Langsamundgesund.

(Disclaimer: Wer noch nie in Abnehmforen und Co unterwegs war und erlebt hat, wie massiv teilweise Leute unter Druck gesetzt werden, gefälligst langsamer abzunehmen, der mag diesen Artikel evtl. nicht völlig verstehen. Das ist OK. Es ist gut, wenn man dem Wahnsinn noch nicht so tief ins Auge geblickt hat)

Es gibt Wortkombinationen, die man so oft hört, dass man irgendwann das Gefühl hat, das eine sei untrennbar mit dem anderen verbunden.

Schlankundfit. Schlankundschön. Schlankundgesund. Das sind solche Kombinationen, die mich ziemlich nerven, denn schlank heißt erstmal nur schlank. Nicht gesund, nicht schön, nicht fit. Ein schlanker Mensch kann Krebs haben oder unfit auf der Couch gammeln und schön muss er auch nicht notwendigerweise sein. Aber egal. An der Stelle soll es um eine andere Wortkombination gehen, die mir noch viel mehr auf die Eierstöcke geht:

Langsamunsgesundabnehmen.

Langsam ist schon lange zu einem Synonym für gesund abnehmen geworden. „Du hast ein Pfund pro Monat verloren? Klasse, das ist total gesund!“ – dabei ist dann auch ziemlich egal, ob die Person das tatsächlich gesund gemacht hat, oder ob sie ausschließlich von Pasta und Reis und Brot gelebt und zig Mängel dabei hat.

Die Qualität ist wumpe, die Quantität ist das einzig Wichtige.

Auf individuelle Bedingungen wird dabei gar nicht geschaut, es geht allein um die Zahl am Ende der Woche oder am Ende des Monats. Mein Fall etwa, war sicher ein Extrem. Sechs Monate auf 500 Kalorien, das waren schnelle 45kg Abnahme. Ungesund! Ganz klar! Und ich stieß auch schon auf recht hämisch klingendes Lästern mit dem Grundtenor oder der konkreten Aussage: „Die wird schon noch sehen, was sie davon hat!“ – na ja, als erstes mal, mein Gehvermögen zurück. Diese schnellen 45kg brachten mich von einer vitaminmangelgeplagten, Immobilen mit massivem Bluthochdruck nach sechs Monaten zu einer Frau mit super Blutbild, normalen Blutdruck und am wichtigsten: einer Frau, die Spaziergänge machte und zum ersten Mal seit Jahren wieder Rad fuhr und mit Krafttraining begann. Jupp, definitiv ungesund. Es wäre sicher viel besser gewesen, langsamundgesund das empfohlene eine Pfund die Woche zu verlieren und auf die Art nach einem halben Jahr ganze 13kg abzuspecken. Sicher, ich wäre dann noch immer schwer morbid adipös gewesen, statt „nur“ noch leicht adipös. Klar, mein kaputtes Gelenk wäre weiterhin mit 137kg belastet gewesen, aber das wäre in jedem Fall, ganz sicher viel(!!) gesünder gewesen, denn es wäre ja langsam gegangen. Und an der Frage gibt es schlichtweg keinen Raum für Individualität, denn langsam ist in jedem Fall, immer und ausnahmslos besser.

Nun habe ich absolut nichts gegen langsames Abnehmen. Meine letzten ~10kg habe ich ebenfalls sehr langsam verloren, mit etwa 0,5-1kg pro Woche. Warum? Die Bedingungen waren anders. Ich war bereits normalgewichtig und körperlich fit. Es stand kein Druck (mehr) dahinter. Ich machte viel Sport, entdeckte meine Freude an verschiedenen Sportarten, baute Muskeln auf und aß stressfrei ein kleineres Defizit, das ich hauptsächlich durch Bewegung erwirtschaftete. An der Stelle war das für mich die subjektiv beste Entscheidung unter berücksichtigung aller Bedingungen, ebenso wie es zuvor für mich die subjektiv beste Entscheidung war, schnell abzuspecken.

Die zwei Dinge, die mich bei den Vertretern der langsamundgesund-Fraktion oft so stören sind:

1. Die Gesundheitsrisiken von Übergewicht werden meist komplett ausgeblendet und es geht ausschließlich um die gesundheitlichen Aspekte der Diät. Bei jemandem, der fünf Kilo zu viel in einem kleinen Wohlstandsbäuchlein herumträgt und gerne wieder die Hosen von vor drei Jahren passen würde, ist die Situation aber eine gänzlich andere als bei jemandem, der weit im Adipositas-Bereich steckt. Ersterer hat vielleicht ein minimal erhöhtes Risiko, letzterer bereits ein stark erhöhtes Risiko, und in der Zeit, in der gaaaaanz langsamundgesund abgenommen wird, verursachen die 30, 50 oder 70 Extrakilos weiterhin hohen Verschleiß im Körper. Wenn dann schon die Gesundheit-ist-das-wichtigste-Keule geschwungen wird, dann doch konsequent, denn dann könnte evtl. die gesündeste Entscheidung eben doch lauten: Schnellundgesund.

2. Es wird oft von „dauerhafter Ernährungsumstellung“ geredet, die dann langfristig praktizierbar ist. Dabei wird völlig ausser acht gelassen, dass wenn eine (schwer) adipöse Person pro Tag ein Defizit von 500kcal isst, das noch immer über dem liegt, was sie als normalgewichtige Person essen würde: Hätte ich mit 150kg langsamundgesund ein Pfund pro Woche verloren, dann hätte ich nach wie vor 500kcal mehr gegessen, als mein Verbrauch mit Normalgewicht gewesen wäre. Wo ist das denn langfristig praktizierbar? Ja wohl gar nicht, den diese Ernährung würde ich so nie beibehalten können auf Dauer. Das paradoxe ist ja, dass man als extrem adipöse Person bereits massiv abnimmt, wenn man „nur“ wie ein normaler Mensch isst. Würde man exakt den Verbrauch essen, den man als normalgewichtige Person hätte, dann würde man zu Beginn sehr schnell und dann immer langsamer abnehmen… aber man würde so lange abnehmen, bis man normalgewichtig wäre. Die letzten Kilos würden halt nur Jahre dauern, weil das Defizit irgendwann im zweistelligen Bereich pro Tag läge.

Aber auch hier: Warum sollte jemand, der lediglich 5kg Wohlstandsbäuchlein wegbekommen will, seine komplette Ernährung umstellen (müssen)? Er muss nach der Diät vielleicht 50kcal pro Tag weniger essen als zuvor, dafür muss man kaum die komplette Ernährung ändern, es reicht schon eine minimale Änderung wie kleinere Portionen oder statt eines Snickers (242kcal) lieber zwei Milky Ways (196kcal). Oder statt des Fahrstuhls immer die Treppen benutzen. Oder einmal die Woche eine halbe Chipstüte weniger. Mini-Änderungen! Wo ist da das Problem, wenn sich so jemand sagt „Da kneife ich lieber einen Monat die Arschbacken zusammen und ziehe es durch, aber dann sind die 5kg weg!“? Ist doch genau so legitim, wie wenn jemand das ganz langsamundgesund über ein halbes Jahr oder Jahr macht.

Aber der Witz ist: Es ist beides nicht notwendigerweise ungesund, denn wir reden hier ausschließlich von der Quantität, nicht von der Qualität. Und die ist letztelich das entscheidende, nicht die Zahlen auf der Waage. Es geht darum, ob ich alle Nährstoffe zuführe, ob es mir physisch und psychisch gut geht, und nicht darum, sich abends noch einen Löffel voll Öl reinzukippen, um ja noch 100kcal mehr an dem Tag gegesen zu haben, um nicht zu schnell abzunehmen (Ja, das habe ich tatsächlich jetzt schon öfter gelesen).

Ich wäre ehrlich gesagt schon völlig begeistert, wenn wir langsamundgesund wieder in langsam und gesund trennen könnten und „gesund“ wieder unabhngig vom Tempo gemessen würde. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass langsames Abnehmen für schwer Übergewichtige nach wie vor ein Überesssen bedeutet. Was grundsätzlich völlig OK ist, aber es ist dennoch paradox, das als „einzig wahren Weg“ in den Himmel zu loben und (schwer) Übergewichtige, die auf eine „normale“ (also Bedarf als normalgewichtige Person) Kalorienzahl reduzieren, und damit dann 1-2kg die Woche verlieren anzukacken, dass sie „zu schnell“ und „ungesund“ abnehmen.

Lasst die Leute doch abnehmen, wie (schnell) sie wollen und kommt ganz langsamundgesund wieder von eurem hohen Ross runter. Und anstatt verbissen auf die Zahl auf der Waage zu starren, fragt lieber nach dem Befinden, den Nährstoffen, den Blutwerten und dem ganzen drumherum. Qualität statt Quantität!

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74 Gedanken zu “Langsamundgesund.

  1. Viktor

    Alles richtig 😉

    Ich wollte, ich käme über 2 oder 3 kg Verlust pro Monat hinaus. Klappt bei mir nur sehr eingeschränkt, finde ich aber im Gegenzug auch nicht so wahnsinnig schlimm.

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  2. mila

    Als wir an der Uni das Thema hatten, wurden die als „gesund“ empfohlenen Abnehmpfunde vom Ursprungsgewicht abgemacht. Je mehr, desto mehr halt. Bei stark adipösen Leuten sei für den Anfang eine (ärztlich begleitete) Formuladiät am geschicktesten, dann kommt man auf etwa 800 kcal pro Tag und nimmt ordentlich ab, hat aber trotzdem genug Proteine und Mikronährstoffe. Da werden um die 2kg die Woche als guter Rahmen gesehen. Bei „nur“ übergewichtigen dann 1kg etwa und bei Normalgewichtigen oder solchen die knapp davor sind und mehr ein Verteiliungsproblem angehen wollen etwa 0,5 kg, damit man weniger leicht versehentlich ins Untergewicht rutscht weil ne Wassereinlagerung oder so das Gewicht verzerrt.

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    1. Finde ich so pauschal übern Daumen ganz sinnvoll, wobei ich grundsätzlich sagen würde, wenn jemand nur 4kg verlieren will, und das in zwei wochen mit mega-defizit runterreisst, statt in zwei monaten… dann isses halt so. Ich denke, das darf ann schon noch individuell jemand für ich machen wie er will. Genau wie wenn jemand schwer adipöses nur 1kg im Monat abnehmen will.
      (Mir gings eher darum, dass halt nicht grundsätzlich nur EIN Weg als der einzig wahre propagiert wird)

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  3. Ich kam heute endlich wieder in meine enge hellgrüne Sommerhose, Grösse 36!! Also sie sitzt noch arg eng, aber ich konnte sie schliessen!! Das motiviert mächtig und mein Defizit wird noch solange weitergezogen, bis die Hose bequem sitzt!! Und meine Nägel finden das Ganze sehr gesund! Die zusätzlichen Proteine lassen sie herrlich kräftig und lang wachsen! Und ich kann zu Hause wieder alles anziehen was so rumliegt und es kneift nicht und sieht gut aus. Da lohnt sich das verkneifen von so einigem über wenige Wochen doch!

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  4. ichichich (AE)

    “Da kneife ich lieber einen Monat die Arschbacken zusammen und ziehe es durch, aber dann sind die 5kg weg!”

    Ich habe vorher mal ab und zu „Schlank im Schlaf“ gemacht und muss sagen, dass die Einschränkungen bei bescheidenem Erfolg (morgens 3 Nutellabrötchen reinquälen, mittags „egal“, abends griechischer Salat ohne KH – ungefähr eine halbe Flasche Olivenöl pro Woche verbraucht) viel größer waren als jetzt bei begrenztem Kalorienkontingent.

    Aufwand und Einschränkungen wären bei -500 kcal/Woche für mich nicht geringer als bei -1000 kcal (jetzt noch auf ca. -1500 kcal gesteigert). Der Aufwand besteht eben im Protokollieren, Auswiegen und auch bei Stress keinem spontanen Fressimpuls nachgeben.

    Bisher habe ich jetzt dank deinem e-book – und das, ohne es überhaupt gelesen zu haben* – 10 kg runter, von denen ich zuvor gar nichts geahnt hatte. (Ich bin recht muskulös gebaut und hatte damit gerechnet, 5 kg zu ca. 15% KFA abnehmen zu müssen – IRL waren es 9 oder 10 kg über 18 % – dabei sah ich wirklich nicht dick aus, wegen dem Prä-OP-Bogen wegen einer Sportverletzung hat der Arzt auch ganz verwundert gefragt: „wiegen Sie aktuell wirklich so viel?“ – ich selbst dachte, das wär halt hauptsächlich das Gewicht der Muskeln) Mein Ziel ist jetzt 12 %, hoffentlich in ca. 4-5 Wochen.

    *PS, Erzaehlmirnix, ich würde das Buch wirklich gerne als Papierausgabe lesen und bin damit ja auch nicht allein. Ohne drängen zu wollen, gibt’s Neuigkeiten in der Hinsicht? 🙂

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  5. käse

    „Lasst die Leute doch abnehmen, wie (schnell) sie wollen und kommt ganz langsamundgesund wieder von eurem hohen Ross runter.“

    Dem ersten Teil stimmte ich zu. Dem letzten nicht unbedingt.

    Bei manchen hab ich inzwischen das Gefühl sie können sich nicht gut genug abgrenzen von dem, was fremde Menschen im Netz an Ratschlägen geben. Wenn mein Nachbar mir irgend eine tolle Abnehmmethode vorschlägt, überprüfe ich doch auch erstmal, ob ich das so machen will oder anders mache. Ganz egal wie sympathisch mir jemand ist. Wenn ich der Meinung bin, dass ein halbes Kilo pro Woche zu wenig ist und mich nicht motiviert, muss ich doch nicht so abnehmen?
    Wenn mir ein Veganer sagt, dass vegan zu leben viel gesünder und ethisch sinnvoller ist, dann lass ich mir doch auch nicht reinreden wenn ich anderer Meinung bin?
    Vielleicht eher, wenn ich selbst unsicher bin und auch keine Alternativen sehe.

    Damit will ich den Einfluss anderer Menschen nicht leugnen. Vor allem wenn sehr viele auf einen einreden. Wobei es nichtmal sehr viele sein müssen, es reichen wenige die sehr viel Wind machen.

    Ist es nicht eher so, dass jeder auf einem hohen Ross sitzt, der von seiner eigenen Methode überzeugt ist, und anderen nahelegt diese Methode in jedem Fall genau so umzusetzen?

    Was anderes ist es, wenn man die eigene Methode als Option anbietet und auch andere Optionen offen lässt.

    Was für einen selbst die beste Methode ist muss eh jeder für sich selbst herausfinden, und auch einfach durch ausprobieren und überprüfen.

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    1. ichichich (AE)

      @ Käse

      „Ist es nicht eher so, dass jeder auf einem hohen Ross sitzt, der von seiner eigenen Methode überzeugt ist, und anderen nahelegt diese Methode in jedem Fall genau so umzusetzen?“

      Die Methode ist doch jedem überlassen, wichtig ist es, den Mechanismus zu vermitteln, auf dem die Methode dann fußt. 7000 kcal einsparen, um 1 kg Fett zu verlieren – wusste ich letztes Jahr nicht.

      Vllt. nehme ich auch nicht besonders gesund ab, weil ich derzeit Obst stark reduziere und auch Olivenöl weglasse. Aber beim Zunehmen interessiert es doch auch keinen der guten Ratgeber, ob man gesund zunimmt (wg. Nüssen statt Chips o.ä.).

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      1. käse

        Ich denke die meisten Methoden fußen auf diesen „7000 kcal = 1 kg Körperfett“, egal ob man nun schnell oder langsam abnimmt.

        Klar, es ist wichtig zu betonen, dass nicht unbedingt automatisch gesund abgenommen wird, nur weil man ein besonders hohes oder niedriges Kcal-Defizit einhält. Weil das kcal-Defizit nur ein Faktor des Ganzen ist.

        Ich sehe das so: je höher mein kcal-Defizit ist bei der Abnahme, desto mehr muss ich wissen was ich tuhe. In Abnehmforen sind dagegen viele, die lieber etwas einfachere Methoden anwenden wollen, die einfach gehalten sind, einfache Tipps enthalten und sich problemlos im normalen Alltag integrieren lassen.

        Streng genommen mag ich das Wort „gesund“ auch nicht, das wird von allen Seiten mit Eigenschaften überfrachtet, die es garnicht halten kann.

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      2. ichichich (AE)

        „In Abnehmforen sind dagegen viele, die lieber etwas einfachere Methoden anwenden wollen, die einfach gehalten sind, einfache Tipps enthalten und sich problemlos im normalen Alltag integrieren lassen.“

        Dass das Abnehmen mit niedrigerem Energiedefizit einfacher ist oder sich problemloser im normalen Alltag umsetzen lässt, würde ich aber gerade bezweifeln.

        Wenn ich ein ausreichend großes Defizit habe – sagen wir mal 1000 kcal/d – habe ich immer noch mehr Puffer, wenn ich mal zwischendurch eine Süßigkeit esse oder unterwegs irgendwas vom Imbiss esse, was ich vom Energiegehalt unterschätze, weil ich es nicht genau tracken kann.

        Dann nehme ich immer noch ab, nur halt etwas langsamer.

        Ist das Defizit hingegen zu knapp bemessen – man darf ja nicht den Grundumsatz unterschreiten – und dann vielleicht noch der eigene Kalorienbedarf überschätzt, kann es schnell passieren, dass überhaupt kein Defizit mehr vorhanden ist.

        Ohne mich über Abnehmforen auslassen zu wollen, aber ich hab dort schon gelesen, dass Frauen, die 10 cm kleiner sind als ich und einen Bürojob haben, mit einer Kalorienmenge abzunehmen versuchen, mit der ich an einem aktiven Tag mein Gewicht halten würde, um nicht zuwenig zu essen. (Ich musste meinen Verbrauch auch grob schätzen, die Ergebnisse entsprechen aber ungefähr den Erwartungen).

        Der ganze Aufwand mit Kalorienzählen, Abwiegen etc., um dann wahrscheinlich sogar zuzunehmen.

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      3. This. Ich mache so ca. 1x pro Woche einen Cheat Day weil irgendwas ist, wo ich nur schwer mit meinen normalen 1500kcal auskomme (Feier, Freunde da oder so). Dadurch, daß ich normalerweise 1500-2000kcal Defizit habe, habe ich mein Budget erst an 1-2 Cheat Days überschritten (weil ich mein normales Diät-Essen und ne Tüte Chips und ne Tafel Schokolade oder so esse).
        Bei einer „normalen“ Diät wäre schon ein Schokoriegel ein Cheat Day…

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      4. käse

        Bei mir hat es mit kleinem Defizit um 500 kcal auch nicht funktioniert.
        Ich hab mir aber deswegen auch keinen Stress gemacht.
        Wenn ich annähernd meinen Grundumsatz gegessen hab hat das aber auch nicht funktioniert, allenfalls 3 Tage und ich hab das Vorhaben über Bord geworfen.

        Wenn ich ständig gegen meinen Körper ankämpfen muss nehm ich nicht ab. Nach spätestens 3 Tagen ist meine Disziplin dann im Eimer. Da helfen alle möglichen logischen Überlegungen nicht .
        Wobei das ja das eigentliche Zentrum der Überlegungen ist: Motivation aufrecht halten. Und das funktioniert dann bei jedem anders.

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      5. ichichich (AE)

        @ Käse

        „Wenn ich annähernd meinen Grundumsatz gegessen hab hat das aber auch nicht funktioniert, allenfalls 3 Tage und ich hab das Vorhaben über Bord geworfen.

        Wenn ich ständig gegen meinen Körper ankämpfen muss nehm ich nicht ab. Nach spätestens 3 Tagen ist meine Disziplin dann im Eimer.“

        Aber mit irgendwelchen unsinnigen Regeln von außen ist doch auch nicht mehr geholfen. Der Grundumsatz ist ja auch nur eine abstrakte Größe (Energieverbrauch zur Selbsterhaltung des Körpers bei Indifferenztemperatur). Wenn du merkst, dass du mit einem Defizit einer bestimmten Größe im Alltag nicht mehr funktionierst, dann kannst du es doch anpassen – ob der Verbrauch über oder unter GU liegt, ist doch dabei egal.

        Wenn aber Leute sich einreden lassen, man müsse zum gesunden Abnehmen noch mehr essen, obwohl sie eigtl. satt sind, macht das die Abnahme sicher nicht stressfreier und alltagstauglicher.

        SiS war auch keine so unangenehme Diät, allerdings habe ich unsinnige Regeln befolgt, die mir nichts gebracht haben (Salat ohne Weißbrot ist für mich wie Kuchen ohne Kaffee – aber bloß keine KH abends! – auch zum Frühstück hätte ich lieber Butter statt Nutella auf die Brötchen genommen oder ganz was anderes – geht aber nicht, wg. tierischem Fett). Abgenommen habe ich damit ca. 300 g die Woche. Dürftig im Verhältnis zu den Einschränkungen.

        Wenn man CICO kapiert hat, kann man einfach selber experimentieren und für sich selbst entscheiden, welche Einschränkungen einem dieses oder jenes Kaloriendefizit wert sind. Zwei oder drei oder viele Mahlzeiten, kleine Portionen mit höherer Energiedichte oder große Portionen mit geringerer…

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      6. käse

        Zitat: „Aber mit irgendwelchen unsinnigen Regeln von außen ist doch auch nicht mehr geholfen. Der Grundumsatz ist ja auch nur eine abstrakte Größe (Energieverbrauch zur Selbsterhaltung des Körpers bei Indifferenztemperatur). Wenn du merkst, dass du mit einem Defizit einer bestimmten Größe im Alltag nicht mehr funktionierst, dann kannst du es doch anpassen – ob der Verbrauch über oder unter GU liegt, ist doch dabei egal.“

        Das mag sein. Aber anpassen kann man ja immer, ganz egal was man mir im Abnehmforum sagt und was nicht. Wenn ich das Gefühl habe, die Leute behindern mich in meiner Abnahme, kann ich doch auch immernoch selber für mich entscheiden, ob ich denen glauben will oder nicht. Ob ich weiter da angemeldet sein möchte oder nicht.

        Aber ich merke innerhalb der Gesamtdiskussion, dass andere Leute sich deutlich weniger informieren und deswegen stärker von Fremdmeinungen beeinflussen lassen. Das kann ich ja nichtmal kritisieren, passiert mir bei anderen Wissensgebieten sicher auch.
        Vielleicht ist es auch eine Charakterfrage, wie weit man sich von fremden Menschen beeinflussen lässt. Oder wie weit man selber ausprobiert was für einen funktioniert und was nicht, statt einfach einem Abnehm-Algorythmus zu folgen den irgendwer mal erfunden hat.

        Zitat: „Wenn man CICO kapiert hat, kann man einfach selber experimentieren und für sich selbst entscheiden, welche Einschränkungen einem dieses oder jenes Kaloriendefizit wert sind. Zwei oder drei oder viele Mahlzeiten, kleine Portionen mit höherer Energiedichte oder große Portionen mit geringerer…“

        Was ist CICO?
        Wie gesagt: das Ausprobieren sollte man sowieso immer tun. Es geht ja auch darum ein bestimmtes Körpergefühl zu bekommen. Ich vermute das viele der wirklich adipösen Menschen an irgend einer Stelle ein „fehlgeleitetes“ Körpergefühl haben. An welcher Stelle es am meisten hakt können weder Bücher noch Abnehmmethoden einem sagen.

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      7. ichichich (AE)

        “oder steht CICO für “Calories in – Calories out” […]”

        Ja. (jetzt hoffentlich an der richtigen Stelle 😉 )

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      8. ichichich (AE)

        „Aber anpassen kann man ja immer, ganz egal was man mir im Abnehmforum sagt und was nicht. Wenn ich das Gefühl habe, die Leute behindern mich in meiner Abnahme, kann ich doch auch immernoch selber für mich entscheiden, ob ich denen glauben will oder nicht. Ob ich weiter da angemeldet sein möchte oder nicht.“

        Da ich selbst nie in einem Abnehmforum angemeldet war und dort falsche Tips bekommen habe, hege ich auch keinen Groll gegen Abnehmforen (auch nicht gegen Dr. Pape und sein SiS, damals war das OK, nur jetzt weiß ich es besser).

        Solche Foren sind aber, nehme ich an, idR durch Werbeeinblendungen finanziert, und Stammmitglieder mit mehreren tausend Beiträgen sind – im wahrsten Sinne des Wortes – mehr wert für Forenbetreiber als Kurzzeitgäste.

        Vor diesem Hintergrund ist die an solchen Orten herrschende Debattenkultur vielleicht weniger rätselhaft, als sie manchem Außenstehenden auf den ersten Blick erscheint. Heißt, das Wohlfühlen der Stammbelegschaft ist wichtiger als eine kontroverse Debatte.

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      9. käse

        „Vor diesem Hintergrund ist die an solchen Orten herrschende Debattenkultur vielleicht weniger rätselhaft, als sie manchem Außenstehenden auf den ersten Blick erscheint. Heißt, das Wohlfühlen der Stammbelegschaft ist wichtiger als eine kontroverse Debatte.“

        Ich weiß jetzt nicht ob du damit auf die kontroverse Debatte in einem bestimmten Forum anspielst.
        Aber wenn, dann muss ich leider sagen dass es in dem Fall mehr um die Gesprächskultur selbst als um das „kontroverse“ Thema ging.

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    2. ichichich (AE)

      „muss ich leider sagen dass es in dem Fall mehr um die Gesprächskultur selbst als um das “kontroverse” Thema ging“

      Ja, es ging um die „Gesprächskultur“, allerdings würde ich mir die dort erwünschte oder zumindest geduldete Gesprächskultur nicht unbedingt zum Vorbild nehmen wollen.

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  6. Magenta

    War vor ein paar Jahren länger im [zensiert damit es nicht wieder mimimi gibt]forum, um abzunehmen und kenne das mit
    dem Gruppendruck. Habe mir manchmal abends noch Essen reingewürgt, weil ich auf keinen
    Fall unter 1200 Kcal kommen wollte. Ganz böse weil: HUNGERSTOFFWECHSEL!

    Was für ein Quatsch! Was auch genervt hat: „Du musst unbedingt gaaanz viel trinken!“
    Am besten 3-4 Liter pro Tag, da gab es Wettbewerbe, wo die Leute stolz berichteten,
    sie hätten 5-6 Liter geschafft. Ich verbringe nach 3 Litern den halben Tag auf der Toilette.

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  7. Irgendwas

    Liebe EMN,

    Wie geht das? Wie kann ich länger als ein paar Tage aushalten mich von 500kcal zu ernähren?….mir fällt das so unglaublich schwer, ich habe dabei körperliche Symptome wie „Schwindel“ und fühle mich allgemein sehr kraftlos, die psychischen Symptome sind aber wesentlich schwieriger zu handhaben, so fühle ich mich unglaublich gereizt, genervt und manchmal auch so richtig depressiv. Mein soziales Umfeld leidet sehr unter meiner „Diät“ 😦
    Ich meine das ganz ernst: Wie hast du das durchgehalten? Was hat dich motiviert? Was brauch‘ ich damit ich das auch kann? Im Moment denke ich wieder, dass ich das eh‘ nie schaffe und ich fühle mich vollkommen frustriert. Es ist ein langer Weg mit meinen 120kg, und ich wünschte ich wüsste wie das geht, wie ich mich motivieren aber vor allem wie ich daran glauben kann, dass ich das irgendwann auch schaffe. Wie geht sowas?

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    1. Persönlich fand ich es nicht schlimm von 500kcal zu leben, daher kann ich echt nicht sagen, wie ich das „aushalten“ konnte. Das ist aber z.B. jetzt auch anders. Wenn ich heute über die Stränge schlage und dann denke „Schnell mal ein großes Defizit essen“ dehnt sich das meist doch eher auf 3 Tage aus, weil ich es so ätzend finde, nur 500kcal zu essen. Ich denke, das liegt auch daran, dass es damals eben einfach (für mich) keine andere Option gab und jetzt der Druck und die Motivation nicht mehr so stark ist, sondern es eben auch reicht, das gemütlicher zu machen.

      Langer Rede, kurzer Sinn: Bei 120kg dürftest du einen Verbrauch von ordentlich über 2000kcal pro Tag haben. Du könntest also auch mit 1000kcal, 1500kcal oder sogar 2000kcal abnehmen. Warum willst du mit 500kcal abnehmen? (Ernste Frage, nicht irgendwie suggestiv. Mich interessieren wirklich deine Gründe für 500kcal).

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      1. Irgendwas

        Danke für deine Antwort. Es geht um die Schnelligkeit, also Dauer der Abnahme. Ich finde es total sinnvoll relativ viel Gewicht in kurzer Zeit abzunehmen, aber leider klappt das bei mir nicht. Es ist seltsam ich scheitere da immer wieder daran, obwohl ich in anderen Lebensbereichen eigentlich immer erreiche was ich mir vornehme. Auch wenn ich 1500kcal esse begleitet mich eigentlich immer diese Angst vor dem Verhungern, also ich muss den ganzen Tag ans Essen und an Lebensmittel denken, wenn ich wieder „normal“ esse verliert sich das, dann denke ich auch mal ein paar Stunden pro Tag nicht ans Essen nehme aber auch nicht ab, sondern halte mein Gewicht. Es ist ziemlich absurd und für mich rational eigentlich kaum erklärbar, und ich suche immer noch nach diesem Unterschied zwischen mir und den Menschen die es aus eigenem Antrieb geschafft haben ihren Körper so gravierend zu verändern.
        Leidensdruck ist wohl ein guter „Motivator“ aber geht’s auch anders? Hat sich denn deine Sicht auf dich und deinEssverhalten seit deiner Abnahme verändert? Also ich meine damit, hast du manchmal Tage die mit Kalorienzählen beginnen und ab einem gewissen Punkt in einer Art „Maßlosigkeit“ so nach dem Motto „jetzt ist es eh schon egal“ enden?
        Ich fühle mich jedenfalls im Vergleich mit denen die es wirklich schaffen von 500kcal zu leben wie ein loser. Ich finde das ist eine unglaubliche Leistung, (vor allem, wenn man nach dieser Ernährungsweise noch Freunde und ein soziales Umfeld hat ;-)) warst du nie genervt gereizt?

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      2. Ich esse mehr als 500kcal (habe aber auch einen höheren Umsatz) aber was mir hilft ist das schon erwähnte Kurzzeitfasten. Ich esse typischerweise erst abends eine große Mahlzeit (oder zwei kleine) und bin das bis ich ins Bett gehe satt und zufrieden. Morgens trinke ich ein Glas Cola (würde vermutlich auch zuckerfrei funktionieren, will ich aber nicht) und dann halt Wasser und zuckerfreie Limo/Eistee oder so, das hilft gegen Hunger und Heißhunger ganz gut. Am Einfachsten ist es den Hunger zu ignorieren wenn ich mich bewege, Gartenarbeit oder Sport oder so (und sorgt für ein größeres Defizit). Die Vorfreude auf ein tolles Abendessen hilft natürlich auch. Wobei ich gestehen muß, daß ich zum Abend hin manchmal etwas gereizt werden kann.

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      3. Robert

        +1 für Kurzzeitfasten (aka intermittend fasting)

        Wenn ich mal ein größeres Defizit erreichen will, dann ist es auch für mich am einfachsten, das Frühstück ausfallen zu lassen (bis auf den Kaffee). Dann denke ich auch bis Mittag kaum übers Essen nach. Keine Ahnung, ob das nun ein physiologischer oder ein psychologischer Effekt ist.

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      4. nele40

        [Quote=“erzaehlmirnix“]Persönlich fand ich es nicht schlimm von 500kcal zu leben, daher kann ich echt nicht sagen, wie ich das “aushalten” konnte. Das ist aber z.B. jetzt auch anders. Wenn ich heute über die Stränge schlage und dann denke “Schnell mal ein großes Defizit essen” dehnt sich das meist doch eher auf 3 Tage aus, weil ich es so ätzend finde, nur 500kcal zu essen.[/Quote]

        liebe erzaehlmirnix
        mich würde interessieren, ob du das 1/2Jahr durchgehend 500kcal pro Tag gegessen hast, stell mir das ein bisserl schwierig vor, da das normale Leben doch immer dazwischen pulst…
        wie hast du das bloss.B. bei Feierlichkeiten gehändelt?…*staun*
        bei 105kg hast du, wie ich gelesen habe aufgrund des Sports deine Eiweißzufuhr erhöht und deine Kalorienzufuhr verdoppelt, aber trotzdem noch 1,5Kilo ∅/Wo abgenommen.. *boahstaunnochmehr*
        also musst du ja *rechen-rechen* pro Woche über 10000 kcal eingespart bzw. durch Sport aufgestockt haben…
        und die letzten 10kg sind zumindest bei mir sehr hartnäckig und kommen zum Teil immer wieder, da ich ich einfach zu viele Leute mit Verführ-Modus kenne…schwanke ich immer im 2-5kgüber Normal…wie hast du bloss die 10kg von Normal zu Ideal geschafft…
        auch mit 1000kcal/Tag + Sport???? und wie lange hast du dafür gebraucht..sorry für die vielen Fragen… aber es interessiert mich wirklich, wie du dich mit immer weniger werdenden Leidensdruck motiviert hast….
        und letzte Frage… das Gewichthalten ist ja bekanntlich die Königsdisziplin…. zählst du jetzt immer noch Kalorien?

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      5. Puh, ich versuche mal zu antworten 😀
        Also die letzte 10kg habe ich eigentlich ausschließlich über Sport verloren, sprich, um die 2000-2500kcal gegessen und dann je nach Tageslaune 1-2 Stunden Sport gemacht und noch etwa 500kcal rausgearbeitet^^ Das war insofern cool, weil ich es so faszinierend fand, tatsächlich mehr als meine 1800kcal Tagesgedarf (bei Inaktivität) zu essen und trotzdem abzunehmen. Ichkan mir vor wie ein „Betrüger“, der einen Geheimtrick hat^^

        Motiviert hat mich wohl, dass ich dieses Gewicht eben mit 150kg als Ziel gesetzt habe und es nun auch wirklich greifbar war. Ausserdem war es ja nicht mehr so eine starke Einschränkung, ich habe ja viel gegessen.

        Und jupp…. ich zähle noch. Bisher klappt das intuitive Essen leider nicht wirklich, weil es im intuitiv Überessen endet^^

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    2. Meine Frau behebt das Problem, indem sie einfach den ganzen Tag isst. Ein Kilo Cocktailtomaten hat 190 kcal, und Du kannst eigentlich die ganze Zeit essen. Essiggurken 210 kcal. Babykarotten 260. Selbst ein Kilo Erdbeeren hat „nur“ 360 kcal. Sie kommt halt meist so auf ~800 kcal, aber dafür funktioniert es auch.

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    3. ichichich (AE)

      „Am Einfachsten ist es den Hunger zu ignorieren wenn ich mich bewege, Gartenarbeit oder Sport oder so (und sorgt für ein größeres Defizit).“

      Die Erfahrung habe ich auch gemacht, der Hunger verschwindet während sportlicher Betätigung einfach.

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  8. Viktor

    Hallo Irgendwas,

    „Auch wenn ich 1500kcal esse begleitet mich eigentlich immer diese Angst vor dem Verhungern“

    Ich hatte (und habe) durchaus auch große Probleme, ein größeres Kaloriendefizit herzustellen. Das scheint wohl auch Kopfsache zu sein. Manchmal komme ich auf unter 1000 kcal am Tag, manchmal esse ich für über 2000. Geht auch ein bisschen danach, wie ich mich fühle. Es scheint wohl – für mich persönlich – eine Untergrenze bei etwa 1500 kcal/Tag im Durchschnitt zu geben, bei der ich mich definitiv nicht wohlfühle.

    Macht aber nichts. Der Durchschnitt zählt. Setz dich bloss nicht unter Druck, sondern beobachte dich selbst, was kommt aus dir, deinem Körper und deiner Psyche? Das ist interessant, damit sollte man arbeiten.

    Und was kommt von „außen“? Das ist meistens die Fettlogik. 😉

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    1. Irgendwas

      Ja, das ist wirklich „seltsam“. Ich kann einfach dieses Hungergefühl nur schwer aushalten, und ich habe auch schon nach Literatur zum Thema gesucht, wurde aber nicht wirklich fündig. Eigentlich ist es so sinnlos und absurd, dass man als schwer adipöser Mensch Hungergefühle verspürt und sich diese Gefühle( in meinem Fall) gravierend auf das körperliche und psychische Wohlbefinden auswirken. Ich wüsste wirklich gern wie man so eine Phase besser aushalten kann

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      1. Viktor

        Wie setzt sich deine Ernährung zusammen?

        Ich selbst brauche immer eine Anlaufphase von einigen Tagen, wenn ich deutlich weniger essen möchte. So rein physikalisch gesehen:

        Der Magen muss sich erst etwas zusammenziehen, dann ist das Hungergefühl auch mit weniger Essen gestillt. Das kann einige Zeit dauern.

        Es gibt auch physiologische Erklärungsmöglichkeiten. Wenn du kurzkettige Kohlehydrate isst, steigt der Blutzuckerspiegel schnell an, der Insulinspiegel folgt dem. Danach fällt beides wieder relativ stark ab, das macht ein böses Hungergefühl.

        Und natürlich auch noch psychologische Erklärungen. Das kannst aber nur du selbst beurteilen, ob das bei dir zutrifft.

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      2. Hallo Irgendwas,
        warum isst du nicht niedrig-kalorische Lebensmittel – wie oben schon empfohlen? Dabei kann eine ganze Menge „Stoff“ dennoch nur wenige Kalorien haben…

        Ansonsten: Kann sein, dass dein Hungergefühl wirklich eine „Kopfsache“ ist. Denn selbst wenn man Null-fastet hört normalerweise der Hunger nach dem 2.Tag auf!

        Evtl. ist es ein orales Bedürfnis? Dann würden vielleicht kalorienfreie/arme Pfefferminz-Bonbons oder Kaugummi helfen?
        Oder – falls du mal geraucht hast, sonst eher nicht! – du versuchst es mit „Dampfen“: Selbst befüllbare E-Zigarette mit Liquid OHNE Nikotin. Das gibts in vielerlei Geschmäckern (Obst, Kuchen, Kräuter, Schoko, Nuss…) und man zieht halt dran anstatt was zu essen.

        Eine weitere Idee wäre ein neues Hobby oder sonst etwas Wesentliches im Leben verändern – damit du auf andere Gedanken kommst und das Thema Essen in den Hintergrund rückt.

        Rein physisch kenne ich auch die Erfahrung, dass nach nur wenigen Tagen mit kleineren Mengen der Magen sich anpasst und man viel früher satt ist!

        Grundätzlich kann ein ständiger Hunger auch Symptom einer Krankheit sein – oder auch einer psychisch bedingten Ess-Störung (wenn man etwa durch Essen eigentlich ANDERES erreichen will).

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  9. Magenta

    Ich lebe von etwa 900-1000 kcal pro Tag. Tagsüber 2 Eiweißshakes und abends meistens
    ein normales Abendbrot (was mir schmeckt) mit frischem Gemüse bis ich satt bin.
    Zu jeder Mahlzeit nehme ich Vitaminpillen und ich fühle mich prima.

    Wenn ich körperlich was mache bin ich auch nicht schlapp oder so.
    Den Teller abends sehe ich mir bewußt an und sage mir: Das ist viel Essen, der Teller
    ist richtig voll, davon wird man satt. – So versuche ich meine Wahrnehmung zu ändern.
    (Habe mir die ganzen Jahre eingeredet, dass ich ganz ganz wenig esse.)

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  10. NS2504

    Ich bin auch de Meinung jeder soll das individuell für sich entscheiden! Trotzdem habe ich ein bisschen Angst vor einer allzu radikalen Abnahme….meine Freundin (Arzthelferin ) meinte da könne ich schonmal nen OP- Termin zur Gallensteinentfernung machen…..
    Beim lesen des Fettlogik Buches ist mir dann aufgefallen dass @erzaehlmirnix ebenfalls so eine OP hatte.
    Besteht da echt ein Zsammenhang, wenn ja was kann man dagegen machen???

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  11. nele40

    liebe erzaehlmirnix

    dein kurzweiliges, sehr humorvolles E-Book habe ich gestern in einem Rutsch quergelesen. Glückwunsch zu deiner Mega-Abnahme u. zum Erfolg deines Buches…
    schade das deine Comics im Buch etwas anders aussehen, die Orginale sind einfach cool…
    so nun genug der Lobhudelei 😉
    was mir beim Lesen aufgefallen ist, dass du nicht auf die die nötige Fettzufuhr von gesunden Fetten, eingehst, die wichtig sind, damit die Gallentätigkeit reibungslos verläuft… falls doch…habe ich es beim Querlesen überlesen und bitte um Verzeihung…
    schreibe es auch nur, da @NS2504 die Gallen-OP erwähnt.
    also, soweit ich weiß
    wird eine gewisse Menge essentiellem Fett benötigt, um die Produktion von Gallenflüssigkeit, sowie die Produktion des fettverdauenden Enzyms »Lipase« anzuregen, Nur wenn Fett in den Dünndarm eintritt, entleert sich die Gallenblase kräftig. Ohne den Anreiz durch das Fett wird zu wenig Galle produziert, und die Gallenblase hält die in ihr enthaltene Reservemenge zurück. Diese ungenügende Entleerung könnte mit zur Bildung von Gallensteinen beitragen.

    mich würde nun interessieren, wieviel/welches Fett du bei 500kcal pro Tag gefuttert hast?

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    1. Wie viel Fett das war kann ich leider nicht mehr sagen, aber vermutlich sehr wenig. Wenn es konkrete Zahlen zur Fetmenge gäbe, wäre das toll, dann würde ich das mit aufnehmen und ergänzen im Buch. Bei mir war das Gallenproblem bereits mehrere Jahre vor den 500kcal vorhanden, daher hing as wohl eher nicht zusammen. Trotzdem würde ich es gerne näher beleuchten.

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      1. nele40

        Wie viel Fett soll man pro Tag essen?

        Diese Frage ist tatsächlich sehr schwer zu beantworten…irgendwo habe ich einmal gelesen, dass der Mensch mindestens 5% seines täglichen Energiebedarfs durch essenzielle Fettsäuren decken sollte, um z.B. die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K aufzunehmen, genügend Hormone zu bilden und das Immunystem zu stärken…
        ich persönlich benutze Oliven.& Kokosöl, esse fettreichen Fisch, Nüsse & Samen
        alles Kalorienbomben… *grins*
        zur Zeit nehme ich auch ab… wiedermal die letzten 10kg;-)… und ich mag auch schnelle Ergebnisse und bevorzuge momentan Kokosöl & Fisch als gesunde Fettquellen

        zählst du immer noch Kalorien?…

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    1. 5% des Energiebedarfs in Fett (wie du im vorherigen Beitrag schriebst) erscheint mir sehr sehr wenig, wenn man bedenkt, wieviel Kalorien Fett hat. Das wären bei einem Bedarf von 2000 kcal gerade einmal 10 Fettkalorien. Ich glaube, das ist so gut wie nicht zu schaffen.
      Die im Artikel genannten 50% klingen erstmal nach ganz schön viel, kommen mir aber realistischer vor. ‚Ne ähnliche Größenordnung hab ich auch schon mehrmals gelesen. Auch wenn’s erstmal krass klingt, aber das kommt bei mir auch oft hin – auch (bzw. besonders) an den Tagen, wo ich mich echt gesund ernähre. Aber dann wird mal hier Gemüse mit (wenig!) Öl angebraten, hier gibt’s ’nen Salat mit (wieder wenig) Vinaigrette und ’n paar Oliven, da ein paar Nüsse und schon hat man so hohe „Fettwerte“. Ich dachte erst das wäre schlimm, denn Fett ist ja schließlich böse, aber nach solchen Artikeln bin ich da doch entspannter.

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      1. nele40

        liebe @Ego
        5% Fett des täglichen Energiebedarfs sind natürlich die Untergrenze zur Vermeidung schwerer Erkrankungen…

        hat man einen Energiebedarf von 2000kcal, wären 5%=100kcal oder 11g Fett
        ich persönlich würde 15% als Untergrenze ansetzen

        und konsumiere z. Zt. ca 50%Fette in Kombi mit genügend Proteinen & Lowcarb ….deswegen auch der Link…

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      2. Ach wie peinlich, glatt mal verrechnet. So macht’s mehr Sinn (auch in Hinblick auf absolute Untergrenze, nicht im Sinne von „grüner Bereich“).

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  12. Irgendwas

    Was man sozusagen übrigens auch machen kann um Gallensteine/Koliken vorzubeugen ist in der Zeit der extremen Kalorien/Fettreduktion sich Ursufalk (Tabletten gegen Gallensteine) verschreiben zu lassen. Meine Ärztin riet mir damals dazu.

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  13. IULIUS

    Es gibt doch eine Bezeichnung für Menschen, die anderen permanent erklären, daß sie alles falsch machen, destruktiv agieren etc…

    Ich könnte mir sehr gut vorstellen, daß dieses langsam überhaupt nicht zielführend ist. Schon allein, weil Érfolgserlebnisse lange auf sich warten lassen und daß dieses langsam doch eher bewirkt, daß aufgegeben wird.
    Wenn ich 2 Kg abnehme kann ich mir mal eine Chipstüte leisten, ohne das ich davon allzuweit zurückgeworfen werde. Bei 500g nicht.

    Manchmal habe ich das Gefühl, daß diese „Selbshilfegruppen“ eher etwas mit Schlangengrube zu tun haben.

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    1. das „sich erlauben können“ einer chipstüte ist aber eher ein grund, bei betroffenen mit entsprechender disposition das langsamere vorgehen zu empfehlen, weil so nicht das risiko besteht, dass nach sehr rigidem fasten oder fast-fasten ein einbruch in form eines fressanfalls kommt. denn an sich soll man die gewählte methode ja lebenslang beibehalten, um das gewicht nicht wieder draufzupacken, wenn man irgendwann nicht mehr durchhält. dann lieber gemächlich anfangen und die „daumenschrauben“ im weiteren verlauf immer ein bisschen fester anziehen, irgendwann fällt auch das leichter.

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      1. ichichich (AE)

        „das “sich erlauben können” einer chipstüte ist aber eher ein grund, bei betroffenen mit entsprechender disposition das langsamere vorgehen zu empfehlen, weil so nicht das risiko besteht, dass nach sehr rigidem fasten oder fast-fasten ein einbruch in form eines fressanfalls kommt.“

        Ich habe Chips einfach in mein 1000 kcal-Defizit eingebaut. Eine Tasse (20g) abgewogen – ca. 100 kcal. (Normalerweise muss ich eine angebrochene Chipstüte, Tüte Gummibärchen etc. auch zwanghaft leeren – aber es klappt, wenn ich die Portion in eine kleine Schüssel fülle).

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      2. das wäre auch das vorgehen, das ich bevorzugen würde – klappt nur nicht bei allen oder in jeder lebensphase. oder man kauft diese 30-g-chipstüten.

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      3. ichichich (AE)

        Hinzu kommt, dass eine Portion Chips ohne schlechtes Gewissen genossen doppelt so gut schmeckt. Außerdem kann man bei geringerem Verbrauch Edelprodukte statt den 08/15-Süßigkeiten und Chips für das gleiche Geld kaufen.

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      4. Eben. Wenn man sich regelmäßig Sünden erlaubt ist das Risiko eines größeren Ausrutschers geringer. Mein normales tägliches Budget gesteht aus 800-1000kcal gesundem Essen, hauptsächlich Fleisch, Gemüse und Quark, mit dem ich meinen Eiweiß- und Nährstoffbedarf decke und 500-700kcal Süßigkeiten. Bringt in Summe ein Defizit von 1500-2000kcal pro Tag.
        Außerdem, wenn das normale tägliche Defizit größer ist als das was ein Fressanfall kostet ist man da relativ sicher. Man verliert dann im Zweifelsfall nur einen Tag und wird nicht auch noch zurückgeworfen.

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  14. maSu

    „langsamundgesund“ ist er größte Bullshit den man bei Diäten nur hören kann, wenn es um mehr als „ein paar Kilos“ geht.

    Warum?

    Ein stark übergewichtiger Mensch isst am Tag 4500kcal um sein Gewicht überhaupt zu halten. Jetzt kommen diese „langsamundgesund“ Ideologen an und sagen: „Bloß kein Defizit größer als 500kcal!!!“.
    Schon muss diese Person ihre Ernährung ändern. Auf 4000kcal. Nach 2-4 Monaten hat die Person dann total langsam und extrem demotivierend abgenommen und muss wieder um 500kcal reduzieren.
    Und nach weiteren 2-4 Monaten muss man wieder um 500kcal reduzieren.

    Was passiert?

    Die Person kann sich zu keinem(!) Zeitpunkt an eine neue Essgewohnheit oder Nahrungsmenge gewöhnen und hat permanent das Gefühl sich einzuschränken. Würde die person gleich auf glatt 2000kcal runter gehen, dann könnte sich die Person binnen weniger Wochen oder Monate an die neue Portionsgröße usw. gewöhnen und hätte bereits nach dieser Zeit keine Probleme mehr und würde sich nicht eingeschränkt fühlen.

    Diese „langsamundgesund“-Ideologen sabotieren mMn absichtlich die Diät anderer Menschen, weil sie sie verlängern, verzögern, erschweren und so weiter.

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    1. Sorry, das stimmt so nicht…..wie kommst du darauf, dass ein „stark übergewichtiger“ Mensch 4500kcal benötigt um sein Gewicht zu halten? Als ich 170kg wog (uns das ist vermutlich „stark übergewichtig) betrug mein GU gerade mal 2483kcal. Mit Bewegung war damals nicht viel und somit lag ich mit diesem immensen Übergewicht bei maximal 3000kcal, eher sogar noch etwas weniger, denn mit 2000kcal pro Tag nahm ich unter ärztlicher Aufsicht in 6 Wochen gerade mal 3kg ab…..also meiner Meinung nach sind 2000kcal viel zu viel um einigermaßen schnell abzunehmen und 4500kcal bedarf ist viel zu hoch angesetzt (zumindest für eine Frau).

      Das mit der „Gewöhnung“ an die reduzierte Essensmenge finde ich einen wichtigen Aspekt, daran hapert’s meistens…..

      Inhaltlich stimme ich dir aber zu, je schneller die Gewöhnung an eine geringere Nahrungsmenge desto besser….

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      1. Also verstehe ich richtig, dass du mit 170kg unter ärztlicher Aufsicht (Im Sinne von 24h – Überwachung oder ambulanter Betreuung) mit 2000kcal täglich 1 Pfund pro Woche verloren hast?

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      2. maSu

        Ein Mann, 1,8m groß, 30Jahre, 150kg schwer, hat einen Grundumsatz von 2759kcal. Geht dieser Mann nun einer Bürotätigkeit nach, die es erfordert auch mal aufzustehen, zu gehen oder zu stehen, dann kommt dieser Mann schon ohne Alltagstätigkeiten wie Einkaufen, Hausarbeit usw. auf 4552kcal.

        fettrechner.de/berechnungstools/kalorienverbrauch/kalorienverbrauch.php?geschlecht=2&gewicht=150&alter=30&groesse=180&Aktivitaet=1.65

        Treibt dieser Mann noch etwas Sport, wie zB das verzweifelte Fahrradfahren im Fitnessstudio oder so (was zum Abnehmen irgendwas zwischen null und nichts bringt), dann steigt der Gesamtumsatz nochmal etwas an.

        Und schon braucht dieser Mann einfach mal 4500kcal oder gar 5000kcal pro Tag alleine um sein Gewicht zu halten. Irre, aber leider wahr.

        Kommt jetzt so ein Diät-Onkel an, der selbst trotz massivem Übergewicht und der absoluten Unfähigkeit selbst abzunehmen noch Diätratschläge gibt, und empfiehlt, „langsamundgesund“ abzunehmen, dann bedeutet die, dass dieser Mann seine Ernährung alle 2-4 Monate umstellen muss (immer um je 500kcal reduzieren) und es wird so ganz schnell mal 1-2 Jahre dauern, ehe dieser übergewichtige Mann, der ja abnehmen will, lernt was normale(!) Portionen sind. Er könnte es auch sofort lernen, schneller abnehmen und das auch gar nicht mal ungesund, denn jeder Depp schafft es bei 2000kcal pro Tag alle wichtigen Nährstoffe zu sich zu nehmen. Selbst jene, die ihren Gesamtumsatz mit Tiefkühlpizzen und Burgern decken schaffen das (irgendwie…).

        Für eine Frau kann man entsprechend etwas weniger ansetzen.

        Natürlich:
        Wer extrem dick ist und alleine schon deswegen jedwede Bewegung meidet, der muss noch weniger ansetzen … oder sollte ggf. mal Schwimmen in Betracht ziehen.

        Fakt ist aber: Sehr übergewichtige Menschen können bei ausreichender körperlicher Aktivität einen absurden(!!) Energieverbrauch erzeugen und damit auch ein ebenso absurd großes Defizit.

        Wenn ich bedenke, wie schnell ich anfangs abgenommen habe… von 105 auf 92kg ging so unfassbar schnell… und dann stagnierte es, aber dann kam da auch ein bestimmtes Buch und es ging dann stetig weiter, weil ich dann an genug Eiweiß dachte.

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  15. Cage

    Ich bin auch der Meinung, dass man „langsam“ und „gesund“ unbedingt trennen sollte. Die Begriffe haben einfach nichts miteinander zu tun. Man kann langsam und total ungesund ebenso abnehmen wie schnell und gesund.

    Ich habe in 2 Monaten nun knapp 12kg runter, nehme also eher „schnell“ ab (bleibe jedenfalls meistens unter meinem Grundumsatz). Dabei ernähre ich mich aber sehr viel gesünder als vorher. Ich esse deutlich mehr Gemüse und Obst, habe meine Liebe zu Blattsalaten entdeckt (denen ich früher nie was abgewinnen konnte), achte auf hochwertige Zutaten. Ich vermeide „leere“ Kalorien die früher den Speiseplan dominierten.

    Mit einem Mix aus LCHF und Paleo habe ich für mich eine Ernährung gefunden, mit der ich mich super fühle. Das ist keine Diät sondern Genuß und der ist auf Dauer angelegt. Ich bin in den zwei Monaten zweimal „schwach“ geworden und habe ein Brot gegessen – jeweils nach der Hälfte blieb es liegen. Fade, pappig, bäh. Ähnlich gehts mir, wenn ich meinem Mann Nudeln mache und probiere, ob sie fertig sind. Da frage ich mich wirklich wie ich mich Jahrzehnte lang so ernähren konnte, wo es doch so viele spannendere Lebensmittel gibt.

    Ich höre auch öfter „So schnell abnehmen – das ist doch ungesund“…und noch öfter „Wie? Keine Kohlenhydrate? Das ist doch sicher ungesund und nicht ausgewogen!“. Ich bin es leid. Ich habe keine Lust zu erklären, dass Kohlenhydrate keine essentiellen Nährstoffe sind (und zudem in Milchprodukten, Gemüse und Obst noch mehr als ausreichend enthalten). Ich mag auch nicht mehr jedem aufzählen, wieviel besser es mir geht. Ich schlafe besser, ich fühle mich fitter, jeder Handgriff fällt mir leichter, ich habe weniger Schmerzen, meine Hautkrankheit hat sich extrem gebessert nachdem ich bei den Ernährungsexperimenten Mitauslöser dafür gefunden und eliminiert habe.
    Ich hätte Samstag fast heulen können – 3 Stunden intensiv die Wohnung geputzt und….NICHTS! Kein Zwicken in den Knien, keine unerträglichen Rückenschmerzen! Früher vegetierte ich wie ein überfahrener Käfer auf der Couch danach. Samstag habe ich ernsthaft überlegt ob ich nicht auch noch Lust habe die Fenster im Wohnzimmer zu putzen.
    Aber ja, die schnelle Abnahme mit meiner Ernährungsform ist sicher wahnsinnig ungesund.

    Noch schlimmer als „nurlangsamistgesund“ finde ich aber das „wennduwiedernormalisst“. Das kommt nämlich noch öfter vor und hat gleich zwei Fehler. Ich habe nicht „normal“ gegessen – sonst wäre ich nicht dick geworden. Und ein „wieder“ wird es nicht geben. Weder will ich wieder zunehmen, noch will ich wieder zurück zu dem Speiseplan voll Müll. Aber das man tatsächlich dauerhaft etwas ändern möchte und nicht nur „Diät“ macht, geht auch in viele Köpfe nicht rein.

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    1. nessii

      Ich denke bei den „wennduwiedernormalisst“ geht es vor allem um die Leute, die während der Diät auf bestimmte Dinge verzichten, diese aber nach Erreichen des Zielgewichts wieder einbauen und das oft in der gleichen Menge wie vorher. Die wenigsten wollen sich bspw. ihr Leben lang Low Carb ernähren und essen danach wieder fleißig KH. Das wäre an sich kein Problem, solange sie in ihrem Kalorienrahmen bleiben würden. Doch eben das tun die meisten nicht und nehmen dann natürlich wieder zu. (Mal abgesehen davon, dass nach der LC-Phase meist noch die Glykogenspeicher wieder gefüllt werden und vermehrt Wasser eingelagert wird, das natürlich auch mitwiegt.) Wenn du kein Problem damit hast, den Rest deines Lebens so zu essen, ist das ja völlig in Ordnung. Deswegen wird eben oft gesagt, dass man eine Ernährungsumstellung machen sollte und eben nicht nur eine Diät.

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      1. Mona

        Bei LowCarb sind viele Menschen so drauf fixiert, dass sie Energie ja aus dem Fett holen und dann ihr Essen immer „auffetten“, um nicht zu wenig zu essen (höhö). Sie wundern sich dann, wieso sie nicht mehr abnehmen nachdem sie gelernt haben jedes Essen aufzufetten (zu viele Kalorien). Beim Steigern der Kohlenhydrate können sie das gelernte Auffetten auch schlecht verlernen. Ich bin der Meinung, dass das nur gut geht, wenn man wirklich alles aufschreibt, was man so isst. Dann kann man die Fette, Proteine und Kh genau dosieren und merkt bei wie viel Kalorien man abnimmt und bei wie viel man zunimmt, egal wie man sich eigentlich genau ernährt.

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    2. maSu

      Ja das ist echt nervig. Immer kommt jemand an und sagt: „Aber KH sind voll wichtig!!! DU hast einen KH MANGEL!!!“. Das ist totaler Unfug. Egal wie sehr man KH meidet… und egal ob man nun mindestens 50 oder 100g KH am Tag zu sich nehmen sollte: Selbst extreme LowCarb-Formen kommen um eine gewisse Mindestmenge KH kaum herum, weil KH einfach überall drin sind. Fett ebenso.

      Selbst wenn man Fett und KH meidet wieder Teufel das Weihwasser: Man hat trotzdem noch so viel von beidem in der Nahrung, dass ein Mangel nahezu unmöglich ist.

      Aber das interessiert viele nicht. Die kommen dann mit Fettlöslichen Vitaminen an und glauben wohl, dass man, um wenige Milligramm(!!!) der fettlöslichen Vitamine zu lösen gleich esslöffelweise(!!!) Fett bräuchte. Nein, idR reicht der Fettgehalt der Nahrungsmittel, die die Vitamine enthalten, völlig aus.

      Ich finde es grotesk und lächerlich, wie gerade in manchen Diätforen (Selbsthilfegruppen wäre noch ein Euphemismus… denn da wird nicht geholfen!) ein Nährstoffmangel beschworen wird. Wer nahezu panische Angst davor hat, zu wenig zu essen, der wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu viel essen. Man muss diese irrationale Hysterie überwinden und einfach mal mit etwas Realismus an die Sache herangehen. Selbst jene, die Tiefkühlpizza und Burger essen, nehmen scheinbar genug Nährstoffe auf. Dann sollte das ein extrem übergewichtiger Mensch, der nun einfach etwas weniger essen sollte, doch auch schaffen….!

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      1. Jup. Mittwoch bestand mein Abendessen aus einem Salat, bestehend aus 400g magerem Hühnerfleisch und 1kg Tomaten – mehr low carb low fat wird schon schwierig. Trotzdem hatte die Mahlzeit (bei 840kcal) nicht nur 140g Protein, sondern auch immer noch 26g Kohlenhydrate und 14g Fett (danach habe ich noch 150g Kinderschokolade gegessen, aber das ist ein anderes Thema ^^).

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      2. maSu

        Ja dann sei froh, das Fett der Kinderschokolade bindet dann bestimmt all die Vitamine, die sich sonst in deinem Dünndarm verirren und sterben. ;))

        Ich frage mich aber immer wieder, was manche Menschen glauben, wie LowCarb und LowFat genau aussehen sollte, damit ein echter Mangel möglich wäre. Es heißt ja extra „low“ und nicht „no“ ….

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      3. käse

        „Ich frage mich aber immer wieder, was manche Menschen glauben, wie LowCarb und LowFat genau aussehen sollte, damit ein echter Mangel möglich wäre. Es heißt ja extra “low” und nicht “no” ….“

        Dir ist echt noch nie jemand begegnet der aus moderaten Empfehlungen einfach „so wenig wie möglich“ gemacht hat? Das machen zwar eher die, die dann sowieso nicht nachrechnen und nur schätzen was sie so essen.

        Manche haben so einen Leidensdruck, dass sie mit der Einstellung „viel hilft viel“ losziehen.
        Und scheitern.
        Manch einer macht gar Nulldiäten in Eigenregie, was natürlich nicht klappt und zu noch mehr Resignation und Leidensdruck führt.

        Da ist es doch der erste Schritt zu sagen: Einen Moment mal, Fett ist nicht böse.

        Aber ich geb dir recht: was der Mensch hinter dem Rechner daraus macht ist eine völlig andere Geschichte.

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  16. Stimme voll zu, obwohl ich eher langsam abnehme (6 Kilo in 2 Monaten) – aber nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil es für mich so sehr gut und ohne leidvolle Einschränkungen funktioniert. Ein Hauptgrund ist auch, dass ich der Haut Zeit geben will, sich ein wenig anzupassen, deshalb finde ich stagnierende Phasen durchaus ok.

    Habe Pizza, Pasta, süße Stückchen und Brot komplett gestrichen (Ausnahme: Knäckebrot, max 3 am Tag á 31 kcal) und mich sehr gewundert, dass das geht!

    Denn ich hatte gedacht, dass ich ohne Pasta und Brot nicht aushalte – aber weit gefehlt, nach wenigen Tagen ist die Gier danach VERSCHWUNDEN!!! Wenn ich jetzt mal ins Brot beisse, das zu einem Salat gereicht wird, hab ich keinen Bock auf mehr davon… wie eigenartig!!!
    Es scheint eine Art leere-Kolehydrat-eSucht zu geben, die jedoch verschwindet, wenn man mal wirklich davon ablässt!

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  17. nele40

    ganz ehrlich… ich habe seit 2006 meine Ernährung umstellt und damit auch ca. 20kg verloren.
    Zucker, Weismehl & Fastfood kommen in meiner Küche kaum noch zum Einsatz…
    aber bei mir ist das „wennduwiedernormalisst“…. durchaus noch vorhanden
    z.B. im Urlaub bzw. bei Einladungen oder einfach die pure Lust auf Pasta o. Kartoffeln…
    und
    jaaaaaaaa, dann ist das Leben im Schlaraffenland für mich NACHWIEVOR immer noch eins der Schönsten,
    aber mittlerweile mache ich einen Cut, wenn es am Schönsten ist…. tralala…und gehe wieder mit ein paar Pluspfunden raus ins schlanke Leben….
    momentan habe ich wieder nach einem Kurzurlaub 4kg über Normal im Rucksack und will jetzt ein bisserl unter Normal
    8kg weniger insgesamt wären perfekt…da ich dann einen 2 Kilo Puffer hätte, der nicht auffällt…
    bin einmal gespannt, wie lange ich mit dem Kzf + Fettlogik + Kokosöl- brauche
    der Anfang ist auf jeden Fall seit gestern gemacht…

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  18. Pingback: Langsam – Aushilfsjedi

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