerst auf körperliche Krankheiten untersucht, um zu sehen ob die Depression z.B. von einer Schilddrüsenkrankheit kommt.

        Ich hab noch keinen Menschen kennen gelernt, der sich nicht erst lange geweigert hat bis er seine Antidepressiva genommen hat. Vielen von denen wollen auch so schnell wie möglich wieder ohne Medikamente leben. Es können aber nicht alle. Manche nehmen das Zeug halt immer mal wieder für ein Jahr oder nehmen es 10 Jahre durch. Ist halt so. Man muss es so akzeptieren, wie die Situation nun ist und das Beste daraus machen.

        Semikolon, du weißt doch gar nicht, wie du am Ende entscheiden würdest, wenn bei dir eine Krankheit festgestellt werden würde, die Medikamente benötigt. Medikamente werden nicht aus Spaß entwickelt, man will die Krankheit stoppen oder wenigstens den kranken Menschen das Leben verlängern oder die Lebensqualität so lang wie möglich erhalten. Am besten wär natürlich die Menschen mit Medizin zu heilen, aber das geht nunmal nicht immer oder noch nicht.

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  8. ichichich (AE)

    Ist das hier eigentlich eine Fettlogik oder sollte man wirklich bei Schilddrüsenunterfunktion eine Ketose vermeiden?

    „Ketose ist nichts für kranke Menschen. Ketose bei Diabetikern kann zu einer lebensgefährlichen Ketoazidose führen. Eine Reduzierung der Nahrungskohlenhydrate bei Herzkranken führt zu einer Verschlechterung der Situation (Glukoneogenese). Wenn Sie an einer Stoffwechselerkrankung (z.Bsp. Schilddrüsenunterfunktion) leiden, kann eine starke Ketose die Schilddrüse weiter schädigen.“

    http://www.fettich.de/unsere-ernaehrung/die-stoffwechselumstellung-auf-hybridantrieb-mittels-ketose

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  9. Kafu

    Ich hab eine latente Schildrüsenunterfunktion und nehme seit 2 Jahren Tabletten dagegen. 100 Tabletten kosten ca 15 Euro (je mach Dosierung 70 Cent mehr oder auch weniger). Ich nehme am Tag eine Tablette, d.h. ich brauche knapp 4 Packungen im Jahr, macht also 60 Euro im Jahr. Die Erstuntersuchung beim Facharzt kostet knapp 300 Euro und die Kontrollblutuntersuchung alle 3-6 Monate kostet 60 Euro. Ich bin Ende 20. Den Rest kannst du dir selbst hochrechnen. Die Abrechnungssätze für gesetzlich Versicherte sind bestimmt nochmal günstiger.

    Und ja, es ist ätzend täglich die Tablette zu brauchen. Aber ohne ist auch keine Lösung, da ich dann mein Leben regelrecht verschlafe und keine Energie für alltägliche Dinge habe. Ich erachte die 180 Euro Unkosten pro Jahr als angemessen, wenn man die Steigerung der Lebensqualität bedenkt und ohne medikamentöse Behandlung wäre mir ein Vollzeitjob zB nicht möglich. Zudem zahl ich aktuell mehr Krankenkassenbeiträge als ich tatsächlich in Anspruch nehme. Wirtschaftlich sehe ich also auch kein Problem darin.

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    1. FM

      Liebe Nadja, mich würden mal die Zahlen interessieren, da ich ein ähnliches Problem habe, aber große Probleme mit dem Reduzieren des L-Thyroxins hatte.

      Kurze Zusammenfassung zu mir:
      – vor knapp 2 Jahren Hashimoto diagnostiziert, danach schrittweise Anhebung des L-Thyroxins täglich von zuerst 50 µg auf 175 µg als Höchstgrenze.
      – seit Januar 2015 15 kg abgenommen (auf jetzt 70 kg), L-Thyroxin seit April (damals 74 kg) reduziert auf 150 µg. (Körpergröße 1,75 m)
      – seit 11.7. L-Thyroxin reduziert auf 125 µg, aber wieder verstärkte Symptome (trotz Urlaub), deswegen wieder Erhöhung auf 150 µg seit 30.7..

      Die Ärztin sagte mir am 10.7., dass die Schilddrüse am Tag ca. 150 µg L-Thyroxin produziert, wenn sie gesund ist, und ich mit 150 µg also vollständig substituiere. Laut letzter Blutanalyse war der Wert ok (der stammte allerdings noch von April), also keine Überfunktion.

      Ich würde gern vergleichen, welche Menge Du am Tag zu Dir genommen hast in Höchstzeiten, auf wieviel die „drastische Reduzierung“ erfolgte und wieviel Du jetzt einnimmst (bei dem Gewicht, das ich gern erreichen möchte bis Ende des Jahres). Gern auch per E-Mail, falls die Daten hier nicht öffentlich gemacht werden sollen. Würde mich sehr freuen, wenn Du mir eine Info gibst. Ich weiß ja, dass man es nicht 1:1 vergleichen kann, aber die Erfahrung anderer wäre schon hilfreich.

      LG, F.

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      1. Ich bin mir nicht mehr 100%ig sicher, meine aber, die Höchstdosierung mit 150kg lag bei 150µg. Dann muss es schrittweise nach unten gegangen sein (ich könnte mal bei der Ärztin fragen, ob sie die exakten Daten noch in der Akte hat). Bis vor ein paar Tagen habe ich täglich 1/2 112er genommen, aber das war ja offensichtlich zu wenig. Jetzt momentan nehme ich so ungefähr eine 3/4 Tablette (ich knibble einach eine mini-Ecke ab und denke, das müssten dann 80-90µg sein) und warte mal, was sie mir dann in einer Woche verschreibt, wenn ich zum Bluttest beim Hausarzt war.

        Wobei es bei Hashimoto ja immer etwas schwer zu vergleichen ist, weil es stark darauf ankommt, wie die Schilddrüse geschädigt ist und es gibt ja immer wieder mal Schübe… gerade vor einer Schädigung geht die Schilddrüse ja oft in eine Überfunktion.

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  10. FM

    Danke, das ging aber schnell. Ich ahnte schon, dass ich deutlich darüber liege, aber es ist wahrscheinlich wirklich nur eingeschränkt vergleichbar. Außerdem habe ich ja noch 8 kg vor mir… Wäre aber wirklich interessant, was die Ärtin Dir neu verschreibt. Ich experimentiere derweil weiter, vielleicht versuche ich es auch mal mit einer Zwischengröße, denn ich habe jetzt 125er und 25er-Tabletten zu Hause, könnte also halbieren und auf 137,5 µg kommen und kleinere Schritte nach unten machen. Ich gehe mal davon aus, dass meine Schädigung schon deutlich ist, wenn ich bei 150 µg keine zu hohe Dosierung im Blut hatte.

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